Sorry

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • Hamburg: Hörbuch Hamburg, 2009, Seiten: 7, Übersetzt: Berkel, Christian; Pleitgen, Ulrich; u.a., Bemerkung: gekürzt
  • Berlin: Ullstein, 2010, Seiten: 396, Originalsprache

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Lars Schafft
Sometimes Sorry is the Hardest Word

Buch-Rezension von Lars Schafft Jan 2009

Was kann dabei herumkommen, wenn ein vor allem durch Kinder- und Jugendbücher erfolgreicher Autor mit kroatischen Wurzeln, der in einer alten Mühle in Brandenburg seine Kreativität auslebt, einen Thriller abliefert? Kurz und mehr als gut: mit Sicherheit einer der besten des Jahres - da muss man kein großer Prophet sein - und mehr als wahrscheinlich sogar einer der besten deutschsprachigen Thriller überhaupt. Einer mit internationalem Format.

Zoran Drvenkar erzählt in Sorry die Geschichte einer Berliner Clique, von Kris, von Wolf (seinem kleinen Bruder), von Frauke und von Tamara. Viel gerissen im Leben haben die vier noch nicht, aber eine Bombenidee: eine Agentur für Entschuldigungen! Keiner ist fehlerfrei, tappt hier und da mal ins Fettnäpfchen, vergreift sich im Ton. Und wie vielen fällt es dann schwer, einfach sorry zu sagen? Das kann man den Menschen doch abnehmen, denken sich Kris, Wolf, Frauke und Tamara und gründen eine Firma mit eben diesem Ziel. Das Unternehmen brummt, sogar so sehr, dass sie ihre Geschäftsräume schon nach kurzer Zeit in eine Villa am Kleinen Wannsee verlegen können. Endlich haben die Freunde mal etwas auf Beine gestellt. Doch die Rechnung ohne einen äußerst schwierigen Klienten gemacht.

Dieser spezielle Kunde hört auf den Namen Lars Meybach und sonst auf nicht viel anderes. Er ist ein Mörder, kein zimperlicher. Sein erstes Opfer endete mit einem Nagel durch die Stirn an der Wand eines Berliner Altbaus. Und er ist perfide: Nicht nur, dass er die Agentur "Sorry" beauftragt, sich in seinem Namen bei der Toten zu entschuldigen. Nein - mit einem Blumenstrauß und einer netten Karte ist es diesmal nicht getan: Sie soll die Leiche entsorgen. Und der Täter hat sie im Griff - er weiß alles über Kris, Wolf, Frauke und Tamara...

Sorry ist in jeder Hinsicht das Originellste, was deutschsprachige Autoren von Spannungsliteratur in letzter Zeit abgeliefert haben. Wer nervenstark genug ist, den Einstieg mit der Mordszene zu überstehen, wird verwundert feststellen - so geht's nicht weiter. Es ist kein Thriller, der von seiner Brutalität lebt. Dennoch ertappt der Leser sich, den Roman streckenweise als einen solchen wahrzunehmen. Einen Nagel in die Stirn eines lebenden Menschen zu kloppen, ist sicherlich kein Pappenstiel. Auch wenn es um den sexuellen Missbrauch von kleinen Jungen geht, darf sich jedem der Magen umdrehen. Aber das sind Szenen, äußerst kurze Schnitte, undetailliert. Das Schlimme spielt sich zwischen den Zeilen ab.

Und daran hat Zoran Drvenkars erst konfus wirkende, aber höchst durchdachte Sprache und Struktur einen enormen Anteil. Allein die Titel der Kapitel: "Davor", "Du", "Danach", "Kris", "Tamara", "Frauke", "Wolf", "Der Mann, der nicht da war" - in ständiger Rotation. Gefährlich sind dabei vor allem die Du-Kapitel - denn hier spricht der Mörder den Leser direkt an, was eine Nähe erzeugt, die keinem recht sein kann und sich die Nackenhaare sträuben.

Sprachlich ist Drvenkar deutlich, glasklar, stilsicher, zeitgemäß, kompromisslos, passagenweise kunstvoll. Und sein unsichtbarer Erzähler vermittelt ständig das Gefühl, mitten drin im Geschehen zu sein, den Tick mehr zu erahnen, ohne es auszusprechen. Das bedrückt, das beängstigt, stößt ab und fesselt. Psycho-Thrill in Rein- wie Bestform.

Dass Drvenkar in Perspektive wie Zeit springt, auf den einen Protagonisten verzichtet und es geschafft hat, vier unterschiedliche wie eigenständige Charaktere durch seinen Plot zu führen, ist großes Kopf-Kino. Leicht amerikanisch dank der kurzen Kapitel, aber sprachlich wie inhaltlich so eigenständig, dass sich jeder Vergleich zu US-Thrillern verbietet.

