TATORT - Borowski und die einsamen Herzen

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • Köln: Emons, 2010, Seiten: 153, Originalsprache

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Lutz Vogelsang
Borowski im Netz der schwarzen Witwe

Buch-Rezension von Lutz Vogelsang Dez 2010

Jeder kennt wohl die Enttäuschung, die einen mitunter überkommt, wenn man die Verfilmung eines Buches schaut, das man vorher bereits gelesen, vielleicht sogar gemocht hat. Da liest man sich durch Hunderte von Seiten, jede Figur wurde Charakter und jede Stimme ein Gesicht. Nur um festzustellen, dass die Herren vom Fernsehen auf die Phantasie des Lesers keine Rücksicht nehmen. In dem Fall von Borowski und die einsamen Herzen ist es umgekehrt. Hier wird die TV-Vorlage zur Blaupause für einen Roman. Was man bereits gesehen hat, soll im Kopf des Lesers neu entstehen. Ein unmögliches Unterfangen. Allerdings ist das Buch für alle diejenigen, die diesen Tatort nicht gesehen haben, eben nur ein Krimi. Kein Schlechter noch dazu.

Innerhalb kurzer Zeit werden zwei Männer nach demselben Muster ermordet. Schnell wird klar, dass die Gemeinsamkeit der Opfer darin besteht, eine Kontaktanzeige in der örtlichen Tagespresse aufgegeben zu haben. Als kurz danach auch der Anzeigenleiter der Zeitung tot aufgefunden wird, verhärtet sich der Verdacht: Eine schwarze Witwe hat es anscheinend auf einsame Herzen abgesehen. Da Borowski zumindest grob ins Beuteschema der Täterin zu passen scheint, liegt es nahe, ihn selbst auf Brautschau gehen zu lassen. Überflüssig zu erwähnen, dass er nur widerwillig und ohne große Begeisterung einwilligt. Nach einer Reihe von Dates findet sich Borowski im Zirkel der einsamen Herzen wieder, innerhalb dessen jeder jeden zu kennen scheint. Und doch muss einer von ihnen der Mörder sein. Eine skurrile Situation, die sich auch auf einer Theaterbühne abspielen könnte.

Die Drehbuchvorlage stammt von Thomas Schwank, der zwar nicht zu den Bekanntesten des Genres gehört, aber bereits zwei Grimme-Preis-Nominierungen vorzuweisen hat. Die Romanadaption erledigt Hannes Nygaard, der bislang vor allem durch seine Regionalkrimis Bekanntheit erlangte. Und so liest sich Borowski und die einsamen Herzen auch. Man merkt deutlich, dass Nygaard sich bestens in Kiel auskennt. Die Schauplätze, die die Tatort-Folge vorgegeben hat, werden detailreich geschildert. Die gemächliche, kühle Atmosphäre, die den Kiel-Tatort auszeichnet, ist durchaus spürbar.

Auch in der Schilderung Kommissar Borowskis rückt Nygaard keinen Deut von der TV-Vorlage ab. Mitunter kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, Axel Milberg knurre einen durch die Zeilen persönlich an. Und hier liegt die große Schwäche des Buches. Nygaard verlässt sich zu sehr auf die Strahlkraft des Schauspielers. Der Borowski, der sich hier durch knapp 150 Seiten ermittelt, bleibt blass. Leser, die sich neue Facetten der Figur Borowski erhoffen, werden enttäuscht. Die Szenen, in denen das Seelenleben und die Gedanken des Kommissars beleuchtet werden, rutschen doch arg ins Banale, um nicht zu sagen ins Schwülstige ab.

 

"Die plötzliche Stille wirkte unheimlich. Totenstill, dachte Borowski unwillkürlich. Nicht umsonst waren der Tod und die leidenschaftlichen Gefühle der Liebe Gegensätze."

 

Ähnlich verhält es sich mit dem Verhältnis zwischen Borowski und der Polizeipsychologin Frieda Jung. Diese aufkeimende Liebschaft, die nur in flüchtigen Momenten deutlich wird und eher durch das Unausgesprochene getragen wird, kann in dieser Eins-zu-eins-Adaption nicht funktionieren.

Ansonsten handelt es sich bei Borowski und die einsamen Herzen um einen soliden Krimi. Die Handlungsstränge sind allesamt realistisch und nachvollziehbar. Die Charaktere haben Kontur, ohne Klischees zu bedienen, und der Leser wird durch die stringente Erzählweise zum Miträtseln eingeladen. Der Plot entwickelt sich ruhig und ist durchaus spannend. Alles in allem hat Nygaard hier einen Krimi vorgelegt, der besonders den geneigten Tatort-Fan und Leser mit starkem Regionalbezug durchaus ansprechen dürfte.

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