Seine Abschiedsvorstellung

Erschienen: Januar 2000

Bibliographische Angaben

»Holmes hatte die Filzpantoffeln aus der Halle mitgebracht. Wie Ames beobachtet hatte, waren beide Sohlen dunkel von Blut. ´Seltsam´, murmelte Holmes, als er im Licht des Fensters stand und sie minutiös untersuchte. ´Wirklich höchst seltsam!´ Mit einer seiner raschen, katzenhaften Bewegungen bückte er sich und legte einen Pantoffel aif die Blutspur auf dem Sims.Er passte genau.« Doch weiß auch Sherlock Holmes noch nicht, in wie weit der Mord im Birlstone Manor House mit finsteren Machenschaften in den Kohlerevieren Amerikas zusammenhängt und in wie fern ´der größte Ränkeschmied aller Zeiten, das Zentralgehirn der Unterwelt´, Professor Moriarty, mal wieder die Finger im Spiel hat.

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Letzte Kommentare:
01.11.2017 17:17:32
benfi

Schon im Vorwort erklärt Sherlocks Freund Dr. Watson, der ja fiktiv die Abenteuer von dem Detektiv der Öffentlichkeit zutrug, dass sich der großartige Detektiv in die Downs zu Studienzwecken in Philosophie und Landwirtschaft zurückgezogen hatte. Er fasste aber in diesem Buch seine letzteren Fälle zusammen. Darunter auch seine Arbeit für das Militär, wie in der titel-gebenden Geschichte 'Seine Abschiedsvorstellung' zu Lesen ist. Viele Fans und sogenannte Experten des Autors wie auch der Romanfigur selbst halten ja diese jüngeren Abenteuer als nicht so gelungen, wie seine ersteren Romane und Kurzgeschichten um den Detektiv. Da muss ich allerdings widersprechen! Es ist richtig, das besonders die ersten Geschichten 'Wisteria Logde' oder 'Die Pappschachtel' vom Handlungsverlauf her sich ein wenig wie eine Kopie von 'Eine Studie in Scharlachrot' oder 'Im Zeichen der Vier' lesen lassen, aber in den folgenden Geschichten wird es doch zunehmen spannender. 'Die Bruce-Partington-Pläne' weist doch eine interessante Kriminalgeschichte mit Agenten-Hintergrund auf; in 'Der Detektiv auf dem Sterbebett' wird einmal mehr die große Kunst von Sherlocks Maskeraden aufgezeigt und 'Der Teufelsfuß' hat gar einen gruseligen Touch. Die schon ein wenig melancholisch zu lesende Story 'Seine Abschiedsvorstellung' ist in der Tat recht ungewöhnlich, aber zeigt ein weiteres Mal, wie abwechslungsreich Sir Arthur Conan Doyle mit seiner Charaktere zu Arbeiten pflegte. Ich finde zusammenfassend diese Sammlung an Kurzgeschichten den älteren zumindest ebenbürtig und sie gehören auf alle Fälle voll in das Sherlock-Holmes-Universum integriert!
82°

31.03.2015 15:08:12
Stefan83

Schon der erste Blick auf das Cover der „Kein & Aber“-Ausgabe (bzw. auch die vom „Insel“-Verlag) dürfte vielleicht den ein oder anderen interessierten Leser stutzig machen und irritieren, wird doch der legendäre Detektiv Sherlock Holmes in den meisten Medien, und dadurch auch im allgemeinen Verständnis, mit dem Viktorianischen Zeitalter in Verbindung gebracht – Droschken, Gaslichtlaternen, nasses Kopfsteinpflaster, der Gentleman in Frack und mit Zylinder auf dem Kopf. Es sind diese Bilder, welche unsere Erinnerungen an Sir Arthur Conan Doyles Helden beleben, weshalb das auf dem Deckblatt abgebildete Automobil für viele einen ungewohnten Stilbruch darstellt. Fakt ist aber: Bei Veröffentlichung der Kurzgeschichtensammlung „Seine Abschiedsvorstellung“ im Jahr 1917 war die Regentschaft Königin Victorias schon lange beendet, befand sich das englische Empire in den Wirren des Ersten Weltkriegs verstrickt, welcher weiteren imperialen Bestrebungen einen Dämpfer verpasste und bis zum Kriegsende im November 1918 noch Millionen Menschen das Leben kosten sollte. Für viele bedeutete das Grauen an der Westfront nicht nur persönliches Leid, sondern auch ein Ende der Sicherheit. Trotz zahlreicher Konflikte, Missernten, Hungersnot und einer in Arm und Reich geteilten Gesellschaft – viele Zeitgenossen sahen das Viktorianische Zeitalter rückblickend als Ära des Reichtums und der Stabilität, als „gute alte Zeit“.