Sorry ist einer der ganz wenigen Must-Reads dieses Genres - dazu innovativ. Ein packendes wie erschreckendes Ereignis. Ich wünsche Ihnen Nerven wie Drahtseile!

Sorry

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Letzte Kommentare:
05.08.2015 19:13:54
Frostkoeddel

Sorry, die Story ist absolut langweilig geschrieben. Ich kann kaum verstehen, warum alle Welt auf Zoran Drvenkar steht. Ein schlechter Spannungsbogen, für mich absolut langweilige Protagonisten. Erst zum Ende wurde es für mich etwas spannender. Habe häufiger überlegt, es abzubrechen. Von mir nur 55°

05.03.2015 15:30:25
Janine2610

Wenn man anfängt, dieses Buch zu lesen, fängt auch unweigerlich die große Verwirrung an. Eine Frage nach der anderen stellt man sich: Was hat es mit den sich zeitweise wiederholenden Kapitelüberschriften 'Davor', 'Danach', 'DerMann, der nicht da war' und 'Du' auf sich? Wer ist wer? Woher bzw. wodurch kennen sich die Charaktere? In welcher Beziehung stehen sie zueinander? Was ist von Bedeutung und was völlig irrelevant? ...
Das ist für mich ja eigentlich das Tolle an einem Thriller: sich nach und nach seine Fragen durchs Herauslesen beantworten zu können. Hier hat es mich aber gestört, dass das meiste Licht ins Dunkel erst ziemlich am Schluss gebracht wurde und ich mich eben fast bis ganz zuletzt nicht ausgekannt habe. - Auf eine Weise fand ich das deprimierend und für mich als Ungeduldige war das sowieso eher unpassend. ;-P

Da dieses Buch nach Still mein zweites Buch von Drvenkar war, war ich auch ob der Gemeinsamkeiten etwas enttäuscht: wieder das Thema Kindesmissbrauch (wenn auch ganz anders verarbeitet), wieder diese Kapitelüberschriften und wieder so ein (zugefrorener) See,... - Natürlich nicht gleich, aber doch ähnlich. Und sowas mag ich nicht so gerne, denn das hat für mich was Nachgemachtes bzw. Einfallsloses. :-/

Nun will ich aber auch mal wirklich was Positives loswerden: der Schreibstil ist einfach unglaublich. Man fühlt sich richtig reingeworfen in die Geschichte. Drvenkar und Atmosphäre, das gehört einfach zusammen. Ich bin so angetan und fasziniert von seiner Art zu schreiben: einzigartig, mit Wiedererkennungswert, düster, melancholisch und spannungsgeladen. Der Schreibstil ist schlicht und einfach ein Erlebnis, das man nicht verpassen sollte!

Trotz meiner vielleicht verheerend wirkenden Kritikpunkte, vergebe ich gefühlsmäßig 4 Sterne. ;-) Denn als lesenswert empfinde ich das Buch allemal.

14.11.2014 21:47:14
gesine

das Buch habe ich als Hörbuch beim Putzen gehört (ich vermute es ist etwas gekürzt, un dadurch nicht so verwirrend - ich vermutete von Anfang an, dass DU =sunnyboy war). Zu lesen hätte ich es nie geschafft, und ich habe lange gezögert, ob ich die letzte CD noch hören sollte, da alles so grausam war. Ich habe mich ständig ablenken müssen, um es auszuhalten.
Manche hier bemängeln, dass alles etwas unrealistisch ist. Das stimmt, das ist es. Das habe ich aber nicht als Nachteil empfunden, das ganze ist ja schließlich nicht wahr, sondern mehr wie ein Traum. Die Agentur, die Details, alles, nicht unrealistisch, sondern surrealistisch. Irgendwie erwartete ich keine Hoffnung. Die Polizei war unbekümmert und nutzlos. Die Entscheidungen waren immer falsch, immer schrecklicher, immer schuldiger. Und das von ganz normalen Menschen.Zum Schluss begehen Kris und Tamara jeder einen Mord. Wie sie sich danach fühlen, muss eigentlich nicht mehr geschildert werden. Sie fühlen sich schuldig.
Schuldig, so wie Lars sich schon von Anfang an fühlt: Zuerst schuldig, weil er seinen Freund leiden sieht. Dann noch viel schuldiger, weil er ihn getötet hat. Schuld ist ein widerliches Gefühl, das wird wohl klar. Und jeder der ein Schicksal hat, dass ihn nicht schuldig macht, sollte dafür dankbar sein.

18.09.2014 13:27:59
Krimi-Mietze

"Sorry" von Zoran Drvenkar

Was ich über das Buch vorher gehört hatte, ließ mich ahnen, daß es kein leichter Tobak sein würde, also habe ich die Lektüre eine ganze Weile vor mir hergeschoben.

