Hello Kitty muss sterben

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • München: Luchterhand, 2010, Übersetzt: Ute Brammertz

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Wolfgang Weninger
Schwärzer als Dexter

Buch-Rezension von Wolfgang Weninger Dez 2010

Der Luchterhand Literaturverlag, München, wagt es, eine neue Autorin aus den Staaten mit ihrem Erstling Hello Kitty must die in der Übersetzung von Ute Brammertz und in knalligem Hello-Kitty-Pink-Outfit mit Totenkopf auf den deutschen Krimileser loszulassen.

Dabei ist Hello Kitty muss sterben alles andere als ein Krimi, aber die tödlichen Neigungen der Protagonistin Fiona Yu prädestinieren diese bitterböse Abhandlung über den American Way Of Life bestens für eine Empfehlung auf der Krimi-Couch.

Im Rennen um den besten ersten Satz in einem mörderischen Schriftstück kann "Es fing alles mit meinem fehlenden Jungfernhäutchen an." schon mal ordentlich Interesse wecken. Und Fiony Yu, die Elitejuristin chinesischer Abstammung, ist selbst daran schuld, dass ihr besagter Unschuldsbeweis fehlt, hat sie ihn doch eigenhändig entfernt, um den permanenten Verheiratungsversuchen ihrer Eltern zu entgehen. Aber jetzt hätte sie dann doch gerne wieder die alte Unversehrtheit wieder hergestellt und wendet sich an einen plastischen Chirurgen, der als anerkannter Fachmann auf dem Sektor der erneuerbaren Jungfräulichkeit gilt. Welch unerwarteter Zufall, dass genau dieser Arzt ihr Beschützer während ihrer Schulzeit war, der sich unter Anderem dadurch auszeichnete, dass er einer von Fionas Konkurrentinnen in der Klosterschule die Haarpracht in Brand steckte.

Und auch in der jetzigen Situation, in der Fiona beruflich und privat diverse Probleme mit ihrer Umwelt hat, weiß der alte Schulfreund genau, wie man sich gewisser Personen unauffällig aber todsicher entledigt. Dass Fiona dabei die Annehmlichkeiten effektiver Entsorgungspraktiken zu schätzen und anzuwenden lernt, gibt dem Verhältnis zwischen den ungleichen Freunden erst den richtigen Kick.

Die Autorin Angela S. Choi, deren Lebenslauf dem ihrer Romanfigur Fiona Yu verblüffend ähnelt, schreibt sich den Hello Kitty-Frust über den Kontrast zwischen amerikanischen Chinesen, die chinesischer sind als ihre Vorfahren in Fernost, und dem Businessalltag im Anwaltsbüro mit einer schnodderig leichten Sprache von der Seele, wobei Aussagen wie "Jeder muss mal sterben. Vor allem die Blonden und Hübschen." fast schon sexistischer sind, als es jeder Mann zu schreiben wagte.

Fiona Yu und ihr Freund sind in ihrem Bestreben, die Welt von unnötigem Menschenballast zu befreien, schwärzer beschrieben, als es Jeff Lindsays tödlicher Laborkriminalist Dexter Morgan (Des Todes dunkler Bruder und mehr), jemals gewesen ist. Allerdings kommt im gesamten Verlauf von Hello Kitty muss sterben kein einziger Kriminalist vor und es ist auch nirgendwo das Bestreben zu verspüren, dass hier irgendein Todesfall unbedingt geklärt werden müsste. Von daher fehlt dem gesamten Roman über weite Strecken jegliche Spannung.

Das gesamte 285 Seiten-Werk lebt von den Sprüchen, die Frau Choi aus den Ärmeln schüttelt und der witzigen Idee, wie sich die Entwicklung ihrer Charaktere zugespitzt hat. Spätestens ab der Mitte beginnt dann aber die ständige Wiederholung chinesischer Hochzeitssitten und ihre Vermeidung auch dem abgebrühtesten Leser auf die Nerven zu gehen. Und da fehlt es der Geschichte am nötigen Dampf, um den Leser bei der Stange zu halten.

