Das finstere Tal

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • München: Liebeskind, 2010, Seiten: 314, Originalsprache
  • Hamburg: Hörbuch Hamburg, 2011, Seiten: 6, Übersetzt: Matthias Brandt, Bemerkung: gekürzt
  • Berlin: Ullstein, 2013, Seiten: 314, Originalsprache

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Jochen König
Alpen-Django

Buch-Rezension von Jochen König Sep 2010

So beginnen Klassiker: ein Fremder in einem langen Mantel reitet mit seinem Muli in ein gottverlassenes Kaff. Noch vor dem Ortseingang empfängt in eine Bande großmäuliger Kerle, die ihn gleich zur Umkehr bewegen wollen. Die fürchterlichen Fünf sind natürlich die Söhne des örtlichen Großgrundbesitzers, und sie wollen ihren Machtbereich, jenes namenlose Dorf im titelgebeneden finsteren Tal, geschützt wissen.

Was macht der Fremde? Packt er sein Maschinengewehr aus und mäht sie alle nieder, kickboxt er sie ohne Umschweife bis zum anderen Ende der Ortschaft? Gott bewahre, er ist das Zuvorkommen in Person, lockt mit Geld und guten Worten und wird natürlich eingelassen. Nicht höflich, aber mit gebührendem Respekt. Greider heißt er, Maler sei er, behauptet der Fremde und wird im Hof einer verwitweten Bäuerin samt Tochter untergebracht.

Fortan malt er, beobachtet und wartet ab. Fast einen Winter lang betrachtet er genau die Geschicke des Dorfes, das keine Musik und nur wenig Freude kennt. Greider wird Zeuge rätselhafter Todesfälle, begutachtet den Gift und Galle spuckenden Pfarrer Breiser und erlebt die wachsende Liebe der Tochter seiner Gastwirtin zu einem jungen Bauernsohn mit. Am Tag der Hochzeit schließlich fällt die Maske des freundlichen Malers und unauffälligen Chronisten. Die Sippschaft des Großbauern Brenner sieht sich einem ebenso finsteren wie konsequenten Racheengel gegenüber. Showdown.

Ein wenig einfach macht es Thomas Willmann seinen Lesern, wenn er Das finstere Tal ausdrücklich den "Schutzheiligen" Sergio Leone und Ludwig Ganghofer anempfiehlt. Denn er nimmt den vergnüglichen Schluss, den man der Lektüre seines Romans selbst gerne entnehmen möchte, vorweg.

Vergisst dabei aber Sergio Corbucci, dessen Django eine weiterer Patron ist, der über dem Roman schwebt, ebenso wie dass Setting an den im Schneeweiß spielenden, nachtschwarzen "Leichen pflastern seinen Weg" ( "Il grande silenzio") erinnert.

Dabei bedient sich Willmann einer Sprache, die sich dem archaischen Sujet bestens anpasst. Kräftig, bildreich, gelegentlich ins Mundartliche abgleitend, umreißt er gerade im gemächlichen Anfangsteil die klaustrophobische, lebensfeindliche Stimmung, die in dem abgeschiedenen Alpendorf herrscht. "Ein Dorf ohne Musik" heißt es an einer Stelle, und damit fasst Greider präzise zusammen, was falsch läuft. Menschen fügen sich in ihr karges Dasein ohne Lebensfreude, weil es die Kirche – in Gestalt des unnachgiebigen und unerfreulich sadomasochistischen Pfarrers Breiser – so will, weil der Status Quo – der Brenner-Bauer herrscht mit ehernen Gesetzen übers Tal – es seit Jahr und Tag vorschreibt.

Da braucht es einen wie Greider, der vom stillen und genauen Beobachter zum Handelnden wird, der sich über eherne Gesetze und Richtlinien hinwegsetzt, um den Weg für einen Hauch von Glück und Freiheit vorzubereiten.

Dass dieser Akt nicht ohne Gewalt, und gelegentlichem Abscheu vor dem eigenen Selbst, vonstatten gehen kann, daran lässt Das finstere Tal keinen Zweifel. Gnadenlos, schlau und mit ein bisschen Glück verfolgt Greider seine Mission, ein kleiner Bruder des "Fremden ohne Namen" ("High Plains Drifter"), dem Clint Eastwood in seiner bitterbösen Fußnote zum Wesen des Italo-Westerns ein Denkmal setzte.

Dabei lässt Willmann sich Zeit, bevor seine Rachegeschichte ins Rollen kommt. Mit seinem Protagonisten streift er durch einen freudlosen Ort vor atemberaubender Kulisse. Entgegen gängigen Standards des Heimatromans kommen keine amtlichen Jäger vor und keine Wilderer. Wie auch?

