Eisiges Blut

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • Frankfurt: Fischer Taschenbuch Verlag, 2009, Seiten: 639, Übersetzt: Maria Poets

Couch-Wertung:

90°

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
 50° 100°

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

1 x 91°-100°
0 x 81°-90°
1 x 71°-80°
0 x 61°-70°
1 x 51°-60°
0 x 41°-50°
0 x 31°-40°
0 x 21°-30°
0 x 11°-20°
0 x 1°-10°
B:77.333333333333
V:2
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":1,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":1,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":0,"84":0,"85":0,"86":0,"87":0,"88":0,"89":0,"90":0,"91":0,"92":0,"93":0,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":1}
Mario Marpe
Kein Krimi aber beste Unterhaltung

Buch-Rezension von Mario Marpe Nov 2009

Der Thriller Eisiges Blut spielt in zwei Zeiten und Welten.

Der junge Soldat Sinclair Copley lebte im 19. Jahrhundert und ist 1854 für sein Vaterland Großbritannien in den Krieg gegen das osmanische Reich auf der Krim-Halbinsel gezogen - kurz nachdem er die aus einem niedrigeren Stand stammende Krankenschwester Eleanor kennen- und lieben gelernt hat. Ohne sein Wissen ist nicht nur er auf dem Weg in den Krieg, sondern auch seine Geliebte, die sich als freiwillige Helferin für die dortigen Lazarette gemeldet hat. Dort stecken sich sowohl Sinclair als auch Eleanor mit einer mysteriösen Krankheit an, die sie für immer verfolgen wird...

Durch widrige Umstände hat es das Liebespaar auf ein kleines Schiff verschlagen, welches sie von Lissabon nach Christchurch bringen soll. Doch das Schiff kommt weit vom Kurs ab, so dass es sogar in die Nähe des Südpols getrieben wird. Dort entledigt sich die abergläubische Besatzung ihrer beiden Passagiere...

Der zweite Handlungsstrang spielt in der Gegenwart: Der Journalist und Fotograf Michael Wilde hat eine schwere Lebenskriese, nachdem seine Verlobte auf einer gemeinsamen Klettertour abgestürzt und sehr schwer verwundet wurde. Sie liegt seitdem im Koma und es ist absolut unklar, ob sie sich jemals wieder erholen wird. Ihre Eltern geben Michal die Schuld für den Unfall - und er selbst sich wider besseres Wissen ebenfalls. Als sein Chefreporter Joe Gillespie ihm eine Reportage am Ende der Welt - in der Forschungsstation Point Adélie am Südpol anbietet, greift er kurzerhand zu...

Beide Handlungsstränge verknüpfen sich plötzlich, als Michael auf seinem ersten Tauchgang im Polarmeer in einem Gletscher die Leiche einer Frau entdeckt... Mit großem Aufwand bergen die Taucher die Tote als Eisblock - in dem sich auch eine männliche Person befindet. Die Forscher tauen das Eis langsam auf, um die Leichen untersuchen zu können - doch so tot sind die gar nicht!

Ein spannender Thriller, der immer wieder zwischen den Zeiten springt. Nach und nach erfährt der Leser, wie und warum Sinclair und Eleanor aneinander gekettet ins ewige Eis geraten sind. Auch der Alltag einer Forschungsstation wird dem Leser auf spannende Weise vermittelt. Trotz aller Zeitsprünge entsteht eine flüssige Geschichte und man hat nicht das Gefühl, den Faden zu verlieren oder hingehalten zu werden. Es handelt sich um eine wirklich spannende Vampirgeschichte - gänzlich anders als klassische Vorlagen wie "Dracula" und auch als die aktuellen Versionen von Stephenie Meyer - welche auch super sind;-) Die Geschichte spielt in einem völlig realistischen Umfeld - zwar an einem außergewöhnlichen Ort, da sie am menschlich kaum besiedelbaren und besiedelten Südpol spielt, aber dennoch in einer dem Leser vertrauten Alltagswelt. Dies macht einen Großteil des Reizes solcher Geschichten aus, die insgesamt eher spannend als beängstigend ist. Da der Autor auch nicht dazu neigt, Kämpfe und spannende Szenen soweit auszuschmücken, dass sie platt wirken. So bleibt viel Raum für die Phantasie des Lesers...