Dunkelschwarze Satire allein ist noch kein Erfolgsrezept, aber es ist eine gute Basis, um noch weitere mörderische Gedankenspiele mit Fiony Yu zu treiben, die samt und sonders mindestens so telegen wären, wie es die zweiterfolgreichste amerikanische Serie "Dexter" mittlerweile ist.

Wie weit die Autorin an neue Verstrickungen ihrer Romanheldin denkt, war von der Webseite nicht zu erfahren, aber mit etwas mehr Konzentration auf Handlung und Spannungsbogen könnte mit Fiony Yu eine mörderisch sympathische Kultfigur entstehen.

Hello Kitty muss sterben

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Letzte Kommentare:
02.08.2011 20:24:13
Buboter

Fiona ist eine Juristin, chinesischer Abstammung, die in Amerika lebt und aufgewachsen ist. Sie lebt immer noch zu Hause und ihr Vater ist sehr epicht darauf sie zu verheiraten. Als sie ihr Jungfernhäutchen wiederherstellen lassen möchte, trifft sie auf ihren alten Schulkollegen Sean. Mit ihm zieht sie um die Häuser und lernt sich ungeliebter Veehrer zu entledigen.

Die ersten vier oder fünf Kapitel von "Hello Kitty muss sterben" haben mich sehr amüsiert. Der Roman war frech, skurill und politisch unkorrekt. Leider läuft sich der Effekt tot.
Nach einigen weiteren Kapiteln nervt die Unbeholfenheit einer Top-Anwältin und erscheint unglaubhaft.

Die Geschichte unterhält bis zum Ende, leider fehlt es ihr an Spannung und Substanz. Am Schluss war ich dann ganz froh, als es zu Ende war.

60° weil mir einfach immer wieder der Drang zum weiterlesen gefehlt hat.

09.02.2011 15:26:02
tedesca

Hauptakteuerin in diesem finster-humorigen Roman ist Fiona, die junge chinastämmige Anwältin, die sich trotz ihres Diploms einer Eliteuni ständig von ihrem Vater mit irgendeiner Dumpfbacke verkuppeln lassen muss, Hauptsache, der Typ ist Chinese. Und die in Hello-Kitty-Manier schön den Mund hält und immer brav ein Schleifchen im Haar trägt.

Da kommt ihr alter Schulkollege Sean wie gerufen, um ein Bisserl Spannung in ihr Leben zu bringen. Und um ihr so manches Hindernis aus dem Weg zu räumen.

"Hello Kitty muss sterben" ist als Thriller nicht wirklich spannend, weil im Grunde bis zum Schluss niemand auf die Idee kommt, Fi oder Sean irgendeiner bösen Tat zu verdächtigen. Die Geschichte lebt viel mehr von den locker hingeworfenen zynisch-ironischen Betrachtungen der beiden, wie sie das Leben als solches sehen und ganz besonders das Leben als chinesischstämmige Frau in den USA, wo Traditionen höher gehalten werden als im alten Heimatland.

Wirklich stimmig fand ich den Schluss, der hätte einfach garnicht anders sein können.

Was mich unglaublich gestört hat, war, dass im Klappentext schon erwähnt wird, dass Sean Serienmörder ist. Wie schade! Der Leser hätte doch so viel mehr Spannung erlebt, wenn er gemeinsam mit Fi so schön langsam dahintergekommen wäre, was hinter der glatten Fassade des Chirurgen steckt, der Jungfernhäutchen rekonstruiert. Dass man dem Leser so einen Teil des Erlebnisses nimmt, kann ich eigentlich nicht verstehen.

Alles in allem war "Hello Kitty muss sterben" ein kurzweiliger Lesespaß ohne tiefgreifende Emotionen oder Erkentnisse. Einfach gute Unterhaltung, und das darf ja auch sein.