Das andere Kind

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • Köln: Random House Audio, 2009, Seiten: 8, Übersetzt: Gudrun Landgrebe
  • München: Blanvalet, 2011, Seiten: 666, Originalsprache

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Jürgen Priester
Ein Plädoyer für mehr Menschlichkeit

Buch-Rezension von Jürgen Priester Sep 2010

Wir leben in Zeiten des Etikettenschwindels. Wir sollen Erdbeerjoghurt ohne Erdbeeren kaufen, Rahmspinat ohne Sahne, Roggenbrötchen (fast) ohne Roggen. Die Reihe ließe sich endlos fortsetzen. Markenartikel, die wir mit gestandenen Familienbetrieben in Verbindung bringen, sind schon längst in Konzernes Hand und werden in Billiglohnländern produziert.

Auf unsere Lieblingslektüre bezogen kann das heißen, dass dort, wo z.B. Psychothriller draufsteht, weder Psycho noch Thrill zu finden ist. Wenn "James Patterson" als Autor genannt wird, heißt es noch lange nicht, dass er das Buch auch geschrieben hat. Auch auf die Heroinen der Krimikunst ist kaum noch Verlass. Patricia Cornwell schreibt mittlerweile über die Sorgen der Schönen und Reichen. Elizabeth George versucht sich in Gesellschaftsromanen mit kritischer Note. Beide haben sich, wie einige andere auch, von dem Genre entfernt, das sie berühmt gemacht hat – dem Kriminalroman. Charlotte Link hat in ihrer künstlerischen Laufbahn schon alles mögliche geschrieben: historische und Gesellschaftsromane, Romantic Suspense, Psychothriller und Krimis, wobei die beiden letztgenannten in ihrer Abgrenzung nicht eindeutig sind. In einem Interview hat die Autorin mal über ihre Herangehensweise gesagt, dass sie aus einer Idee, einem Thema ein Konzept entwickle, dies zu einem Plot verarbeite und sich nicht hinsetze, um mit ihrem Roman ein bestimmtes Genre zu bedienen. So entzieht sich Das andere Kind einer Kategorisierung, wozu auch keine Notwendigkeit besteht. Charlotte Link hat einfach nur eine vielschichtige und spannende Geschichte geschrieben, das ist weitaus mehr als viele andere leisten. Um eine kleine Geste der Menschlichkeit – besser um deren Fehlen – geht es in ihrem Roman.

Leslie Cramer erhält eine Einladung aufs Land zur Hochzeit ihrer Jugendfreundin Gwendolyn Beckett. Das passt der vielbeschäftigten Ärztin aus London gut, da sie momentan in argen Differenzen mit ihrer Noch-Ehemann steckt. Eine Auszeit wäre jetzt genau das Richtige, könnte sie doch gleichzeitig und ihre Großmutter Fiona Barnes besuchen, die in Scarborough,Yorkshire lebt. Bei ihr hat sie ein Großteil ihrer Kindheit und Jugend verbracht, da ihre Mutter, ein echtes Kind der Flower-Power-Ära, meist anderweitig beschäftigt war. Das Verhältnis zwischen Großmutter und Enkelin ist nie besonders herzlich gewesen, da Fiona aus verschiedenen Gründen verbittert ist und mit ihren teils verqueren Lebensweisheiten nicht hinterm Berg hält. Eine lange Freundschaft verbindet Fiona mit Gwendolyns Vater Chad Beckett. Bei den Becketts war Fiona als junges Mädchen während des 2. Weltkriegs einquartiert.

Rückblende. London – Yorkshire, 1940. Nazi-Deutschland bombardiert fast täglich die britische Hauptstadt. Im Rahmen eines Evakuierungsprogrammes der Regierung werden schwerpunktmäßig Kinder in ungefährdete Landesteile untergebracht. Unter ihnen ist die elfjährige Fiona Swales. Zufällig und ungeplant wird ihr der kleine Brian Somerville an die Hand gegeben. Brian hatte gerade durch einen Bombenschlag Familie und Heim verloren. Nicht besonders begeistert, doch mitfühlend nimmt sich Fiona seiner an. In Yorkshire werden die beiden von den Becketts, einer Schafzüchter-Familie aufgenommen. Vater Arvid ist ein mürrischer, schwerarbeitender Mann, der seine Familie so gerade über Wasser halten kann. Jeder "Fresser" mehr an seinem Tisch ist ihm Gräuel. Mutter Emma, herzensgut, aber nicht bester Gesundheit, kümmert sich um die Neuankömmlinge. Chad, der pubertierende Sohn der Familie freundet sich mit Fiona an, während er Brian mit der Herablassung eines Heranwachsenden begegnet. Für ihn ist Brian ein "Nobody" - ein Niemand. Brian Somerville, nicht nur traumatisiert durch seine Erlebnisse in London, sondern auch allgemein geistig zurückgeblieben, spricht kaum ein Wort und klammert sich verzweifelt an Fionas Rockzipfel. Dieser ist Brians ständige Anwesenheit lästig geworden, da sie sich in einer ersten jugendlichen Schwärmerei in Chad verguckt hat. Brian hingegen geht schweren Zeiten entgegen – von den Kindern ausgrenzt, vom Pflegevater abfällig als "Das andere Kind" bezeichnet.