Insgesamt eine tolle Version einer Vampirgeschichte. Anders – aber toll!

Eisiges Blut

Eisiges Blut

Deine Meinung zu »Eisiges Blut«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
21.06.2015 19:42:14
Vivian

Zuerst einmal möchte auf den Kommentar der Zeitung eingehen, der über dem Klappentext, auf der Rückseite des Buches abgedruckt ist.

»Als ob Stephenie Meyer und Michael Crichton zusammen einen Spannungsroman schreiben würden.« USA Today

Ich kenne zwar nur Stephenie Meyer dieser beiden Autoren, aber ich glaube selbst wenn man beide kennt ist einem mit dieser Aussage nicht wirklich geholfen!

Das Buch hat weder Ähnlichkeit mit Ihrem Schreibstil, noch mit der Geschichte an sich!

Lediglich eine Kleinigkeit „könnte“ eine Verbindung sein, die aber auch zu tausend anderen Büchern besteht. Jemand der sich das Buch auf Grund dieses Kommentars kauft, ist hier definitiv an der falschen Adresse. Schade eigentlich, denn auch ich hatte mich etwas darauf verlassen. ;)

So nun aber zum Buch und Inhalt an sich!

Durch die Einführung in das Buch, erhält der Leser einen ersten spannenden Eindruck. Jeder der ihn liest sollte danach wissen wollen wie es weiter geht. Vorausgesetzt es ist das richtige Genre des Lesers.

Dieses Buch soll nämlich einen Thriller darstellen…Allerdings versteh ich darunter etwas anderes wie diese Geschichte.

Durch den ständigen Wechsel der beiden Geschichten wird das lesen ein wenig angenehmer gestaltet. Da manche Kapitel wirklich langweilig und Nerven aufraubend ist. Manchmal hat man als Leser gar keine Lust mehr zu lesen, weil alles bis ins winzigste Detail beschrieben ist und auch viele uninteressante Dinge, die keinen richtigen Bezug zu der eigentlichen Geschichte aufweisen. Dadurch wird das ganze Buch unnötig und zum Leidwesen des Lesers in die Länge gestreckt. Ich bin eine Person die gerne dicke Bücher liest, aber hier hätte ich mir 200 Seiten weniger und mehr Spannung gewünscht.

Auch die vielen Wissenschaftlichen Details sind teilweise übertrieben. Die meisten wurden zwar verständlich erläutert, allerdings nicht alle. Manche Dinge sind zwar für das Ende des Buches wissenswert, aber nicht in solchem Umfang.

Zu dem wird immer wieder das privat Leben und der tragische Unfall des Journalisten ins Gedächtnis des Lesers gerufen, welches im nach hinein gar keinen Sinn zur Geschichte selber bringt. Ob das Sympathie oder Mitleid für den Hauptcharakter erregen soll? Ich weiß es nicht..

Der größte Minuspunkt allerdings ist, dass es erst ab Seite 250 (ca.) etwas spannender wird, weil dann die Leichen im Eis gefunden werden und von da an ein wenig Schwung in die Geschichte kommt.

Finde ich persönlich viel, viel zu spät, da dies der Bestandteil des Klappentextes auf Grund der Leser das Buch auch kauft! Ich könnte mir vorstellen, dass viele das Buch schon viel früher wieder zur Seite legen würden. Schade ….

Das Ende ist auch eher enttäuschend, anstatt in die letzten Seiten noch ein wenig Spannung einzubringen, endet es eher mit einer Lovestory. *augenverdreh*

Meiner Meinung nach ist das Genre Thriller falsch gewählt.

Da hat die Today schon eher Recht mit „Spannungsroman“….

10.01.2011 02:13:09
K.R.M. Weiland

Eisiges Blut, Robert Masello

Ich kann nicht verstehn wie Autor und Lektor das übersehn haben.

Seite 210 "Der gesamte Inhalt, bis auf ihr Handy, lag irgendwo unter ihen verstreut."