Für Sir Arthur Conan Doyle, der bereits 1893 entschied, das Leben seines Protagonisten Holmes zu beenden, da das regelmäßige Verfassen neuer Geschichten zu viel seiner Zeit in Anspruch nahm und er seine schriftstellerische Arbeit auf andere Werke konzentrieren wollte, war der von vielen geliebte Schnüffler mit der Lupe mittlerweile zu einem Mühlstein am Hals geworden, der lediglich aus finanziellen Gründen weitergetragen wurde. Der Ehrgeiz, der Fleiß und diese einstmals gewohnte komplette Hingabe – sie flossen längst vermehrt in andere Projekte (u.a. schuf er 1912 mit Professor Challenger eine zweite, sehr populäre Figur), was sich, wie auch der Tod von Doyles Sohn an der Front, in der Qualität der späteren Fälle niederschlug, welche heute, im Verbund mit dem letzten Sammelband „Sherlock Holmes' Buch der Fälle“, zu den am wenigsten bekannten und von Sherlockians auch am wenigsten geschätzten Geschichten zählen. Ein Grund sich ihnen erst gar nicht zu widmen? Mitnichten, denn auch wenn „Seine Abschiedsvorstellung“ nicht mehr die Klasse und die Brillanz der frühen Holmes-Fälle erreicht – ein Quäntchen des Flairs, der Stimmung und der Leichtigkeit konnte Doyle, der uns die deduktive Arbeitsweise einmal mehr mit überraschenden Wendungen kredenzt, in diese neue Zeit retten.

Folgende acht Kurzgeschichten sind in „Seine Abschiedsvorstellung“ enthalten:

Wisteria Lodge

Die Pappschachtel

Der rote Kreis

Die Bruce-Partington-Pläne

Der Detektiv auf dem Sterbebett

Das Verschwinden der Lady Frances Carfax

Der Teufelsfuß

Seine Abschiedsvorstellung

Bis auf die bereits 1893 geschriebene Geschichte „Die Pappschachtel“, welche vor allem in britischen Ausgaben des Kanons der Kurzgeschichtensammlung „Die Memoiren des Sherlock Holmes“ zugerechnet wird – amerikanische Verleger befanden die Geschichte damals aufgrund des Ehebruch-Themas als zu brisant und druckten sie erst später in der „Abschiedsvorstellung“ ab (die meisten deutschen Verleger haben diese Vorgehensweise übernommen) – sind alle weiteren Fälle zwischen 1908 und 1913 in unregelmäßigen Abständen im „Strand Magazine“ und später auch im „Collier's Weekly“ veröffentlicht worden. Das damals enthaltene kurze Vorwort Doyles fehlt leider in der „Kein & Aber“-Ausgabe, wird aber durch die Anmerkungen im Anhang durchaus wettgemacht, welcher u.a. einzelne veraltete Begrifflichkeiten und Anspielungen erläutert, weshalb man auch gern während der Lektüre einer Geschichte darauf zurückgreift.

Die Zusammenstellung der Geschichten in dieser Anthologie ist – den großen Abständen in denen sie veröffentlicht worden geschuldet – bunt gemischt, wenngleich auffällig ist, dass sich Doyle vom ursprünglichen Ton entfernt, seine Figur Sherlock Holmes etwas massentauglicher gemacht hat. Zwar immer noch belehrend in seinen Ausführungen, fehlt hier doch zumeist diese gerade in frühen Geschichten und Romanen präsente emotionale Kälte und Distanz, welche den Detektiv nicht nur von allen anderen in seinem Umfeld (besonders Dr. Watson) unterscheidet, sondern ihn auch erst in die Lage versetzt, die Kunst der Deduktion bei der Lösung eines Falles anzuwenden. Das nun Holmes in „Seine Abschiedsvorstellung“ zeitweise sogar lächelt oder sich als mitfühlendes Wesen erweist, mutet dann schon fast seltsam an. Doyle hat anscheinend selbst gemerkt und versucht, dies in den Geschichten teilweise sogar zu erklären. Dennoch: Das Profil des früheren Kokain-süchtigen Holmes hat eindeutig an Ecken und Kanten verloren – und die Vermutung liegt nahe, dass man damit ein noch breiteres Publikum erreichen wollte.

