Kap der Finsternis

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • Stuttgart: Tropen, 2009, Seiten: 356, Übersetzt: Jürgen Bürger und Peter Torberg
  • München: Heyne, 2010, Seiten: 368
  • Bergisch Gladbach: Schall & Wahn, 2011, Seiten: 6, Übersetzt: Matthias Brandt

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Wolfgang Franßen
Glück im Spiel Pech in der Liebe

Buch-Rezension von Wolfgang Franßen Mai 2009

Wirft man einen Stein ins Wasser, schlägt er Wellen. Da kann das Leben noch so beschaulich geplant, die Familienplanung mit besten Vorsätzen angegangen worden sein. Burn und seine Frau trägt eine dieser Wellen bis nach Kapstadt in Südafrika, wo sie unter falschem Namen ihrem alten Leben zu entrinnen suchen, in dem sie in Amerika zu ertrinken drohten.

Roger Smith lässt uns in seinem Erstling nicht viel Zeit. Er reißt uns mitten in eine Story, bei der es einzig und allein ums Überleben geht. Kapstadt nennt er selbst die Hauptstadt der Vergewaltigung und des Verbrechens und so verwundert es nicht, dass Burn als Familienvater zwei Eindringlinge sogleich ermordet, die seine schwangere Frau in ihrem Haus bedrängen. Smith schneidet seine Story schnell. Wie im Film reißt er die Geschichte in Szenen auf, beleuchtet die Handlung in Gegenschnitten und setzt die überhitzten Pole zum Grande Finale zusammen. Atemlos springt er zwischen Figuren und Schauplätzen hin und her und entwickelt neben dem Psychogramm eines Gehetzten das Bild einer südafrikanischen Gesellschaft, die gelernt hat, am Rand des Abgrunds das Leben abzugrasen.

Egal ob Polizist, Verbrecher, Drogenabhängige, Aufrechte wie Korrupte: Sie alle erscheinen nicht wie jemand, der seine Zukunft, gar Gegenwart wirklich im Griff hat. Rachegefühle treiben sie vor sich her.

Viele Mittelständler wie Burn - in Amerika oder anderswo - müssen miterleben, wie ihre besten Absichten daran scheitern, dass die Aufträge ausbleiben, die Insolvenz droht. Geschweige denn, wenn einer wie Burn von den Karten und dem eigenen Glück überzeugt ist und lange Zeit durch die Gewinne am Spieltisch, die Verluste im Alltag auszugleichen versteht, um seiner Frau ein komfortables Leben zu ermöglichen, um als Gewinner dazustehen.

Ans fremde Ufer gespült

Wer würde nicht zum Strohhalm greifen, wenn er das Aus so nah vor Augen hat. In Burns Fall endet die Gewinnsträhne nach einem gelungenen Coup und einem toten Polizisten in einer abenteuerlichen, finanziell gut ausgestatten Flucht in Kapstadt . Seine Frau jedoch empfindet die nächtliche Rettung nicht als Heldentat und denkt selber an Flucht, will sich und die Kinder retten, indem sie zur amerikanischen Botschaft geht, um das Versteckspiel zu beenden. Smith gelingt das Portrait einer Handvoll atemloser Loser, die sich selbst mit leeren Versprechungen mitten im Überleben halten. Er findet für seine kleinen Helden sprechende Namen wie Burn oder Disaster Zondi.

In Roger Smiths mitreißendem Thriller sind allesamt ausgebrannt, geprägt von einer der Apartheid entronnenen, hasserfüllten Gesellschaft, die sich nur zu schützen weiß, indem sie vor allem ein Ziel verfolgt: den Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Beeindruckend auch die Schilderung, wie Südafrika sich bemüht, eine Gesellschaft zu versöhnen, in der sich die Täter von einst öffentlich entschuldigen und trotz ihrer Gräueltaten im Amt bleiben.

Ein Panoptikum der Randexistenzen, der Verachtung für das eigene wie fremde Menschenleben und hinter allem steht der irre Glauben, dass sich nichts wirklich bessern wird.

Wer hetzt eigentlich wen

Es ist die Atmosphäre des späten Abends, die Roger Smith beschwört. Wenn die Straßenlichter sich einschalten, das Tageslicht schwindet, sich vom Tag erholt, Smith Figuren sich auf die Nacht vorbereiten, indem sie wie auf Knopfdruck die Augen aufreißen, weil sie in dem Licht besser zu sehen verstehen. Sie treten aus dem Dunkeln, schlagen erbarmungslos zu und treten wieder zurück. Froh darüber, noch am Leben zu sein.

So wird auch Burn wieder an den Spieltisch zurückkehren. Um was zu tun? An sein Glück zu glauben? Ist das Leben nicht ein Spiel? Kann man es nicht zwingen? Muss man nicht? Wer will sich nicht weismachen, dass er allein das Glück in Händen hält?

Kap der Finsternis

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Letzte Kommentare:
20.05.2014 07:19:45
mg11

Ein sehr hohes Tempo, bei dem man nicht zum Luftholen kommt. Der Autor hält sich nicht mit Nebensächlichkeiten oder Belanglosigkeiten auf. Hier wird nur das Nötigste auf Papier gebracht, was für die Handlung wichtig ist.
Spannend geschrieben und sehr brutal.

Durch das hohe Tempo geht natürlich die Tiefe etwas verloren, was ich persönlich etwas schade fand. Aber dennoch:

Klare Weiterempfehlung von mir!