Gegenwart. Die Familie Beckett besteht nur noch aus Chad und seiner erst spät geborenen Tochter Gwendolyn. Die Schafzucht hatte Chad nach dem Tode seiner Eltern aufgegeben und bestreitet jetzt mehr schlecht als recht seinen Lebensunterhalt mit der Vermietung von Fremdenzimmern. Seine Freundschaft zu Fiona hat die Jahre überdauert. So ist Fiona, früher noch in Begleitung ihrer Enkelin Leslie, oft und gern gesehener Gast auf der Farm. Als nun Gwen Beckett überraschend ihre baldige Hochzeit ankündigt, sieht sich die alte Dame befugt einzuschreiten, da sie an der Seriosität des Bräutigams zweifelt. Bei einem feierlichen Abendessen kommt es dann auch zum Eklat. Angesichts des Auserwählten Dave Tanner kann Fiona sich nicht zurückhalten und traktiert Dave mit peinlichen Fragen zu seinem Status und seinen Absichten. Dieser verlässt überstürzt die Feier. Am nächsten Morgen ist auch Fiona Barnes verschwunden.

Charlotte Link erzählt ihre Geschichte aus ständig wechselnden Perspektiven, wobei nicht nur die Hauptakteure zu Worte kommen, sondern auch Nebenfiguren wie die ermittelnde Polizistin Valerie Almond oder das Ehepaar Brankley, das seinen Urlaub auf der Beckett-Farm verbringt. Besondere Aufmerksamkeit widmet die Autorin der Lebensgeschichte von Fiona Barnes, deren Erinnerungen an die Kriegs- und Nachkriegszeit als hervorgehobene Computerdatei (Das andere Kind doc.) dargestellt wird. Wie so oft spielt auch hier Ereignisse aus der Vergangenheit eine wichtige Rolle, die ganz extrem das gegenwärtige Leben beeinflussen. Es soll nicht verschwiegen werden, dass es hier um Mord und Totschlag geht, die sich nicht nur auf einen familiären Kreis beschränken. Der Roman beginnt nämlich mit dem Schicksal einer Studentin auf ihrem nächtlichen Nachhauseweg. Eine spannende Einstiegsszene, die die Haupthandlung nachhaltig beeinflussen wird. (An dieser Stelle sei vermerkt, dass die Autorin diesen Nebenstrang nicht sauber zu Ende führt.)

Viele falsche Spuren - für den Leser ersichtlich oder versteckt – eine geschickte Verquickung von Vergangenheit und Gegenwart führen zu Wahrheiten, die erschüttern und nachdenklich stimmen. Das Nicht-Hingucken, das Nicht-Wahrnehmen-Wollen von Einzelschicksalen oder das ganzer Völker ist ein Kennzeichen unserer Zeit. Charlotte Link legt einen kleinen Finger auf eine große Wunde.

An anderer Stelle im Internet wird zur Zeit (April/Mai 2011) über den politischen Kriminalroman diskutiert. Auch wenn Charlotte Links "Politik" nicht so offensichtlich ist, nicht auf konkrete Ereignisse oder Missstände eingeht, ist Das andere Kind ein Plädoyer für mehr Menschlichkeit. Man kann darüber lächeln, denn an manchen Stellen ist der Roman schon arg "cozy" und auf Massenkompatibilität getrimmt. Einige erinnern sich vielleicht an Johannes Mario Simmel, dessen Romane ab den 1960er Jahren ein Millionen-Publikum erreichten, die aber in intellektuellen Kreisen als Trivialliteratur geächtet waren, dabei handelten sie zum Teil von heute immer noch aktuellen Themen wie Genmanipulation, Ausländerfeindlichkeit und Drogenhandel. Weder Simmel, noch Link gaukelten den Lesern eine heile Welt vor mit künstlichen Problemchen. Manchmal erreicht eine dezent vorgetragene Kritik mehr Augen und Herzen.

Das andere Kind

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Letzte Kommentare:
07.11.2017 15:57:44
Vivian

Anmerkung zum Thema Übersetzung: Charlotte Link schreibt auf deutsch! daher wurde das Buch keinesfalls übersetzt.
Ich habe mir gestern den Film angesehen und war sehr berührt von Brians Schicksal. Das Buch hatte ich nicht ganz durchgelesen. Schade tatsächlich, dass nicht wirklich geklärt wurde, wer Amy getötet hatte, auch einige andere Handlungsstränge blieben offen, so dass ein paar Fragezeichen bleiben.