Die ganze Zeit fragt man sich, ob die unplausible Mischung aus Frostschutz-Horror und kausalitätsfremden, ausschweifenden Nebenbeschreibungen das Buch füllen. Der Verlauf ist ein abstruser Versuch von Vampirgeotecomanie mit historischem Firlefanz. Schade um die Zeit bis man das erkennt.
Die Storry wäre kurz auf 3 Seiten erzählt.

18.09.2010 12:13:40
SunshineRose

Interessanter Mix

Als erstes sollte man erwähnen, dass es sich bei diesem Buch um keinen Thriller im eigentlichen Sinn handelt. Vielmehr hat man hier eine Mischung der unterschiedlichsten Genres in der Hand. Eisiges Blut ist teilweise ein historischer Roman, er enthält aber auch Elemente aus den Bereichen Fantasy und Thriller. Das hört sich natürlich erst einmal etwas merkwürdig an, doch genau diese Kombination hat mir an dem Buch eigentlich am besten gefallen.

Zum Inhalt: Die Handlung springt, vor allem sehr oft zu Beginn des Buches, zwischen der Vergangenheit (also der Mitte des 19. Jahrhunderts) und der Gegenwart hin und her. Der Prolog, welcher im Jahr 1856 spielt von einem vom Kurs abgekommenen Schiffes erzählt, weckt sehr stark das Interesse des Lesers, da man gerne wissen möchte, in welcher Beziehung diese Geschichte mit dem eigentlichen Protagonisten in der Gegenwart, also dem Journalisten Michael Wilde, steht. Auf diesem Schiff befindet sich nämlich ein aus England stammendes Pärchen, welches sich eigentlich auf dem Weg nach Christchurch befindet. Da die Crew des Schiffes diese Passagiere für in höchstem Maße unheimlich hält, werden diese über Bord geworfen. Nach diesem Prolog geht die Geschichte zu Michael über, welcher sich auf den Weg zu einer Forschungsstation in der Antarktis begibt, um über diese einen Bericht zu schreiben. Dort entdeckt er bei einem Tauchgang die Körper zweier Menschen, in einem Gletscher festgefroren. Und hier kommt der Fantasy-Part ins Spiel. Denn diese beiden erwachen wieder zum Leben...

Dies ist wirklich eine Story, die es so noch nicht gegeben hat. Allerdings ist diese nur für Leser geeignet, die auch gerne mal Genre übergreifend lesen. Mir haben diese Verknüpfungen und ganz besonders die Sprünge zwischen den Zeiten ziemlich gut gefallen. Außerdem sind die Charaktere mit ihren kleinen menschlichen Fehlern durchweg richtig sympathisch dargestellt.
Leider gibt es auch von nicht allzu positiven Aspekten zu berichten. So ist meiner Auffassung nach das größte Manko des Autors, dass er nicht den Blick für das Wesentliche hat. So sind manche Szenen sehr ausschweifend, andere hätte man sogar ganz weglassen können. Die eigentliche Handlung, so wie sie auf dem Klappentext des Buches angekündigt wird, beginnt erst nach knapp 200 Seiten. Da kann man sich gut vorstellen, dass der Lesegenuss nicht immer so das Wahre ist. Wäre die Handlung im allgemeinen nicht so interessant gewesen, hätte ich das Buch wahrscheinlich spätestens nach der Hälfte vorzeitig beendet. Daher ist mein Fazit eher durchwachsen: Gute Story, die Umsetzung wäre aber durchaus ausbaufähig gewesen!

23.03.2010 22:08:08
Krimi-Tina

Michael Wilde, ein amerikanischer Journalist, nimmt den Auftrag an, einige Zeit auf einer Forschungsstation in der Antarktis zu verbringen. Während eines Tauchgangs findet er eine ins Eis eingefrorene Frau. Das ist eine Sensation und Wilde birgt den Eisblock. Aber dann beginnen die Ereignisse aus dem Ruder zu laufen.
Warum dieses Buch unter Krimi läuft, ist für mich überhaupt nicht nachvollziehbar. Es gibt kein einziges Verbrechen, das aufgeklärt werden muss. Stattdessen wird die Geschichte der Vorgänge auf der Forschungsstation und in einer zweiten Ebene die der Eleanor Ames erzählt.
Horrorroman ist es auch kein richtiger, dafür fehlt es insbesondere im Mittelteil entschieden an Grusel. Aber dennoch wäre vom Ansatz her diese Einordnung richtiger gewesen.