20.01.2014 10:35:46
Nadir36

Doppeltes Barbecue
Südafrikanischer Remix eines Erfolgsrezepts

Nachahmer haben es oft leichter als die Erfinder, vor allem, wenn sie sich aus einem umfangreichen Repositorium bedienen können. Wenn man die Fehlerquote als Maßstab nimmt, dann ist Roger Smith der bessere Elmore Leonard, dessen Personal und Konstellationen er auf südafrikanische Verhältnisse übertragen hat.
Beim auslösenden Konflikt überwältigt und ermordet ein weißer Irak-Kriegsveteran zwei zugedröhnte Mischlinge aus den Elendsvierteln, die während des Abendessens mal schnell in seine Wohnung eingestiegen sind und sticht beide vor den Augen seiner schwangeren Frau ab. Dergleichen Überwältigungsszenarien gibt es bei Leonard ziemlich häufig (Riding the Rap/Volles Risiko, Mr. Fantasy/Callgirls), zumeist ist es ein weißer guter Cop, der mit dem farbigen Abschaum von Detroit oder Florida fertig wird. Doch Burn, damit öffnet sich Schublade 2 des Elmore-Leonard-Arsenals, ist auf der Flucht.
Der im Zivilleben in der Sicherheitsbranche nicht allzu erfolgreiche Desert-Storm-Teilnehmer hat seine schwächelnden Einkünfte mittels Glücksspiel aufgebessert und wurde nach einer Pechsträhne von seinem Buchmacher zur Teilnahme an einem Banküberfall gepresst, der auf der Rückfahrt ziemlich schief ging. Gute Verbrecher gibt es bei Leonard auch mehr als genug (Out of sight/Zuckerschnute), auch Untergetauchte, deren Tarnung plötzlich auffliegt oder bedroht ist (The Hunted/Die Gejagten).
Burn taucht mit Frau Susan und Sohn Matt in Südafrika unter, hat aber die Risiken am Kap unterschätzt, so z.B. die Korruption. Denn Rikki steckt beim bösen Cop „Gatsby“ Barnard, der in den touristisch nicht relevanten Flats die Gesetze macht, mit 5000 Dollar in der Kreide.
Von daher ist das klingelnde Telefon im Kofferraum beim Entsorgen der Leichen noch das geringste Problem, auch wenn Burns bei dieser Polizeikontrolle noch einmal mit dem Schrecken davon kommt.
Da Burns zwar die Leichen entsorgt hat, bei seinen nächtlichen Aktivitäten aber den Wagen der Spontaneinbrecher vor seinem Haus übersehen hat, sitzt ihm „Gatsby“, der seinerseits seinen Arsch vor einer internen Ermittlung in Sicherheit bringen will, im Nacken. „Gatsby“ ist der schlimmste Kriminelle und zieht, wie seine zahlreichen amerikanischen Vettern im Leonard-Universum, eine verheerende Blutspur hinter sich her. sein Verfolger „Disaster Zondi“ war in der Zeit der Apartheid eines seiner glimpflich davon gekommenen Opfer und schöpft doppelte Motivation aus dem Umstand, dass der fette Barnard bei jenem „Barbecue“ dabei war, in dessen Verlauf die Überreste von Zondis Freund bis zur Unkenntlichkeit verbrannt wurde. Gatsbys Imperium bröckelt und der Cop geht selbst in den Untergrund, nicht ohne Burns Sohn Matt als Geisel zu nehmen. Der angeschlagene, aber nun unter Stress und unkontrolliert mordende Kriminelle ist der nächste Leonard-Topos (Rum Punch/Jackie Brown lässt grüßen).
Diese ganze Jäger- und Gejagten-Situation wird durch ein Gang-Mitglied verschärft, denn Benny Niemand, dessen Gesicht durch einen Axthieb gespalten wurde, ist ein Mongrel und will nach der Entlassung sauber werden. Von daher kümmert es ihn nicht die Bohne, dass der nette Weiße zwei Mitglieder einer konkurrierenden Gang absticht. Doch als Gatsby seinen Hund abknallt, startet Benny seinen eigenen Rachefeldzug gegen den fiesen und fetten Cop und bildet eine Allianz mit Burns. Doch bei der Rückkehr auf Gang-Terrain, werden alte Feinde wach, die ihre persönlichen Rechnungen begleichen wollen. Die etwas komischen Gegengangster mit zusätzlichem Verwirrungspotenzial kennen wir ja auch von Elmore Leonard (Schnappt Shorty), ihr vollkommen schief gelaufener Einsatz hat allerdings eine Funktion in dem Racheporno, den Smith zuletzt in Gang setzt. Denn „Gatsby“ gelingt im Durcheinander die Flucht 
in sein ehemaliges Revier und in sein persönliches Barbecue.
Auch Burns entkommt im Chaos jenes Gehtto-Grillfestes, davon kommen lässt ihn Smith so wenig wie sein Vorbild, allerdings vermeidet er den Reflex, mit dem sich Leonard nach viel fruchtbarer Anarchie viele Schlüsse versaut hat: der Gesetzesknüppel bleibt stecken, der Sheriff wie aus dem Western bleibt daheim, die Anarchie geht weiter. 
Disaster Zondi, der Burns zwar mit polizeilichen Mitteln als den flüchtigen Bankräuber und Polizistenmörder ausgemacht hat, genießt das Grillfest und die Tatsache, dass man endlich mal einem Weißen, der es auch noch verdient hat, einen Autoreifen um den Hals gelegt und angezündet hat, die wohl erste Aktion dieser Art im neuen Jahrtausend.