Die Brenner-Sippe ist das Maß der Dinge, und niemand würde sich einem Brenner in den Weg stellen, der ein Wild seiner Wahl erlegen möchte. Wer es doch tut, muss mit mehr als lindem Ungemach rechnen. Doch wie das manchmal ist mit bösen Taten – sie können einen Fluch besitzen. Und der heißt: Rache.

Thomas Willmann führt die Auswirkungen dieses Fluchs plastisch und drastisch vor. Sein Greider entfesselt einen Sturm, der umso nachhaltiger wirkt, da er aus der Ruhe davor entsteht, und selbst während seines Wütens von einem planvollen Kalkül bestimmt ist, das dem Leser neben einiger Befriedigung, durchaus Magengrimmen bescheren kann. Denn Greider handelt nicht aus der Not des Augenblicks, sondern geht derart planvoll vor, dass er unweigerlich zum Spiegel für das Versagen einer Gemeinschaft wird, die sich ihrem Unterdrücker ohne ernsthafte Gegenwehr unterworfen hat. Selbst die wenigen Menschen reinen Herzens lässt Greider in Angst und Schrecken ausharren, bevor er zum Befreiungsschlag ausholt.

Bezeichnenderweise ist der Dank dafür Verlegenheit und einmal mehr das Gefühl ein Ausgestoßener zu sein. Niemand möchte sein eigenes Versagen derart exemplarisch vorgeführt bekommen.

Wer nach all den großen Stadtromanen der letzten Zeit die Sehnsucht nach einem ländlichen literarischen Umfeld hat, das nicht nach "echt regional" bestempeltem Instantgericht riecht, dem sei Das finstere Tal wärmstens ans schwarze Herz gelegt. Derart kräftig angerührt, zubereitet und mit Wonne und Können serviert, wird der ländliche Eintopf, der sich seine Zutaten aus aller Welt holt, zur Gourmet-Küche.

Dass der Roman im 19. Jahrhundert spielt, ist eher eine Hommage an seine geistigen Väter als zwingende Notwendigkeit. Das finstere Tal ist im besten Sinne zeitlos.

Der Autor ist sicherlich und sichtlich gut befreundet mit:

Django
Dem Fremden ohne Namen
Nevada Smith
Chato
Yojimbo
Dem Neuen Testament
Dem Alten
Dem Schweigen im Walde
Sowie der naheliegendsten Inspirationsquelle:
Terence Hill, der als Mario Girotti den "Ruf der Wälder" hörte. Zwar keine reine Rachegeschichte, aber vermutlich das erste Mal, dass sich Django mit einem Gewehr in den Alpen wiederfand.

Willmann baut all diese Einflüsse (und noch mehr) stimmig ein, ohne dass sein Roman zur bloßen Zitatenschau zerfließt. Eine gelungene Gratwanderung zwischen Eklektizismus und Innovation. Tiefe Verbeugung dafür und gleichzeitig den langen Mantel zurückgeschlagen, damit der Colt immer griffbereit ist. Von irgendwoher erklingt eine Mundharmonika... oder doch ein Alphorn?

Das finstere Tal

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Letzte Kommentare:
03.10.2018 11:51:51
Rainer

Eine , durch und durch Atmosphärische , tlw.recht düstere stille Geschichte . Nur einmal zur Erklärung des Hintergrundes und zum Ende hin, kracht es . Ansonsten schleicht sich die Auflösung des Geschehens wie ein unheilvolles Wesen , wie eine dunkle Ahnung durch die Handlung und auch als man langsam zu erkennen anfängt , was hier vor sich geht , bleibt die Spannung davon unberührt .
Ein bisschen "Spiel mir das Lied vom Tod" in den Alpen des 19.Jahrhunderts.
Ein düsteres Zeitgemälde mit Wild West Elementen .
P.S. Die Verfilmung ist durchaus gelungen , auch wenn nach meiner Meineung an ein zwei Stellen unnötiger Weise von der Romanvorlage abgewichen wurde .

09.01.2017 12:04:47
Rosemarie Gebauer

zunächst war ich skeptisch, den Film anzusehen. Meist sind ja die Bücher besser als die Filme. Aber dieser Film hat mich überzeugt. Es stimmte einfach alles: der wunderbare Schauspieler Sam Riley, die auffällig gute Kameraführung (auf die ich ansonsten wenig achte), die begleitende Musik! Ich bin begeistert. Steinhauer mit Glatze habe ich zunächst nicht erkannt. Mehr davon: von Romanen und Verfilmung.
Vielleicht fehlte mir ein wenig die Schilderung der zarten Liebe zwischen den Eltern des Rächers. .

09.01.2017 09:08:01
Sabine Wallbaum

Ich möchte den Autor Thomas Willmann bitten
uns mehr solche wunderbaren " Leckerbissen "
an Literatur und Zeitgeschichte zu schreiben.
Die Verfilmung seines Buches eine herausragende Leistung und brilliant dargestellt.
Das gilt auch für die musikalische Untermalung !