Die Schilderungen des Klimas und leben in der Antarktis sind wunderbar gelungen, unglücklicherweise habe ich das Buch während einer Kälteperiode gelesen und gleich doppelt gefroren.
Auch der Ansatz mit den zwei Ebenen, damals und heute funktioniert sehr gut. Und der Vergangenheitspart war es eigentlich auch, der mich bei der Stange hielt. Denn generell passiert einfach zu wenig, insbesondere in der Gegenwart. Und Action ist von einigen wenigen Fällen abgesehen völlige Fehlanzeige. Zu guter Letzt ist das Ende aufgesetzt und ziemlich an den Haaren herbeigezogen, selbst für diese Art Buch.
Fazit: nicht schlecht aber leider auch nicht so wirklich gut, dafür hätte etwas mehr Schwung in die Geschichte gehört

19.02.2010 12:11:09
anyways

Michael Wilde ist Journalist und Fotograf für das Eco –Travel - Magazine. Er liebt spektakuläre und gefährliche Recherchen die ihn um die ganze Welt reisen lassen. In seiner Freundin Kristin hat er die perfekte Partnerin für abenteuerliche Freizeitaktivitäten gefunden. Bei einem ihrer Ausflüge verletzt sich Kristin allerdings so stark, dass sie seitdem im Wachkoma liegt.

Michaels Welt liegt in Trümmern, er ist von Selbstvorwürfen zerfressen und vollkommen antriebsgemindert. Zu ihren Eltern hatte er vor dem Unfall auch schon keinen guten Kontakt, jetzt ist er noch viel schlechter. Auch die Antidepressiva bringen ihm nicht das alte Lebensgefühl wieder. In dieser Phase unterbreitet ihm sein Freund und Kollege den Auftrag in der Polarforschungsstation Port Adelié am Südpol für das Journal zu recherchieren. Michael greift sofort zu, um seiner düsteren Umgebung und den ebenso düsteren Gedanken zu entkommen.



Gemeinsam mit dem Wissenschaftler Darryl und der Afroamerikanische Ärztin Dr. Charlotte Barnes kommt er in Port Adelié an.

Das Leben am Pol ist mehr als unwirtlich, neben Schnee, Eis und Stürmen haben die Gastbewohner auch mit der ewigen Sonne zu kämpfen, die den Tag- und Nachtrhythmus völlig durcheinander bringt.

Für Michael allerdings die richtige Abwechslung, er fotografiert Menschen, Umgebung und die Tierwelt, begleitet den Führer der Hundestaffel zur alten , verlassenen Walfangstation der Norweger und taucht mit Darryl, dem Meeresbiologen, ins Südpolarmeer auf der Suche nach seltenen Exemplaren ab. Auf einer dieser Tauchgänge macht er eine bemerkenswerte Entdeckung. Gefangen im ewigen Unterwassereis des Südpols sind die Leichen einer Frau und einer weiteren Person.

Unter schwierigen Bedingungen werden die beiden Körper aus dem Eis gefräst und auf die Forschungsstation gebracht. Mit der Unterbringung der beiden Leichen gehen aber zeitgleich einige merkwürdige und absonderliche Geschehnisse einher, die die Weltvorstellungen von Charlotte, Darryl und Michael völlig durcheinander bringen…





Robert Masallo versteht es gut, die Realität mit fantastischen und mystischen Elementen zu verbinden. Auch wenn ich persönlich selten Fantasieromane lese, hat mich diese Geschichte zumindest bis zur Hälfte des Buches gefesselt. Die Charaktere sind glaubhaft dargestellt, einzig die Figur des Lieutnant Sinclair Archibald Copley wird im zweiten Teil des Buches so negativ beschrieben, so dass man diese Figur mit der im ersten Teil des Buches kaum in Verbindung setzen kann. Auch das Ende des Buches ist leider sehr vorhersehbar, rührselig und ein wenig kitschig. Trotz dieser kleinen Makel habe ich es gerne gelesen.