Es entbehrt dann nicht einer gewissen Ironie, dass die zu lösenden Fälle selbst um einiges düster geraten sind. Geschichten wie „Der Teufelsfuß“ oder „Die Bruce-Partington-Pläne“ haben nur noch wenig mit dem rätselhaften Spaß eines „blauen Karfunkels“ gemeinsam – sie sind ernster, dunkler, dreckiger und, in der Beschreibung des ausgeübten Verbrechens, auch drastischer und unverblümter geraten. Der Trend, welcher mit „Der Hund der Baskervilles“ und „Das Tal der Angst“ begann, er wird hier fortgeführt, was der Stimmung und auch dem Spannungsgehalt sicherlich zuträglich ist, gleichzeitig aber auch nochmal betont, dass der gemütlich im Arbeitszimmer in der Baker Street ausdiskutierte Fall der Vergangenheit angehört. Für mich zählen die beiden obigen Kurzgeschichten dann auch zu den Höhepunkten dieser Sammlung. Insbesondere „Der Teufelsfuß“ gehört schon allein aufgrund der Wahl des atmosphärischen Schauplatzes (ein abgelegenes Hochmoor nahe der Steilküste) zu Doyles besten Werken, wiewohl die Auflösung und Perfidität des Verbrechens das Setting noch übertrifft. Genau die richtige Lektüre für den stürmisch-verregneten Herbstabend vor dem Kamin, wohingegen Holmes in „Die Bruce-Partington-Pläne“ stattdessen deduktiv nochmal zur Höchstform aufläuft.

Im direkten Vergleich können die anderen Fälle dann leider nicht alle überzeugen, was nicht zuletzt auch daran liegt, dass Doyle hier streckenweise ein bisschen bei sich selbst klaut. Besonders „Wisteria Lodge“ weckt in Aufbau und Verlauf gewisse Erinnerungen: Der alte Mann mit der dunklen Vergangenheit. Die Flucht in ein anderes Land. Der über viele Jahre gehegte Wunsch nach Rache. Hier ist schon die ein oder andere Parallele zu „Das Zeichen der Vier“ zu erkennen, was den Lesegenuss für Neueinsteiger zwar nicht schmälert, Kennern des Kanons aber allenfalls ein wissendes Lächeln abringt. Weit besser gelingt dann der Abschluss mit der titelgebenden Erzählung „Seine Abschiedsvorstellung“, in der Holmes, welcher sich inzwischen im Ruhestand befindlich der Bienenzucht widmet, am Tag des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs nochmal für seine Majestät aktiv wird und einem deutschen Agenten mit gewohnter Nonchalance das Handwerk legt. Ein herrlich kurzweiliges und auch ein wenig wehmütig stimmendes Finale vor dem letzten Akt, der abschließenden Anthologie „Sherlock Holmes' Buch der Fälle“.

„Seine Abschiedsvorstellung“ ist Sherlock Holmes' letzte tiefe Verbeugung („Sherlock Holmes' Buch der Fälle“ habe ich immer als nachgereichten Fanservice verstanden) vor seinem wie immer erstaunten Publikum. Und auch wenn der Detektiv inzwischen in die Jahre gekommen ist – auch Doyles spätes Werk hat sich das Prädikat des immer noch lesenswerten Klassikers redlich verdient, was allein schon daran deutlich wird, dass sich aktuell immer wieder zahlreiche Autoren daran verheben, den lockeren Stil des Originals zu kopieren. Den echten, den richtigen Sherlock Holmes – ihn konnte nur sein Schöpfer, Sir Arthur Conan Doyle.

31.03.2008 18:51:07
caroline zabel

kann mir jemand bitte schnellstens den inhalt des buches sagen..ich brauche den inhalt nähmlich sehr dringend !schickt sie mir entweder per ee-mail oder hier bitte helf mir

15.03.2008 18:02:14
jessica casties

ich interessiere mich seit einiger zeit für holmes, obwohl ich erst 14 jahre alt bin. "his last bow " habe ich zwar noch nicht gelesen, aber ich schätze wenn ich die letzten zeilen lese und mir bewusst wird, dass dies der letzte teil ist werde ich schon etwas ins schluchtzen kommen (wie bei "effi briest ").irgendwie könnte man es bedauern, dass wir nicht im jahre 1885 leben und dass sherlock holmes ausschließlich eine literarische figur ist, denn ich hätte ihn gern einmal kennengelernt.