Da macht doch Lesen und Fernsehen wieder
richtig Freude !!!

26.06.2016 14:05:52
Asmus Bergemann

Ich habe das buch erst jetzt gelesen, und mir hat es gefallen, trotz der Unwahrscheinlichkeit, dass die Brennerleute nicht auf Greider als Mörder verfallen sind. Zur Sprache: ich fühlte mich Fontanes Erzählungen "Ellernklipp" und das - m.E. verunglückte - "Quitt" erinnert, und dieser Stil sagt mir zu (Jg.36).

21.03.2016 11:56:17
Rosemarie Gebauer

Ich habe selten einen so furchtbaren und so spannenden Krimi gehört, ja, gesprochen von Matthias Brandt. Einfach wunderbar. Die sechs CDs konnte ich nicht schnell genug hören. Normalerweise brauche ich so etwas zum Einschlafen. Daran war nun überhaupt nicht mehr zu denken.
Erschreckend die Brutalität, so zart die Liebe geschildert!
Bitte weitermachen!

05.01.2015 18:28:31
Heino Bosselmann

Es wird ein Mythos reproduziert, der immer funktioniert, aber er erscheint hier literarisch in besonders grandioser Gestalt, so daß der Vergleich mit Kleists „Michael Kohlhaas“ und dem zu Unrecht vergessenen „Am Marterpfahl“ des Friedrich von Gagern gewagt sei.
Was zunächst in der Tonlage Stifters oder Ganghofers daherkommt, entwickelt sich zu einer Art Western vor alpinem Hintergrund. Spiel mir das Lied vom Tod! – Ein Fremder reitet auf seinem Maultier, dem üblichen Vehikel der Erlöser, in ein abgelegenes Tal ein. Ein Fremder regt die Leute stets auf. Irgend etwas hat er zu erledigen; er wird die trügerische Ruhe des Unheimlichen stören.
Zwei recht lange ausgehaltene Binnenhandlungen erhellen, was es hier zu rächen gilt und wer der Rächer ist. Ferner, welcher Fluch auf dem hermetisch abgeschnittenen Dorf lastet. Nur soviel sei verraten: Es geht in geradezu alttestamentarischer Dimension um Macht und um eine Art der Gewalt, die dort ansetzt, wo sie immer am schlimmsten und empfindlichsten trifft.
Ein Mann geht seinen Weg. Ihm helfen der technische Vorteil eines Repetiergewehrs, und sein Vergeltung wird geschildert in allerbester Prosa. Selbst wo sie anachronistisch anmutet oder offenbar bewußt nach Heimatroman klingt, ist sie handwerklich vom Allerfeinsten.
Der Fremde kommt als Maler. Der Roman vermag so Landschaft und Menschen auszumalen, bevor das alles als befreites Inferno verlassen wird.
Die richtige Empfehlung für alle, die Spannung und geschilderte Gewaltexzesse vertragen und oft genug vermißt haben, daß dergleichen oft die literarische Finesse fehlt. Die beherrscht Thomas Willmann souverän. – Tolles Buch!

03.01.2015 16:01:21
Nicole Jansen van Rosendaal

Auf der Suche nach spannender Lektüre für eine Auszeit in meinem Leben, hat mir beim Hugendubel in München-Pasing, Herr Stöcker dieses fantastische Buch ans Herz gelegt. Es war im September 2014. Jetzt in Südtirol zwischen den Jahren in der gotischen Stubn der Bleibe meines Mannes, am Kachelofen kauernd, hatte ich endlich Zeit und war 3 Tage im Banne dieser unglaublich spannenden Geschichte. Ich notierte vorne im Buch-"muss verfilmt werden!". Bei Alois Lageder, einer unglaublichen Kulisse, dachte ich, das ist genau die Location, die es braucht... Heute wieder bei Herrn Stöcker um ihm zu danken für diesen genialen Tipp, wusste weder er noch ich, dass diese Geschichte bereits verfilmt ist. Dank google gerade erfahren. Ich kanns` gar nicht glauben! Es ist das erste Buch, das ich gelesen habe und das ich meine, unbedingt verfilmt zu werden. Sonst schaue ich mir ungern Filme meiner Lieblingsbücher an, weil ich Angst habe, sie nehmen mir meine Phantasie weg.Kann sein, dass nicht jeder in diese Welt abtauchen kann. Für mich als Vollblut oberbayrisches Kind, in bayrischen Dörfern meine Kindheit verbracht, spiegelt dieser Roman eine finstere aber äußerst reale Welt, klar aus einer anderen Zeit! Dennoch die Gewalt der Macht, die Brutalität des Kollektivs, die Mitläufer und Duckeberger - sensationelle psychologische Spiegelung einer Gesellschaft, die es immer geben wird.
Danke an den Autor, mich emotional so leidenschaftlich in Mitgefühl, Hass, Freude, Angst und Schrecken, Trauer und Erlösung mitgerissen zu haben. Absolut empfehlenswert! Prädikat wertvoll.