20.01.2010 12:49:31
kleinfriedelchen

Seit seine Freundin nach einem Unfall beim Bergsteigen im Koma liegt, geht es Michael Wilde nicht allzu gut. Als er von seinem Arbeitskollegen gebeten wird, einen Artikel über den Südpol zu schreiben, inklusive einmonatigem Aufenthalt, überlegt er daher nicht lange. Wo kann man schließlich besser Abstand gewinnen zum deprimierenden Alltag als am menschenleeren, unbarmherzigen Südpol?

Was jedoch eigentlich als Bericht über das normale Leben unter diesen unwirtlichen Bedingungen geplant ist, droht schon nach kurzer Zeit ein Horrorbericht zu werden. Denn bei einer Tauchtour findet Michael ein eingefrorenes Liebespaar im Eis. Als wäre das nicht schon Sensation genug, geschehen bald darauf schreckliche Dinge. Das aufgetaute Paar scheint spurlos verschwunden zu sein und ein Mann wird von einem Schlittenhund angegriffen und stirbt. Während die Wissenschaftler noch ratlos sind über den Verbleib des Paares, wird ein weiterer Wissenschaftler ermordet… von dem Mann, der eigentlich tot sein sollte.

Robert Masello verknüpft in seinem Buch „Eisiges Blut“ zwei parallel verlaufene Erzählstränge miteinander. So erfährt man neben den Geschehnissen am Südpol auch die Geschichte von Eleanor und Sinclair. Einem Liebespaar, das Mitte des 19. Jahrhunderts in England lebte und das letztendlich aneinandergefesselt im ewigen Eis gelandet ist.

Durch seinen angenehm flüssigen Schreibstil hat Masello einen netten Unterhaltungsroman geschaffen, der mich allerdings mit seinen manchmal überraschend brutalen Ereignissen schockiert hat. Aber gerade diese Szenen haben der zeitweise schwächelnden Geschichte wieder Spannung eingehaucht. Besonders die Ereignisse in der Vergangenheit haben sich manchmal etwas fad dahingezogen und das Lesen erschwert. Obwohl ich die Handlung sehr interessant fand, wurde das Ganze jedoch gegen Ende ziemlich vorhersehbar und zu kurz gefasst, als wären dem Autor die Ideen ausgegangen. Trotzdem habe ich mich gut unterhalten gefühlt.

15.01.2010 13:45:48
Beckett11

Robert Masellos neuer Thriller war eine Empfehlung aus der Buchhandlung, die ich mir geben ließ. \'\'Spannend und SPITZE\'\' versprach mit die verkäuferin.

Leider kann ich ihrer Meinung nicht ganz zustimmen. Ließe man das erste drittel weg, so würde ihre Behauptung sicherlich zutreffen. Robert MAsello schreibt in seinem eingenen Stil, sodass es an den spannenden stellen wirklich nicht wegzulegen ist. einzig und allein am anfang braucht er einfach zu lange um alles zuklären und um mit der eigentlichen Thriller- Geschichte beginnt.

Ein plus ist auf, dass das Buch Genreübergreifend ist. So hätte ich zu beginn niemals vermutet dass es einmal ich Richtung fantasy gehen wird. genau so überraschend gut war auch die Geschichte und die damit verbundenen Zeitsprünge ( Gegenwart/ 1850). Das macht der Autor richtig gut. Die geschichte von Eleanor und Sinclair ist wirklich schlimm und ich finde die Verzweiflung der beiden hat Robert Masello gut zum Leser gebracht. nachund nach wird deren \'\'Krankheit\'\' beschrieben und man wird zeuge einer kleinen Weltreise.



Wenn man zum Schluss einen Ebene höher geht, kann man klare Züge zwischen Michael( Um diese person geht es in der Gegenwart) und dem Paar erkennen. Beide waren von Leid verfolgt und geprüft und zu Ende haben BEIDE bestanden!!!

Mehr Details zur Geschichte möchte ich an dieser Stelle nicht verraten...

Alles in Allem kein vergeudetet Kauf, allerdings braucht das Buch einen gewissen anlauf... Es ist auf jeden Fall lesenswert und die geschichte ist wirklich atemberaubend!