Aber das Buch behielt mich im Auge, es blieb geduldig und es konnte warten.

Jetzt hat es zugeschlagen!

97°

Meine persönliche Lese-Empfehlung.
Und: möglichst ohne lange Pausen am Stück lesen.

25.09.2012 10:12:32
Krimineuling

Dies ist mein erstes Buch von Drvenkar gewesen. Am Anfang sorgt die Erzählweise ggf. für eine gewisse Anlaufphase, bis man den Takt der Geschichte aufgegriffen hat. Aber dann ist das Buch nur sehr schwer wegzulegen.
Die Story punktet dabei weniger durch Splatter-Einlagen als durch das, was zwischen den Zeilen zu lesen ist. Es ist weniger die Darstellung von Gewalt als vielmehr die Vermittlung der Gesamtatmosphäre, die zuweilen sehr beklemmt (Stichwort Sundance und Butch). Ich finde die Zeichnung der Charaktere gelungen weil glaubwürdig, und das Fehlen eines "sympathischen Helden" stellt keinen Mangel dar.
Daher ist der ein oder andere kleinere logische Bruch im Handlungsablauf mehr als verzeihlich, eine Bezeichnung als Konstrukt rechtfertigt das m.E. aber nicht.
Ich fühlte mich als Zuschauer stets direkt dabei und vermochte quasi das winterliche Szenario mit den eigenen Sinnen zu spüren.
Fazit: Absolute Leseempfehlung

19.08.2012 12:46:54
FrenchConnection

Mich haben zwar Handlungsidee und Sprache des Autors fasziniert, aber die für mich - im wahrsten Sinn des Wortes - unglaubliche Naivität bzw. Dummheit des Sorry-Teams abgeschreckt. Kein normaler Mensch würde bei derartigen Ereignissen auf eigene Faust ermitteln, sondern schlicht und ergreifend die Polizei einschalten.
Abgesehen davon aber ein packendes, verstörendes und gleichzeitig fesselndes Buch über Schuld und Sühne, Rache und Ohnmacht, Angst und Schmerz, etc.

30.07.2012 13:26:21
A. Yamina

Ein ganzes Jahr stand "Sorry" in meinem Regal herum. Es war nur eine Frage der Zeit bis ich den nächsten Roman von Zoran Drvenkar, einem meiner Lieblingsschriftsteller, lese. Nach den Jugendbüchern "Cengiz und Locke" (hervorragend!), "Touch the flame", "Niemand so stark wie wir", "Im Regen stehen" und "Der Bruder" sowie "Du bist zu schnell" (verstörend-spannend und wird m.E. gegenwärtig verfilmt) und "Yugoslavian Gigolo" war ich sehr gespannt, wie er einen Thriller hinbekommt.Meine Erwartungshaltung war hoch, die Idee von einer Agentur, die sich für andere entschuldigt fand ich aber irgendwie merkwürdig und oberflächlich. Da ich gerade ein 800-seitiges Buch gelesen hatte, musste ich mich zwingen, "Sorry" mit seinen fast 400 Seiten anzufangen.Die Beschreibung der Geschäftsidee einer Entschuldigungsagentur entpuppte sich, nicht nur für mich, sondern auch für die vier Hauptpersonen als genial. Sie verdienen viel Geld, geben ihrem Leben einen Sinn und können sich sogar eine Villa am Rande von Berlin leisten. Es bleibt aber nicht so rosig. Ein äußerst brutaler Klient zwingt sie, sich bei einer Leiche, die er übelst zugerichtet und an die Wand genagelt hat, zu entschuldigen. Damit beginnt ein zutiefst verstörender Thriller, der nicht von der Brutalität und dem vielen Blut lebt, sondern von Drvenkars typischem Stil: Völlig eindeutig, klar und detailliert sorgt er mal kühl-distanziert mal warm-lebendig für großes (Kopf-)Kino beim Leser. Dieser ist mittendrin, die Spannung ist kaum zu ertragen, die Perspektiven rotieren (ähnlich wie bei Cengiz und Locke) ständig und dennoch ist keine Verwirrung spürbar. Die Titel der (meist kurzen) Kapitel legen die aktuelle Perspektive fest und machen den Leser neugierig. Die Stimmung ist bedrückend. Geht es um Schuld und Gerechtigkeit? Um Anmaßung? Ist Rache das Motiv? Hängt alles doch nicht miteinander zusammen?Ich danke Ihnen, Herr Drvenkar, für fünf schöne Tage, denn ich konnte das Buch kaum aus den Händen legen, und empfehle allen, die auf der Suche nach einem Top-Thriller sind, dieses Buch. "Sorry" hat internationales Top-Format. Und Drvenkar beweist, dass auch er mehrere Perspektiven und Seiten hat. Auf höchstem Niveau.