01.11.2017 19:01:20
Isolde Debus

Das andere Kind hat mich zutiefst berührt! Vorgestern und gestern Abend habe ich den Film gesehen und er wird mich noch lange nicht loslassen. Als der kleine Brian zum ersten Mal zu sehen war, wie er verstört vor den Trümmern stand, war er sofort für mich das Wichtigste an dem Film. Ich wollte ganz schnell wissen, wie es mit ihm weiter gehen würde. Nach dem Film habe ich schnell festgestellt, das Verhalten dieser "Menschen" passt hundertprozentig zu der heutigen Gesellschaft - die Rücksichtslosigkeit, der Egoismus, die Gefühlskälte und das Fehlen von Menschlichkeit, Liebe, Mitgefühl, Hinsehen, Helfen. Der Film ist sehr wertvoll, er ist ein Spiegel der heutigen Gesellschaft. Als Plädoyer für mehr Menschlichkeit sollte er mindestens einmal im Monat gesendet werden. Mich wird er sehr sehr lange noch beschäftigen - emotional und gedanklich. Ich denke sogar, dass er mich immer begleiten wird. Das andere Kind bzw. das Schicksal des kleinen Brian hat mich zutiefst berührt und erschüttert!

01.11.2017 17:19:00
Martina Debus

Und sein Leben war einst ein Geschenk . . .

BRIAN SOMERVILLE :

Ein Kind ohne Namen, ohne Identität.

Ein Mensch ohne Liebe, ohne Wärme, ohne Geborgenheit, ohne Freude, ohne Glück, ohne Rechte, ohne Chancen.

Ein Lebewesen, dessen Seele bei lebendigem Leib totgeschlagen wird !!

Ein zum Himmel schreiendes Schicksal, das es so niemals geben darf !!

Ein Schicksal, das berührt und zu Tränen rührt.

29.08.2017 07:28:55
Christina

Es ist das letzte Buch aus der Reihe von Charlotte Link, welches ich gelesen habe und ich muss sagen, es ist das Beste. Es hat mich so tief gerührt - ich habe geweint!! Am Anfang denkt man es wird wieder ein spannender Krimi mit Familiengeschichte, aber als der kleine Junge in Erscheinung tritt, ändert sich alles. Ich konnte nicht aufhören, weiter zu lesen. Eine erschütternde Geschichte. Was dieser Junge in seinem Leben mitmachen musste, einfach nur traurig. Als ich mit dem Roman fertig war, merkte ich auf einmal: Wer hat eigentlich Amy ermordert ? Aber das dies nicht aufgeklärt wurde, finde ich nicht schlimm. Hoffentlich schreibt Frau Link noch weiter so spannende Bücher! Vielen Dank!

14.03.2017 17:30:07
Janina

Meine Meinung:
Mein 4. Charlotte Link-Buch - leider enttäuschend.
Nach "Der Beobachter" und "Sturmzeit" habe ich auf einen spannenden Psycho-Plot mit mehr Spannung gehofft.

Sehr langatmig, zu viele nicht relevante Beschreibungen. Story an sich interessant und auch recht außergewöhnlich. Die Geschichte hat mich zwar auch berührt, allerdings geht das ganze eher in Richtung Rosamunde Pilcher.

06.01.2015 19:16:43
D. Ganz

Gestern erst habe ich das Buch fertig gelesen. Es beschäftigt mich sehr. Das schwere Schickal des kleinen Jungen und später erwachsenen Brian Somerville steht im Vordergrund, so dem Leser geschickt aufgezeigt wie andere Menschen leiden, wenn man einfach wegschaut oder keine Empathie zeigt. Ich habe schon viele Bücher von Charlotte Link gelesen - dieses ist mit Abstand das Beste. Ich habe geweint!

25.10.2014 10:08:01
Gabriele Albrecht

Das andere Kind -
ja auch ich musste mir das Hörbuch kaufen, um einigermaßen durch zu blicken.
Durch Fragen an meine Bekannten,
musst ich feststellen, dass ich nicht allein
im Dunkeln stand, mit meinem Wissen.

Sehr spannend, aber leider bleiben einige
Vorfälle einfach offen.

So auch der Tod von Amy. Er wurde nicht
aufgeklärt, und machte doch gerade dieser
Mord, das Buch auch spannend.

Man sollte den Leser, nicht so im Regen stehen lassen... dann bringt es ja nichts das ganze Buch gelesen zu haben.
Schade, an sonsten war das Buch mitreißend, und spannend.

Ich würde das Hörbuch empfehlen, und bitte beim nächsten Buch von Charlotte Link etwas mehr Klarheit.

G.A. für
www.streuner-dieser-welt.de

20.09.2014 20:38:48
Aylin

İch fand das buch erstklassig geschrieben habe bis jetzt fast alle bücher gesamthaft gelesen. Was ich am schluss sehr sehr schade fand das der fall von amy nicht aufgeklaert wurde. Wer hat sie ermordet? War es auch der selbe mörder gewesen ?
Und auch das man nicht beschrieben hat den dialog von brian und leslie... Wurde ich das buch weiter empfehlen ? Ja aber mit bedacht wegen dem ende :-))

11.07.2014 13:35:45
Wallner Andreas

Ich habe das Buch gelesen. Die Kriegsjahre klingen sehr spannend. Man liest in jeder Zeile heraus, dass die Autorin ein grosses Wissen von Kriegsgeschichte hat. Auch eine schöne Beschreibung über England liegt im Roman vor. Die Autorin bietet diese übrigens in anderen Romanen auch. So kommt man aufgrund ihrer blumigen und auch oft schattigen Schilderungen im Roman vorliegender Landstriche gerne auf Urlaubsgedanken und möchte die von ihr beschriebenen rauhen und nebeligen Küsten gerne selbst ergründen.

