Der Parasit / Der fremde Wille

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • München: Der Hörverlag, 2009, Titel: 'Der fremde Wille', Seiten: 6, Übersetzt: Heikko Deutschmann, Bemerkung: gekürzte Lesung
  • München: Droemer/Knaur, 2010, Seiten: 592, Originalsprache

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Andreas Kurth

Buch-Rezension von Andreas Kurth Jun 2010

In einem noch relativ unerforschten Teil des kongolesischen Dschungels ist eine kleine Gruppe von Forschern unterwegs, die sogar in ein unzugängliches und deshalb unberührtes Tal vordringt. Doch in einem ausgestorbenen Dorf machen sie eine mysteriöse Entdeckung. Es kommt zu blutigen Vorfällen, bei denen einige Expeditionsteilnehmer ums Leben kommen.

Monate später beginnt in München eine unheimliche Mordserie. "Die Bestie von Schwabing", wie die Medien den unheimlichen Killer taufen, gibt den Ermittlern Rätsel auf. Die Mordopfer, allesamt Frauen, werden vergewaltigt und durch Bisse getötet. Als sich ähnliche Fälle auf Hawai, in Schottland und in Boston ereignen, wird die fieberhafte Suche nach Zusammenhängen und Tätern zu einem Wettlauf gegen die Zeit – denn es wird gnadenlos weiter gemordet.

Markus C. Schulte von Drach zeigt sich in diesem ungewöhnlichen Roman durchaus als guter Erzähler. Der prolog-artige Beginn mit der Expedition in das unerforschte Dschungel-Tal vermag den Leser sofort zu fesseln. Und als es dann um die ungewöhnlichen Morde in Europa und USA geht, entwickelt sich eine überaus rasante Geschichte. Allerdings hat der Autor auch eine nicht zu übersehende Schwäche. Er packt zu viele Themen in sein Buch hinein, was dazu führt, dass er zuweilen etwas zu ausschweifend wird, das Tempo der Handlung leidet zuweilen ganz gewaltig. An manchen Stellen ist das angesichts der zu schildernde Hintergründe wohl unvermeidbar, aber insgesamt wären 150 Seiten weniger für den Roman besser gewesen. Zwar geht die klare Linie beim Erzählen nicht wirklich verloren, aber die ausschweifenden philosophischen und wissenschaftlichen Erörterungen fordern nicht nur die volle Aufmerksamkeit der Leser, sondern sind zuweilen auch deutlich zu weitschweifig. Immerhin zeigt der Autor, dass er ausgezeichnet recherchiert hat. Wer also auch bei der Lektüre eines Spannungsromans gerne etwas lernt, wird von diesen Passagen sogar begeistert sein.

Das Buch ist kein klassischer Kriminalroman, nach dem Muster "Motiv-Mord-Täter". Vielmehr hat der Autor hier einen Thriller vorgelegt, der außerordentlich vielschichtig ist. Das zeigt sich auch bei den Ermittlern um Kommissar Hans Bauer und ihre ausländischen Kollegen. Zwar steht er mehrfach im Zentrum, ist aber keineswegs der alleinige "Held" der Geschichte. Bauer hat ein persönliches Trauma zu überwinden, und sein Schicksal steht immer wieder im Mittelpunkt der Erzählung. Im Team gibt es dann einige "klassische" Typen, wie sie auch gerne in den Vorabend-Krimis des deutschen Fernsehens präsentiert werden. Da ist die Polizistin, die sich mit ihrer großen Klappe gegen die Machos durchsetzen muss. Da sind die stillen, aber hartnäckigen Ermittler, die ihren Job machen. Und als Gast tritt eine britische Profilerin auf, die mit ihrer Erfahrung und ihren Fachkenntnissen den ganzen Rest "in die Tasche" steckt. Zuweilen gleitet der Autor hier etwas zu sehr ins Klischee-hafte ab, daran muss er bei seinen nächsten Romanen dringend arbeiten.

Im letzten Drittel nimmt die Geschichte wieder deutlich an Fahrt auf, die vorher gezeigten Schwächen werden dadurch nur bedingt übertüncht. Immerhin sind der Plot und insbesondere das Finale so spannend angelegt, dass man als Leser nicht wirklich in die Versuchung kommt, vorzeitig auszusteigen. Insgesamt gehört das Buch also in die Kategorie "recht ordentlich". Es wäre mehr drin gewesen, wenn der Autor nicht zu sehr seine geschilderten Schwächen ausgelebt und sich von der eigenen Fabulier-Lust hätte mitreißen lassen.

Der Parasit / Der fremde Wille

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