Im Nebel eines neuen Morgens

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • New York: St. Martin’s Minotaur, 2007, Titel: 'Fever Moon', Seiten: 294, Originalsprache
  • Bergisch-Gladbach: Bastei Lübbe, 2009, Seiten: 365, Übersetzt: Karl-Heinz Ebnet
  • Köln: Bastei Lübbe, 2010, Seiten: 368, Übersetzt: Karl-Heinz Ebnet

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Jörg Kijanski
Nebel, überall nur Nebel

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Okt 2010

Am Beaver Creek wird die Leiche von Henry Bastion gefunden, dem reichsten Einwohner von Iberia in Louisiana. Allzu viel ist von ihm jedoch nicht mehr erhalten, sein Kopf wurde ihm nahezu vollständig vom Rumpf abgetrennt, seine Innereien weitestgehend ausgeweidet. Über den Leichnam gebeugt findet Deputy Raymond Thibodeaux die junge Adele mit blutverschmierten Händen. Diese behauptet, der loup-garou, ein Werwolf, habe Hunger. Offenbar ein eindeutiger Fall, doch Raymond glaubt nicht, dass Adele den weithin unbeliebten Mann ermordet und derart entstellt hat. Da Adele höchst verstört und zudem sehr fiebrig ist, bringt er diese zu Madame Louiselle, einer Kräuterfrau, wo sie wieder zu Kräften kommen soll.

Das Schicksal Henry Bastions macht schnell die Runde in dem kleinen Städtchen und in gleichem Ausmaß wächst die Angst der Bevölkerung vor einem Werwolf. Dabei sind die Einwohner Iberias schon gestraft genug, fast alle Familien haben im Krieg gefallene Ehemänner oder Söhne zu beklagen. Zudem sind zahlreiche Dinge des täglichen Bedarfs streng rationiert oder gar nicht mehr erhältlich. Alles wird dem Ziel eines baldigen Sieges über Deutschland untergeordnet.

Raymond versucht Adeles Unschuld zu beweisen, stößt dabei aber des Öfteren auf eine ablehnende Haltung. Alle scheinen mit sich selber beschäftigt zu sein, jeder hat sein eigenes Päckchen zu tragen. Selbst die Autopsie hilft Raymond nicht weiter. Durch den entstellten Leichnam kann die Todesursache nicht mehr ermittelt werden. Feststellbar sind zwar Bissspuren von Tieren, aber ob Bastion zuvor erschlagen, erstochen oder sonst wie umgebracht wurde bleibt ungewiss. Ausgerechnet an Halloween überschlagen sich plötzlich die Ereignisse. Kinder werden aus Angst vor einem loup-garou nur noch in Begleitung ihrer Eltern auf die Straße gelassen und dennoch verschwindet ein vierjähriges Mädchen spurlos. Genauso wie Adele…

Carolyn Haines vorliegender Roman Im Nebel eines neuen Morgens spiegelt vor allem den Mikrokosmos von rund zehn Personen wieder, deren unterschiedliche Lebensläufe ausführlich dargestellt werden. Da ist der Protagonist Raymond, der sich erbitterte Vorwürfe macht, für den Tod seines im Krieg gefallenen Bruders verantwortlich zu sein. Der örtliche Priester hält sich vor, den Tod von Adeles Schwester Rosa nicht verhindert zu haben, während die Briefträgerin Chula ihrer einstigen Liebe, Raymond, nachtrauert. Der Krieg hat aus ihm einen schwermütigen, in sich gekehrten Mann gemacht, der sich zu menschlicher Nähe nicht mehr in der Lage sieht. Lediglich zu der Prostituierten Florence fühlt sich Raymond hingezogen, doch echte Gefühle kann er auch ihr nicht entgegen bringen. Erst gegen Ende des Romans kommt es zu einigen "Happy-Ends"; so viel zum Krimi!

Spaß beiseite, denn genau hier liegt ein wenig der Schwachpunkt dieses Kriminalromans. Die Autorin verliert sich zu sehr in den Schicksalen ihrer Figuren und vergisst dabei ein ganz klein wenig, den eigentlichen Krimiplot voranzutreiben. Zudem kommt erschwerend hinzu, dass etliche Aussagen gleich mehrfach erwähnt werden, als könnte sie der Leser oder wohl vielmehr die Leserin ansonsten womöglich vergessen. Mit anderen Worten, der Roman zieht sich in die Länge, so wie diese Rezension.

Also kommen wir zum Ende: Nach anfänglichen Startschwierigkeiten kommt ein wenig Dynamik in die Handlung. Plötzlich verschwinden mehrere Personen spurlos von der Bildfläche, um später mal lebend, mal tot wieder aufzutauchen. Nicht jede dieser Nebenhandlungen wird dabei sauber aufgelöst. Apropos Auflösung: Nachdem sich die Handlung aus den bereits erwähnten Gründen ordentlich zieht, kommt die finale Erklärung der Zusammenhänge selbst ein wenig plötzlich (und einfach) daher. Alles in allem fällt der vorliegende Roman in die Kategorie "ganz seichte Kost".

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Letzte Kommentare:
19.01.2015 14:59:51
Becki

Mir persönlich hat das Buch gefallen. Im Gegensatz zu dem, was hier bereits geschrieben wurde, fand ich es gar nicht mal so schlecht, dass sich nicht die gesamte Geschichte nur um den Kriminalteil dreht. Die Geschichte um Raymond und Florence fand ich persönlich sehr viel spannender. Ich hatte mir nur leider etwas mehr unter der Werwolfgeschichte vorgestellt, die im Klappentext sehr mysteriös und spannend angekündigt wurde.
Das einzige, was mir wirklich mißfallen hat, war das schneller und vor allem offene Ende. Der letze Satz ist eine Beleidigung für den Rest des Buches, dessen Spannung immer mal stieg und wieder abnahm.
Im Großen und Ganzen finde ich das Buch klasse, denn über die kleinen Fehler und Wiederholungen kann ich gut wegsehen.

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