28.05.2013 10:29:31
Gerlind Lehmann

Durch den Plot um Brian Somerville ist es für mich zu einem der erschütternsten Bücher geworden, die ich je gelesen habe - und das sind knapp 60 im Jahr (als Bibliothekarin). Was mir außerdem passiert ist: als Semira Leslie erzählt, wie entmenschlicht Brian bei MacBright gehalten wurde, kamen mir die Tränen und sie hörten nicht auf, als sie Leslie berichtete, dass Brian, inzwischen ein alter Mann und im Pflegeheim, seit 60 Jahren tagtäglich darauf wartet, dass Fiona ihn besuchen kommt.
Kälte, Hass und letztlich reiner Sadismus haben für diesen kleinen Jungen das Leben zur Hölle gemacht - bis er ein alter Mann war.
Hervorragend natürlich wieder die feine und wirklich schöne Sprache, derer sich Frau Link bedient - wohltuend zu genießen im Kauderwelsch schlecht übersetzter (weil Übersetzungsbüros billiger und schneller sind als Meister ihres Fachs) Massenare von US-Titeln und billig Lesefutter á la Heimatschnulzen.
Echt wirklich tolles Buch!!!

29.04.2013 17:21:25
Steffi

Das andere Kind ist meiner Meinung nach das beste Buch von Charlotte Link. Vom Anfang bis zum Ende spannend geschrieben und ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen. Auch die Personen konnte ich mir sehr gut vorstellen. Etwas verwirrend waren nur die Sprünge zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Ich würde es jederzeit weiterempfehlen!!

01.03.2013 22:41:00
Nicki

Ich habe mich jetzt durch die ersten 100 Seiten gequält und bin sichtlich enttäuscht. Von spannend kann für mich hier keine Rede sein. Ewiges Hin- und Hergespringe, langweiliges, gummibandähnliches Gezerre des Inhaltes, der mir völlig undurchsichtig erscheint.
Hatte das Buch vor 5 Tagen angefangen, es nach 30 Seiten beiseite gelegt und es nur noch aus dem Augenwinkel betrachtet. Vielleicht, so dachte ich mir, liegt es an meiner Tagesstimmung und ich komme an einem anderen Tag besser voran, aber nein. mir kam unterdessen das Gähnen. Ich werde es nun mit dem Wissen beiseite legen, dass dies kein Buch für mich war.

23.01.2013 17:21:44
Gabymaus

Der Film war viel zu weit von dem Buch! Das Buch fand ich spannend und einfühlsam. Ohne das Buch gelesen zu haben, hätte ich die Habdlung nicht nachvollziehen können. Warum hat man soviel hinzugedichtet, geändert und weggelassen???
Das Buch fand ich spitze, ich konnte es kaum aus der Hand legen, den Film nicht so besonders.

13.01.2013 05:42:08
helga köhler

tja, gähnende Langeweile und das unbestimmte Gefühl, begriffsstutzig zu sein, bleibt bei der ARD-Verfilmung.
Es pilchert denn doch arg, nur eben auf der tragischen Klaviatur.
Mehr kann und will ich zu dieser Verfilmung nicht sagen.

05.01.2013 14:18:34
Berghauptmann

Ich habe lange nicht so einen spannenden und mitfühlenden Film im TV gesehen. Es waren 2 erfüllte Abende. Über den Ausgang der Filme denke ich jetzt noch nach. Schauspielerisch war er super besetzt und es war ein Kunstgenuss. Weiter solche spannende inhaltsreiche Filme. Es gibt leider viel zu wenig inhaltsreiche Filme.

05.01.2013 00:00:22
Robert

habe mir die letzten Tage den Zweiteiler angesehen und muss sagen: echt ein beeindruckender, absolut vielschichtiger Film! wurde nun das junge Mädchen ganz am Anfang tatsächlich von dem Spanner Stan und Fiona von Gwen ermordet? kam für mich jeweils nicht sooo klar heraus. Danke für eure Antwort! Robert

04.01.2013 22:27:22
Johanna

@Richard Müller: es liegen ca 2 Jahre dazwischen. Der alte Mann war in seinem Schaffell und langen Haaren total verwildert von den Kinder gefunden worden und von der Behörde in ein Heim gebracht worden. Die Agilität ist vielleicht etwas übertrieben falsch dargestellt worden. Das Händeschütteln am Ende diente als Aufarbeitung des erlittenen Traumas.
Hoffe die Antwort ist befriedigend

Johanna

04.01.2013 09:12:50
schneeglöckchen

Es liegt schon länger zurück, daß ich dieses Buch gelesen habe. Den Film habe ich mir extra nicht angesehen.
An eine Passage im Buch, wo die pakistanischen Kinder einem alten Mann zur Versöhnung die Hand geben, kann ich mich nicht erinnern. Dieses Buch ist in meinen Augen hervorragend. Man kann es nicht "so nebenher" lesen, sondern muß mit seinen Gedanken völlig dabei sein, denn es gibt 3 Zeitebenen, wobei die Zeit "Krieg" und die "Jetztzeit" am meisten vorkommen.
Die Geschichte in diesem Buch hat mich so beschäftigt, daß ich noch einige Zeit nach Fertiglesen daran denken mußte. In meinen Augen lohnt es sich unbedingt dranzubleiben.
In diesem Buch geht es um Gleichgültigkeit und Egoismus (Fiona). Diese Geschichte ist eigentlich ein Aufruf zu mehr Menschlichkeit, wie Jürgen Priester in seiner Rezension ja auch schreibt.

