Das letzte Treffen

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • Reykjavík: Mál og menning, 2006, Titel: 'Morðið í Rockville', Seiten: 230, Originalsprache
  • München: btb, 2009, Seiten: 286, Übersetzt: Elena Teuffer

Couch-Wertung:

82°

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
 50° 100°

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

0 x 91°-100°
0 x 81°-90°
1 x 71°-80°
0 x 61°-70°
0 x 51°-60°
0 x 41°-50°
0 x 31°-40°
0 x 21°-30°
0 x 11°-20°
0 x 1°-10°
B:73
V:0
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":1,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":0,"84":0,"85":0,"86":0,"87":0,"88":0,"89":0,"90":0,"91":0,"92":0,"93":0,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":0}
Thomas Kürten
Ein beinah perfekter Plan

Buch-Rezension von Thomas Kürten Mai 2009

Stella Blomkvist bleibt weiterhin ein Mysterium unter den isländischen Krimiautoren. Auch nach inzwischen sieben Romanveröffentlichungen in Island weiß dort noch niemand, wer sich hinter diesem Pseudonym verbirgt. Die Autorin (oder ist es ein Autor?) scheint dieses Verwirrspiel zu mögen und gibt sich weiterhin nicht zu erkennen. Wer weiß, ob ihre Angriffe auf die isländische Exekutive ihr selbst vielleicht schädlich sein können?

Und somit bleibt es dabei, dass auch die Protagonistin in den Romanen auf den Namen Stella Blomkvist hört und aus der Ich-Perspektive erzählt. In Das letzte Treffen, dem sechsten Roman der Serie, bekommt sie es direkt mit drei Fällen parallel zu tun: Einer Frau, die unter häuslicher Gewalt leidet, einem Pfarrer, der von seinem Gemeinderat kaltgestellt wird, und einem reichen Geschäftsmann, der unter Mordverdacht steht.

Ein zwielichtiger Toter

Andri Olafur ist einer der reichsten Isländer. Er hat durch Waffengeschäfte Millionen gescheffelt. Der Tote ist ein amerikanischer Geschäftspartner, der in den 1970er Jahren mal für kurze Zeit auf Island stationiert war. Alles deutet darauf hin, dass Andri Olafur sich mit dem Mann auf der ehemaligen Militärbasis getroffen und ihn kaltblutig umgebracht hat. Doch Stella sind die Beweise zu eindeutig, so als ob jemand sie absichtlich so gelegt hätte. Und dann erhält sie anonyme Hinweise zugespielt, die darauf hindeuten, dass der Tote ein Kinderschänder gewesen sein könnte. Eine sterbenskranke Mutter will endlich Gewissheit über ihren seit 30 Jahren vermissten Sohn. War er ein frühes Opfer des toten Amerikaners?

Wie es sich für einen anständigen Krimi gehört, vermischen sich auch die anderen beiden Fälle früher oder später in die Ermittlungen um den Mordfall. So wird Das letzte Treffen zu einem rundum stimmigen Mainstream-Krimi, in dem jedes Kapitel seine Daseinsberechtigung hat. Nur wenige Elemente, die Stella Blomkvist leider zu einer Art "Markenzeichen" gemacht hat, nerven. So zum Beispiel die immer wieder mehr oder weniger gestelzten Aussprüche, mit denen Stella ein ums andere mal an den Kapitelenden ihre Mama zitiert. Oder aber eine gewollt sprunghafte und unstete Protagonistin, deren Lebensmodell nicht nur für isländische Verhältnisse skurril genannt werden darf. Hauptsache Kohle und Auto stimmen und sie hat möglichst viel Raum für die eigene Freiheit. Begegnet man der Blomkvist zum ersten mal ist das noch interessant, doch beim sechsten mal ist man diesen Markenzeichen langsam überdrüssig.

Wer darüber hinweg sehen kann, wird zugestehen müssen, dass Blomkvist sich von Roman zu Roman gesteigert hat. Sie verteilt weiter kräftig Seitenhiebe an die isländische Polizei und Ränkespiele in den Regierungsbehörden, ordnet dies aber der inzwischen Handlung deutlich unter. Ihre gesellschaftskritische Kernaussage, die zu geringe Hemmschwelle für Gewalt gegenüber Frauen, behält sie auch diesmal bei. Eigentlich nichts Neues also, aber Blomkvist kann das Drumherum von Mal zu Mal immer interessanter und spannender gestalten und inzwischen gelingen ihr auch überraschende und dennoch stimmige Enden.

Das letzte Treffen

Das letzte Treffen

Deine Meinung zu »Das letzte Treffen«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
18.08.2009 21:28:14
muprl

Hier haben wir eine ziemlich witzige Serienheldin. Schlagfertig, lakonisch, selbstbewusst, keine Alkoholikerin, nicht depressiv - obwohl - was steckt wohl unter ihrer schroffen Fassade? So richtig dahinter kommt man nicht, obwohl der Roman in der Ich-Perspektive gehalten ist. Für einen Krimi ja doch recht ungewöhnlich. Das sorgte bei mir erst mal für Verwirrung.
Auch der Stil ist zumindest bemerkenswert. Die kurzen, ja extrem kurzen, Sätze zeugen von Formwillen und verweigern sich dem üblichen "Schönschreib-" oder "Identifizierungsmainstream". Mir hat das gefallen. Es sorgt für einen etwas gehetzten Eindruck im Roman - und das passt. Sorgt aber auch für eine gewisse Oberflächlichkeit, die dieser klugen und mutigen Heldin doch irgendwie zu eigen sein scheint.
Auch die Motzereien gegen politische und wirtschaftliche Vetternwirtschaft und so weiter sind erfrischend direkt.

Die Kriminalstory hinkt allerdings etwas. Spannung kommt nicht so wirklich auf, auch wenn die Fälle interessant anlaufen. Am Ende ist dann doch ziemlich die Luft raus und es gibt einen extrem amerikanischen Showdown, der zu diesem Buch eigentlich so gar nicht passt.

Fazit: Ich würde nur um der Heldin willen noch ein Buch von Stella Blomqvist lesen - und dazu gibt es einfach noch zu viele andere Bücher zu entdecken, die mehr versprechen! 65°

Film & Kino
Knives Out

Bestsellerautor Harlan Thrombey feiert mit seiner Großfamilie, der Haushälterin und seiner jungen, hochgeschätzten Pflegerin Marta Cabrera, seinen fünfundachtzigsten Geburtstag im eigenen luxuriösen Herrschaftshaus. Jeder der anwesenden Verwandten bekommt an diesem Abend eine gut gemeinte, aber existentiell bedrohliche Abfuhr mit auf den Weg. Der Beginn einer unruhigen Nacht, an deren Ende der Hausherr tot aufgefunden wird. Titel-Motiv: © MRC II Distribution Company L.P.

zur Film-Kritik