Scheidung auf Türkisch

Erschienen: Januar 2008

Bibliographische Angaben

  • Zürich: Diogenes, 2008, Seiten: 323, Übersetzt: Antje Bauer
  • Istanbul: Merkez kitaplar, 2007, Titel: 'Süpheli Bir Ölüm', Originalsprache
  • Zürich: Diogenes, 2010, Seiten: 323

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Sabine Bongenberg
Wortgeplänkel und Streitereien

Buch-Rezension von Sabine Bongenberg Jan 2009

Stellen Sie sich vor: Einer kurzen Notiz aus der Zeitung entnehmen Sie, dass die junge ansehnliche Dame, die Ihnen gelegentlich beim Mittagessen gegenüber saß, verstorben ist.  Sie wittern sofort ein Kapitalverbrechen, besetzen Ihr Unternehmen mit der Notbesetzung und stürzen sich in die Ermittlungen. Wenn Sie jetzt zu den Leuten gehören, die diese Frage mit "Klar, mach' ich!" beantworten können, dann haben Sie vermutlich viel Spaß mit Esmahan Aykols Scheidung auf Türkisch. Wenn Sie sich aber fragen, aus welchem Grund eine Notiz über einen plötzlichen Tod eine solche Reaktion auslöst, dann sollten Sie lieber die Finger von dieser eigenartigen Konstruktion lassen.

Die eigenwillige Romanheldin Kati Hirschel und ihr Assistent Fofo entnehmen also tatsächlich aus der Zeitung, dass eine junge Unternehmergattin das Zeitliche gesegnet hat. Ohne nähere Informationen zu den Todesumständen, nehmen die beiden die Ermittlungen zu dem Todesfall auf, belästigen die trauernden Angehörigen mit Fragen zu dem vermuteten Mord, kommen einem Umweltskandal gewaltigen Ausmaßes auf die Spur, stolpern noch über eine vermutlich gewaltbereite Volksbewegung und lösen natürlich den "Fall" auf.

Wären diese Konstruktionen nicht eigentlich schon nervig genug , irritieren zusätzlich Aykols sachliche Fehler. So berichtet sie von einem Fluss, der durch die finsteren Machenschaften der Ledermafia zum stinkenden Rinnsal mutiert ist und an dem sich nur noch einige magere Störche und Kraniche aufhalten. Das die eine derartige Verschmutzung als erstes hinweggerafft hätte, ist der Autorin offensichtlich entgangen. Die terroristische Volksbewegung wird auch als möglicher Täter ins Feld geführt, doch hat sich diese Organisation gerade erst formiert und bisher noch keine Aktionen durchgeführt. Aber gefährlich sind sie!
Naja, hört man zumindest so.

Insgesamt ist dieses Buch eine Sammlung von Gerüchten, Vermutungen und Indizien, die aber spätestens zwei bis drei Seiten weiter als "Wahrscheinlich" bzw. zehn Seiten später als "Fakten" präsentiert werden. In der logischen Folge ist die Todesursache der Verstorbenen auch allenfalls eine Option, die aber in Kati Hirschels Welt natürlich zu der Ermittlung der Täterin / des Täters führt. Aber erstaunen muss das auch nicht: Hier setzen sich Ärzte und Rechtsanwälte unbekümmert über die Schweigepflicht hinweg und offenbaren den beiden selbsternannten Detektiven die Einzelheiten aus Eheverträgen und Patientenakten. Freundinnen mutmaßen vor diesem ihnen wildfremden Duo über eventuelle Verhältnisse und Liebschaften der Verstorbenen und überhaupt scheint die Bezeichnung "Privatdetektiv" jede Tür aufzustoßen.

Der einzige Lichtblick in der Scheidung auf Türkisch sind die kleine Wortgeplänkel und Streitereien der beiden Hauptakteure. Aber mal ehrlich, entschädigt das für eine solche Konstruktion?

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