04.01.2013 08:24:25
Richard Müller

Ich habe nur den Film gesehen, aber das Buch nicht gelesen. Den Film fand ich gut, leider habe ich ein Verständnisproblem:

Zum Schluss geben die pakistanischen Kinder dem 'alten Mann' zu Versöhnung die Hand. Das Erlebnis mit diesem Mann (in Schafffell gehülltes 'Ungeheuer') liegt gemessen an dem Alter des Mannes lange zurück. Wieso sind aber die Kinder in dem Film so klein und jung geblieben? Während der Greis im Pflegeheim fast unbeweglich geworden ist, war er doch bei der Attacke auf die Kinder in der Scheune doch sehr agil. Wieviele Jahre liegen da dazwischen? Warum sind aber die Kinder nicht auch gealtert? Ich lasse mich aber gerne aufklären - das wäre nett.
Habe ich etwas nicht verstanden?


Gruss

Richard Müllder

01.01.2013 21:54:38
S.

Man sollte mehr als nur 100 Seiten lesen, um eine Meinung ablegen zu können.
Ich, typischer Teenager, habe das Buch binnen 5 Tagen verschlungen. Der Wechsel ist, zugegeben, anfangs verwirrend, am Ende jedoch wichtig.
Ein gelungenes Buch voller Gänsehaut und Schrecken.

C. Link ist nun meine Lieblingsautorin.
Dieses Buch ist absolut empfehlenswert!

01.01.2013 21:30:24
konny

Ich habe jetzt etwas über hundert Seiten gelesen und frage mich jetzt bereits das mindestens 5. Mal, warum ich mir das antue. Die Personen sind alle etwas langweilig, die Begebenheiten staubtrocken, die Zeitsprünge und Personenwechsel zumindest am anfang sehr verwirrend und man sucht vergebens den Kern der Geschichte. Jetzt werde ich das Buch weg legen und ein anderes, hoffentlich spannenderes beginnen. Absolut Nicht empfehlenswert.
Schade um die vertane Zeit.

Konny

12.12.2012 09:18:51
clathokru

Ich habe dieses Buch ebenfalls mit größtem Interesse gelesen und fühlte mich gut unterhalten. Leider konnte ich bis heute jedoch keinen Zusammenhang zu dem anfangs geschilderten Mord an Anne Mills erkennen und daher ist das Ganze dann dennoch ein klein wenig unbefriedigend. Dennoch werde ich weiter C.Link lesen.

12.04.2012 00:16:04
BlauHund

Mein erstes Buch von Charlotte Link. Ich habe es geschenkt bekommen, und fast in einem Zug durchgelesen. Inzwischen habe ich mehr als 10 Bücher von dieser Autorin gelesen.Ich bin fasziniert von ihrer genauen Beschreibung jeder einzelnen Charaktere...mich fesseln alle ihre Erzählungen, aber "Das andere Kind" ist und bleibt mein Favorit; auch nach 10 Romanen von Charlotte Link...
Ich hatte keine Phasen, in denen ich das Buch langatmig fand.

21.02.2012 07:10:33
M-L

Das war der erste Krimi den ich von Charlotte Link gelesen habe. Zum Glück habe ich ihn mir aus der Bücherei geholt, hätte ich ihn mir gekauft, hätte ich mich über das verschwendete Geld geärgert. Frau Link kann mit Sprache umgehen, sie fabuliert mit ihrem enormen Wortschatz, aber ihre Personen und auch die Geschichte lassen mich kalt. Ihren Figuren fehlt die Seele. Schade.

18.02.2012 00:21:36
Lesemaus

Wahnsinn! Ich liebe dieses Buch! Sehr flüssig geschrieben, toll erzählt, nicht zu lang und nicht zu kurz. Definitiv ein Meisterwerk!!!

Das der Mord an Amy Mills nicht weiter vertieft wurde, war für mich total in Ordnung, ich brauchte keine weiteren Beweise, ich bin genau der gleichen Meinung wie auch Inspektor Almond.

Alles andere super strukturiert aufgebaut und verwebt sich wundervoll inenander!