13.07.2012 18:42:35
uknig

Nichts für schwache Nerven ist der Thriller „Sorry“ von Zoran Drvenkar. Das Wort „verstörend“ passt hier sehr gut. Drvenkar hat hier eine harte Mischung geschaffen, in der es unter anderem um Freundschaft, Kindesmissbrauch und Rache geht.
Weil der Autor das aus den Blickwinkeln der Protagonisten erzählt, ist die Geschichte manchmal etwas wirr. Ansonsten aber hochspannend, es entwickelt sich ein strategisches Spiel, in dem es kaum Gewinner gibt. Nur wie gesagt: Es ist ein grausames Buch, manche Szenen sind zeimlich hart.

11.04.2012 16:53:35
nadine

Ich kann die Meinung von 'antje' nicht bestätigen! Ich finde das Buch sehr reizvoll und spannend. Die verschiedenen Perspektiven und so weiter sind sehr interessant. Aus der Sicht eines Mörders zu schreiben ist nicht einfach, aber mit dem Buch ' Sorry' sehr gut gelungen, wie ich finde. Zudem muss ich leider sagen habe ich noch nicht viele Thriller lesen können, da ich erst 16 Jahre alt bin.

08.04.2012 12:31:09
antje

Alos ich musste mich wirklich durch dieses Buch hindurchkämpfen... Am Ende steht man nur ratlos da und denkt: Was wollte mir der Autor mit diesem Werk wohl sagen? Perverse Fantasien zu Papier zu bringen und mit ständig wechselnden Perspektiven Spannung erzeugen wollen machen noch lange keinen guten Thriller aus. Zudem ist die Story wirklich konstruiert bis zum geht nicht mehr und für keinen der Protagonisten kann man auch nur annähernd etwas wie Sympathie entwickeln. SORRY, Herr Drvenkar - das war leider ein ganz tiefer Griff in die Klamottenkiste...

16.01.2012 23:26:44
ArsMoriendi

... Wahnsinn. Ein Kriminalroman hat mich lange nicht mehr so fesseln können. Der Schreibstil ist erfrischend anders, man ist gezwungen sich dem Autor "auszuliefern" und die schnellen Wechsel der Erzählperspektiven mitzumachen, kann das große Ganze unmöglich selbst vor dem phänomenalen Ende entwirren. Und die epische Größe, zu der das Grundthema am Ende anwächst, hat mir den Atem verschlagen. Und mich sehr, sehr nachdenklich gemacht. Kein Buch für jedermann... Aber ich bin auch nicht jedermann. Perfekt. 97°.

26.10.2011 18:42:12
Piet Hein

Grausam. Wenn es wirklich zur Kunst gehören sollte, das man sich sölche grausame Sachen vorstellen muss, wie das Geschehene mit dem kleinen Junge, dann wird man geistig und gefühlsmässig krank. Ein Thriller der davon lebt, das Dunkelste der Menschenseele auf zu decken, so wundert es mich, wer möchte so was lesen? Wer möchte wirklich sich während des Lesens vorstellen, den Schmerz, die Konzequenzen für die kindliche Seele. Jeder der selber Kindern hat, ist zum Tiefsten entsetzt, sieht die Welt ab dann erst mal als grundsetzlich feindselig, duster und böse. Warum wollen Menschen sich immer wieder sölche wahnsinnige Gedanken und innerliche Bildern freisetzen? Was treibt einem Schriftsteller, dies so ausführlich zu tun. Ein Buch, das ich nicht ausgelesen habe. Ich traue mich nicht meine richtige Name her zu hinterlassen.

08.08.2011 16:43:55
authorhans

Ich kann mich Lars Schafft auch nicht so ganz anschließen; die Story ist sicherlich spannend, aber die holprige, schwierige Sprache (die Herr Schafft als stilsicher und glasklar beschreibt?!?) wirft mich immer wieder aus dem Text - unter GLASKLAR verstehe ich etwas anderes. Wem es aber gelingt, hinter diesem eigensinnigen Stil die Story zu entdecken, wird sie fesseln und in die Mangel nehmen. So oder so ist SORRY mal etwas ganz, ganz anderes

05.06.2011 11:03:57
kathrinchen999

Ich kann mich eurer Berwertung nicht anschließen. "Sorry" ist eines der besten Bücher, die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Von konfusem Stil kann keine Rede sein, es ist dem Autor gelungen, durch den ihm sehr eigenen Schreibstil die Spannung stets auf höchstem Niveau zu halten. Was mich hier besonders berührt hat, ist eine Traurigkeit zu spüren, die aus dem Thema an sich kommt. Danke, Zoran Drvenkar

10.05.2011 16:21:10
Dieter Deginus

Ich habe mich mit dem Schreibstil sehr schwer getan. Nach 140 Seiten habe ich es dann aufgegeben. Seit Jahren mal wieder, ich habe einfach aufgrund der Schreibweise keinen Zugang zum Inhalt des Buches gefunden. Die Art uns Weise wie sich die Gechichte entwickelt, hat bei mir keine Spannung aufkommen lassen. Vielleicht bin ich ein zu "konservativer" Leser.