Die meist reflexhafte Law-and-order-Masche mit dem plötzlich guten Gesetz, die kaum zur vorhergehenden Handlung passt ist die eine Schwäche von Elmore Leonard, die Roger Smith als Epigone, der es besser weiß, vermeidet.
Leonards ungeschickte Gangster, die den kleinsten Tankstellenüberfall regelmäßig in ein bestürzendes Blutbad verwandeln, haben zwar auch ihren morbiden Reiz, passen aber nicht mehr so recht in die kriminaltechnisch dominierten letzten dreißig Jahre. Vor allem nicht, wie lange diese Dussel jedes mal damit durchkommen. Durchaus möglich, dass vieles im Leben nicht so glatt abgeht wie bei C.S.I. und anderen Serien mit rührigen Laborratten, deren Aufklärungsrate wohl mehr mit Verbrechensprävention als der Realität zu tun hat, - aber so dumm wie sich Leonards Ganoven anstellen, wären sie wohl schon zu den Zeiten von Al Capone eine leichte Beute für die Ermittler gewesen.
Da etliche Leonards von mir drei oder auch vier Sterne bekommen haben, gebe ich „Kap der Finsternis“ vier Sterne, obwohl die Übertragung des Personals und unterschiedlicher bestehender Konstellationen auf südafrikanische Verhältnisse der eigentliche kreative Akt gewesen ist. Die Vermeidung jener kriminaltechnischen Fehler, die einem alten Wildwestschreiberling nun mal unterlaufen, der notgedrungen die Branche gewechselt hat und keine neuen Tricks mehr lernen will oder muss, sichern Smith auch seinen vierten Stern, zumal er sein Ensemble wirklich großartig führt und bis zum Schluss sein Tempo beibehält.
In Sachen virtuos inszenierte Kampfszenen und Schießereien wie in Sachen Komik kann Smith mit Leonard allerdings kaum mithalten, seine dummen, ständig mit Tik (Chrystal Meth) zugedröhnten Verbrecher aus den Flats sind nicht zum Lachen, ganz im Gegenteil. Natürlich ist der aus allen Poren und sonstigen Öffnungen stinkende superfiese und ultrafette Bulle Barnard ein Weißer und ein übler Rassist dazu, dem im letzten Fünftel so ziemlich alles heimgezahlt wird. Aber gäbe es nicht den netten Hundefreund mit Knastvergangenheit, der als Baby von der Müllkippe geholt wurde und den Superermittler mit Opferstatus aus dem Kampf gegen die Apartheid, so könnte man das Buch glatt als rassistisch bezeichnen.
Aber ich war noch nie in Südafrika und kann mir schon gar kein Urteil über die Verhältnisse jenseits der Touristenviertel erlauben. Ein fader Nachgeschmack bleibt, trotzdem hat der Nachahmer sich in vielerlei Hinsicht geschickter angestellt. Von daher vier Sterne ein schnell genossenes literarisches Menü, das einem vielleicht ein wenig sauer aufstoßen kann.

01.06.2011 20:22:09
Buboter

Jack Burn sitzt mit seinem Sohn und seiner schwangeren Frau beim Abendessen. Durch die Terassentür kommen zwei Männern, die Burn kurzerhand umbringt. Burn ist selbst auf der Flucht vor der Polizei und muss die Leichen unauffällig verschwinden lassen. Dummerweise werden diese von zwei Jungen gefunden. Der Fund wird der Polizei gemeldet. Ein bigotter, korrupter Polizist, der selbst ins Visier interner Ermittlungen geraten ist, versucht sich die Umstände zu Nutze zu machen.

Roger Smith schildert in relativ kurzen Szenen und anfangs noch weit von einander getrennten Handlungsträngen ein zum Ende hin regelerecht nervenaufreibendes Katz-und-Maus-Spiel in den Slums von Kapstadt. Die Geschichte wird in kurzen, harten Sätzen geschildert. Ab dem Moment, in dem die Handlung erstmal richtig begonnen hat, kommt der Leser kaum dazu Luft zu holen und wird komplett von der Handlung gefangen genommen. Das Ende hat mich dann auch noch wirklich überrascht.

In wenigen Worten zusammengefasst: schnell, knapp, nüchtern, brutal und grausam! 90°

20.03.2011 23:42:39
Heidi Hofmann

Der Autor ist für mich DIE Entdeckung des Jahres! Unglaublich, dass dieses Buch ein Erstlingswerk sein soll. Die Story ist der Hammer! Da stimmt einfach alles! Bei aller Brutalität, die detailreich geschildert wird, sind die handelnden Personen überaus glaubhaft dargestellt und liebevoll entwickelt. - Freu mich wahnsinnig auf die Verfilmung dieser Story. Und werde natürlich alles lesen, was R. Smith künftig noch schreibt. A STAR IS BORN !

12.02.2011 21:47:45
Moehrchen

Jeder gegen jeden

Jack Burn - ein Amerikaner mit einer nicht gerade weißen Weste - sitzt mit seiner Familie in seinem Haus in Kapstadt beim Abendessen. Plötzlich wird die Familie von zwei Gangstern überfallen. Jack kann die beiden überwältigen und tötet sie. Der korrupte Inspector Rudi Barnard - bekannt unter dem Straßennamen Gatsby - vermutet sehr schnell die wahren Zusammenhänge und findet etwas über Jack heraus, was eigentlich keiner erfahren sollte. Dies löst eine Reihe von Ereignissen aus.

Roger Smith wechselt schnell zwischen den verschiedenen Handlungssträngen durch, was den Roman rasant fortschreiten lässt. Er hält sich überhaupt nicht mit Landschaftsbeschreibungen auf, trotzdem erfährt man so einiges über Kapstadt. Vor allem über die Cape Flats, eine Siedlung, in die die schwarze Bevölkerung abgeschoben wurde. Man erfährt aber auch ein wenig über die Wohngegenden am Tafelberg in der überwiegend wohlhabende Familien wohnen.