Einfach nur empfehlenswert!!
10 von 10 Punkten

13.01.2012 16:56:17
Brigitte Buhr

Dieses Buch, ein Weihnachtsgeschenk, las ich an drei Tagen durch. Anfangs fand ich die Schreibweise sehr langatmig, für mich ein wenig anspruchslos - bin aber doch durch das Wechseln der Geschehnisse drangeblieben und wollte unbedingt wissen, was die Geschichte hergibt. Es kam durchaus Spannung auf. Das Ende war dennoch recht durchsichtig, auch wenn viel daran gearbeitet wurde, eine bestimmte Person in den Fokus der Ermittler zu stellen. Das Schiksal des \'anderen Kindes\' hatte durchaus Berechtigung, Mittelpunkt der Handlung zu sein, schließlich hing seine Person sehr wohl mit der verlorenen Liebe der Ermordeten zusammen und es waren dann menschliche Kettenreaktionen daraus enstanden. Sicher nicht ganz nachvollziehbar, dass dabei unbedingt ein "Psychopath" heraus kommen muss.
Nobodys Schicksal hat mich auch berührt, gleichwohl finde ich es verständlich, dass nicht am Ende alles gut wurde, weil sie ihn eben nicht mehr aufgesucht hat.
Ich bleibe allerdings dabei: Mit weniger langen, alles umschreibenen, Sätzen und in kürzerer Fassung, wäre der Roman ebenso erfolgreich ausgefallen

12.11.2011 21:02:15
findefüchsin

Das Buch " Das andere Kind" von Charlotte Link hat mich so berührt, daß ich noch tagelang darüber nachdenken mußte. In dieser Geschichte wird am schrecklichen Schicksal "Nobodys" eindrücklich dargestellt, was Egoismus und Gleichgültigkeit anrichten können.In ihrem Kommentar zu diesem Buch möchte Miss Marpel 1603 gerne erklärt haben, warum Fiona Nobody nie besucht hat. Ich glaube, es waren genau diese Dinge:
Egoismus und Gleichgültigkeit. Es war ihr lästig. Ihr ganzes Denken kreiste nur um "ihren Chad".Ich habe auch einige andere Bücher von Charlotte Link gelesen, aber dieses hat mir bisher am besten gefallen, obwohl es so bedrückend ist. Ich fand es auch durchaus spannend.

16.10.2011 10:56:56
Eileen

Das andere Kind war ein klasse Buch!
Der ständige Wechsel zwischen der Gegenwart und der der Verganenheit hat die Spannung bis zur letzten Seite bestehen lassen. Der Mord an Amy in der Gegenwart der durch die Geschehnisse in der Vergangenheit beeinflusst wurde wurde meiner Meinung nach gut und ausgiebig behandelt.

Ich würde das Buch jedem Charlotte Link Fan weiterempfehlen!
Wiedereinmal ein sehr gelungenes Werk.
Ich gebe daher 10 von 10 Punkten!

06.10.2011 13:41:42
Susanne

Dem Mord an Amy hätte schon etwas mehr Zuwendung gedient, wenn er schon so aufgezogen wird. Es war einfach nur verwirrend, diesen Mord mit dem eigentlichen zu verbinden. Eigentlich wurde dieser Mord zum Schluss gar nicht mehr erwähnt. Die Geschichte mit Brian war nicht schlecht, aber sonst hat mich das Buch nicht sehr begeistert. Ich habe die letzten Seiten mit Zwang gelesen, weil sie langweilig waren und doch auch sofort klar war, wie das ganze ausgehen wird. Da das Buch nicht schlecht anfing, aber dann abflaute gebe ich 4 von 10 Punkten.

12.07.2011 20:03:11
missmarpel1603

Ich schließe mich fast allen Vorgängern an,dass das Buch viel zu lange ist und dadurch sehr langweilig wird.Trotzdem habe auch ich es zu Ende gelesen,denn ich wollte umbedingt wissen was aus Nobody wurde,wer wenn getötet hatte interessierte mich nach 300 Seiten nicht mehr.Und was soll ich sagen nach 700 Seiten frage ich mich immer noch: Warum hat sie ihn in all den Jahren nie mehr besucht? obwohl sie es ihm versprochen hat und der Krieg beendet war.
Vielleicht kann mir ein Leser darauf mal eine Antwort geben oder vielleicht Frau Charlotte Link.

12.07.2011 03:22:21
hades01

Keine Frage- es gibt sicher besser Bücher von Charlotte Link, dennoch war dieses Buch spannend, berührend, aufwühlend und mit dem überraschenden Ende ziemlich gelungen. Auch wenn der Titel des Buches vielleicht nicht direkt mit der Lösung des Falles zusammenhängt, trägt diese Geschichte vom andern Kind doch zur Spannung bei. Etwas irritierend fand ich jedoch den Mord an Amy, dem ein offenes Ende zugeteilt wird, und nur zur Legung einer falschen Fährte erwähnt worden ist. Ich konnte mich jedoch gut in einige Personen hineinversetzen und bemerkte zwischendurch immer wieder, dass ich weiterlese muss um zu wissen wie es weitergeht.

04.07.2011 10:41:18
tedesca

Charlotte Link kann gut erzählen, daran besteht kein Zweifel, aber leider schafft sie es nicht, ihren Figuren wirklich Tiefe zu verleihen. Trotz der Dramen, die jede für sich erlebt, bleiben sie flach und unnahbar, nicht nachvollziehbar in ihrer Handlungsweise.
Die Geschichte an sich ist spannend, zum Teil grausam, berührend und schockierend. Gespickt mit historischen Elementen aus dem 2. Weltkrieg, der Kinderevakulierung und The Blitz vermittelt sie einen gute Vorstellung darüber, wie furchtbar das Leben in dieser Zeit für die Londoner gewesen sein muss. 2 parallele Handlungselemente vereinen sich letztendlich zu einem Geheimnis, das die Hauptfiguren anhand von E-Mails, alten Tagenbüchern und Recherchen Schicht für Schicht lüften.
Alles in allem nicht schlecht, aber wenn man die fast 700 Seiten nicht gelesen hat, entgeht einem auch nichts. Für ein Meisterwerk fehlt einfach das besondere Etwas.

