Was die Toten Wissen

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • New York: William Morrow, 2007, Titel: 'What the Dead Know', Seiten: 384, Originalsprache
  • München: Goldmann, 2009, Seiten: 409, Übersetzt: Mo Zuber

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Dieter Paul Rudolph
Spannend und irritierend

Buch-Rezension von Dieter Paul Rudolph Okt 2009

Bekannt wurde Laura Lippman mit ihrer Serie um die in Baltimore ermittelnde Privatdetektivin Tess Monaghan. Eine solide, manchmal sogar überdurchschnittlich gut geschriebene Kost, auch hierzulande gelobt – aber nichts, was die Autorin irgendwie aus der Masse der talentierten Schreiber dauerhaft hervorgehoben hätte. Dann jedoch wandte sich Lippman anderen Ufern zu und wurde – jedenfalls in den USA – eine Bestsellerautorin.

Zu verdanken hat sie das drei Büchern, die sich thematisch sehr ähneln: Gefährliche Engel, Das dritte Mädchen und Was die Toten wissen. Als Protagonistinnen agieren Mädchen am Beginn der Pubertät, die ein Verbrechen aus der Normalität ihre Mittelschichtdaseins reißt. Was die Toten wissen startet mit einem alltäglichen Verkehrsunfall in Baltimore. Die Verursacherin begeht Fahrerflucht, wird aber gleich darauf von der Polizei gefasst. Den Beamten stellt sie sich als Heather Bethany vor – eine Sensation, denn Heather Bethany gilt zusammen mit ihrer älteren Schwester Sunny seit dreißig Jahren als vermisst. Von einem Einkaufsbummel sind die Mädchen nicht mehr heimgekehrt, es gab keine Hinweise, keine Leichenfunde, die Fallakten schlummern längst mit dem Vermerk "ungelöst" im Archiv.

Detective Kevin Infante steht nun vor der schwierigen Aufgabe, die Identität der Frau, die sich Heather Bethany nennt, zu entschlüsseln. Sie selbst gibt nur zögernd Informationen preis, ihre Geschichte klingt eher wirr. Ein Mann – Polizist – habe die beiden Mädchen gekidnappt, Sunny ermordet und sie selbst jahrelang vergewaltigt. Irgendwann, als Heather aus dem für Päderasten "interessanten" Alter heraus war, sei sie in einen Bus gesetzt und in die Freiheit entlassen worden. Merkwürdigerweise ist sie aber nicht heimgekehrt, sondern hat sich mit  erschwindelten Identitäten durchs Leben geschlagen.

Klingt spannend und ist es auch. Aber ganz anders als von Liebhabern "nervenzerfetzender Psychothriller" erwartet. Denn das Konzept Lippmans unterscheidet sich gänzlich von der gewohnten Spannungsproduktion. Wie schon in den beiden Vorgängerromanen entwickelt sie in Was die Toten wissen ein höchst irritierendes Szenario. Die Mädchen bewegen sich durch ein Niemandsland zwischen Opfer und Täterinnen, sie können in einem Moment das eine, im nächsten das andere sein, sie heischen Mitleid und kommen uns gleich darauf dubios vor. Eingebettet ist die Handlung immer in ein trügerisch normales amerikanisches Mittelklasseleben. In Was die Toten wissen lernen wir Heathers Familie kennen, Menschen, die nach oben wollen und doch ständig fürchten müssen, nach unten durchgereicht zu werden. Menschen mit Idealen, die längst von der Realität geschluckt worden sind, aber auch Menschen, die sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf ihrer brüchigen Existenz ziehen wollen.

Man könnte gegen den Roman einwenden, dass er die Spannung manchmal zu künstlich erzeugt. Aber genau das ist sein Prinzip. Er braucht die Zeit, Heathers Schicksal offen zu legen, um das Bild einer Frau zu zeichnen, die selbst längst nicht mehr weiß, auf welcher Seite von "gut" und "böse" sie steht. Und der Leser weiß es auch nicht. Die überraschende Wendung am Ende des Romans ist durchaus vorhersehbar, schon recht früh führt ein beiläufig eingestreuter Hinweis auf die richtige Spur. Aber, wie gesagt, es ist nicht diese Art von Spannung, auf die Lippman abzielt. Sie beschreibt, durchaus ironisch und pointiert, wie Menschen Opfer und Täter zugleich sind, und das gelingt ihr durchaus beeindruckend. Ob man allerdings dieses Konzept auch im nächsten Roman der Autorin realisiert sehen möchte, ist eine andere Frage. Wohl eher nicht. Laura Lippman täte gut daran, wieder einmal zu neuen Ufern aufzubrechen.

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Letzte Kommentare:
14.11.2011 14:16:13
Silvia

Wohl ein klein wenig irritierend, spannung im sinne von man möchte trotz allem unwichtigen erwähnte und dauernden wiederhohlungen,wissen wies endet.
Es ist aber nicht so das es einem vom hocker haut eher mau als wau
Bei der 200 seite dachte ich wann fängt das buch an mich zu fesseln.. weniger ist manchmal mehr aber vielleicht muss ein buch wie bei einer rezension welche 300 zeichen haben muss mind. 400 seiten haben und man schreibt dass was geschrieben ist