Gegner

Erschienen: Januar 1983

Bibliographische Angaben

  • Weingarten: MediaProvo, 2003, Seiten: 350, Originalsprache
  • Zürich: Schweizer Verlagshaus, 1983, Seiten: 320, Originalsprache, Bemerkung: als E. W. Pless
  • Bergisch Gladbach: Lübbe, 1986, Seiten: 332, Originalsprache, Bemerkung: als E. W. Pless

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Guido Billstein
Ein herausragender deutscher Nahost-Thriller

Buch-Rezension von Guido Billstein Aug 2010

Beirut, Anfang der achtziger Jahre. Ein Mann kehrt zurück. In ein Land des Bürgerkriegs. Der Korruption und Gewalt. Libanesische Christen und Palästinenser, Israelis und Syrer – sie alle kämpfen um die Vorherrschaft in der Region. An der Tagesordnung: Bespitzelung und Folterung, Mord und Vergewaltigung, Ruinen und zerstörte Geschäfte. Religion als Ursache? Nur vorgeschoben. Wie immer. In Nahost heute noch, im Jugoslawien der Neunziger, in Nordirland all die Jahre vor und nach dem Bloody Sunday. Und so weiter.

Wer ist dieser Mann? Kanter, ein Deutscher aus Hamburg. War früher Exportvermittler für Salzwasseraufbereitungsanlagen. Leitete das Beiruter Büro für eine deutsche Firma. Erfolgreich. Hatte ausgezeichnete Kontakte im Libanon. Und eine Freundin. Christliche Milizen hielten ihn für einen Spion der Palästinenser und entführten ihn. Acht Wochen Folter & Erniedrigung: Sie zeigten ihm, dass die Würde eines Menschen zerstört werden kann. Dass Ethik und Werte nichts zählen im Krieg. Dass der Mensch des Menschen Wolf ist. Für Kanter in Beirut hieß dieser `Wolf` George Chehada, ein Spezialist in Sachen Folter. Aber Kanter hatte Glück, wurde gerettet und ging dahin, woher er kam. Hamburg.

Warum kehrt er zurück, ein Jahr später? Um sich an dem Mann zu rächen der ihn gefoltert hat. Um George Chehada zu töten. Zu ermorden, trifft es besser. Oder hinzurichten, es ist ja Krieg. Und um Munja wiederzusehen. Die Frau, die er liebt. Libanesin, Christin. Eine mörderische Jagd entwickelt sich, und die Frau gerät zwischen die Fronten der beiden Todfeinde.

Die Liebe zu Munja repräsentiert für Kanter auch eine mögliche Handlungsalternative zur Vergeltung, aber er hat sich anders entschieden: Zuerst kommt die Rache, dann die Liebe. Denkt er. Aber wird er die Sache auch wirklich durchziehen können?

Gegner, ein Thriller - ursprünglich 1983 von Willi Voss unter dem Pseudonym E.W. Pless veröffentlicht - ist ein Roman über Werte. Darüber was die Gewalt mit Werten macht, wie sie sie zerstört. Darüber, wie die Gewalt Menschen, die ihr ausgesetzt sind, verändert. Und aus Opfern Mörder macht. Gegner ist ein gewalthaltiges Buch. Ungemütlich authentisch, denn der Autor kennt sich aus in der Region. Und auch in der Logik und im Milieu des Nahost-Terrors.

Das Beirut von Willi Voss ist weit mehr als eine Hollywoodkulisse. Dieses Beirut ist erlebt – nicht einfach erdacht und recherchiert im gemütlichen Deutschland. Der Leser fühlt sich direkt hineinversetzt in seine zerstörten Straßen und Geschäftsviertel ebenso wie in die Welt der verschiedenen Milizen und ihrer Handlanger. Kanter weiß, dass er niemandem vorbehaltlos vertrauen kann, selbst seinen früheren Vertrauten und Freunden nicht, wie z.B. Elam Maruan, einem ex-PLO Mitarbeiter, der ihn mehr als einmal in kritischen Situationen hilft.

Gegner ist auch ein nachdenklich machendes Buch über menschliches Handeln, Entscheidungen und Konsequenzen unter Extrembedingungen. Ein herausragendes Werk, unglaublich spannend und schnörkellos von der ersten bis zur letzten Seite. Willi Voss hat mit diesem Roman ein weiteres Mal bewiesen, dass er ein Meister seines Faches ist.

Dieser Roman ist zurzeit als Buch leider nur antiquarisch zu erhalten; Willi Voss hat ihn jedoch auf sein Autorenblog gestellt.

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Letzte Kommentare:
13.12.2016 15:57:23
Seifert

Die Sprache ist langweilig, springt zwischen intellektuell und einfach hin und her. Die Handlung ist noch schlechter beschrieben, eigentlich weiß der Leser nach den ersten 10 Seiten, wie es ausgeht. Die Handlung ist sowieso sehr einfach gehalten. Guter Deutscher wurde gefoltert und sinnt nun auf Rache. Er fliegt zurück nach Beirut, hat nichts vorbereitet, macht eigentilch nichts strukturiert. Das verwundert, da er ein toller Vertriebler gewesen sein soll. Na ja, seine Freundin hat auch eine Verbindung zu seinem Gegner usw... Da ist Rosamund Pilcher spannender. kann nur Jedem abraten, für dieses Buch Geld auszugeben.