18.11.2014 03:14:36
kianan

Keiner der derzeit üblichen Krimis! Dieses Buch besticht meines Erachtens vorwiegend durch den genialen Schreibstil und einem gekonnt aufgebauten Spannungsbogen.

Zum Schreibstil:
Der Autor beschreibt die Natur und die Handlungen der Personen so atmosphärisch dicht und authentisch, dass ich mich körperlich selber im Geschehen fühlte.
Z. B. sah ich mich selber in diesem einsamen Hochtal mitten im Winter umherstreifen, habe dabei den Schnee knistern gehört, das Glitzern der Schneekristalle und die Gipfel in der Klarheit der Alpenluft gesehen. Oder es sind Kutschen mit Fackeln bildlich durch mein auf einmal winterliches Wohnzimmer gezogen.
Und dies ohne zu "künstlich literatisch" zu wirken oder langatmig zu werden. Die eine oder andere Beschreibung der grausamen Taten dieser Geschichte wurde sprachlich so gut geschildert, dass mich dies sogar teilweise irritiert hat.

Zum Spannungsbogen:
Die Geschichte fängt langsam mit der Ankunft des Fremden Greider in einem abgeschiedenen Hochtal an und schildert zunächst seine Neugier auf die Umgebung und die dort lebenden Menschen. In diesem Teil wird man wie gesagt förmlich in dieses Dorf mit seinen Bewohnern hineinkatapultiert.
Dann hat der Autor es geschafft, exakt an dem Punkt auf ein Geschehen in den USA umzuschwenken, an dem ich dachte: Bisher super, aber jetzt will ich wissen, welche Beweggründe Greider hat, einen langen Winter abgeschieden in diesem kleinen Dorf zu verbringen. Ab sofort steigert der Autor das Tempo, auch durch ein schnellen Wechsel zwischen zeitlich versetzten Geschehnissen sowohl im Hochtal wie in den USA. Hier muss man "am Ball bleiben", damit man die Szenen dem richtigen Zeitgeschehen zuordnen kann. Für mich war es jedoch nicht zu verwirrend, sondern trug zur Spannung bei.
Nachdem nun die Beweggründe für seinen Aufenthalt aufgeklärt wurden, endet die Geschichte ereignisreich in einem Showdown im Hochtal.
Für mich blieb die Spannung trotz der detailreichen Sprache immer sehr hoch und ich konnte kaum das (Kindle-)Buch aus der Hand legen.

Fazit:
Athmosphärisch dichte und authentische, toll geschriebene Geschichte! Kein Krimi im üblichen Stil (die ich auch mag), aber super spannend! Ob das Geschehen tatsächlich so vorkommen könnte, sei dahin gestellt, es tut der Geschichte selber meines Erachtens keinen Abbruch. Für Leser, die sich bei detailreichen Landschafts-, Umgebungs-, Personenbeschreibungen langweilen, keine Kaufempfehlung. Für alle anderen: Lesen, dieser Krimi hebt sich definitiv aus der Masse heraus .

22.08.2014 11:24:12
Werner Balser

Ich finde die Handlung des Buches konstruiert und von Unwahrscheinlichkeiten nur so strotzend. Auch kann ich der Sprache des Autors nichts abgewinnen: Sie ist langatmig und gewollt altertümelnd. Die Personen, welche sich dem Herrscher des Tales unterordnen, kommen viel zu gut weg, und
der Rächer, der von außen in die Welt des Tales eindringt, wird viel zu sympatisch dargestellt. Aber offenbar gibt es Leser, die das mögen...

02.04.2014 16:43:21
chane

Mich hat die Sprache fasziniert, das Archaische an diesem Buch. Liegt wohl auch daran, dass ich eine Schwäche für Heimatfilme und -geschichten habe, wenn sie nicht grad zu kitschig geraten. Und dass es kitschig sei, kann man diesem Buch wohl kaum nachsagen.Zum Ende hin wähnte ich mich dann freilich mitten in einem klassischen actionreichen Western: schon wähnt man den Helden in Sicherheit, da taucht noch ein letzter Schurke auf, unbesiegbar, wie es scheint. Da hilft dann nur noch der Klassiker: Irgendein Ding, das den Bösen aufspießt, durchbohrt, in dieTiefe stürzen lässt. Im letzten Drittel des Buches "pflastern Leichen seinen Weg" und - wie schon meine Vorgänger sagten - Django lässt grüßenInsgesamt fand ich das Buch weder hanebüchen noch wirr oder unsinnig, sondern einmal ganz was Anderes, das mir ziemlich gut gefallen hat.

