Blutbad

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • New York: Ballantine Books, 2008, Titel: 'Eight in the box', Originalsprache
  • Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag, 2009, Seiten: 299, Übersetzt: Ulrike Wasel und Klaus Timmermann

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Jörg Kijanski
Raffi Yessayan. Merken Sie sich diesen Namen!

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Aug 2009

Haben Sie bei amerikanischen Thrillern auch oft das Problem, dass Ihnen das ganze Kompetenzgerangel zwischen örtlicher Polizei, FBI, CIA und Trallala ähnlich auf die Nerven geht, wie die ganzen verkorksten Existenzen in skandinavischen Krimis? Wenn dem so ist, dann entdecken Sie hier einen Erstlingsroman, der Sie überraschen wird - und merken Sie sich den Namen des Autors.

Als Sohn libanesischer Einwanderer wuchs Raffi Yessayan in Boston auf und arbeitete dort unter anderem elf Jahre lang als Staatsanwalt. So verwundert es kaum, dass in seinem Debütroman "Blutbad" die Bostoner Staatsanwaltschaft einen hohen Stellenwert (Platzbedarf) einnimmt.

Ein Serienkiller treibt in Boston sein Unwesen. Seine Opfer sind erfolgreiche, aber geschiedene Geschäftsfrauen. Erst trifft es kurz vor Weinachten Michelle Hayes, dann im Februar Susan McCarthy. Doch wo sind deren Leichen? Die ermittelnden Polizisten Sergeant Wayne Mooney und Detective Angel Alves stehen vor einem Rätsel, denn an den Tatorten finden sie immer nur eine mit Blut gefüllte Badewanne vor, von den Opfern selbst fehlt jede Spur. Apropos Spuren, diese finden sich an keinem der Tatorte, so dass die Beamten auf der Stelle treten.

Als nur fünf Tage nach dem Mord an Susan McCarthy eine weitere Frau ermordet wird, nimmt die Geschichte eine dramatische Wendung. Anders als die ersten beiden Opfer war das dritte Opfer eine Schwarze und zudem nie verheiratet. Offensichtlich hat der Täter also sein Beuteschema gewechselt und dabei ausgerechnet eine Frau erwischt mit der Detective Alves schon als kleines Kind aufgewachsen ist. Unermüdlich schieben die Ermittler Sonderschichten, doch der Täter macht weiterhin keine Fehler, hinterlässt keine Spuren. Auch ist völlig unklar, was die Opfer miteinander verbindet beziehungsweise wo der Mörder sie kennen gelernt haben könnte.

Die Zeit zerrinnt den Ermittlern unter den Fingern. Der Druck durch Medien und Vorgesetzte steigt und zusätzlich gerät insbesondere Detective Alves in eine vertrackte Situation, da sich seine Frau Marcy völlig allein gelassen um die beiden Kinder kümmern muss. Dann passiert eine ganze Weile nichts mehr, doch der Schein trügt, denn der Mörder wird bald zurückkehren und sein Tempo nochmals drastisch anziehen...

Gibt es schon das Debüt des Jahres? Hier wäre (m)ein Favorit!

Allein der Titel Blutbad erweckt ja schon ganz andere Assoziationen und damit beginnt dieses fulminante Lesevergnügen. Auf wenigen Seiten wird Richter, der Mörder, bei seiner "Arbeit" begleitet. Ebenfalls wird ein kurzer Blick in seine Vergangenheit geworfen um einen Erklärungsansatz zu bieten, wie es soweit kommen konnte. Ansonsten spielt die Geschichte auf zwei Ebenen. Da begleiten wir die beiden Polizisten Mooney und Alves bei ihrer zermürbenden Ermittlungsarbeit, die sie mangels Spuren und Zeugen keinen Schritt weiter bringt, und zum anderen erleben wir den Arbeitsalltag von einer Gruppe junger Staatsanwälte.

Detailverliebte Schilderung des Arbeitsalltages von Polizei und Staatsanwaltschaft.

Aber wieso Staatsanwälte? Connie Darget vom Büro der Bezirksstaatsanwaltschaft wird nach dem Mord an Susan McCarthy zum Tatort gerufen, um den korrekten Ablauf der polizeilichen Ermittlungsarbeit vor Ort zu überwachen. So entsteht die Verbindung zur Staatsanwaltschaft, die sich ansonsten sehr intensiv auf dort anstehende Prozesse und Zeugenvernehmungen vorbereitet. Hier kann Autor Raffi Yessayan aus dem Fundus seiner jahrelangen Erfahrung schöpfen und die Leserinnen und Leser erhalten einen intensiven Einblick in die Arbeit amerikanischer Staatsanwälte. Da es ansonsten keinen erkennbaren Bezug zu den polizeilichen Ermittlungen gibt, erkennt der geübte Krimifan natürlich bald, dass es da noch eine andere "Verbindung" geben muss und spätestens auf den letzten hundert Seiten scheint klar, dass der gesuchte Böse eigentlich jemand von den vermeintlich Guten ist. Die Spur führt nämlich geradewegs in die Bostoner Staatsanwaltschaft.

Gekonnt legt Yessayan mehrere Fehlspuren und schickt damit seine Leserschaft ein ums andere Mal in die Irre und so muss auch Ihr Rezensent ausnahmsweise gestehen, dass er bis zum Schluss eine unschuldige Person in Verdacht hatte. Wer sich nicht an einer detailverliebten Schilderung des Arbeitsalltages von Polizei und Staatsanwaltschaft stört, der findet hier einen vorzüglichen Krimi mit einem überraschenden und vor allem nicht alltäglichen Finale. Ganz großes Kino!

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Letzte Kommentare:
07.01.2010 01:28:41
C1AA5

Zu der Wanne:
Der Mörder legt die Opfer mit an den Armen aufgeschnittenen Pulsadern in eine mit lauwarmen Wasser gefüllte Badewanne.
So wird das Wasser auf der einen Seite in den Körper gepumpt, und auf der anderen Seite hinaus.
Das Wasser vermischt sich mit dem Blut
so kann die Wanne recht voll sein.
Es steht meiner Meinung nach jedoch keine Angabe wie voll die Badewanne ist.
Man könnte 100l Wasser + 4,5-5l Blut rechnen.
Könnte aber ziemlich dünn sein. ;)

07.09.2009 23:13:04
Michael Drewniok

Hmmm ... Dank des Internets konnte ich recherchieren, dass eine Norm-Badewanne (1,8 x 0,9 x 0,5 m) ca. 220 Liter Wasser fasst. Ein 70 kg schwerer Mensch \'enthält\' nur 5 bis 6 l Blut. Wie schafft es der Mörder also, eine Wanne mit dem Blut seiner Opfer zu füllen? Ich muss das wohl nachlesen, zumal die Lektüre dieses Buches wirklich zu lohnen scheint!