In dem Buch geht es um Korruption, Drogen, Gangs, Erpressung. Ein Alltag, vor dem man gerne die Augen verschließen würde aber leider ist so was ja überall, nicht nur in Kapstadt, an der Tagesordnung. Roger Smith baut all dies in den Handlungsort Kapstadt ein, einen Ort denn, er nicht nur vom Hörensagen kennt, sondern er lebt dort und das merkt man dem Roman deutlich an. Das Ende des Buches hat mir gut gefallen, es ist durchaus realistisch, wie ich finde und passt gut zum Rest des Buches.

Das Buch ist wirklich gut, es nimmt einen mit in die Straßen von Kapstadt und lässt einen nicht so schnell wieder los. Mein Fazit: Unbedingt lesenwert!

05.12.2010 10:22:10
Anja Schade

Das hier ist ein in Kapstadt spielender moderner Noir, sehr brutal und voller Spannung. Es werden verschiedene Handlungsstränge geschickt miteinander verknüpft, es geht um den mit seiner Familie ín Kapstadt untergetauchten Amerikaner Burn, der in seiner Wohnung in einem Nobelviertel von 2 drogenabhängigen schwarzen Jugendlichen überfallen wird und diese in Notwehr tötet. Da er untergetaucht ist, kann er nicht die Polizei rufen, sondern läßt die Leichen verschwinden. Diese Jugendlichen werden von einem korrupten, brutalen Burenpolizisten gesucht, da sie ihm Geld schulden. Gegen diesen Burenpolizisten läuft ein Ermittlungsverfahren wegen Korruption, er wird von der Polizei ebenfalls gesucht.
Virtuos und unter Hochspannung verknüpft der Autor die einzelnen Stränge.
Bravo für dieses Erstlingswerk!!!

06.11.2010 21:35:18
HerrHansen

Wahnsinn! Dieses Buch ist nicht nur ein Thriller, dieses Buch macht deutlich was hinter der wunderschönen Kulisse in Western Cape wirklich geschieht - auch wenn es Fiktion ist!

Ich selbst habe vor einigen Jahre drei Wochen in Kapstadt verbracht. An keinem Ort der Welt sind mir so viele Drogen angeboten worden, habe ich Diskriminierungen und auch Gewalt in dieser Art erlebt. Angefangen mit einer Autobombe an der Waterfront über einen blutigen Überfall auf eine Polizeistation in Sea- oder GreenPoint bis zur "normalen" Straßenkriminalität. Für einen Mittel- bzw. Nordeuropäer schon eine gewisse Erfahrung.

Smith nimmt den Leser mit auf diese rasante Reise auf die dunkle Seite Kapstadts. Man vergisst die Zeit um sich herum und fühlt sich fast in die Stadt versetzt. Vor dem inneren Auge hatte ich stets den Blick aus den oberen Stadteilen auf die Stadt und die trostlosen Wellblechverschläge der CapeFlats.

Ich habe das Buch gestern aus dem Regal genommen, förmlich verschlungen und soeben begeistert zurück gestellt und das nächste Werk "Blutiges Erwachen" bestellt.

10.10.2010 22:39:33
el_tacco

Das Buch fackelt nicht lang rum. es geht gleich richtig los. Es gibt keine elend langen beschreibungen von irgendwelchen Eindrücken. Alles wird klar und deutlich auf den Punkt genau beschrieben und regt die Phantasie des Lesers bemerkenswert an.

Das Tempo und die Spannung in diesem Buch haben eine großartige Dynamik. Nach bewusster Beanspruchung der Phantasie des Lesers hat man auch mal ein paar Seiten "Ruhe"

Großartig. Muss man gelesen haben. Ich freu mich schon auf die Verfilmung :-)

es gibt 95°

25.09.2010 01:43:50
trisha-mc-millan

Schonungslos und nichts für schwache Nerven! Der Autor hält sich nicht mit langen Charakterstudien oder Landschaftsbeschreibungen auf, die ich doch eigentlich so mag. Schonungslos beschreibt er ein skrupelloses und korruptes Kapstadt, mit den katastrophalen Zuständen in den Cape Flats.
Und doch war ich am Ende erstaunt, dass ich diesen Thriller fast in einem Zug durchgelesen habe.
Die Geschichte selbst ist es nicht, die mich nachdenklich und schockiert zurück gelassen hat, sondern diese furchtbaren Zustände in den Vorstadtslams. Der Wechsel zwischen der "heilen" Welt und dem von Armut geprägten Leben der schwarzen Afrikaner in den Flats, macht diesen Eindruck noch nachhaltiger.
Roger Smith lebt selbst in Kapstadt, und das lässt "befürchten" das der Autor hier realistisch das Leben in den Slums der südafrikanischen Großstädten beschreibt. Ich kann es immer noch kaum glauben. In einem Interview am Ende des Buches äußert sich der Autor zu diesem Thema.

28.08.2010 10:17:36
wellington

Ich fand das Buch sehr gut.Keine Seitezuviel,man steht immer unter Spannung.
Ich werde mir auch das andere Buch von Smith kaufen.Es ist zwar sehr brutal,aber schließlich unter Heyne Hardcore erschienen.Wer action liebt wird das Buchmögen.Auch das Ende hat mir sehr gut gefallen.Absolut empfehlenswert.

