Tod am Inn

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • München; Zürich: Piper, 2009, Seiten: 285, Originalsprache
  • München; Zürich: Piper, 2011, Seiten: 285, Originalsprache

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Peter Kümmel
Von allem ein bißchen ergibt noch nichts Ganzes

Buch-Rezension von Peter Kümmel Apr 2009

Sommertheater in Wasserburg am Inn. Dieses Jahr wird "Romeo und Julia" gegeben - das berühmte Shakespearesche Liebesdrama, an dessen Schluß die beiden Liebenden tot zu Boden sinken. Im Theater stehen die beiden natürlich amschließend wieder auf und lassen sich vom Publikum feiern. Normalerweise. In Wasserburg jedoch nicht. Die beiden Schauspieler - der Charly und die Moni Öztürk (!) - waren wirklich tot. So weit die Fakten.

Das klingt alles ein wenig banal, doch so nüchtern wird das Geschehen auch geschildert und der Leser stellt überrascht fest: ach, da sind ja schon zwei Morde geschehen. Ohne große Überraschung und ohne Trara - das Leben geht weiter, die Vorstellungen auch. Mit dabei in einer Nebenrolle: Privatdetektiv Johann Watzmann, genannt Sherlock. Der wirkt ein wenig wie eine Kunstfigur, die der Autor aus verschiedenen anderen Krimihelden zusammengebastelt hat. Watzmann lebt in den Tag hinein wie Siggi Baumeister. Geld ist nicht das wichtigste und seine Wohnung steht für Freunde immer offen. Schauspieltalent hat er wie Kluftinger, mehr auf der Bühne als im realen Leben, wo so manches Mal was nicht so läuft wie beabsichtigt. Doch wie dieser hat er dann den richtigen Gedanken zum richtigen Zeitpunkt. Wichtig ist gutes italienisches Essen und dazu passender Wein. Überhaupt geht es so richtig Multi-Kulti zu im schönen Oberbayern (ich sage nur Moni Öztürk) wie auch auf den Seiten des Buches, wo sich gelegentlich auch mal bayerische Wortfetzen mit italienischen und englischen vermischen.

Doch zurück zum Thema: zunächst geht die Polizei von Selbstmord aus, doch eigentlich glaubt keiner so recht daran. Die Moni und der Charly haben sich ja auch im wirklichen Leben geliebt. Nur die Eltern der beiden können nicht so recht miteinander. Die Moni soll schwanger gewesen sein, sie soll aber auch was mit dem Theaterintendanten Lipschitz gehabt haben. Geredet wid ja viel. Und auch der Stöckel Harry, der zuweilen cholerische Regisseur, soll hinter der Moni her gewesen sein. Eigentlich will (vor allem aber soll) der Watzmann ja der Polizei die Ermittlungen überlassen, doch der Lipschitz hat ihn nun mal engagiert. Geld ist dabei nicht so wichtig, aber als Lipschitz dem Watzmann ein Treffen mit dessen großem Schwarm, der Opernsängerin Netrebko, in Aussicht stellt, kann dieser natürlich nicht ablehnen. Nicht überraschend, denn das Buch ist ja schon als "Watzmanns neuer (zweiter) Fall" angekündigt.

Eine abenteuerlich konstruierte Auflösung

Watzmann gerät schnell zwischen die Fronten zweier verfeindeter türkischer Familien. Monis Schwester Leyla will sich von ihrem Mann trennen, wofür dessen Familie natürlich überhaupt kein Verständnis hat. Da ist auch schon mal ein Mordversuch an Leyla drin oder eine Messerstecherei, aber die Morde auf der Theaterbühne passen nicht so recht zum Türken-Clan.

Motive wie auch Verdächtige also gibt es en masse, doch jede der zahlreichen ausgelegten Fährten verläuft im Sande oder ist für Watzmann zu unglaubwürdig. Um so überraschender dann, dass der Mörder schon relativ früh gefunden zu sein scheint, doch die Auflösung des Ganzen ist wesentlich komplizierter als man denkt und schon recht abenteuerlich konstruiert.

Böhms Schreibstil ist gewollt flapsig, ohne dabei wirklich witzig zu sein. Dabei scheint er zuweilen Anleihen bei seinem österreichischen Kollegen Wolf Haas genommen zu haben. Doch auch mit John Irving ("Ein Geräusch, wie wenn einer versucht, kein Geräusch zu machen") scheint er vertraut zu sein.

"Tod am Inn" ist ein Roman, der bestenfalls als leichte Urlaubslektüre taugt und vielleicht des ein oder anderen Humor trifft. Spannung und Vorfreude auf weitere Fälle des ungewöhnlichen Detektiven Watzmann hat er bei mir zumindest nicht ausgelöst.

Nachdem der Piper-Verlag die überaus erfolgreiche Kluftinger-Reihe an Land gezogen hat, spekuliert man wohl auf weiteren Erfolg mit skurrilen Serienhelden aus der süddeutschen Provinz. Der Watzmann scheint dabei jedoch eine Fehlbesetzung zu sein. Zum Druck sei noch vermerkt, dass auf eine bestimmte Seitenanzahl wohl hoher Wert gelegt wird, denn wie sonst sollte der papierverschwenderische Druck erklärbar sein? Seitenränder von 25 mm (oben und unten noch etwas mehr), dazu freie Seiten am Kapitelende machen das Lesen sehr übersichtlich.

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Letzte Kommentare:
11.05.2009 18:10:32
Nordilinga

Auch der 2. Fall des Watzmanns kann nicht wirklich überzeugen - bei der "Löwenjagd" war die Handlung nett, die Personen interessant, aber die Stilschwankungen nervten, der neue Fall bringt keine Steigerung - die Handlung ist naja, die Personen haben nichts dazugelernt und der Stil ist jetzt einheitlich - aber langweilig. Schade.