09.05.2011 18:31:33
axelp

zum Glück brauche ich nicht so viel zu schreiben, Torsten hat alles schon gesagt.
Ich habe zum Glück das Buch nach 130 Seiten weggelegt (was bei mir sehr selten passiert, sonst wuschtle ich mich durch). Aber der Schreibstil ist entweder mittelalterlich oder der Schriftsteller kommt von einem anderen Stern. Es läßt sich einfach nicht flüssig lesen und Spannung kommt gar nicht erst auf.
Auch ich frage mich, wie kann das Buch solche Bewertungen bekommen und auf die Stufe mit renommierten Autoren gestellt werden?
Ich hoffe, daß meine 30 Grad nicht geblockt werden.

05.04.2011 20:36:41
Torsten

Wieder einmal kann ich nicht nachvollziehen, was die offensichtliche Mehrheit der Kommentatoren (und auch KC) dazu bewogen haben könnte dieses Buch so in den Himmel zu loben.
Ganz ohne Zweifel ist der Stil so wie ihn auch Lars Schafft beschreibt: konfus nämlich. Eine Kunst dahinter kann ich aber beim besten Willen nicht erkennen - ich habe mich bis so etwa zu Seite 300 nur über den schwer erträglichen Stil geärgert (schon allein die Art Dialoge stets mit Spiegelstrichen zu beginnen finde ich furchtbar) und erst die letzten 100 Seiten haben durch so etwas wie Spannung und Auflösung der Verstrickungen ein wenbig Spass gemacht.
Übrig geblieben ist ein eigentlich fast banal zu nennender Plot von Missbrauch und Rache, angereichert mit kaum glaubhaft gemachten Sinnfragen nach Schuld und deren Vergebung.
Nicht nur, dass alle Protagonisten ziemlich oberflächlich und blass, ja geradezu austauschbar charakterisiert wirken - auch sämtliche Handlungen und auch deren Beweggründe scheine mir äusserst unglaubwürdig. Zum angeblich so kunstvoll überhobenen Stil passt dann auch das Ende - wenn man denn überhaupt von einem Ende sprechen kann. Fantasie ist für einen Leser ja immer gut, aber wenn man nicht nur das ganze Buch hindurch ständig rätselt wer jetzt gerade handelt und über wen wer gerade wohl sprechen mag und man sich dann noch den Sinn des "Endes" selbst erfinden muss, dann schmälert das das LEsevergnügen doch massiv. Für eine moralisch-ethische Grundsatzfrage über Schuld und Sühne eignet sich jedenfalls weder Genre noch ganz besonders der gewählte Stil.
Mit Mühe 30 Grad.

24.02.2011 20:28:31
theili

GROSSARTIG! AUFWÜHLEND! ERSCHRECKEND!

Das ist ein Meisterwerk. Zoran schafft es die Spannung über die gesamte Geschichte aufrecht zu halten.
Die Idee die Kapitel mit den sechs Hauptfiguren zu betiteln, finde ich ebenfalls gelungen.
Das mit dem "DU" ist sowieso sehr speziell: Der Leser ist eine Romanfigur und erfährt im Laufe des Buches was er alles erlebt und erlebt hat. Echt Klasse!

Ich freue mich bereits auf Zoran nächsten Roman: DU

08.02.2011 14:38:00
HarryHole

Der beste Beweis dafür, dass sich Spannung nicht unbedingt in Litern messen lässt ... ganz großes Kino!
Ersteres fällt besonders im direkten Vergleich mit epochalen Splatter-Orgien à la Kilborns "Angst" (nur EIN Beispiel) auf.
Verstörtheit des Lesers inbegriffen und unbedingt beabsichtigt.
Zoran, schick uns bitte mehr davon aus Irland!

21.01.2011 17:34:10
Mo

Stimmt für Liebhaber authentischer Krimis wohl zu kontruiert. Trotzdem auf Grund seiner sprachlichen und inhaltlich gegiederten Feinarbeit sehr spannend und vor allem originell! Für Leser die sich nicht nur eine Who-Done-it Handlung sondern auch sprachliche Kunstfertigkeit erwarten. Wirklich empfehlenswert! Man wird schwer etwas Vergleichbares am deutschen Krimimarkt finden.

07.01.2011 16:43:04
kabra

Vier Freunde - jung und mit total normalen Problemen.
Eine Geschäftsidee - grandios, neu und ungewöhnlich.
Eine Erfolgsstory.
Dann ein Auftrag.und ein grausames, perfides Spiel beginnt.

