Menetekel

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • New York: Dutton, 2009, Titel: 'The Sign', Seiten: 464, Originalsprache
  • Berlin: DAV, 2010, Seiten: 6, Übersetzt: Johannes Steck
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2012, Seiten: 640

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Jürgen Priester
Mehr Realismus steht ihm gut

Buch-Rezension von Jürgen Priester Mai 2010

Raymond Khoury hat deutlich abgespeckt. Natürlich nicht er, sondern sein neuer Thriller Menetekel. Im Vergleich zu seinen vorangegangenen Werken Scriptum und Immortalis fehlen seine (kirchen)historischen Ausflüge und seine Grenzgänge ins Reich der Phantastik. Das hat dem Roman gut getan. Menetekel ist gradliniger, glaubwürdiger, aktueller. Man könnte einwenden, dass 650 Seiten nicht gerade ein Zeichen von Schmalhans Küchenmeister sei, aber der Wunderlich-Verlag ist äußerst großzügig mit dem Platz umgegangen – gelesen habe ich gefühlte 400 Seiten.

Seinem Lieblingsthema ist Khoury treu geblieben: der Religion; besser gesagt seiner Aversion gegenüber den institutionalisierten Religionen. Diesmal hat er die Fundamentalisten in den USA ins Visier genommen.

Grace Logan ist der attraktive Star eines amerikanischen Nachrichtensenders. Mit ihrem Aufnahmeteam ist sie unterwegs in der westlichen Antarktis, um über das zunehmende Abschmelzen des dortigen Schelf-Eises, das durch die globale Erwärmung dramatische Ausmaße angenommen hat, zu berichten. Das Auftauchen einer Leuchterscheinung, einer freischwebenden, holografischen Kugel von 50 Meter Durchmesser, lässt sie und die anwesenden Wissenschaftler des Forschungsschiffes, das berstende Eis vergessen. Bilder von dieser außerirdisch anmutenden Kugel gehen via Live-Schaltung um die Welt und setzen die Menschheit in Aufruhr, da es keinerlei rationale Erklärung für dieses Gebilde zu geben scheint. Spekulationen sind Tür und Tor geöffnet. Ist es gar ein Zeichen Gottes - eine Warnung, der Umweltzerstörung ein Ende zu setzen ?

Für Grace Logan wird die Angelegenheit noch mysteriöser, als sie einen Anruf aus dem fernen Ägypten erhält. Ein Mönch berichtet ihr von Wandmalereien mit genau denselben kugelartigen Zeichen, die ein in einer Einsiedelei lebender katholischer Pater gemalt haben soll. Dieser Pater, Hieronymus mit Namen, hat lange Jahre im Sudan karitative Projekte betreut, bis eine innere Stimme ihm den Weg in die Wüstenei wies.

Während sich Grace auf den Weg in die ägyptische Wüste macht, erhält in Boston, Massachusetts, auch Matt Sherwood einen Anruf. Vince Dillinger, ein früherer Arbeitskollege von Matts tödlich verunglückten Bruder Danny, bittet um ein Treffen, weil Dannys letzter Auftrag in Namibia mit der Erscheinung am Südpol in Verbindung stehen könnte. Obwohl ihre Unterredung nichts Brisantes zu Tage fördert, werden die beiden danach von Unbekannten gekidnappt. Matt kann entfliehen. Vince Dillinger wird am Abend tot aufgefunden.

Sherwood, der sein Leben mit der Restaurierung von Oldtimer-Autos bestreitet, nachdem er des öfteren wegen Bagatelle-Delikten im Gefängnis gewesen war, versucht nun Licht in beide Todesfälle zu bringen, nichtahnend, dass er damit einer mächtigen Organisation in die Quere kommen wird. Seine ersten Recherchen führen ihn von Dillingers Freund und Kollegen Jabba, über den Projektleiter von Bruder Dannys letztem Auftrag, hin zum Geldgeber Larry Rydell, Milliardär und aktiver Umweltschützer. Rydell und seine Helfershelfer haben Großes vor, durchaus zum Wohle der Menschheit. Aber wie es nun mal im Leben ist, läuft nicht alles so, wie sie sich das vorgestellt hatten.

Ein spektakulärer Auftakt, dann rasch wechselnde Schauplätze. Protagonisten, die zueinander finden müssen, ihre Gegenspieler, die sich langsam auseinander dividieren, immer reichlich Actionszenen für die jüngere Leserschaft – diese Bausteine machen einen modernen Thriller aus und bewähren sich auch in Khourys Plot. Wenn man von ein paar kleinen Unstimmigkeiten absieht, wie z.B. einen kleinen unbedarften Ganoven, der zur Killermaschine mit Doppel-Null-Qualitäten mutiert, ist an Menetekel wenig auszusetzen.

Gelungen und nachvollziehbar ist die Einbettung des Themas "Religion", auch wenn es ziemlich USA-spezifisch um den Einfluss von Fernsehpredigern oder die Scheinheiligkeit von Politikern wie Reagan und Bush geht.

Für alle Freunde von Action-, Polit- oder Verschwörungsthrillern bietet Menetekel gute Unterhaltung, weil es eine Mixtur aus Allem ist. Und es gibt etwas zum Nachdenken. So sollte es sein.

Menetekel

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Letzte Kommentare:
22.10.2011 17:46:12
kjz

Zunächst einmal springt die Geschichte zwischen mehreren Handlungssträngen
hin und her und der Leser fragt sich, was dies denn alles miteinander zu tun
hat. Erst im letzten Drittel des Buches laufen dann die Handlungsebenen zu
einer Geschichte zusammen. Held des Buches ist ein Kleinganove, der im Laufe
der Handlung fast \'Superman\'-Qualitäten entwickelt. Teilweise wirkt dies etwas
überzogen, hier wäre weniger mehr gewesen.

Die Geschichte ist spannend erzählt, aber man merkt, dass es dem Autor eigentlich um etwas anderes geht. Das Lieblingsthema von R. Khoury ist nämlich die Abneigung gegen jede Form von institutionalisierter Religion. Die Prediger mit ihren Megakirchen inklusive der konservativen Republikaner in den USA geraten hier heftig in die Kritik. (Stichworte: Moral Majority, Tea Party, Bush, Palin) Und so gerät das Buch in seinen philosophischen Passagen zu einem Plädoyer für mehr Liberalität. Der Thriller ist hier nur die Kunstform, um dieses Anliegen des Autors auszudrücken.

Fazit: spannende Lektüre mit einer politischen Botschaft

09.11.2010 17:30:23
geronimox

Für mich war dieser Roman ein echter Pageturner (...doch noch schnell das nächste Kapitel lesen...).

Der Inhalt ist durch die obige Couch-Rezi von Jürgen Priester ja schon ausführlich besprochen.

So bleibt mir nur zu sagen, dass ich die in dem Roman beschriebene Verschwörung für durchaus durchführbar halte. Die Story ist weitestgehend frei von Logikfehlern. Der Grundgedanke der Verschwörung, deren Mechanismen und die zugrundeliegende Technik sind so aktuell, dass ich mich beim Lesen des Romans gefragt habe, warum noch niemand »etwas in der Art« versucht hat.

Auch die Personen des Romans sind (mit ihren persönlichen Abhängigkeiten) hinreichend, wenn auch plakativ, charakterisiert und wären so auch in der realen Welt glaubwürdig.

Mein Fazit: Ein spannender Religions-Verschwörungsthriller, der näher an der Wirklichkeit ist als viele andere klerikale »Mystery« Romane. 8/10

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