Ein König für Deutschland

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • Bergisch-Gladbach: Lübbe, 2009, Seiten: 6, Übersetzt: Ulrich Noethen
  • Bergisch-Gladbach: Bastei Lübbe, 2011, Seiten: 432, Originalsprache

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Was wäre, wenn Sie die Macht hätten, alles mit einem Schlag zu ändern? Wenn Sie König werden und mit ein wenig gesundem Menschenverstand alles besser machen könnten? Vincent Wayne Merrit ist ein Computergenie. Er entwickelt ein Programm, mit dem man Wahlcomputer manipulieren kann. Zum ersten Mal kommt dieses Programm (ohne Vincents Wissen) in den USA zum Einsatz. Vincent ist entsetzt und flieht nach Deutschland zu seinem Vater Simon König. Gemeinsam entwickeln sie den Plan, eine Partei zu gründen, damit die Wahlen zu gewinnen und auf diese Weise die Gefährlichkeit von Wahlmaschinen zu entlarven. Und was könnte absurder sein als eine Partei zur Wiedereinführung der Monarchie? Es kommt, wie es kommen muss: Simon König gewinnt. Doch warum den Schwindel aufdecken?

Ein König für Deutschland

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Letzte Kommentare:
18.05.2015 18:40:00
Jossele

Andreas Eschbach: Ein König für Deutschland

Dieses Buch von Eschbach ist hauptsächlich ein Statement des Autors gegen die Einführung von Wahlcomputern. Dieses Statement gibt Eschbach jedoch auf sehr unterhaltsame Weise ab. Er schildert, wie die Wahlcomputer bei der Bundetagswahl 2009 so manipuliert werden, dass eine Newcomerpartei VWM (Volksbewegung für die Wiedereinführung der Monarchie) die Wahl mit einer guten Zwei-Drittel-Mehrheit gewinnt. Die Sache verselbständigt sich dann soweit, dass es fast zur Krönung des Lehrers Simon König kommt. Der aber zieht dann selbst die Reißleine. Eschbachs Thesen sind wie immer gut recherchiert und mit Fakten, hier vor allem Links zu Webseiten untermauert. Man denkt: ja, so könnte es tatsächlich kommen. Um das Thema der praktischen Machbarkeit der Manipulation baut Eschbach geschickt eine Art Geheimnis, indem er einen Zauberkünstler agieren läßt und geheimnisvolle Mächte. Erst gegen Ende erklärt er zwei Möglichkeiten der Manipulation, deren eine er selbst wieder verwirft. Dies soll meines Erachtens andeuten, dass es sehr viele Möglichkeiten gibt, einen Computer zu manipulieren und dass es dagegen keinerlei absolute Sicherheit gibt. Das ist sehr gut gelungen, finde ich. Das Ende hingegen fällt etwas ab und ist dann ganz schnell erzählt. 75° von mir.

21.11.2013 10:35:11
Darix

Vor dem Hintergrund der NSA Affäre(n) stellt sich auch die Frage nach Wahlfälschungen, durch einen Wahlcomputer von Neuem. Beängstigend schilderte Eschbach schon im Jahre 2009 die Frage nach Möglichkeiten der Wahlmanipulation mit "Hilfe" Dritter und durch die Vernetzungen des Internets. Das Vehikel, mit dem Thema "Wahl eines Königs für Deutschland" ist nicht die glücklichste Entscheidung gewesen und hat eigentlich starke märchenhafte Züge. Und wie in einem Märchen endet der König, wenn er nicht gestorben ist...
Der Roman ist guter Durchschnitt.

23.12.2012 17:04:44
Eglfinger

Vincent Wayne Merrit, ein unehelicher Sohn, gezeugt bei einem Seitensprung von Simon König, Lehrer für Gemeinschaftskunde in Deutschland, ist ein Computergenie und lebt in den USA. Als er aufgefordert wird ein Programm zu schreiben, mit dem Wahlcomputer manipuliert werden können, hinterlässt er eine Signatur in dem Programm, mit der bewiesen werden soll, dass die Wahlcomputer manipuliert sind. Die in Deutschland neu gegründete Partei VWM, Volksbewegung für die Wiedereinführung der Monarchie, macht sich die Signatur zunutze um bei der Bundestagswahl 2009 in Deutschland die Wahlen zu gewinnen. Danach möchte sie den Schwindel mit den Wahlmaschinen auflösen. Doch genau ab diesem Zeitpunkt fängt Eschbach an zu schwächeln. Es scheint so, als gingen ihm die Ideen aus und er versucht nur noch das Buch zu Ende zu bringen und so kommt es auch nicht zu einem Showdown. Das Buch läuft einfach nur zu Ende - schade. Das liegt wahrscheinlich daran, dass das ganze Buch eher einen missionarischen Hintergrund - ein Plädoyer gegen Wahlmaschinen - hatte und nicht in der Fiktion angesiedelt war. Und als während der Arbeit am Buch, das Urteil des Bundesverfassungsgerichts kam, dass die derzeitigen Wahlcomputer unzulässig sind und Eschbach sich kurzzeitig überlegte, an dem Buch nicht weiter zu arbeiten, sind ihm Wohl am Ende Zweifel am Sinn der Handlung gekommen. Hätte er von Beginn an versucht eine Fiktion zu erschaffen und sich vorher den Plot bis zum Ende überlegt, wäre ihm wohl mit Sicherheit ein besseres Ende eingefallen. Aufgrund der sehr guten zwei Drittel zu Beginn des Buches gebe ich trotz des schlechten Endes 78 von 100 Punkten.

28.04.2011 19:51:34
penguin

Faszinierende Idee, ein super Einstieg und eine Geschichte die sich immer weiter aufbaut - doch dann kommt der Punkt an dem ich mich nicht des Gefühls erwehren konnte, dass zu diesem Zeitpunkt Eschbach die Entscheidung des BVerfG dazwischen gekommen ist. Ab diesem Moment vermittelt der Autor nicht mehr seine Freude am Schreiben und man hat den Eindruck, jetzt ist er soweit im Buch drin, jetzt muss es auch fertig werden.

Sicherlich nicht der beste Eschbach, für ein ruhiges Wochenende aber immer noch gut genug. Mehr als lauwarme Kost aber nicht unbedingt ein Mesiterwerk.

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