12.04.2013 02:23:59
-Ahotep-

Durch das viele Lob aufmerksam geworden, habe ich mich nun auch endlich ins finstere Tal begeben – aber leider hat es mir dort überhaupt nicht gefallen.
Anfangs fand ich die Thematik einer von der Außenwelt abgeschlossenen Gemeinschaft und die entstandene Gruppendynamik und ihr Verhalten gegenüber einem „Fremdkörper“ ganz interessant, mich konnte der Autor auch noch durch die aufgebaute Atmosphäre (so „schön schaurig“ durch das böse Omen oder den ominösen Richter ) fesseln und letztlich auch durch einzelne Personen/Schicksale: Die zarten Bande, die geknüpft wurden, haben mich natürlich berührt und sicher habe ich mich auch gefragt, wieso sich alle vor den Brennersöhnen so fürchten und welches Geheimnis da wohl dahinter steckt…
Das wird nur leider allzu bald klar und ab da verlor das Buch für mich (!) jegliche Spannung, es wurde dann auch „nur noch“ gewalttätig, erst wechselten sich in einem Rückblick Folterszenen mit Fluchtszenen ab (eigentlich ganz geschickt, denn beide Szenen am Stück zu lesen - so grausig sie auch waren und so blöd das vielleicht auch klingt – wäre vielleicht etwas langweilig geworden, allerdings dauert es so etwas, bis man sich als Leser wieder zurecht findet) und in der Gegenwart geht es mindestens ebenso brutal weiter.Schade, ich hatte nach den ersten Seiten einfach etwas ganz anderes erwartet und war von Sprachstil und Atmosphäre auch sehr angetan, aber ab einem gewissen Punkt wird ziemlich klar, was in dem Dorf geschehen war, es wird vorhersehbar, ein Handlungsstrang wird sogar ganz fallengelassen und das Buch überzeugte mich (!) dann nicht mehr durch Spannung oder Atmosphäre oder seine sperrige aber treffende Sprache, sondern kippte eben in eine Gewaltorgie um – die ich inhaltlich ziemlich nichtssagend fand und die zu lesen mir auch keinen Spaß mehr gemacht hat.
Das einzig Positive, dass ich dem Buch gegen Ende dann doch noch abgewinnen konnte, war, dass es, obwohl so brutal, nicht wirklich gewaltverherrlichend war, sondern auch aufgezeigt wurde, wie schal die Rache dann doch schmeckt bzw. dass sie unserem „Helden“ letztlich nichts gibt, beinahe unwichtig wird – was mir die Figur im Nachhinein dann aber auch eher unsympathisch werden lies (identifizieren konnte ich mich überhaupt nicht mit ihr).

01.04.2013 11:01:26
Torsten

Ein wirklich aussergewöhnliches Buch - gar kein Krimi im engeren Sinne eigentlich - welches den Leser schon auf den ersten Seiten mächtig in seinen Bann schlägt, in das kleine abgeschlossene, zeitlose Universum des Handlungsortes und dann auch nicht mehr loslässt.
Im ersten Drittel wird eher behutsam die Bühne bereitet für den folgenden Showdown, aber gerade diese Behutsamkeit lässt das dunkle Geheimnis (welches man dann schon gut erahnt) umso mächtiger als Vorahnung der kommenden Explosion scheinen.
Was folgt ist auch nicht etwa ein plumper Rachefeldzug, sondern eine sehr wortgewaltige Schilderung der in der Vergangenheit liegenden Gründe und der Gegenwart samt der Vollendung von Greiders Vorhaben.
Das Ganze in einer etwas sperrigen aber dem Rahmen sehr angemessenen Sprache die sich mit etwas Eingewöhnung auch gut lesen lässt.

26.03.2013 22:19:41
WUHMR

Natürlich! Jeder, der ein Buch liest, interpretiert dieses anders - das mag reichen von Begeisterung bis hin zur Verdammung. Dies sollte jeder, der hier rezensiert und seinen persönlichen Kommentar abgibt auch bedenken. Dennoch sollten Kritiken nicht so verfasst sein, dass sie die Meinung eines Kritikers bewerten. So kann ich Salamanders Meinung vom 28.2. nicht stehen lassen. Er schreibt: "...bin entsetzt, wie viele Zeitgenossen sich...abfinden können". Pardon, aber ich gehöre nicht zu denen,die sich abfinden lassen. Ich lese aufmerksam, zähle mich nicht zu denen, die man abfinden kann und glaube, dass ich dennoch in der Lage bin, mich zu einem Buch zu positionieren. Es mag sein, dass die Geschichte nicht aus dem Leben gegriffen ist, dass sie verschiedene Genres verbindet und nicht historisch greifbar ist.Die Sprache Willmanns ist gewöhnungsbedürftig, aber sie ist dazu geeignet, Bilder in den Köpfen entstehen zu lassen.
Ich hoffe, dass in Zukunft die Kritiker Abstand nehmen, ihre Abneigung gegen ein Buch auf dem Rücken anderer auszutragen.

