Identität

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • New York: Ballantine Books, 2009, Titel: 'Await Your Reply', Seiten: 324, Originalsprache
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2010, Seiten: 395, Übersetzt: Giovanni & Ditte Bandini
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2012, Seiten: 400

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Wolfgang Weninger
Eine Orgie von Langeweile

Buch-Rezension von Wolfgang Weninger Dez 2010

Für seine Kurzgeschichten hat der Autor Dan Chaon aus Cleveland, Ohio, schon jede Menge Awards eingeheimst. Await your Reply, erschienen bei Ballantine Books, stand im Vorjahr auf den Top-Ten-Listen in Amerika und das war wohl für den Rowohlt Polaris Verlag Empfehlung genug, um in der Übersetzung von Giovanni und Ditte Bandini den Thriller als Identität auf den deutschsprachigen Buchmarkt zu werfen.

Und wenn ich die Lorbeeren aus der Überseepresse, wie "Elegante Prosa, mitreißender Plot und literarische Klasse" (Publishers Weekly) lese, dann hatte ich das Gefühl im falschen Buch gelandet zu sein.

Denn was spannend beginnt, als Vater Jay und Sohn Ryan auf dem Weg ins Krankenhaus sind, weil kriminelle Rivalen dem kriminellen Sprössling eines noch kriminelleren Vaters mit Hilfe einer Behelfsgarotte die Hand amputierten, endet bereits eine Seite später in einer Orgie von Langeweile, die sich über weitere 300 Seiten streckt und den Leser darüber im Unklaren lässt, was hier eigentlich geschieht. Wenn sich dann langsam die einzelnen Geschichten ineinander verweben, könnte der Plot ein wenig Spannung einfahren, wird aber durch die radikalen Orts- und Zeitsprünge gezielt zunichte gemacht.

Dabei lassen vor allem die diversen Verlierer-Charaktere genügend Raum für ihre kriminelle Entwicklung und hier kann der Autor auch sprachlich punkten, wenngleich er es verabsäumt, Handlung ins Spiel zu bringen. Lediglich zu beschreiben, warum etwas Ryan zum Identitätsräuber mutiert oder sich die hoffnungsfrohe Lucy von ihrem Geschichtsprofessor dazu missbrauchen lässt, seinen Spuren zu folgen, kann wohl platter nicht auf Papier inszeniert werden. Dass amerikanische Verhältnisse es vielleicht leichter machen, sich der Identität eines Verstorbenen zu bedienen und dessen Sozialversicherungsnummer, Kreditkarten und sonstige Papiere zu verwenden, um ein Millionenvermögen zu ergaunern, hätte trotzdem zu einem spannenden Thriller verarbeitet werden können, ist aber im Endeffekt nur ein müder Versuch, sich einem neuen Verbrechensbild literarisch zu stellen.

Generell erkennt man erst in der Mitte des fast 400 Seiten dicken Schmökers die eigentlichen Handlungsstränge, auf der einen Seite mit Vater Jay und Sohn Ray, und auf der anderen Seite mit George Olsen, oder wie immer er heißen mag, und seiner Flamme Lucy. Und dann sind da noch Miles und sein geisteskranker Zwillingsbruder, der sich irgendwo im Norden des Landes verkrochen haben soll und den Miles nun verzweifelt sucht. Wie die drei Handlungsstränge schlussendlich verwoben werden, ist an den Haaren herbeigezogen und leider auch bar jedes Spannungsbogens.

Identität bleibt eine Aneinanderreihung von Personenbeschreibungen in fader Drittklassigkeit und hat in dieser Form in Top-Ten-Listen nichts zu suchen. Jede halb erfundene Hintergrundstory aus der Yellow Press bietet mehr Aktion und Ideenreichtum als diese müde Geschichte und es verwundert zum wiederholten Male, woher die triumphalen Kommentare stammen, die diesem angeblichen Thriller den Weg zum Kunden ebnen sollen. Aber nur weil ein Totenkopf am Cover ist, wird hoffentlich niemand zugreifen …

Identität

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Letzte Kommentare:
11.03.2015 18:04:38
Carolina

Der rüde Kommentar von Herrn Weninger erklärt sich für mich locker aus dem Frust, der eigentlich jeden erfassen muss, der sich bis zum Ende des Buches vorgearbeitet hat. Denn Arbeit ist das Buch! Ich hab den Eindruck gewonnen, es hat dem Autor Spaß gemacht die Leser zu v erhöhnen. Also ich habe mich jedenfalls total verarscht gefühlt. Man verzeihe den Ausdruck, aber ein milderes Wort gibt es dafür nicht.Dabei ist die zugrunde liegende Idee gar nicht schlecht, nur die Ausführung ein totales Chaos.Wie wenn der Autor Befriedung daraus ziehen würde, wenn er die Leser total verwirrt und sich dumm fühlen läßt.
Wenn Sie an Ihrem Verstand zweifeln wollen, dann lesen Sie das Buch. Wenn Sie am Schluß glauben, Sie müßten etwas nachlesen, das Sie übersehen haben. Tun Sie es nicht! Es wird nicht klarer, sie folgen nur den Intensionen(?) des Autors.

11.03.2015 18:02:36
Carolina

Der rüde Kommentar von Herrn Weninger erklärt sich für mich locker aus dem Frust, der eigentlich jeden erfassen muss, der sich bis zum Ende des Buches vorgearbeitet hat. Denn Arbeit ist das Buch! Ich hab den Eindruck gewonnen, es hat dem Autor Spaß gemacht die Leser zu v erhöhnen. Also ich habe mich jedenfalls total verarscht gefühlt. Man verzeihe den Ausdruck, aber ein milderes Wort gibt es dafür nicht.
Dabei ist die zugrunde liegende Idee gar nicht schlecht, nur die Ausführung ein totales Chaos.Wie wenn der Autor Befriedung daraus ziehen würde, wenn er die Leser total verwirrt und sich dumm fühlen läßt.
Wenn Sie an Ihrem Verstand zweifeln wollen, dann lesen Sie das Buch. Wenn Sie am Schluß glauben, Sie müßten etwas nachlesen, das Sie übersehen haben. Tun Sie es nicht! Es wird nicht klarer, sie folgen nur den Intensionen(?) des Autors.