17.12.2009 13:35:05
Bell

Nach sage und schreibe 360 (!) von 640 Seiten gab ich das Buch auf. Mir hat die Ruhe, mit der der Autor erzählt, gefallen, mir gefiel die Kulisse am Südpol, der Handlungsstrang um 1854 wurde aber mit der Zeit immer uninteressanter. Zum Glück hört der Wechsel dann auch irgendwann auf und man bleibt in der Gegenwart.

Warum wollte ich nun nicht weiterlesen? Es ist einfach nicht spannend (anfangs schon, aber dann gar nicht mehr), von Thriller kann keine Rede sein. Das fand ich erst wie gesagt auch ganz gut, aber über die lange Strecke von 640 Seiten muss ein Autor dann eben auch mehr zu bieten haben, als einen angenehmen Erzählstil. Es gibt nichts, über das man mal kurz nachdenken kann und will, der ganze Roman besteht fast nur aus Handlung. Jede Szene wird extrem ausgebreitet, sodass auch der letzte Funke Spannung verlischt und ich nur noch wissen will, was jetzt noch passiert. Aber so groß, dass ich fast das gleiche Lesepensum noch einmal auf mich nehme, ist die Neugier dann nicht. Ich lese ziemlich langsam und möchte nicht ewig an so einem Buch lesen, das sich für mich wie Kaugummi zieht. Die letzten Tage habe ich extrem wenig gelesen, weil ich gar keine Lust mehr darauf hatte.

Wer sehr schnell liest, dem würde ich das Buch vielleicht empfehlen, bräuchte ich dafür nur drei, vier Tage, hätte ich es wahscheinlich nicht abgebrochen!

14.12.2009 23:39:01
Antje

Ich liebe Krimis und unheimliche Bücher, die in Schnee und Eis spielen - leider gibt es da gar nicht so arg viel gute! Dieser Roman hier ist tatsächlich kein "echter" Krimi - aber trotzdem unheimlich spannend und süffig geschrieben. Was mich aber kolossal geärgert hat, ist die Inhaltsangabe auf der Buchrückseite - spätestens beim Stichwort "Stephenie Meyer" war mir klar, wie der Hase läuft, denn eigentlich baut sich kontinuierlich die Spannung auf, bis die Auflösung des "Rätsels" geliefert wird - was aber leider - dank Inhaltsangabe - kein Rätsel mehr ist. Trotzdem: Superspannend zu lesen - besser noch ist aber Jurevics "Der Trudeau Vector". Unbedingt lesen!!

12.12.2009 21:42:49
TB

Also mal ehrlich: auf der Rückseite von "Eisiges Blut" wird irgendeine Zeitung zitiert, die - so in etwa - gesagt hat, dass sich das Buch lesen würde, wie wenn Michael Crichton und Stephenie Meyer zusammen einem Thriller geschrieben hätten. Dies ist bei weitem nicht so! Und das sage ich jetzt weder als Twilight-Fan noch als ausgemachte Crichton-Kennerin - aber immerhin zur Ehrenrettung der beiden Erfolgsautoren.
Zwei Handlungsstränge: einmal verfolgt man die Geschichte von Michael Wilde, einem amerikanischen Wissenschaftsjournalisten und Draufgänger - was Abenteuer in freier Wildbahn angeht (wobei die nötige Prise Tragik nicht fehlen darf), und auf der anderen Seite vefolgt man Lieutenant Sinclair Copley und Eleonor Ames im 19. Jahrhundert durch halb Europa. Die beiden Stories sind prinzipiell erst einmal spannend: wissenschaftliche Forschung an der entlegendsten Station am Südpol ist ziemlich interessant und alleine der Alltag der Soldaten und Wissenschaftler dort klingt für mich nach jede Menge Entbehrungen und vor allen Dingen Kälte - aber mich haben Beschreibungen, Artikel und Fotos aus der entsprechenden Ecke immer sehr neugierig gemacht und das schafft auch der Autor erstmal... Die andere Ebene, die anfangs in London spielt und später mit dem Krimkrieg in Verbindung kommt, ist ebenfalls gut dargestellt und nicht uninteressant. Doch dann kommt für mich die Kehrtwende: das Buch entpuppt sich als ein halber Vampirroman, der aber irgendwie keiner sein will. Wissenschaftlich soll das \'Problem\' angegangen werden, Experimente die Lösung (oder besser gesagt die Heilung) bringen...
Also mal ernsthaft: Vampirromane müssen nicht per se schlecht sein, nein, sie können durchaus zur guten Unterhaltung beitragen - aber nicht wenn sie den Eindruck erwecken, sie sind nur zum (verkaufs-)erfolgsversprechenden Zwecke mit Vampiren gespickt, in Wahrheit aber hat der Autor nur ein großes Faible für Wissenschaftsthriller. So wird das Buch nach einem guten Beginn zu haarsträubendem Unsinn, der mich wechselseitig zum Lachen oder Kopfschütteln gebracht hat (und ich vermute mal, dies war nicht gewollt).
Nicht unerwähnt bleiben sollte, dass der größte Teil des Fortgangs und vor allem des Endes so vorhersehbar waren, dass noch nicht einmal die Spannung über die stetig nach unten fallende Handlungskurve hinwegtäuschen konnte.