28.02.2013 11:44:28
Salamander

Ich bin auch erst auf das Buch aufmerksam geworden, als ich von der Verfilmung gelesen habe. Offen gestanden, ich bin entsetzt, wie viele Zeitgenossen sich mit einer solchen Ansammlung an Ungereimtheiten, hanebüchenen Konstruktionen und historischem Unsinn abfinden können, ja sich sogar begeistern lassen. Spannend ist an diesem Buch nur, wozu sich der Verfasser als nächstes versteigt. Mein Urteil: Unlesbar!

20.02.2013 13:09:35
Käthe Hörtnagl

Ich muss eingestehen, dass ich von diesem Buch das ich durch die Dreharbeiten zu dem Film erst kennengelernt habe, nicht alzuviel erwartet habe. Jedoch je tiefer ich hineingelesen habe , desto spannender und fanzienerender wurde die Geschichte. Die Art eine Geschichte zu erzählen,dass man vor Spannung hypnosiert wird und es nicht aus der Hand nimmt bis zum Ende, habe ich selten erfahren.
Kann nur jedem diese Lektüre empfehlen... tolle Bilder im Kopf und Spannung sind garantiert!Freue mich auch auf den Film !

20.02.2013 13:07:59
Käthe Hörtnagl

Ich muss eingestehen, dass ich von diesem Buch das ich durch die Dreharbeiten zu dem Film erst kennengelernt habe, nicht alzuviel erwartet habe. Jedoch je tiefer ich hineingelesen habe , desto spannender und fanzienerender wurde die Geschichte. Die Art eine Geschichte zu erzählen,dass man vor Spannung hypnosiert wird und es nicht aus der Hand nimmt bis zum Ende, habe ich selten erfahren.
Kann nur jedem diese Lektüre empfehlen... tolle Bilder im Kopf und Spannung sind garantiert!
Freue mich auch auf den Film !

09.02.2013 21:45:39
ReadRat099

Ich habe das Buch nach 100 Seiten weggelegt. Ich kann mich nicht erinnern, in den letzten 10 Jahren ein langweiligeres Buch gelesen zu haben. Hinzu kam der sehr gewohnheitsbedürftige Sprachstil. Warum einige Leser dies als Meisterwerk bezeichnen ist mir unerklärlich und von einem Krimi kann meiner Meinung nicht die Rede sein.

14.03.2012 02:36:36
Gabriele Budiman

Bin gerade in Miami auf Urlaub und hab durch reinen Zufall das Finstere Tal im Lesegepäck.Zum Glück! Auch für mich als Vielleserin ist dieses Erstlingswerk eine ganz grosse Überraschung undvor allem eine sehr beeindruckende. Die Geschichte ist unglaublich spannend und atmosphärisch erzählt, so gut dass man sogar hier in der Sonne den Hauch des Winters in diesem Tal gespürt hat.
Werde genau Ausschau nach dem nächsten Werk halten!

22.02.2012 14:17:56
heike strate

Die eigentliche Story des Erstlingswerks von Thomas Willmann mit dem Titel „Das finstere Tal“ ist schnell erzählt: Die Bewohner eines nur mit größten Mühen zugänglichen Fleckchens Erde haben es eigentlich gut getroffen. Während der Rest der Welt hungert und unter bitterer Armut leidet, muss man hier aufgrund der von der Natur gesegneten Erde nicht darben. Einzig: Der ungekrönte König fordert grausamen Tribut von seinen Untertanen, hat er doch dieses Tal entdeckt. Wer hier leben will, muss unbedingten Gehorsam leisten. Doch eines Tages erscheint ein „Messias“, der die Geknechteten befreien und die Geschundenen rächen will. In der Tat erinnert dieser Plot nicht nur an uralte Mythen, wo tyrannischen Herrschern holde Jungfrauen geopfert werden, sondern auch irgendwie an Wildwest-Filme, in denen einsame Rächer Goldgräberstädte von üblen Familienclans befreien. Es gibt klar erkennbar die Guten und die Bösen, und man darf sich ohne Gewissensbisse daran erfreuen, wenn durchaus blutig den Unterdrückten und Gequälten endlich Recht widerfährt. Kurzum: Inhalte, die seit der Antike unterhalten, sind, sofern gut erzählt, auch heute noch spannend und interessant. Schließlich gibt es durchaus Parallelen zu den aktuellen Revolutionen in Nordafrika, den gefürchteten Diktatoren und mutmaßlichen Befreiern mit ihren tagesaktuellen Problemen („Erlöser, die nicht entschwinden, werden zur Peinlichkeit und sind für viele insgeheim bloß Zerstörer einer Ordnung, die fragwürdig und grausam, aber auch immerhin eines war: Vertraut.“). Dennoch: „Das finstere Tal“ ist keinesfalls ein politisches Buch. Es ist vielmehr ein bisher noch nicht dagewesener, wilder Mix aus der Alpenromantik eines Ganghofer-Romans, der Düsternis von Knittels „Via Mala“ und der selbstironischen Spannung eines Italo-Westerns. Keuchend erklimmt der Leser auf den ersten 120 der insgesamt 315 Seiten den Gipfel der dunklen Vorahnung, um sich dann, wie beim Paragliding, lustvoll und atemlos in die Tiefen der Auf- und Erlösung zu stürzen – und, soviel sei verraten, perfekt zu landen. „Das finstere Tal“, jetzt endlich als Taschenbuch erschienen, ist erhellende Unterhaltung für dunkle Winterabende.
Heike Strate
„Das finstere Tal“ von Thomas Willmann, erschienen bei Ullstein, ISBN 978-3-548-28368-5, € 9,99.