04.07.2011 10:39:17
tedesca

Charlotte Link kann gut erzählen, daran besteht kein Zweifel, aber leider schafft sie es nicht, ihren Figuren wirklich Tiefe zu verleihen. Trotz der Dramen, die jede für sich erlebt, bleiben sie flach und unnahbar, nicht nachvollziehbar in ihrer Handlungsweise.
Die Geschichte an sich ist spannend, zum Teil grausam, berührend und schockierend. Gespickt mit historischen Elementen aus dem 2. Weltkrieg, der Kinderevakulierung und The Blitz vermittelt sie einen gute Vorstellung darüber, wie furchtbar das Leben in dieser Zeit für die Londoner gewesen sein muss. 2 parallele Handlungselemente vereinen sich letztendlich zu einem Geheimnis, das die Hauptfiguren anhand von E-Mails, alten Tagenbüchern und Recherchen Schicht für Schicht lüften.
Alles in allem nicht schlecht, aber wenn man die fast 700 Seiten nicht gelesen hat, entgeht einem auch nichts. Für ein Meisterwerk fehlt einfach das besondere Etwas.

24.06.2011 10:07:06
Regine

Für mich eines der schlechtesten Bücher von C. Link und ich habe fast alle gelesen. Langatmig, zwischen den Personen wird ständig gesprungen, ohne eine Geschichte spannend zu Ende zu bringen. Nobody rührt einen und das ist der Titel des Buches und im Grunde genommen hat er mit der Handlung nichts zu tun. Habe mich wochenlang durch dieses Buch gequält und war bis zur letztend Seite enttäuscht.

13.06.2011 22:17:38
Die Wilde7

Ich muss da nun mal Tina Sch. recht geben. Auch was den Mörder von Amy angeht.

Für mich war am Ende des Buches vollkommen klar wer Amy umgebracht hat.wobei ich fiinde dies sollte in einer Rezi nicht stehen, denn dann nimmt man anderen Lesern die sich vielleicht auch nicht von den Kommentaren leiten lassen die Freude am Lesen ^^

Ich fand das Buch gut, mich hat die Geschichte des "Nobody" sehr gerührt.

07.05.2011 18:12:30
Tina Sch.

Ich kann die meisten vorherigen Kommentare überhaupt nicht nachvollziehen, denn ich fand das Buch ansprechend und auch zeitweise spannend. Ich muss natürlich schon zugeben, dass andere Bücher von Charlotte Link teilweise um einiges spannender und auch "thriller-ähnlicher" waren, während dieses Buch eher bei den Krimis einzuordnen wäre.
Auch denke ich, dass die Personen, die die vorherigen Kommentare geschrieben haben, so gelangweilt waren, dass sie gar nicht mehr richtig weiterlasen. Denn dann hätten sie gemerkt, dass klar ersichtlich war, dass Amy Mills von Stan Gibson ermordet wurde. Dies ist - meiner Meinung nach - klar ersichtlich, da Valerie Almond einfach nur die Beweise fehlen, sie aber von Stan als Täter restlos überzeugt ist.
Ich finde auch die Geschichte des Waisenjungen Brian sehr rührend und autentisch dargestellt.
Ich finde dieses Buch gelungen und bin wieder mal mehr davon überzeugt, mir in Zukunft meine Meinung selbst zu bilden und nicht auf alle Kommentare zu hören - denn beinahe hätte ich mir dieses Buch deshalb nicht gekauft.

23.02.2011 14:49:20
Crescendo

Was für ein langatmiges Buch. Habe jetzt mehr als die Hälfte gelesen und finde es öde. Es gibt kaum neue Erkenntnisse, die Personen denken immer das gleiche und die Geschichte aus der Vergangenheit plätschert auch vor sich hin. Total klischeehaft und keine interessanten Handlungsweisen. Man weiß von vornherein, was als nächstes passiert. Schade, lese C. Link sehr gerne und bin eigentlich ein großer Fan von ihr. Aber hierfür gibts von mir nur 10 %.

08.02.2011 20:26:00
Krimitante

Häh - und wer ist der Mörder von Amy Mills??? ganz schön durcheinander das Buch! Sprunghaft und ohne roten Faden - mehrere Geschichten in einem ohne gedankliche Zusammenhänge. Mindestens 300 Seiten kann man sich sparen - "Geplänkel" welches völlig unwichtig ist und einfach nur als Seitenfüller bennötigt wird. Bin sehr enttäuscht

08.02.2011 10:35:13
Katsi

"Das andere Kind" war nach "Das Haus der Schwestern" mein zweites Buch von Charlotte Link, das ich gelesen habe - und ich muss sagen, ich war total begeistert! Die Geschichte des Waisenjungen Brian Somerville, genannt "Nobody", geht einem wirklich sehr zu Herzen...leider erfährt man nicht mehr, wer den anderen Mord an der Studentin Amy Mills wirklich verübt hat, aber alles in allem muss ich sagen, dass das Buch sehr empfehlenswert ist!