21.08.2010 23:55:28
Kinsey

Wer Deon Meyer kennen und lieben gelernt hat, wird von Roger Smith schockiert sein. Während Meyer sein Heimatland – ohne die Schwächen zu übertünchen - mit Sympathie und liebevoller Wärme schildert, ist das Südafrika des Roger Smith nur eins: die Hölle schlechthin. Eine Welt voller Gewalt und Korruption. In der sympathische Identifikationsfiguren allenfalls am Rande vorkommen. Schon nach wenigen Seiten habe ich aufgehört, die Leichen zu zählen, die den Weg der beiden Haupt-Protagonisten kreuzen. Trotzdem ist es eine unglaublich spannende Geschichte, die einem klar macht, wie schnell jeder – unter den entsprechenden Umständen – in ausweglose Situationen geraten kann, die letztendlich nur ein mögliches Ende haben können. Nämlich die unausweichliche Katastrophe. Mein Fazit: extrem authentisch.

04.05.2010 19:42:19
Jack Black

Vil zu gut geschriben ueber die Cape Town.
Der Autor Smith hat in diese Buch wesentlich unterschlagen das es so wild in die ganze Stadt ist.
Ich lebe in diese brutale Stadt schon als ganz kleine Junge und bin voll daran gewohnt.
Fast jeden Tag schon die Morgen man kan horen das knallen von den ganzen Schuswaffen und uberal fliest das Blut von der Wanden.
Auch an die beruhmte Waterfront ist immer das Teufel da und in die ganz fruhe Morgen kan man der Pflatschn horen wen die tote in die Waser geworfen werden.
Ganz brudal ist wenn die deutsche Turisten vol besofen herumgrolen und auf die Menshen mit Bierkruge werfen.

25.03.2010 13:53:17
Alexi1000

Kap der Finsternis ist mein zweiter Roman von Roger Smith, und schon jetzt gesellt er sich zu meinen Lieblingsautoren.
Er schreibt schlicht und ergreifend mitreissend.
Gleich zu Anfang erlebt der Leser ein brutales Verbrechen mit, und von da an lässt der Autor uns nicht mehr aus seinem Griff.
In mehreren lose verwobenen handlungssträngen zieht es einen auf einen gnadenlosen Showdown zu, der in seiner spannung nicht zu überbieten ist!
Smith zeichnet mal wieder ein sehr düsteres Portrait des heutigen Südafrikas, Gewalt ist immer im Verzug, jeden Moment kann Sie explodieren.
Man muss sich mit einer harten Schreibweise arrangieren!
Dann wird man mit einem der besten Thriller der letzten Jahre belohnt!

Schließe mich der Couch an: Volltreffer, 100°.

22.09.2009 20:57:06
nina2401

Atemlos in Kapstadt

Die Leseprobe war Hochspannung pur von Anfang an. Daher war ich sehr gespannt auf dieses Buch. Erzählt wird die Geschichte von Jack Burn, einem amerikanischen Glücksspieler, der mit seiner kleinen Familie in Kapstadt untertaucht. Diese Wahl war nicht so gut, denn die Familie wird Opfer eines Raubüberfalles, der allerdings für die Täter tödlich endet. Durch diesen Vorfall gerät die Familie ins Visier von Gatsby, einem korrupten und rassistischen Polizisten, der allerdings auch die Antikorruptionseinheit im Nacken hat.

Das Buch ist in mehrere Erzählstränge aufgegliedert. Dadurch ist Spannung garantiert und man fühlt sich beim Lesen wie in einem Actionthriller. Die Sprache ist sehr direkt und teilweise auch sehr gewöhnlich. Dies passt zwar sehr gut zur Story, hat mir persönlich aber nicht so gut gefallen. Das Leben in den Elendsvierteln wird sehr detailliert und schonungslos beschrieben, die Lust auf eine Reise in diese Stadt wird einem eher genommen.
Die Spannung steigert sich in der zweiten Hälfte noch mal und ich konnte das Buch kaum noch aus der Hand legen. Sprachlich hätte es allerdings besser sein können.

12.09.2009 17:10:22
stjerneskud

Kap des Mordens

Jack Burn flieht vor seiner Vergangenheit in den USA nach Südafrika. In Kapstadt will er mit seiner schwangeren Frau und seinem Sohn ein neues Leben anfangen. Anfangs verläuft alles nach Plan, bis sie das zufällige Opfern eines Überfalls werden. Jacks heftige Reaktion darauf, bringt den Stein ins Rollen und alsbald steckt er in den größten Schwierigkeiten.

Ich war verwundert, dass ich diesen Thriller in allerkürzester Zeit gelesen habe. Von Anfang an war mir die Geschichte zu brutal und es kommt immer noch schlimmer. Andererseits ist der Schreibstil so mitreißend, dass man dran bleibt und von dem Buch nicht lassen kann. Außerdem hat man das Gefühl, dass ein sehr realistisches Bild von Kapstadt gezeichnet wird und mir will nicht in den Kopf, wie man freiwillig dort hinfahren kann um Urlaub zu machen. Das Stadtporträt steht auch wirklich im Mittelpunkt, denn für die Hauptperson Jack Burn kann man keine Sympathie empfinden und auch seine Taten nicht gutheißen.

Empfehlenswert für alle, die ein zu schöngefärbtes Bild von Kapstadt haben und denen es nichts ausmacht wenn es brutal und blutig zugeht.

26.08.2009 12:54:55
anyways

Kapstadt – abseits der Touristenmetropole.
Hier haben unter falscher Identität Jack Burn, seine schwangere Frau Susan und sein kleiner Sohn Matt vorübergehend Unterschlupf gefunden. Sie bewohnen im noblen Viertel Signal Hill ein großes Haus, doch das Glück währt nicht lange. Sie werden von zwei Mitgliedern einer berüchtigten Straßengang überfallen. Teils aus Notwehr, teils um seine wahre Identität zu schützen gelingt es Jack die beiden Männer zu töten. Doch die Gewaltspirale nimmt damit erst ihren Anfang. Die beiden Verbrecher wurden beim Betreten des Hauses von Benny Mongrel, Nachtwächter und Ex-Mitglied einer befeindeten Gang, beobachtet. Auch der brutale überaus korrupte Polizist „Gatsby“ hat noch eine Rechnung mit einem der Getöteten offen und macht sich ebenfalls auf die Suche nach deren Verbleib. Bei dem Versuch seine Familie zu schützen verstrickt sich Jack immer mehr in ein Netz aus Lügen, Gewalt und Tod.