FAZIT: Enttäuschend - vor allem in Anbetracht dessen, dass dieser Titel bei S. Fischer erscheint!

07.12.2009 23:19:04
JaneM.

Mich konnte "Eisiges Blut" nicht so sehr begeistern wie Mario Marpe. Aber zuerst das positive: eine Forschungsstation am Südpol (wir lernen: Insider sagen nur "Pol") im Sommer bietet eine hervorragende Atmosphäre für einen Horrorroman/ Thriller. Surreal, 24 Stunden Licht und Sonne und trotzdem tödlich. Alle Neulinge werden vom Leiter der Station vor dem "großen Auge" gewarnt: dem Verrücktwerden vor Schlafmangel und Einsamkeit. Masello schafft es, diese Stimmung zu nutzen und in die Handlung einzubauen. Ein großes Plus.
Der Protagonist: ein Abenteuer, der seine ebenfalls abenteuergewohnte Lebensgefährtin auf einer gemeinsamen Tour ans Wachkoma verloren hat und sich mit Schuldgefühlen trägt- naja, nicht sehr originell- aber ok.
Die Parallelhandlung: England Mitte des 19. Jahrhunderts und ein ungleiches Liebespaar: der Soldat aus adeligem Haus und die Krankenschwester, die bei Florence Nightingale lernt. Beide ziehen durch ihren Beruf in den Krimkrieg und erleben die Hölle.
Beide Handlungen für sich sind sehr spannend und auch fesselnd geschildert. Dies geht soweit, dass die Wechsel der Handlungen zwischen den Kapiteln nervend sind, weil man die Handlungen jeweils Ruhe verfolgen möchte. Aber auch das ist zu ertragen.
Der Punkt aber an dem beides zusammenfließt, ist heikel. Beide Liebenden- eingefroren im Gletscher- sind nicht tot. Durch Umstände, die ich jetzt nicht erläutern will, tauen sie lebend auf und sind- Vampire. Eleanor ist nicht ganz so böse wie Sinclair, so dass sich eine amuröse Beziehung zwischen ihr und Michael entwickelt. Ein befreundeter Forscher der Station weiß Rat: er will schnell ein "Gegengift" entwickeln. Sinclair mordet und die Zeit läuft...
Also bitte, dass das Argument "an den Haaren herbeigezogen" bei Vampirroman nicht ganz zieht, ist klar. Aber hier ist es doch zuviel des Guten. Der Roman lässt sich sehr positiv an. Aber es hätte der Handlung gut getan, beide einfach tot und erfroren zu lassen und die Handlung auf die Recherche der Vergangenheit aufzubauen.
Erster Teil 90°, zweiter Teil 50°

BEHIND THE DOOR
Der Raum. Die Tat. Das Rätsel.

Lies die Geschichte, erkunde den Tatort und bringe Licht in das Dunkel um einen mysteriösen Kriminalfall. Welche Auffälligkeiten bringen die Ermittlungen voran? Welches Indiz überführt den Täter? BEHIND THE DOOR - spannende und interaktive Kurz-Krimis auf Krimi-Couch.de.

mehr erfahren