09.01.2011 19:49:19
lilalu

Es hat ja ewig gedauert, bis die Krimi-Couch das neueste Werk der Autorin auf ihre Seite genommen hat - schließlich ist das Buch ja schon über ein Jahr auf dem Markt und war hier lange nicht vertreten. Und das vielleicht auch völlig zu Recht, denn: Frau Link sollte sich allmählich wirklich überlegen, ob sie weiterhin Krimis schreiben möchte. Was sie in den letzten Jahren fabriziert hat, sind keine Krimis, auch keine Thriller - das sind - zugegebenermaßen - gut recherchierte Storys, aber insgesamt eher Psychogramme. So auch im "anderen Kind": Gut ist der Aufhänger, die Geschichte der Kinder in London während des Krieges - das hat die Autorin fein recherchiert, und es macht immer wieder Spaß, Geschichte auf diese Art zu erfahren. Das macht sie gut, sie beschreibt auch nach wie vor gut Stimmungen, Atmosphäre und Personen. Allerdings inzwischen zu viele Personen, so dass ihr die Psychogramme und Charakterbeschreibungen auch nicht mehr allesamt sauber gelingen. Ihre Tendenz, überall Nebenstränge aufzubauen, war am Anfang ihrer Schriftstellerei eine große Stärke - mittlerweile benutzt sie dieses Stilmittel jedoch zu oft und zu ausufernd, so dass sie sich in Nebenschauplätzen regelmäßig verirrt und dann den Mord nur noch halbherzig verfolgt. Warum sie überhaupt glaubt, in ihre Frauenschicksale immer noch unbedingt einen Mord einfließen lassen zu müssen, bleibt ihr Geheimnis; sie schreibt doch ganz gute Frauenportraits - dabei sollte sie es belassen! Die Morde sind überflüssig und nerviger Beifang, zumal sie auf die Aufklärung ohnehin nicht sonderlich viel Wert zu legen scheint. Im neuesten Werk macht sie das ganz schlecht; über weite Strecken des Buches passiert überhaupt nichts, und die Protagonisten ergehen sich in ständigen Wiederholungen längst bekannter Zustände und Befindlichkeiten. Auch die verschachtelte Erzählweise - C. Link erzählt auf drei Zeitebenen - und das titelgebende "andere Kind", dessen Schicksal einem eigentlich zu Herzen geht, haben mit dem Mord weit weniger zu tun, als zunächst gedacht. Der/die TäterIn ist völlig unglaubwürdig gezeichnet, das Mordmotiv überhaupt nicht stimmig - also, das ist insgesamt als Krimi nicht akzeptabel, was Frau Link da abliefert. Und für ein Psychogramm wiederum gibt es letztlich zu wenig her - indem man immer nur bereits Bekanntes wiederholt und bei den Charakteren der Personen meist nur leicht an der Oberfläche herumkratzt, kann man keinen wirklich guten Roman schreiben. Ein Trugschluss der Autorin ist auch, dass sie anscheinend meint, gute Bücher müssten immer 400 oder mehr Seiten haben, ihr aber der Stoff eigentlich nach 200 Seiten schon ausgeht. Bei den Rezensionen zu "Die letzte Spur" meinte jemand, er habe das Gefühl, Frau Link beschäftige einen Ghost-Writer, der in ihrem Namen Silben in den PC hacke, denn so furchtbar schlecht habe die Autorin früher doch gar nicht geschrieben. Diese Vorstellung finde ich tatsächlich nicht so abwegig... In jedem Fall sollte zukünftig alles, was unter dem Namen "Charlotte Link" veröffentlicht wird, nicht mehr in dieser uninspirierten Fließband-Schreibe abgeliefert werden. Und von mir werden diese Werke nicht mehr gekauft, sondern nur noch ausgeliehen, denn: Das Geld ist zu schade!

05.01.2011 17:52:29
sallymayo

Trotz aller Gegenwehr aus meinem Umfeld, mochte ich die Bücher von Charlotte Link immer, aber dieses Mal...
Der Anfang ist sehr gelungen, man lauert darauf, was denn in der Vergangenheit geschehen sein könnte und liest begierig die E-Mails der alten Dame, bis man auf die Idee kommt nur noch die Mails zu lesen und den Rest der langweiligen Storry zu unterschlagen, wobei das Schlimmste ist, dass dies nicht mal schadet.
Ich las, entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten, einfach gefühlte 107 Seiten nicht, und war trotzdem wieder voll in der Geschichte und hatte nichts wesentliches verpasst.
Auch die Auflösung des Mordes riss mich persönlich nicht vom Hocker, vielleicht war ich aber auch zu sehr in der "alten" Geschichte gefangen und hätte mir da eine Auflösung gewünscht. Falls dies der Sinn sein sollte, also dass diese alte Geschichte sich einfach nicht auflöst und sich Dinge regeln, so war es vielleicht einfach das falsche Buch für mich!
Und ich hoffe, dass es für andere Leser anders ist!