Die letzte Offenbarung

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • München : Blanvalet, 2009, Seiten: 509, Originalsprache

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Jörg Kijanski
Leider keine Offenbarung

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Nov 2009

"Ein Geheimnis, dass die katholische Kirche in ihren Grundfesten erschüttern wird" verspricht Stephan M. Rother mit seinem Roman Die letzte Offenbarung. Dies wurde nun aber auch wirklich höchste Zeit - oder ist Ihnen zuletzt ein derartiger Aufreißer untergekommen? Gut, da war mal was. Ein Buch namens "Sakrileg" eines gewissen Dan Brown wurde zu einem Megaerfolg, da die darin kritisierte Kirche – warum auch immer – die Werbetrommel mächtig rührte. Bloß nicht dieses gotteslästerliche Buch kaufen, so war zu hören, was so effektiv ist wie 16-jährige auf die Gefahren von Tabak und Alkohol hinzuweisen. Und wozu die ganze Aufregung? Schließlich hat Dan Brown lediglich ein Szenario entworfen, das es zuvor bei anderen Autoren, zum Beispiel dem Deutschen Edgar Noske, auch schon gab.

So folgten etliche Trittbrettfahrer mit ähnlich konzipierten Werken, in denen die ach so böse katholische Kirche an den Pranger gestellt wurde. Kann man machen, ist aber auf Dauer eher langweilig und wird durch Wiederholung nicht besser. Und jetzt: Bietet Die letzte Offenbarung etwa neue Erkenntnisse (zumindest für Thriller-Fans)??

 Nach einem schweren Brand in Rom wurden große Teile der Biblioteca Apostolica im Vatikan erheblich beschädigt. Darunter zahllose Bücher aus alter Zeit. Eine Kiste besonders wertvoller Schriften soll die Officina di Tomasi restaurieren. Dabei fällt dem jungen Restaurator Amadeo Fanelli im Buchrücken eines mittelalterlichen Werkes über Gartenbaukunst eine Unregelmäßigkeit auf, nachdem er sich bereits gewundert hat, was ein solches Buch überhaupt in den päpstlichen Archiven zu suchen hat. Bei näherer Betrachtung stößt Amadeo auf alte Papierstreifen, die sich als Papyri aus der Zeit des 1. bis 2. Jahrhunderts unserer Zeitrechnung entpuppen. Als er diese übersetzt stößt er auf einen sensationellen Fund, denn sollten die Papyri echt sein, so enthalten sie die geheimen Aufzeichnungen des Apostels Johannes, dem engsten Weggefährten Jesu. Und diese haben es gleich in den ersten beiden Sätzen in sich:

"Am Anfang war das Wort. Doch das ist nicht die Wahrheit."

Amadeo erkennt die mögliche Sprengkraft des Dokumentes und will sich über dessen Echtheit Gewissheit verschaffen. So nimmt er Kontakt zu seinem früheren Mentor Professor Ingolf Helmbrecht auf, der sofort bereit ist nach Rom zu fliegen. Als beide von der Originalität der Papyri überzeugt sind stellen sie fest, dass diese nur den Anfang der Geschichte erzählen. Durch eine besondere Behandlung können sie jedoch eine Geheimschrift entziffern, die auf den Fundort der nächsten Papyri hinweist.

So beginnt ein Wettlauf mit der Zeit und gegen den Vatikan, denn die Brisanz von Johannes "Offenbarung" ist auch dort längst bekannt. Amadeo muss zunächst nach St. Gallen, wo er mit der bezaubernden, aber undurchsichtigen Rebecca die weitere Suche aufnimmt. Von dort geht es schließlich über Oxford, Köln und Prag bis hin zum großen Showdown im …? Richtig, im Vatikan.

Mit großer Detailverliebtheit beschreibt Stephan M. Rother zunächst wie die Papyri entschlüsselt werden. Auch die Verweise auf weitere Codices wie beispielsweise ein Werk von Seneca werden mit großer "Begeisterung" vorgetragen. Ebenso scheint der Autor generell ein Faible für Bücher und Bibliotheken zuhaben. Wer sich also für die Themen Religion und Literatur besonders interessiert macht hier eher wenig falsch.

Und wo bleiben die Toten? Nur Geduld, denn erst auf Seite 125 stolpert Amadeo förmlich über die ersten Leichen. Danach steigert der Autor dann das Tempo, so dass spätestens jetzt auch die Thriller-Fans, eher die Action-Fraktion, auf ihre Kosten kommt. Verfolgungsjagden und Ballereien geben sich die berühmte Klinke in die Hand. Genau dies aber ist ein zentraler Schwachpunkt des Buches. Die "Armeen des Vatikans" stehen erwartungsgemäß bereit und lauern Amadeo und Rebecca ständig auf. Gut zu wissen, dass die geheimnisvolle Rebecca ebenfalls eine größere Anzahl schwer bewaffneter Herren hinter sich weis. Und um dies alles noch zu steigern, gibt es eine dritte "Einheit", die offenbar hinter Professor Helmbrecht steht.

Drei wild um sich ballernde Einheiten und das ganz ohne die üblichen Geheimdienste und Opus Dei. Respekt! Dumm nur (jedenfalls für den Leser), dass diese schwer bewaffneten Herrschaften immer urplötzlich auftauchen. Kaum werden unsere beiden Helden aus heiterem Himmel bedroht, schon rattern die Maschinengewehre der geheimen Helfer. Wo diese wohl so plötzlich herkommen mögen? Und so weiter, wenig heiter.

Um es abzukürzen: Die letzte Offenbarung – gemeint ist nicht dieser Roman, sondern dessen "sensationeller" Inhalt – des Johannes dürfte im echten Leben die Katholische Kirche in der Tat deutlich schwerer erschüttern wie das "Geheimnis" des eingangs erwähnten "Sakrileg". Aber muss man deswegen gleich an zahlreichen Stellen das Gehirn ausschalten und nur dem Zufall seinen Lauf lassen?

Wer sich für Religion und Literatur interessiert, wird auf den ersten zweihundert Seiten durchaus auf seine Kosten kommen. Wer Ballerorgien und teilweise sehr lustige Dialoge liebt ebenfalls. Alle anderen Thrillerfans werden hingegen wohl eher zu dem Ergebnis kommen, dass dieses Buch nicht wirklich eine "Offenbarung" ist.

Die letzte Offenbarung

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