Denn ihrer ist das Himmelreich

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • Oslo: Gyldendal, 2008, Titel: 'La de små barn komme til meg', Seiten: 348, Originalsprache
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2009, Seiten: 383, Übersetzt: Dagmar Lendt

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Wolfgang Weninger
Ein wenig Himmel, viel heiße Luft

Buch-Rezension von Wolfgang Weninger Jan 2010

"Lasset die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn solcher ist das Himmelreich." (Markus 10,14)

Zumindest haben sich Kjetil Try und der Rowohlt Taschenbuch Verlag des gleichen Zitats aus dem Evangelium des Markus bedient, wenngleich sich der Autor des ersten Teils annahm, in der Übersetzung von Dagmar Lendt glaubten die Marketingstrategen des Verlags aber offensichtlich, dass der Schluss besser beim Käufer ankäme.

 Kjetil Try tritt im deutschsprachigen Raum zum ersten Mal mit seinem Kommissar Rolf Gordon Lykke an, die Freunde von skandinavischen Krimis zu überzeugen. Lykke, ein Mitfünfziger, ist verheiratet mit einer beträchtlichen jüngeren Frau und hat ein fünfjähriges Töchterchen, es könnte also alles eitel Wonne und Waschtrog sein, wären da nicht die Zweifel, ob seine Frau nicht doch vielleicht einen Anderen und Jüngeren hätte, aber anstatt sich mit ihr auszusprechen, geht er lieber in den Keller und legt Puzzles …

 Dabei wird er allerdings unterbrochen als der Schauspieler Reidar Dahl verschwindet, der bei den Damen nichts anbrennen ließ. Bei der Suche nach dem Frauenschwarm guckt Lykke natürlich in die Tiefkühltruhe, die mit den Innereien des Vermissten gefüllt ist.

Als die nächsten Innereien auftauchen, stellen Lykke und sein Team schnell fest, dass diese zur Ordensschwester Ingrid Kulvik gehörten, die kurz davor stand ihre ewigen Gelübde nach sechs Jahren Novizentum im Kloster Katarinohjemmet abzulegen. Und wie bei Reidar Dahl müssen die Innereien bei lebendigem Leib entfernt worden sein … aber Kommissar Lykke will von einem Serienmörder nichts hören und ermittelt europaweit in Richtung Organhandel.

 Schön langsam nerven die Serienkiller mit religiösem Background und auch beim Krimi "Denn ihrer ist das Himmelreich" glaubt man über weite Strecken, dass alles schon mal da gewesen sei, nur Ort und Zeit variieren und Kjetil Try kann es nicht vermeiden, dass das Blut nur so aus den Seiten trieft. Vielleicht möchte er damit überdecken, dass sein Chefermittler eine langweilige und lahme Ente ist, die (typisch skandinavisch) ein ordentlich angeknackstes Seelenkleid trägt.

 Abgesehen von einem abgeschnittenen Bein und weidmännisch ausgenommenen Leichen von Tier und Mensch ist die Spannung bis zum Ende der Geschichte eher behäbig und nur die Bedrohung von Frau und Kind kann bis zum erwarteten Ende das Lesevergnügen ein wenig steigern.

 Kjetil Try reiht sein mit handwerklich ordentlichem Schreibstil geschriebenen Kriminalroman auf nicht ganz 400 Seiten in die Reihe der Krimis ein, die man lesen kann, aber keineswegs gelesen haben muss. Die Handlung in diesem Buch ist zu wenig originell, die Personen erzeugen keinerlei Sympathiewerte und biblische Wahnvorstellungen hat man schon genügend in besserer Qualität gelesen. Der Kriminalroman ist durchschnittlich schlichte Nordmannskost, die wohl nur dem eingefleischten Skandinavien-Krimifreund als Lektüre empfohlen werden kann.

Denn ihrer ist das Himmelreich

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Letzte Kommentare:
19.07.2016 11:43:27
Kay Wassermeier

Ich kann dem Kritiker ebenfalls nicht zustimmen. Ich habe Try vor Jahren durch Zufall gleichzeitig mit Adler-Olsen entdeckt und war sehr angetan . Der Schreibstil ist fesselnden ich fand die Story äußerst spannend. Das der Ermittler ein Langweiler ist, ist wohl eher Geschmackszache. Leider haben offenbar die Kritiker oft ihre ganz spezielle Meinung, sind aber oft richtungsweisend für den Erfolg von Büchern und Filmen (siehe die Verfilmungen der Adler-Olsen Romane, die in Skandinavien die absoluten Kassenmagneten sind, bei uns aber totgeschwiegen wurden!). Ich kann jedem Krimifan Kjetil Try wärmstens empfehlen.Schade, dass er offenbar eine Schaffenspause einlegt.

04.03.2010 22:01:23
Johanna

Viel Inhalt geht für Befindlichkeitsgedöns von Kommissar Lykke drauf, Ermittlergeschwafel machen ebenfalls einen Großteil des Textes aus. Erst dann geht es um die Taten, die Opfer und ihr Umfeld. Das Hoppla-Hopp-Ende auf den letzten vierzig Seiten, auf denen die Täterfigur zum erstenmal auftaucht, wirkt wie ein Schnellschuß zum Schluß. Das dazugehörige psychologische Profil des Täters ist auch verbraucht. Mit Arne Dahl, Anne Holt oder Karin Fossum hat man mehr Spaß und Spannung. Sprachlich, wie inhaltlich.

20.01.2010 11:01:18
Ringelroth

Meines Erachtens ist dieser Krimi Durchschnitt. Die Idee, auf welche Art und Weise die Morde geschehen, finde ich bemerkenswert, aber was mich bei dieser Art Krimis nervt, ist die Figur des Hauptermittlers. Schon wieder einer, der sich gegen seine Vorgesetzten zur Wehr setzen muss, schon wieder einer, der eher depressiven Art, der private Probleme mit herumschleppt, schon wieder ein einsamer Wolf, unnahbar und doch genial.
Das war und ist alles tausendfach auf Papier gedruckt.
Für etwaige Neuleser: nicht schlecht, aber auch nix Besonderes.

10.01.2010 18:10:41
Marilonka

Ich bin ein großer Freund skandinavischer Krimis und habe natürlich schon viele gelesen.
Ich muß gestehen, daß ich meine Lieblingsautoren bevorzugt kaufe. Als ich das Buch geschenkt bekam hatte ich durchaus meine Vorbehalte,wurde aber angenehm überrascht. Ich habe es sehr gerne gelesen und freue mich auf die nächsten Bände.

08.01.2010 15:33:05
Caruso vom Niederrhein

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Ich würde 80 % vergeben.Die Geschichte war spannend, gut durchdacht und nicht alltäglich, sondern hatte einen Überraschungseffekt.
Die Figuren sind gut gezeichnet und - soweit sie es sein sollten- sympathisch. Das Ermittlerteam ist absolut ausbaufähig und ich freue mich darauf, mehr von den Leuten zu erfahren und weitere Fälle von ihnen zu lesen.
Ich gebe eine klare Leseempfehlung für Krimifans und Liebhaber guter skandinavischer Krimis von Mankell und Tursten.