09.11.2011 20:34:16
WUHMR

Ich spare mir zunächst einmal eine Zusammenfassung des Buches. Stattdessen liegt es mir näher, meinen Eindruck von diesem Werk wiederzugeben.
"Das finstere Tal" ist ein Hammer! Die Story ist absolut gelungen, vielleicht ein wenig überzeichnet, aber nie übertrieben. Dadurch aber können sich die Leser ein Bild machen vom Ort des Geschehens, den Menschen und Charakteren. Willmann versteht es, durch seine Worte ein Tal heraufzubeschwören, das abgeschieden von der Welt seine Entwicklung nimmt. Alles ist bedrohlich. Bis hierher ist es ein "Heimatroman", denn er nimmt uns mit in eine vergessene Alpenwelt (N.B. es gibt tatsächlich noch Orte in den Alpen, die sind nur durch einen 1 - 2-stündigen Fußweg zu erreichen). Nach den ersten Toten bekommt das Buch eine andere Dynamik: War der erste Teil eine Schulderung, die uns in die Szenerie hineinnimmt, zieht das Tempo deutlich an. Hier endet der "Krimi" und steigert das Tempo, dass es dem leser den Atem verschlägt (und spätestens hier möchte man das Buch nicht mehr weglegen). Es wird deutlich, weshalb die Morde geschehen, wer dahinter steckt und wie alles zum großen Showdown führt. Den "Western" leitet die Geschichte der Mutter Greiders ein. Wie durch Überblendung im Film werden wir als Leser in einem Kapitel durch 3 Erzählstränge geführt.
Willmann hat einen wuchtigen Schreibstil, nicht ganz einfach, aber sprachlich mächtig.
Für mich war "Das finstere Tal" einer der besten Romane überhaupt, den ich jedem ohne Zögern ans Herz legen möchte. Ich bin gespannt, ob dem Autor . wenn er es wagt - noch einmal ein solches Meisterwerk gelingt.

05.08.2011 18:58:38
tassieteufel

Gegen Ende des 19. Jh. kommt ein Fremder in ein abgelegens Alpental und wird zunächst nur unwillig von den Einwohnern des kleinen Dorfes geduldet. Greider, der Fremde gibt sich als Maler aus und erhält eher wiederstrebend Quartier bei der Witwe Gader. Den Winter über ist das Dorf vollkommen von der Außenwelt abgeschnitten und so ist auch Greider in dem Dorf gefangen, in dem der Winter diesmal nicht die übliche Ruhe bringt, denn es geschehen seltsame
Unglücksfälle.
Das Buch einem bestimmten Genre zuzuordnen fällt schwer, Heimatroman, historisches Sittengemälde oder Krimi? Auch Züge eines Westerns lassen sich finden und der Autor selbst verweist auf Sergio Leone. Aber egal welcher Kategorie man das Buch zuorden mag, es ist auf
jeden Fall ein ungewöhnliches Buch, abseits herkömmlicher Pfade. Obwohl am Anfang nicht wirklich viel passiert, baut sich von Anfang an eine düstere Atmopshäre auf, als Leser spürt man
geradezu, das mit diesem Ort etwas nicht stimmt. Vordergründig ein normales Dorf mit schwer arbeitenden Menschen, lauert etwas unfaßbares unter der Oberfläche, das von Greider genau beobachtet wird und als Leser ahnt man, das er bereits mehr weiß von dem was hinter den
Kulissen abläuft.
Der sprachliche Stil des Autors ist schnörkellos, die Sätze knapp u. rägnant, dabei aber doch ausdrucksstark und bildhaft, schon bald entwickelt das Buch eine Sogwirkung, der man sich nur schwer entziehen kann. Man will immer wissen wie es weiter geht, um dem Rästel auf die Spur zu kommen. So reiht sich Kapitel an Kapitel bis plötzlich der Schauplatz abrupt wechselt und man endlich etwas über Greider, seine Herkunft und sein Ziel erfährt. Dann gewinnt die
Geschichte rasant an Fahrt und steuert auf einen Showdown in Westernmanier zu. Kleinigkeiten, die einem beim lesen seltsam erschienen geben plötzlich einen Sinn und setzten sich zu einem Ganzen zusammen.
Obwohl die Figuren ehr karg beschrieben sind, überzeugen sie doch auf ganzer Linie, vor allem nat. Greider, der in seinem Sinnen nach Rache manches Mal vor sich selbst erschrickt und obwohl er die Dorfbewohner letztendlich von einem Fluch befreit weiterhin oder gerade
deshalb, ein Außenseiter bleibt.

