Die Verratenen

Erschienen: Januar 1969

Bibliographische Angaben

  • Mailand: Garzanti, 1966, Titel: 'Traditori di tutti - la seconda avventura di Duca Lamberti', Seiten: 187, Originalsprache
  • Bern; München; Wien: Scherz, 1969, Titel: 'Doppelt gekillt hält besser', Seiten: 155, Übersetzt: Eugen Haas
  • Bern; München; Wien: Scherz, 1982, Titel: 'Doppelt gekillt hält besser', Seiten: 157
  • München; Zürich: Piper, 1990, Titel: 'Tod den Verschwörern', Seiten: 130, Übersetzt: Eugen Haas
  • Wien: Kremayr & Scheriau, 2002, Seiten: 255, Übersetzt: Christiane Rhein
  • München: Goldmann, 2003, Seiten: 255, Übersetzt: Christiane Rhein

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Sanft lässt in einem Vorort von Mailand die junge Frau das Auto über den Rand der Brücke ins Wasser gleiten. Das Paar auf der Rückbank spürt nicht, wie es dem sicheren Tod entgegen geht, denn Alkohol und gutes Essen haben ihre Wirkung nicht verfehlt. Die junge Frau aber fährt ins Hotel zurück, packt ihre Sachen und kehrt heim nach Amerika. Die Polizei steht vor einem Rätsel: Innerhalb weniger Tage haben mehrere Menschen in einem Vorort von Mailand ihr Leben verloren. Ihre Autos stürzten in den kleinen Fluss des Ortes. Erst der ehemalige Arzt Duca Lamberti bringt Licht in die mysteriösen Vorgänge. Er berichtet Polizeichef Carrua vom Besuch eines zwielichtigen Herrn, der sich Solvere nannte und ihn in einer delikaten Angelegenheit aufgesucht hat. Der Besucher kannte Lambertis Namen angeblich von einem Freund namens Sompani, und dieser Sompani ist einer der Toten im Fluss. Als nun kurze Zeit später Solvere ebenfalls tot aus dem Fluss gezogen wird, stossen Lamberti und Carrua auf Indizien für einen international tätigen Schmugglerring, der vor keiner Brutalität zurückschreckt. Doch trotz mehrfacher Attacken lassen sich die beiden Ermittler nicht mehr von ihrer Fährte abbringen und heben schliesslich die örtliche Schmugglerzentrale in einem abgelegenen Landgasthaus aus. Der Tod von Sompani und seiner Freundin passt allerdings nicht ins Bild. Da erreicht Lamberti ein Brief, in dem sich eine junge Frau zu den Morden bekennt. Sie hat ganz persönlich Rache genommen für die skrupellosen Verbrechen des Paares während des Zweiten Weltkrieges. Die Beichte stürzt Duca Lamberti in einen Gewissenskonflikt ...

Die Verratenen

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Letzte Kommentare:
31.03.2013 00:27:31
Anfangsverdacht

Oha, was lese ich da gerade für eine Rezension. Mich hat dieser Roman nach dem Erstling im selben Jahr enttäuscht. Ich würde mit dem Filmbergleich übereinstimmen. Nur das dieser Roman eben ein Drehbuch ist. Ein Drehbuch wiederum macht keinen Roman, sondern wäre bestenfalls eine Anleitung. Für etwas. Dieser Roman hat einige gute bis ausgezeichnete Themen. Diese Operation an der Jungfräulichkeit beispielsweise. Mir scheint aber er packt für die Textlänge zuviel rein. Das hätte mehr Geduld, Sorgfalt und Ausführlichkeit erfordert.
Deutlich zu kurz und so leider oberflächlich.

02.07.2011 11:52:52
tedesca

Alles, was ich schon bei "Das Mädchen aus Mailand" geschrieben habe, trifft auch hier wieder zu. Ein weiteres Mal lief beim Lesen dieser schwarz-weiß-Film in meinem Kopf ab, nur dass sich diesmal ein rotes Mäntelchen, genannt Redingote, eingeschwindelt hat (ähnlich wie der rosa Kindermantel in "Schindlers Liste", falls Ihr Euch erinnert).
Ich finde es faszinierend, wie man dermaßen sensibel und trocken über so unglaubliche Gewalt schreiben kann. Man merkt deutlich, dass Mitte der 60er-Jahre die Traumata des Krieges noch sehr präsent waren, aber auch aktuelle Themen wie Waffenschieberei, Drogen und Terrorismus waren damals in Mailand schon aktuelle Themen.
Scerbanenco malt das Bild einer Stadt, in der Schönheit und Kultur brutal mit Verfall und Verbrechen zusammenkrachen, mitten drin steht die zerrissene Figur des Duca Lamberti, der um nichts in der Welt bereit ist, seine Ideale zu verkaufen.

Ein beeindruckender Roman und ein Muss für alle, die gerne Krimis weit jenseits des Mainstreams der 2000er-Jahre lesen.

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