"Sorry" erzählt von Schuld, Gerechtigkeit und "Absolution".
Gerechtigkeit - zumindest in der Welt wie "Du" sie siehst.
Schuldgefühle - mit denen sich jeder für sich quält oder quälen muss und mit denen jeder konfrontiert wird.
Aber ist es überhaupt Schuld? Und wenn ja, wessen? Deine eigene? Oder die der anderen? Oder ist es Wut? Oder gar Hass? Wen willst Du rächen? Und warum?
Absolution - gibt es die? Und wer kann sie dir geben?

Zoran Drvenkar schreibt in einem völlig ungewöhnlichen Stil. Banal und doch subtil, aber nicht brutal und blutig.
Fast könnte man meinen, er hat einfach all seine Einfälle notiert, aneinander gereiht und dann abgedruckt - ein erster Rohentwurf so zu sagen.
Ständig wechselt er die Erzählperspektive - was zu völliger Verwirrung führt.
Aber trotzdem stehst Du mittendrin statt nur dabei. Und Du beobachtet alles was passiert.
Und Stück für Stück (auch ohne typische Ermittlungsarbeit) entwirrt sich das Knäuel das sich gebildet hat und es kommen grausame Geheimnisse und Wahrheiten von Tätern, Opfern und Helfern ans Licht.
Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet diese Person.?

SORRY, aber das müsst Ihr schon selber lesen!

Weiter so, Herr Drvenkar. 95° von mir.

03.01.2011 14:34:48
podere5

Extrem! Gut!
Lars Schafft von Krimi-couch hat schon eine Inhaltsangabe geliefert; daher nur soviel--Vier junge Leute werden in ein mörderisches Spiel verwickelt, berichtet wird aus der Sicht des Mörders, der 4, eines Mannes, der nie da war, des Autors und deiner eigenen.
Das Buch ist nicht gewalttätig; die Beschreibung von Gewalt ist kein Selbstzweck, sondern für das Verhalten der Personen notwendig. Interessant ist, dass die Handlung immer aus mehreren Perspektiven geschildert wird, und erst das Zusammenführen dieser Schilderungen ergibt das Ganze. Sprachlich sehr gut, spannend, mit immer neuen Hinweisen auf die eigentliche Geschichte hinter der Geschichte,und dann wieder etwas völlig unvorhersehbares, großes Gedankenkino, kurzum: absolut lesenswert, glatte 90 Punkte!

22.12.2010 22:19:12
Angela1607

Endlich habe ich es geschafft dieses Buch zu Ende zu lesen. Teilweise wollte ich aufgeben weil mir die Spannung fehlte trotzdem war die Neugier auf DU da. Und siehe da irgendwann war ich durch und wußte wer DU ist. Prima.und nun? Kein Happy End? Nee einfach nur irgendwie kein richtiges Ende der Geschichte.

Nun ja, da Geschmäcker ja bekanntlich verschieden sind, werde ich nen Teufel tun und dieses Buch schlecht reden...nur mir hat es nicht gefallen.

05.12.2010 05:26:28
Nina

Der Roman ist sehr unterhaltsam, aber total unrealistisch. Ich kann nicht verstehen, wie ein solches, allenfalls durchschnittliches Buch solche Lobeshymnen entfachen kann. Wie kann man beispielsweise davon absehen, dass der Schlafsack in dem die Leiche lag, absolut keine Blutspuren aufweist? Regen hin oder her, ausgeblutete Leiche schoen und gut, aber er kann nicht so sauber sein, dass die Kripo nichts merkt! Auch die erste Tat des Paares solo unrealistisch,als wuerden sie den zweiten kleinen Jungen laufen lassen, der Hilfe holen koennte und dann die Tat an Ort u Stelle durchzuführen, mitten in der Öffentlichkeit... Der Roman lebt meiner Meinung von guten, realistischen Dialogen und Spannung, aber das war\'s auch schon. Allein die Idee mit der Agentur finde ich lahm und der Erfolg an den Haaren herbei gezogen... Es gibt noch Vieles mehr, was dieses Buch meiner Einschaetzung nach allenfalls recht unterhaltsam macht...

01.12.2010 20:02:36
ingrida

Ich habe soeben Sorry zuende gelesen, aber noch lange nicht abgeschlossen. Die Bezeichnung "konfus" ist schon richtig, denn da handelt ja auch ein seltsam kreatives konfuses Team. Außergewöhnlich sind die Kapitel "Du". Soll denn hier die Provokation oder evtl. auch Manipulation des Lesers im Vorhinein festgelegt werden? Darüber denke ich noch mal nach, der Schreibstil gefälllt mir.

