Nachtschattenhaus

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • Parma: Ugo Guanda Editore, 2007, Titel: 'Nero di Luna', Originalsprache
  • Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 2009, Seiten: 270, Übersetzt: Petra Knoch

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Peter Kümmel
Unspektakulär mit subtiler Spannung

Buch-Rezension von Peter Kümmel Jul 2009

Von Marco Vichi kannten die deutschen Leser bislang nur die ersten drei Bände seiner Reihe um den Commissario Bordelli (für den deutschen Markt in Casini umbenannt). Mit "Nachtschattenhaus" erschien nun vom florentinischen Autor ein Einzeltitel (zumindest bislang), der sich nicht eindeutig klassifizieren lässt. Er wird auch nicht als "Kriminalroman", sondern schlicht als "Roman" angeboten. Der Klappentext wirkt jedoch geheimnisvoll und verspricht Spannung.

Erzähler und Protagonist von "Nachtschattenhaus" ist Emilio Bettazzi. Der junge Schriftsteller aus Florenz schlägt sofort zu, als sich ihm die Chance bietet, für drei Monate der Stadt zu entfliehen und in einem abgelegenen Bauernhaus in den Hügeln der Toskana die nötige Ruhe zu finden, um seinen neuen Roman zu schreiben. Sein kranker Freund Franco hatte das Haus gemietet, um sich dort zu erholen, der Tod erteilte ihn jedoch zuvor.

Emilio fühlt sich sofort wohl in der Einsamkeit - und das, obwohl die Bewohner dort alles andere als herzlich und kontaktfreudig sind. Dem Fremden steht man dort sehr skeptisch gegenüber. Dies bekommt er vor allem im Einkaufsladen bei Marinella zu spüren, wo man nicht nur alles für den täglichen Bedarf, sondern auch den neuesten Dorfklatsch bekommen kann. Jedoch nur, wenn man Einheimischer ist. Von Small-Talk halten die Einwohner nicht viel, das bekommt Emilio deutlich zu spüren. Auch mit dem Holzhändler Romero verläuft die Kommunikation recht einseitig.

Doch das alles kann Emilio nicht verschrecken. Im Gegensatz zu dem, was er bei einem seiner Abendspaziergänge erlebt. Nicht weit von seiner Behausung entdeckt er eine verlassene alte Villa mit einer Sonnenuhr. Neugierig betritt er das Grundstück und hört plötzlich seltsame Geräusche: Stimmen, Röcheln und Gejammer. Als er beginnt, Fragen zu stellen, werden die Einheimischen noch verschlossener. Auch der Carabiniere will nichts von Emilios Beobachtungen wissen. Als Emilio herausfindet, dass vor über 30 Jahren in der Villa schreckliches passiert sein muss, wird sein Forscherdrang geweckt...

Ein Leseerlebnis der ruhigen Art

Ein sympathischer Protagonist und Erzähler, eine Gegend, in die man sich schon beim Lesen verlieben könnte, dazu Personen, die in dieser Landschaft verwurzelt scheinen - man fühlt sich wohl in dieser Atmosphäre, die Marco Vichi beschreibt. Später gesellt sich zum Erzähler noch ein ebenso sympathischer weiblicher Charakter und eine zarte Liaison bahnt sich an. Über allem liegt ein geheimnisvoller Schatten. Eine Begebenheit aus der Vergangenheit, die an übernatürliche Dinge denken lässt. Gibt es Werwölfe in diesen einsamen Wäldern?

Völlig unspektakulär, mit subtilen Beschreibungen, erzeugt der italienische Autor eine mysteriöse Atmosphäre, die den Leser mitten hinein in die Toskana versetzt. Mit relativ einfachen Mitteln erzeugt Vichi Spannung und lässt den Leser rätseln, ob es für die Geheimnisse eine logische reale Auflösung geben wird oder ob das Übersinnliche eine Rolle spielt. Gab es überhaupt ein Verbrechen oder geht schlicht und ergreifend die Phantastie mit dem Protagonisten durch?

Der Plot ist simpel, Action fehlt weitgehend, doch es macht Spaß, Emilio Bettazzi bei seinen "Ermittlungen" und seinen Bemühungen um die Eroberung der Ärztin Camilla zu beobachten.

Vichis Schreibstil ist dialoglastig und daher flott lesbar. Mit relativ einfachen Stilmitteln versteht er es, Atmosphäre zu erzeugen. Die stimmigen Charakterzeichnungen tragen mit dazu bei, "Nachtschattenhaus" zu einem Leseerlebnis der ruhigen Art zu machen.

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03.03.2010 10:17:27
Benedikt-Paul

Es gibt ihn noch - den guten (?) alten Groschenroman. Schlechte Sprache, fadenscheiniger Plot und lieblos dargestellte Personen. Nun gut, was die Sprache betrifft, so kann dies sicherlich auch an der Übersetzung liegen. Dies vermag ich nicht zu beurteilen. Doch spätestens bei der Handlung ist der Leser mit 2-stelligem IQ doch geneigt, verständnislos den Kopf zu schütteln. Neben der Haupthandlung wird der Protagonist noch durch eine Neben-handlung(-hölle) geschickt: die Liason mit einer Frau. Es folgt also die Schilderung vom Kennenlernen, über Flirtereien bis hin zum unvermeidlichen Beischlaf. Dagegen ist im Grunde nichts einzuwenden aber noch nie ist mir dies in einer derart hölzernen Art und Weise begegnet. Fazit: Wie beim Groschenroman - Lesen und ab damit zum Altpapier

03.03.2010 10:16:46
Benedikt-Paul

Es gibt ihn noch - den guten (?) alten Groschenroman. Schlechte Sprache, fadenscheiniger Plot und lieblos dargestellte Personen. Nun gut, was die Sprache betrifft, so kann dies sicherlich auch an der Übersetzung liegen. Dies vermag ich nicht zu beurteilen. Doch spätestens bei der Handlung ist der Leser mit 2-stelligem IQ doch geneigt, verständnislos den Kopf zu schütteln. Neben der Haupthandlung wird der Protagonist noch durch eine Neben-handlung(-hölle) geschickt: die Liason mit einer Frau. Es folgt also die Schilderung vom Kennenlernen, über Flirtereien bis hin zum unvermeidlichen Beischlaf. Dagegen ist im Grunde nichts einzuwenden aber noch nie ist mir dies in einer derart hölzernen Art und Weise begegnet. Fazit: Wie beim Groschenroman - Lesen und ab damit zum Altpapier