Roger Smith zeichnet das Leben in Kapstadt abseits der Postkartenidylle. Seine Protagonisten gehen mit äußersten Gewalt und Brutalität gegeneinander vor. Auch das Leben vor und nach dem Apartheitsregime wird schonungslos skizziert.

Sicherlich kein Thriller für schwache Nerven, aber ein perfekt gelungenes Erstlingswerk. Die Geschichte wird flüssig, klar, hart erzählt und verfängt sich nicht in Nebensächlichkeiten.
Absolut lesenswert.

02.06.2009 21:50:04
Nati

Es war der erste Thriller, den Roger Smith schrieb und ich denke es wird nicht sein letzter Roman sein.

Die Geschichte spielt in Kapstadt, der Stadt in der er lebt. Sie zeigt nicht das Urlaubsparadies, sondern die Kehrseite, die Cape Flats eine Vorortsiedlung von Kapstadt, wo jeden Tag der tägliche Kampf ums Überleben stattfindet.

Jack Burn, Amerikaner und Spieler, ist mit seiner hochschwangeren Frau Susan und seinem Sohn Matt auf der Flucht und in Kapstadt untergetaucht. Sie werden durch eine spontane Handlung von Gangmitgliedern in ihrem Haus überfallen. Um seine Familie zu retten, bringt Jack Burn die beiden Ganoven um. Er meldet den Überfall nicht der Polizei, sondern lässt die Leichen verschwinden. Der ehemalige Gefängnisinsasse Benny Mongrel, macht seine Beobachtungen vom Nachbargrundstück. Auch der korrupte und skrupellose Inspektor Rudi Bernard zieht seine Schlüsse. Durch eine willkürliche Handlung wird ein Rad der Gewalt in Gang gesetzt und es beginnt eine rasante Jagd.

Die Atmosphäre ist gut getroffen und wird durch die brutale Ausdrucksweise unterstrichen. Nichts wird beschönigt, sei es der Umgang mit Drogen, Misshandlungen, Vergewaltigungen und Gewalt. Von daher kann ich nur sagen, dies ist kein Buch für zartbesaitete.

20.05.2009 20:05:07
Kerstin Haase

Der Amerikaner Jack Burn ist mit seiner hochschwangeren Frau und dem kleinen Sohn auf der Flucht vor den Behörden der USA in Kapstadt untergetaucht. Ein folgenschwerer Fehler, wie sich herausstellen soll. Bei einem versuchten Raubüberfall durch zwei Gangster ist Jack gezwungen seine Familie zu verteidigen und die Angreifer auszuschalten. Durch seine Vergangenheit kommt eine Zusammenarbeit mit der Polizei nicht infrage. Seine Tat bleibt auch nicht unbeobachtet und somit kommt ein Stein ins Rollen, der eine Lawine beispielloser Gewalt und Korruption auslöst.

Wir lernen im Lauf des Romans weitere für den Fortgang der Handlung wichtige Personen, wie den Exsträfling Benny, der einfach nur ein neues Leben beginnen möchte, und die drogensüchtige Carmen kennen. Die wahrhaft abscheulichste Figur des Romans ist allerdings der korrupte und äußerst brutal agierende Polizist Gatsby. Durch die ständigen Perspektivenwechsel wird eine Spannung aufgebaut, die den Leser nicht mehr loslässt. Es gibt keinen Moment der Langeweile. Der Autor versteht es meisterhaft, die vielen losen Fäden zu einem Ganzen zu vereinen und auch das Ende war für mich befriedigend.

Für etwas empfindlichere Leser ist das Buch vielleicht nicht optimal geeignet, da einige Zugriffe und Foltermethoden doch sehr detailliert geschildert werden. Ich nehme mal an, da der Autor selbst in Kapstadt lebt, wird es sich nicht nur um reine Fiktion handeln und ein gehöriges Körnchen Wahrheit in der Geschichte stecken. Es war immer mal ein Traum von mir die Stadt am Tafelberg zu besuchen. Der Roman hat mir doch ein wenig die Augen geöffnet und lässt mich zweifeln, ob ich diesen Traum wirklich noch leben möchte.

18.05.2009 18:53:42
nosebears

Sensationelles Erstlingswerk

Ein Buch wie ein Orkan!!! Starke Nerven gehören dazu, wenn Roger Smith schonungslos über die Zustände in den Armenvierteln von Kapstadt erzählt. Ihm gelingt es dabei sensationell die Charaktere der Hauptpersonen darzustellen. Burn, der Spieler, der nach einem Überfall mit Mord aus den USA fliehen musste. Seine Familie ist zwar mit ihm nach Kapstadt gekommen, jedoch sehnt sich eine Frau nach einem normalen Leben und entfernt sich so immer weiter von ihm. Benny Mongrel ist ein ehemaliger Sträfling, der nach seiner Entlassung ein unauffälliges, "gutes" Leben führen möchte. Leider kommt ihm dabei die dritte Hauptfigur dazwischen, "Gatsby" ein ekelhafter, korrupter "Burenbulle", der seine Blütezeit wohl während des Apartheidregimes hatte, jetzt aber immer noch mordend durch die Armenviertel streunert, immer auf der Suche nach dunklen Geldgeschäften. Zum Showdown werden all diese Figuren zusammengeführt und es kommt zu einem wahrhaft furiosen Ende.
Roger Smith, der selbst in Kapstadt lebt, schildert ohne Umschweife und mit brutalen Bildern das Leben in den Großstädten von Südafrika -Johannesburg ist da nicht anders- ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es in den Slums während der Apartheid leider Realität war und zum Teil auch heute noch teilweise brutal zugeht.