01.12.2010 18:44:36
helmsclam

sorry... selten hat meiner Meinung nach Lars S. so daneben gelegen!
Er spricht von einer "erst konfus wirkende(n), aber höchst durchdachte(n) Sprache und Struktur" - dem kann ich leider gar nicht zustimmen! Bis zum Schluss bleibt der Roman konfus - zwanghaft gewollt konfus ... der Autor will wohl kunstvoll sein; aus meiner Sicht absolut misslungen!
"Sprachlich ist Drvenkar deutlich, glasklar, stilsicher, zeitgemäß, kompromisslos, passagenweise kunstvoll." - Oh Gott, kryptische Passagen mischen sich mit peinlicher Pennälersprache...
ok, den nächsten lese ich mit Sicherheit nicht mehr!

27.09.2010 16:07:48
KrimiTimi

"Sorry"! zu sagen, aber das Buch ist einfach Hammer!! absolut genial! Was für ein Gehirn kann so was schreiben!? Respekt!! .. die Geschichte die er gefunden hat!.. Die Schreibtechnik die er geschrieben hat! mehr muss man nicht sagen sondern lesen . Ich kann nicht so lange warten das neue Buch von ihm zu lesen!

09.09.2010 19:06:49
KrimiDrache

Also ich kann der Mehrheit hier leider nicht Recht gebene. Für mich war die erste Hälfte es Buches ziemlich öde und ich hatte zu kämpfen wirklich bis zum Ende zu lesen. Erst ab da wurde es etwas spannend und auch die Hinführung zum Finale war überraschend und spannend, aber das Finale selber war für mich eher unbefriedigend.
Ich habe definitiv schon besseres gelesen.
Schade eigentlich, war nen cooler Ansatz.

24.08.2010 15:59:18
rumble-bee

Dienstag. Ich bummle mit einer Freundin durch den Buchladen, entscheide mich nach vielem Hin und Her für den Kauf dieses Buches. Noch hätte ich mich anders entscheiden können - doch ich sollte diesem Buch wohl nicht entgehen.

Dienstag abend. Eigentlich wollte ich heute noch weg, doch das ist kurzerhand gestrichen. Auch für den Besuch, den sich mein Mann eingeladen hat, habe ich nur ein halbes Ohr. Heute gelange ich genau bis zur Mitte des Buches. Fast bin ich wütend auf mich, dass ich müde werde und unterbrechen muss.

Mittwoch. Der Tag steht unter einem unruhigen Stern. Heute ist der Tag, an dem ich dieses Buch zu Ende lesen MUSS. Ich bin wiederum fast ärgerlich über jede Unterbrechung, das "Taxi Mama" nimmt zwar seinen Dienst auf, greift aber, kaum daheim, wieder zum Buch.

Mittwoch abend. Eine Kanne Tee und viele Seiten später. Das Buch ist zugeklappt, die Geschichte beendet. Oder doch nicht? Die Charaktere und die Story schweben noch immer im Raum. Ich mag nicht so bald zu Bett gehen, ich denke nach, sinniere, fühle mit, leide. Und ich lese die ersten Kapitel noch einmal. Danach wird mir so langsam klar, dass dies einer der besten Thriller war, die mir jemals in die Hände gefallen sind.

Ist dies ein perfektes Buch, wird der Leser der Rezension nun fragen. Ist es ein Buch ohne Mängel oder Macken. Ist es ein Buch, das man gelesen haben muss. Merkwürdigerweise würde ich in allen diesen Fällen mit "Nein" antworten - doch dieses Buch hat mir deutlich gemacht, dass zu einem gelungenen Lese-Erlebnis eben mehr gehört, als logisch erklärbar ist.

Zwei Worte drängeln sich nach vorne. Sie sind der Meinung, dass sie dieses Buch hinreichend beschreiben. Es sind die Worte "verstörend" und "originell". Aus der Seitenkulisse taucht noch ein Wort auf, das sich auf die Hauptfiguren bezieht. "Unperfekt". In der Tat habe ich zwei Tage lang mit Menschen gelebt und gelitten, die alles andere als realitätsnah waren, die ich so nicht kenne, die sicherlich ein wenig kaputt und orientierungslos wirkten, und zwar allesamt. Und wisst ihr was - es war mir egal.

Das absolut Verstörende an dem Buch ist, dass es einem als Leser die Aufgabe der Bewertung nicht abnimmt. Oberflächlich mag man wissen, die vier Freunde sind die Guten, und der Killer und die Menschen aus seiner Vorgeschichte sind die Bösen. Doch so einfach ist es nicht. Im Laufe der Handlung begeht jeder, aber auch wirklich jeder, etliche Dummheiten, und steht vor tiefen Krisen.

