Macht und Schatten

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • New York: William Morrow, 2009, Titel: 'Dont Look Twice', Seiten: 384

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55°

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Jörg Kijanski
Ein Actionfilm in Buchform

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Jul 2010

Ty Hauck, Leiter der Mordkommission in Greenwich, will mit seiner Tochter Jessie an seiner üblichen Tankstelle ein paar Kleinigkeiten für die letzte Bootstour des Jahres einkaufen als ein Pick-up anhält und ein junger Mann das Feuer eröffnet. Wenige Augenblicke später ist der Spuk bereits vorbei, Ty von einem Streifschuss getroffen und Jessie unter Schock. Der Mann der hinter Ty an der Kasse stand hatte weniger Glück, denn er wurde von zwei Kugeln tödlich getroffen. Als Tys Kollegen am Tatort eintreffen wird schnell klar, dass der Tote der Bundesstaatsanwalt David Sanger war, was die Frage aufwirft, wem der Anschlag eigentlich galt. Mordanschläge sind in Greenwich nahezu ausgeschlossen, jedoch finden die Polizisten wenig später den Pick-up und darin einen Zeitungsartikel, in dem es um den Unfalltod eines jungen Mädchens namens Josephina geht. Ty ist sich sicher, dass der Todesschütze "Porsafina" oder etwas Ähnliches gerufen hat und erfährt kurz darauf von seinem Tankwart Sunil, dass dessen Sohn Azzi bei dem Tod der Josephina zugegen war. Ein Racheakt?

Ty und seine Kollegen ermitteln nach Kräften und finden alsbald eine Verbindung zu der Gang DR-17 heraus, welche sich bestätigt, nachdem die Kellnerin Annie den vermeintlichen Täter bei dem Entsorgen der Tatwaffe beobachtet. Doch bereits nach wenigen Tagen erhalten die Ermittlungen eine neue Entwicklung. Ein Anruf der Polizei in Madison, Connecticut, ergibt, dass dort ein gewisser Keith Kramer mehr oder weniger hingerichtet wurde. Bei der Überprüfung von Sangers Handyanrufen ergibt sich, dass er und Kramer, Saalchef eines der größten Casinos des Landes, offenbar enge Kontakte hatten. Von diesen wusste nicht einmal Sangers Ehefrau, die genauso überrascht ist wie die Polizei als sie ein ihr unbekanntes Konto ihres Mannes entdeckt, auf dem mehrere hundert Tausend Dollar vorhanden sind. Ty und sein Team erfahren schnell, dass sie sich mit sehr mächtigen Personen anlegen, die auch vor weiteren Toten nicht zurückschrecken.

Wer Blut und Lüge und/oder Treu und Glauben von Andrew Gross gelesen hat, der wird nur wenig überrascht sein, dass die trauernde Witwe nicht alles über ihren Mann wusste. Ganz so dick aufgetragen wie bei den genannten Vorgängern wird im vorliegenden Fall zwar nicht, aber das Handlungsschema kommt einem dennoch sattsam bekannt vor. Einmal mehr ermittelt Ty Hauck – ohne Rücksicht auf Verluste – in einem atemberaubenden Tempo. 94 Kapitel auf 358 sehr großzügig bedruckten Seiten lassen erwartungsgemäß keinen Spielraum für sorgfältig entwickelte Charaktere oder Handlungsabläufe, die durch und durch nachvollziehbar sind. Da muss es schnell gehen wie bei einem Actionfilm. Wer derartige Plots mag ist hier genau richtig.

Sprachlich geht es gewohnt überschaubar zur Sache. Bereits nach acht Seiten (im Buch Seite 14) "blieb ihm das Herz stehen". "Wie ein Schlag in die Magengrube" kommt es einem nur an zwei Stellen vor und der Rest ist – wieder (nur) im Vergleich zu den Vorgängern – schon besser. Wie "outet" sich Andrew Gross doch so erfrischend ehrlich in seinem angehangenen Dank: "Je mehr ich schreibe, desto einfacher wird es."

Ähnlich wie die Charaktere kann auch der Plot nicht mit all zu viel Tiefgang glänzen. Kaum wird ein Handlungsstrang (Kapitel) aufgebaut, ist er schon wieder beendet, mitunter bereits nach nur einer Seite. Dafür gibt es Tempo satt und so lassen sich die knapp 360 Seiten locker an einem Tag bewältigen. Kopf aus, Popcorn rein, so einfach (da ist das Wort schon wieder) kann es sein. Leider vergisst Andrew Gross in "beeindruckender" Zusammenarbeit mit dem Scherz-Verlag den Spannungsbogen vernünftig aufzubauen, denn bereits auf dem Buchrücken erfahren wir, dass es um Verrat und Korruption geht und dass Politiker, Wirtschaftsbosse und Richter mitmischen. Folglich kann es nicht um einen Racheakt an Hauck oder dem bei einem Unfall verstorbenen Mädchen gehen. Dass das Attentat gezielt dem Bundesstaatsanwalt gilt ist bereits nach dem Buchrückentext klar, wenngleich der Plot dafür bis Seite 117 braucht. Danach überschlagen sich die Ereignisse bis Hauck sehr spät zu seinem Entsetzen erfährt, dass selbst sein Bruder Warren ebenfalls in die Misere verstrickt ist. Selbst dies weiß der Leser – dank des Buchrückens – bereits vor der ersten Seite.

Wer im Dunklen die Fäden zieht ist wenig überraschend, genauso wie das fulminante Ende. Allein das zugrunde liegende Motiv setzt ein kleines Ausrufezeichen. Wer einen actionreichen Kinofilm nicht sehen, sondern lesen möchte, der darf hier zugreifen und wird seine Freude haben. Allerdings für stolze 14,95 Euro (Taschenbuch), aber dafür spielt der Autor laut Buchrückseite (ich verweise hierauf zum letzten Mal) ja auch in einer Liga wie "Lee Child, Harlan Coben und James Patterson". Ihr Rezensent verabschiedet sich an dieser Stelle mit leichtem Hustenreiz…

Macht und Schatten

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Letzte Kommentare:
06.07.2013 15:34:33
schredder66

Zeitverschwendung... würde ich schreiben, wenn ich ein böser Mensch wäre. Tue ich aber nicht. Dennoch hat das Buch mehr gelangweilt als Spannung erzeugt.

Denn, das ist unüberlesbar, die Geschichte ist völlig unspannend (erzählt). An einigen wenigen Stellen kommt so etwas wie Spannung oder Thrill auf - aber der Autor schafft es nicht, diese zu halten. Hinzukommt, dass die ganze Geschichte sehr vorhersehbar ist. Und das schreibe ich, der ich normalerweise eher schwer von Begriff bin.

Was mir persönlich noch sauer aufstösst, ist die Zeichnung der Figuren: Zu sehr schwarz / weiss, kaum Zwischentöne. Die Guten sind gut, auch wenn es ihnen nicht gut geht oder sonstwie in der Klemme stecken. Und die Bösen sind böse, ohne dass man auch eine andere Eigenschaft herauslesen könnte. Stereotypen überall.

Aber das allerschimmste: Dieses Buch wird als Thriller vermarktet!

Die Geschichte hätte, als Krimi oder (Familien)Drama sicherlich Potenzial gehabt. Aber so, wie sie vom Autor präsentiert wird, ist sie einfach nur langweilig. Sogar die von Jörg Kijanski Popcorn- und Action-Unterhaltung habe ich nicht herauslesen können.

Die von JK vergebenen 55° sind sehr höflich, aber meines Erachtens fast zu gutherzig. Von mir gibt es 40°... ohne Magenschmerzen.

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