Fazit: eine bildhafte Sprache, prägnante Figuren und ein atmosphärisch dichtes Setting heben diesen Roman aus der Masse heraus, einmal mit lesen angefangen, kann man sich nur schwer
der Sogwirkung des Buches entziehen. Eine außergewöhnliche Geschichte um Rache und Verrat, die nachhaltig im Gedächtnis bleibt.

23.05.2011 07:12:28
Julian

Mit seiner bildhaften Sprache und dramaturgischen Kniffen, wie sie aus den großen Kinoklassikern bekannt sind, weiß Thomas Willmann die Aufmerksamkeit des Lesers schon im ersten Absatz zu fassen. Freigegeben wird der Leser auch lange nach dem Schlusspunkt nicht, denn die unprätentiös und einfach gehaltene Rachegeschichte wirkt lange nach.

Nicht wenige Rezensenten erkennen und loben die Parallelen zu den Western von Sergio Leone (und nicht nur diesen). Selten habe ich ein Buch gelesen, das mich auf eine Weise befriedigt, wie dies eigentlich nur ein Film kann. Man könnte sagen, der Autor habe einen Film in Worte gefasst, und das Kino ist der Kopf des Lesers. Das Leseerlebnis eines guten Buches bleibt dabei erhalten, doch Takt und Rhythmus der Erzählung befriedigen obendrein noch die Film-Sinne der Cineasten unter den Lesern.

Ich war jedenfalls durchgehend gefesselt von der sich zunächst langsam erklärenden, dann bald verschärfenden Konfliktsituation und kann diesen Debutroman nur jedem ans Herz legen, der gern liest. Das perfekte Bindeglied zwischen oberflächlicher Baggersee-Entspannungsliteratur und den hehren Literaturklassikern des Landes der Dichter und Denker. Sicher kein zeitloser Klassiker, aber eine absolut solide Lesereise für jedermann.

14.05.2011 12:29:52
Anja S.

Was für ein grandioser Erstling!
Das hier ist ein ungeheuer spannender, atmosphärisch dichter, klug aufgebauter Kriminal-Roman mit einer höchst originellen Geschichte. Die Figuren sind glaubwürdig geschildert, die Sprache ihnen angepasst, es ist ein Spannungsbogen, der das ganze Buch durchzieht, so dass an keiner Stelle Längen oder gar Langeweile auftreten.
Bitte mehr davon, ich habe 95 Grad gegeben.

08.01.2011 02:18:50
Susanne Heydenreich

Es war eine Empfehlung meines Buchhändlers, das Cover ist wunderbar darin liegt bereits die ganze Kraft des Buches verborgen, nur darauf muß man sich einlassen.
Als ich angefangen hatte, konnt eich ncht mehr aufhören- an einem Tag "weggelesen", , das Schweigen in dem Tal war spürbar, das Dorf wurde sichtbar, den Winter und den Schnee förmlich gerochen und irgendwann so im zweiten Drittel des Buches, wo der Western beginnt, atemlos gewesen vor nicht Begreifen können was Menschen imstande sind, anderen Menschen anzutun, nur weil sie der Missbrauch der Macht dazu verleitet sich voller Hass und Mißgunst zu verhalten.
Das Buch hat einen großen Sog, es hat im Besten Sinne etwas von der Düsternis der Knittle´schen "Via Mala", hat eine ganz große Kraft in seiner sprachgewaltigen Beschreibung von Landschaften, Figuren, Situationen, auch in den Dialogen - wird zart und sensibel wo es angebracht ist und der Phantasie des Lesers Raum lassen will.
Bin trotz kleiner Irritationen, nämlich Stellen an denen sich der kritische Leser fragen möchte: " Wie hat der Held das bewerkstelligt?" mit dem Erzähler dann doch einverstanden, dass man dem Helden durchaus einen Erfolg zugestehen möchte, gegen Ende lauert noch ein großer Schrecken - ich bin absolut begeistert und neugierig, was diesem Erstlingswerk wohl folgen mag.