09.12.2007 16:23:28
SukRam

Eigentlich fasziniert mich Holmes, doch muss ich sagen, dass die Geschichten nach seiner Wiederauferstehung nicht gerade besser geworden sind. An viele wird man sich nach langer Zeit gar nicht mehr recht erinnern können. Manchmal frage ich mich: Was wäre wohl passiert, wenn man Holmes' Einmaligkeit und seinen Intellekt mit mystischen Whodunits von Carr kombiniert hätte?

Meine Wertung: 80°

28.07.2005 18:40:01
Torsten Janssen

Meine Vorredner, scheinen des Deutschen oder des Tippens nicht mächtig zu sein, aber Conan Doyle lesen. ALSO: Liebe Barbara: "The Final Problem" ist zwar der letzte Holmes, allerdings nicht der zuletzt geschriebene." Das letzte Problem" erschien 1914. Die zuletzt verfasste Geschichte ist "Shoscombe Old Place" 1928. Und an Tom: Conan Doyle verfasste von 1888 - 1928 56 Geschichten und 4 Romane ("Eine Studie in Scharlachrot", "Im Zeichen der 4", "Der Hund von Baskerville", "Das Tal der Angst"). Zu seinen bekanntesten Geschichten gehören:"Skandal in Böhmen", "Das gefleckte Band", "Sherlock Holmes Untergang" und "Die Löwenmähne". Grüße

28.07.2005 16:45:42
Barbara .h

Hallo ich bin ein rissen Sherlock Holmes Fan ich habe viele filme gesehen Bücher habe ich leider nur eins gelesen.
Ich besitze den CD packen der 5 besten Geschichten da heißt die letzte und so müsste auch das letzte buch heißen >>Das Letzte Problem

24.11.2004 22:35:18
Tom

Ich möchte mal gern wissen wie viel bücher es von Holmes gibt ich möchte nämlich was über ihn wissen aber bin noch nicht so lange fan davon !!! Ist es normal das die bücher manchmal anders heißen ich mein was soll das dann ist es doch nicht original oder ???

22.03.2004 11:58:49
Jukate

Zuerst einmal HALLO! Ich bin zum ersten Mal auf dieser Seite und habe gleich schon eine Frage: Wie heißt der letzte Band von Sherlock Homes?? Es wäre klasse, wenn mir jemand diese Frage beantworten könnte! Schon mal im Vorraus: VIELEN DANK

29.07.2003 18:54:16
Torsten Janssen

Die Geschichte "The last Bow" (Abschiedsvorstellung) schrieb Conan Doyle kurz vor dem 1. Weltkrieg, das sollte man als Vorinformation ruhig wissen. Besonders die Schlußansprache an Dr. Watson finde ich ergreifend. Auch die 7 anderen Stories sind bestimmt lesenswert, obwohl Conan Doyle sich zwischen der "Löwenmähne" (1907) und "Der letzte Fall" (1914) sieben Jahre Zeit ließ, und die letzte Geschichte wahrscheinlich eher als eine politische Aufforderung an seine Landsleute zu sehen ist, kurz vor dem bevorstehenden Kriege, also eine Widerbelebung Holmes und Dr. Watsons.

04.02.2003 22:11:32
Patrick

Nun gut ich hatte ein anderes Exeplar gelsen die die Reihenfolge der Geschichten vertauscht aber seis drum. ;=) Ich finde den Fall mit dem Teufelsfuß klasse.

29.01.2003 15:28:52
Adrian Lauber

Da hier keine der Kurzgeschichten aufgelistet sind,will ich sie hier vorlegen:
1.Die Pappschachtel
2.Wisteria Lodge
3.die Bruce Partington-Pläne
4.Der Teufelsfuß
5.Der rote Kreis
6.das Verschwinden der Lady Frances Carfax
7.Der Detektiv auf dem Sterbebett
8.Seine Abschiedsvorstellung,Holmes letzter Fall vor dem Ruhestand