16.05.2009 18:09:37
anushka

Roger Smith verwebt in diesem Buch wunderbar die verschiedenen Handlungsstränge, bis alle Charaktere, die am Anfang vorgestellt wurden, miteinander verbunden sind: der korrupte weiße Polizist Gatsby, der ehemalige Häftling und jetzt Nachtwächter neben dem Haus der Burns Benny Mongrel, die drogensüchtige Carmen, der schwarze Sonderermittler Zondi aus Johannesburg und schließlich die Burns, sowie verschiedene andere Charaktere. Allerdings geht es bei diesem Zusammentreffen oft sehr blutrünstig zu und ich denke, selbst in Kapstadt dürfte eine gehäufte Zahl an Todesfällen in einer Region auffallen. Ansonsten finde ich den Schauplatz der Handlung gut gewählt und Smith lässt einiges an Wissen über diese Stadt, die Zustände und die Geschichte einfließen, sodass der Ort nicht austauschbar wird und eigene Einflüsse auf die Geschichte hat. Allerdings sind mir die Charaktere teilweise zu brutal und genießen das Töten und Quälen zu sehr, sodass ich an einigen Stellen zusammengezuckt bin. Auf keinen Fall würde dieses Buch als Film sehen wollen. Positiv fand ich wiederum, dass auch die moralischen Aspekte angesprochen wurden, und dass es - anders als in manch anderem Buch - nicht selbstverständlich oder belanglos war, dass Menschen getötet wurden. So distanziert sich Susan Burn von ihrem Mann und auch die Tötungswut von Gatsby hat zur Folge, dass sich ihm ein Sonderermittler an die Fersen heftet.
Alles in allem ist das Buch spannend, besonders für Leser von eher brutaleren Thrillern, denn nach einem leisen, subtilen und komplexen Thriller sucht man hier vergebens. Die Handlung ist geradeheraus und jeder hat mit jedem eine Rechnung offen. Teilweise wird man beim Lesen selbst paranoid, weil man eigentlich keinem trauen kann in diesem Buch. Ich hatte das Buch recht schnell gelesen und fand es auch ziemlich spannend, vor allem ab dem Moment, in dem klar war, wie alle miteinander zusammenhängen und wer hinter wem her ist. Nicht alle erhalten - wie in diesen Büchern eigentlich so typisch - ihre "gerechte" Strafe, was dieses Buch von anderen aus dem Genre abhebt. Und auch das Ende war für mich eine Überraschung.
Mein Fazit lautet daher, dass sich dieses Buch gut in das Genre der Thriller und Krimis einreiht, ohne es neu zu erfinden, jedoch einige individuelle Ansätze (z.B. den Handlungsort) mitbringt, durch die es sich durchaus von der Masse abhebt. Insgesamt bot es mir ein kurzweiliges und spannendes Lesevergnügen.

16.05.2009 14:40:16
Rena

Jack Burn muss mit seiner schwangeren Frau und seinem 4jährigem Sohn aus Amerika flüchten. Als Zufluchtsort sucht er sich ausgerechnet Kapstadt aus. Die Stadt ist geprägt von Verbrechen, Drogen, Armut, Gewalt und korrupter Polizei. Als die Familie eines Abends von Gangstern überfallen wird, bringt Jack diese kaltblütig um. Erst jetzt erkennt seine Frau, mit wem sie eigentlich verheiratet ist. Burn merkt, wie ihm sein Leben entgleitet.
Ich meine, Roger Smith ist mit seinem Erstlingswerk ein tolles Buch gelungen. Er beschreibt gekonnt viele verschiedene Schicksale, die Alle miteinander verknüpft sind. Die Sprache passt perfekt zum Milieu in dem die Story spielt.
Das Buch ist auf keiner Seite langweilig. Ich war begeistert.

14.05.2009 12:57:30
westimama

Nachdem die Leseprobe schon einen fulminanten Auftakt präsentierte, hätte ich quasi schon Wetten darauf abgeschlossen, dass der Autor dieses Tempo nicht würde aufrechterhalten können. Weit gefehlt – er konnte! Ich kann ruhigen Gewissens feststellen, dass dieses Buch auf jeder einzelnen Seite spannend bleibt, und das bis zum Schluss. Somit wird es für alle Krimi- bzw. Thrillerfans zu einem absoluten Muss.

Für diejenigen, die nach dem Lesen den Eindruck erhalten, dass hier die Ereignisse und das Handeln der Personen stark überzeichnet dargestellt wurde, kann ich nur auf die tatsächlichen Umstände in Südafrika hinweisen. Insofern stellt das Buch dahingehend nicht etwa ein Produkt der Phantasie, sondern leider vielmehr einen Einblick in die Realität dar.

In diesem Zusammenhang genial konstruiert war insbesondere die Figur des Polizisten Barnard, den man schon nach wenigen Seiten am liebsten aus dem Buch herausmeucheln würde.

Überhaupt wachsen einem viele der Figuren im Laufe der Handlung sehr ans Herz: Der arme Junge, der doch nur ein paar Nike-Turnschuhe abstauben wollte und ein tragisches Ende findet, Benny Mongrel, der erstmalig im Leben so etwas wie Liebe empfindet und natürlich

Bessie. Selbst die Fehler des Hauptakteurs, die ihn überhaupt erst in diese Situation gebracht haben, sind nachvollziehbar, da sie nur dazu dienten, seiner Familie ein besseres Leben bieten zu können.



