Todeskälte

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • Roggebaai: Umuzi, 2008, Titel: 'Random Violence', Originalsprache
  • Daun: TechniSat Digital, Radioropa Hörbuch, 2009, Seiten: 9, Übersetzt: Jürgen Holdorf

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Wolfgang Franßen
Strafe

Buch-Rezension von Wolfgang Franßen Nov 2009

Nur so zum Spaß wird Farm Boy mit seinen eigenen Kleidungsstücken geknebelt, auf die Motorhaube des Trucks gebunden und durch dichtes Gestrüpp gefahren, damit die Dornen seine Haut aufreißen. Was als Strafe gedacht war, endet tödlich. Ein Ast dringt durchs Zwerchfell direkt in die Lungen ein. Und was macht man mit einer solchen Leiche? Man überlässt sie den kleineren Raubtieren und übernimmt nach der Entlassung aus der Armee die Farm der am Boden zerstörten Familie. Südafrika in den Siebzigern. Ein zufälliger Mord kann eine ausgezeichnete Investition sein.

Jassy Mackenzie entführt uns nach Johannesburg und jeder weiß nicht erst seit Kap der Finsternis von Roger Smith, in Südafrika da herrscht Mord und Totschlag an der Tagesordnung. Hier wiegt der schwere Schatten der Apartheid über einem Land, das vorgibt, längst in seine Zukunft aufgebrochen zu sein. Verdrängte Schuld wandelt sich in neues Verbrechen. Und so wird gleich am Anfang in "Todeskälte" eine Frau vor ihrem Haus erschossen. Scheinbar sinnlos.

Die in Rhodesien geborene Jassy Mackenzie entstammt einer Familie, in der die Mutter selber Shortstorys schrieb. Seit ihrem achten Lebensjahr lebt sie in Südafrika. Sie zeichnet in ihrem erster auf Deutsch erschienener Thriller Schicksale nach, indem sie wie bei einem Patchwork, ihre Geschichte allmählich zusammensetzt, in Erinnerungsfetzen verstreut, die wie durch Scheinwerferlicht kurzzeitig erhellt werden. Während die Privatdetektivin Jade de Jong dabei ist ihren Fall aufzuklären, schlägt sie nach Jahren der Abwesenheit mit den Verfehlungen ihrer eigenen Vergangenheit herum. Von Anfang an befällt den Leser dieses Whodunnit eine dunkle Ahnung, dass auch sie einen Schatten mit sich herumträgt.

Landesweites Borderline

Da gab es den Vater einen ehrenvollen Polizisten, der dabei war, einen Skandal im eigenen Lager ans Tageslicht zu zerren, und bei einem Unfall vor den Augen der Tochter ermordet wurde. Da gibt’s es Robbie, der ein unter Drogen gesetztes Mädchen rächen will und dem Jade zur Hilfe eilen muss, damit ihm einen Drogenhändler nicht in den Rücken schießt. Und da gibt es die Viljoen-Brüder, rechtsextreme Bauern, die sich nach dem Diebstahl von Geräten Luft verschaffen, indem sie einen ihrer Arbeiter den Krokodilen zum Fraß vorwerfen. Einer von ihnen wird das Gefängnis überleben. Auf dessen Freilassung wartet Jade de Jong.

In Mackenzies Südafrika ist niemand frei von Schuld. Die Frage lautet nur: Hat er sich zufällig schuldig gemacht, ist er in etwas Übles hineingerutscht oder ein verkommenes Subjekt, das gerichtet werden muss. Die Leute sind korrupt, Verbrechen werden vertuscht, der ein oder andere fühlt sich zur Selbstjustiz berufen. Ruhig, beinah unspektakulär vermischt Jassy Mackenzie das Heute mit dem Damals. Sie bietet allerdings niemandem die Gelegenheit zu behaupten: Es ist heute nur so schlimm, weil es damals noch schlimmer war.

Mackenzies Suspense entspringt den Biographien weniger einer linearen Steigerung. Ihr Thriller raubt einem nicht den Atem. Auch wenn die Grausamkeit der Menschenverachtung erschreckend ist. Ein solide gebaute Handlung, deren Reiz darin besteht, dass sich die Helden wie durch den Hintergarten der Hölle bewegen.

Verloren, in dem Glauben, ihr Schicksal in den eigenen Händen zu halten. Mit der Zuversicht ausgestattet, diesem Land seine Würde zurückzugeben, indem die Wurzeln von Hass und Verzweiflung ausgerissen werden.

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