Blutige Schuld

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • New York: St. Martin’s Minotaur, 2008, Titel: 'Envy the night', Seiten: 288, Originalsprache
  • München: Droemer Knaur, 2010, Seiten: 464, Übersetzt: Thomas Bertram

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Jochen König
Rache ist kein einfaches Geschäft

Buch-Rezension von Jochen König Okt 2010

Sieben Jahre ist es her, seit Frank Temples Vater Selbstmord begangen hat. Frank wurde ein Rumtreiber, immer auf der Flucht vor den Schatten seiner Vergangenheit. Denen er sich stellen will, als er erfährt, dass Devin Matteson, der Mann, der seinen Vater angeblich verraten hat, auf dem Weg in eine Hütte am Willow-Stausee ist. Dorthin, wo Frank unbeschwerte Kinder- und Jugendjahre verbrachte. Jetzt kehrt er als Racheengel zurück.

Doch wie so oft klaffen Vorstellung und Realität auseinander. Denn der Mann aus Miami, dessen Wagen Frank fast unbeabsichtigt rammt, ist nicht Matteson. Sondern ein aufgeregter Zeitgenosse, der sein Auto schleunigst repariert sehen möchte und bereit ist, den Schaden zu übernehmen. Ein Verhalten, das beim Unfallverursacher Frank und Nora, der Besitzerin der einzigen Autowerkstatt des kleinen Örtchens Tomahawk, zwar für Misstrauen sorgt, aber beide trotzdem den Verlockungen der unbürokratischen und lukrativen Abwicklung erliegen lässt. Ein Fehler, denn der Mann hat einige übel gelaunte Verfolger im Schlepptau. Die nicht nur Frank und Nora zu schaffen machen, sondern auch das FBI auf den Plan rufen. Mit besonderem Augenmerk auf Frank Temple den Dritten, den Sohn des ehemaligen US-Marshalls und Profikillers Frank Temple II.

Der seinem Sprössling einige Künste mit auf den Weg gegeben hat, um nicht nur dem FBI, sondern auch abgebrühten Schurken das Leben schwer und den Tod leicht machen zu können.

Was als einfache Rachegeschichte beginnt, entwickelt sich unter Michael Korytas Händen zu einer komplexen Studie über Lüge und Wahrheit, genetische Disposition, Erziehung und die eigene Positionierung unter extremen Belastungen. So bleibt die alles beherrschende Frage: wird Frank seinen niederen Rachegelüsten nachgehen, oder siegt der moralisch integere Teil, der sich eine zufriedene Zukunft sesshaft, eventuell sogar an der Seite eines anderen Menschen vorstellen kann?

Natürlich würde das Buch kaum als Thriller vermarktet, blieben die (unvermeidlichen?) Konfrontationen aus. Doch auch hier geht Koryta einen eigenen Weg, beginnt fast zaghaft, lässt den Figuren Raum sich zu auszubreiten. Manchmal zuviel davon. Zwar ist es ein zentraler Punkt, dass Frank von seinem Vater zu einem extrem schnellen und unter gegebenen Umständen hochgefährlichen Kämpfer trainiert wurde. Das wird von Frank und seiner Umgebung ausführlich und vor allem mehrfach erörtert. Der Leser weiß aber schon nach dem ersten Mal, dass diese Fähigkeiten die Gefahr mit sich bringen, die Grenze zwischen edlem Streiter für Gerechtigkeit und perfidem Killer zu überschreiten. Man nimmt es anerkennend zur Kenntnis und wartet doch nur gespannt auf den Zeitpunkt, an dem Frank sein Können beweist. Dass der kommt, dürfte kein großes Rätsel sein. Doch bevor es soweit ist, darf man teilhaben an Noras Schicksal, an dem ihres Vaters und dem Angestellten Jerry, man bekommt Einblicke in die Vita des ehemaligen abgebrühten Kämpfers und jetzigen Einsiedlers Ezra, dem väterlichen Freund Frank Temples III., erfährt einiges über das ländliche Leben in den USA, viel über Verrat, Solidarität und der Unkontrollierbarkeit von Gewaltausbrüchen; darf dusselige FBI-Agenten bei ihrer Arbeit beobachten und unsere Helden sich auch mal ziemlich dämlich in Gefahr begeben sehen. Ganz zum Schluss wartet dann noch eine kleine, aber feine Pointe auf den Leser, die endgültig und mit leicht ironischem Unterton belegt, wie sinnlos Rachegelüste sind.

Das ist meist mild spannend, zieht zum Ende hin ein wenig an, ist über weite Strecken ordentlich geschrieben, von einem Autoren, der sich in die Fußstapfen von Lee Child und James Lee Burke begibt, sie aber bei weitem noch(?) nicht ausfüllt. Aber der Versuch ist ehrenwert und alles andere als misslungen. Etwas fokussierter - ein paar Seiten weniger würden dem Buch nicht schaden - und es könnte zutreffen, was Michael Connelly, laut Werbung auf der Titelseite, jetzt schon sagt: "Koryta ist schlicht und ergreifend einer der Besten!"

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