Fazit: Wenn man wie ich mehr als 120 Bücher pro Jahr liest, bildet man sich irgendwann ein, dass einen so schnell nichts mehr überraschen könne. Dies ist weit gefehlt, denn dieses Buch hat genau das geschafft. Warum sonst hätte ich es in nur zwei Tagen durchlesen sollen.

Also: Absolut empfehlenswert!

12.05.2009 12:20:01
Moehrchen

Roger Smith ist 1960 In Johannesburg geboren. Er arbeitet als Drehbuchautor, Regisseur und Produzent. Während der südafrikanischen Apartheid gründete als erster ein international beachtetes Künsterkollektiv, aus diesem gingen einige international erfolgreiche Protestfilme hervor. "Kap der Finsternis" ist sein erster Roman.

Jack Burn - ein Amerikaner mit einer nicht gerade weißen Weste - sitzt mit seiner Familie in seinem Haus in Kapstadt beim Abendessen. Plötzlich wird die Familie von zwei Gangstern überfallen. Jack kann die beiden überwältigen und tötet sie. Der korrupte Inspector Rudi Barnard - bekannt unter dem Straßennamen Gatsby - vermutet sehr schnell die wahren Zusammenhänge und findet etwas über Jack heraus, was eigentlich keiner erfahren sollte. Dies löst eine Reihe von Ereignissen aus.

Roger Smith wechselt schnell zwischen den verschiedenen Handlungssträngen durch, was den Roman rasant fortschreiten lässt. Er hält sich überhaupt nicht mit Landschaftsbeschreibungen auf, trotzdem erfährt man so einiges über Kapstadt. Vor allem über die Cape Flats, eine Siedlung, in die die schwarze Bevölkerung abgeschoben wurde. Man erfährt aber auch ein wenig über die Wohngegenden am Tafelberg in der überwiegend wohlhabende Familien wohnen.

In dem Buch geht es um Korruption, Drogen, Gangs, Erpressung. Ein Alltag, vor dem man gerne die Augen verschließen würde aber leider ist so was ja überall, nicht nur in Kapstadt, an der Tagesordnung. Roger Smith baut all dies in den Handlungsort Kapstadt ein, einen Ort denn, er nicht nur vom Hörensagen kennt, sondern er lebt dort und das merkt man dem Roman deutlich an. Das Ende des Buches hat mir gut gefallen, es ist durchaus realistisch, wie ich finde und passt gut zum Rest des Buches.

Das Buch ist wirklich gut, es nimmt einen mit in die Straßen von Kapstadt und lässt einen nicht so schnell wieder los. Mein Fazit: Unbedingt lesenwert!

09.05.2009 22:25:08
subechto

Jack Burn, seine schwangere Frau Susan und ihr 4-jähriger Sohn Matt werden von zwei Mitgliedern der Gang „Americans“ in ihrem Haus überfallen.

Faried und Rikki, zwei Loser, die sich durch einen dummen Zufall verfahren hatten, auf Drogen sind und eigentlich „nur“ etwas Klauen wollten.

Jack, ein Spieler und Lügner, ermordet die Angreifer. Er war aus den USA geflohen, hatte bereits dort und auch im Irak-Krieg getötet und ist nun wieder auf der Flucht.

Aber auch Inspector Rudi Bernard, genannt Gatsby, ist nicht nur korrupt, sondern ein Killer, der sogar Kinder umbringt.

Einzig der Nachtwächter Benny Mongrel, selbst vorbestraft und körperlich entstellt, der das alles beobachtet hat und Jack -nicht ganz uneigennützig- hilft, stellt so etwas wie einen Gutmenschen dar.

Burn, Gatsby, Fortune, Niemand, Disaster – die Namen sind Programm, die Story krass...

Roger Smith zeichnet in seinem Debütroman Kap der Finsternis ein düsteres Bild von Kapstadt, der Welthauptstadt von Vergewaltigung und Mord. Für Touristen mag es das Paradies sein, für viele andere ist es die Hölle...

Der Schreibstil ist brutal (kurze, abgehackte Sätze), die Sprache oft roh (Slang).

Insgesamt war mir das alles etwas too much: zu viel Gewalt, kaputte Typen, Sex & Drugs:-(

09.05.2009 07:42:18
Elchi130

Roger Smith ist im Filmgeschäft als Drehbuchautor, Regisseur und Produzent tätig. Und das kommt seinem ersten Buch zugute, denn er hat mit Kap der Finsternis einen sehr guten Roman geschaffen.
Ein Amerikaner, der vor seiner Vergangenheit flieht, ein korrupter Cop, den seine Vergangenheit einholt, ein Exknacki, der wieder in sein vergangenes Leben eintaucht... Sie führen völlig unterschiedliche Leben und doch führt ihr Weg sie zueinander.
Es fällt mir leicht, mir Kapstadt genau so vorzustellen: Siedlungen für reiche, vornehmlich weiße Menschen, Ghettos für arme und hauptsächliche schwarze Menschen. Die Menschen sind umgeben von Gewalt, Drogenproblemen und Korruption. Ein riesiges Verwirrspiel beginnt und es stellt sich immer wieder neu die Frage, wer ist der Jäger und wer der Gejagte. Roger Smith schafft es seiner Geschichte immer wieder neue Wendungen zu geben, die spannend und glaubhaft sind und es bis zum Ende bleiben. Dabei ist das Buch nicht nur spannend, sondern zugleich hoch politisch - es regt zum Nachdenken an über Recht und Gerechtigkeit.
Fazit: Tolles Buch! Weiter so!