Dieses Gefühl der Verstörtheit kombiniert der Autor dann unglaublich kunstvoll mit formeller Originalität. Das Buch ist völlig neuartig aufgebaut, so etwas habe ich noch nicht gelesen. Das übliche Thriller-Einerlei war es auf keinen Fall! Es gab verschiedene Überschriften, die die Abschnitte (ich möchte nicht gerne "Kapitel" sagen) eingeleitet und strukturiert haben: "davor", "danach", "dazwischen", "Du", "der Mann, der nicht da war", sowie die Namen der vier Freunde, "Kris", "Tamara", "Frauke", und "Wolf". Erst im Rückblick macht das alles seinen Sinn. Deshalb würde ich auch jedem Leser raten, das Buch nicht zuzuklappen mit dem Gedanken, wie verwirrend das alles doch war. Lest zumindest die ersten Kapitel (jetzt hab ichs ja doch gesagt) nochmal, dann werdet ihr merken, dass das alles wohl durchdacht war. Und eins kann ich euch versichern: ihr werdet NIE darauf kommen, WER das ist, der in den Abschnitten "danach" spricht!!

Gut, man mag sich streiten, ob die Thematik des Buches (das, was den Killer letztlich zu seinen Taten trieb) wirklich so neu ist. Darüber schreibt in letzter Zeit wirklich jeder. Aber auch hier schafft es der Autor, dem Ganzen neue Züge zu verleihen. Denn er lässt die Frage offen, inwieweit Butch, der Freund aus Kindheitstagen, wirklich freiwillig (!) involviert war... eine gruselige Vorstellung!!

Ganz genial fand ich auch die Sprache und Ausdrucksweise. Noch NIE habe ich ein Buch gelesen, in dem so konsequent im Präsens geschrieben wurde, und zwar auch dann, wenn es um Ereignisse in der Vergangenheit oder Zukunft geht. Dazu klare, knappe Sätze, die oft die Zerrissenheit der ganzen Situation noch betonen. Der Effekt ist unmittelbar und eindringlich: man erlebt das Buch als Leser als nahezu schicksalhaft, die Ereignisse als unhaufhaltbar. Dies dann auch noch kombiniert mit dem genial ausgetüftelten Spannungsbogen, und fertig ist ein Lese-Sog, dem man sich nur schwer entziehen kann.

Mein Fazit kann nur lauten: dieses Buch bleibt in meinem Besitz, ich werde es vermutlich ein zweites Mal lesen. Und ich rate jedem Thriller-Fan, nicht achtlos daran vorbeizugehen. DU, ja genau DU, Leser, bist gemeint. Nimm und lies! Und dann denke nach - so wie ich.

23.08.2010 10:12:37
tanna

Habe das Buch auf Empfehlung geschenkt bekommen. Am Anfang musste ich mich erstmal an die ungewohnte Schreibweise gewöhnen. Man merkt ziemlich schnell das man selber der Mörder ist, aber dadurch das man sich immer die Frage stellt "Wer bin ich denn?" wird man so an dieses Buch gefesselt!!! Absolut genial geschrieben!! Sehr zu empfehlen.

22.08.2010 14:47:57
Tici

Diese Buch ist in keinster Weise unterhaltend - sondern einfach nur abstossend. Was soll hier eigentlich entschuldigt werden? Doch etwas was nicht zu entschuldigen ist. Welche Phantasien des Autors veranlasst ihn ein solches Buch zu schreiben?? Von einem Kinderbuchautor hätte ich so etwas abstossendes nicht erwartet. Liest man nicht schon in den täglichen Zeitungen genug Elend drüber. Muss da noch ein Thriller geschrieben werden? Ich denke die Realität ist Thriller genug. Man muss nicht jeder Grausamkeit auf Erden ausschlachten und zu Geld machen - und erst recht nicht die an Kindern.

26.07.2010 21:00:15
teetrinker

Geniales Buch!
Auf den ersten Seiten war ich noch etwas verwirrt und wusste nicht so genau, was der Autor mir mitteilen wollte. Aber das hat sich schnell gelegt. So schnell, dass ich das Buch in zwei Nachmittagen durchgelesen habe. Wow! Die Geschichte hatte mich dazu bewegt, dieses Buch zu kaufen, da ich sie einfach interessant fand. Letztendlich hat mich aber der Schreibstil und die Einbeziehung des Lesers - "DU" - begeistert. Man fühlt sich, als ob man zur Geschichte gehört. Was stellenweise schon sehr schockierend ist!
Das beste Buch, das ich in diesem Jahr gelesen habe. Und freue mich schon auf das nächste von Z. Drvenkar!

17.06.2010 03:17:30
Parizifal

Die Idee des Buches hat mich sofort fasziniert. Eine Agentur, die sich entschuldigt... Ich dachte einen ähnlich originellen Roman wie Fightclub lesen zu können, doch da irrte ich mich. Der Autor hat die Idee nicht in eine tragfähige Geschichte umwandeln können. Der Erzählstil ist grauenhaft und wirkt künstlich moralisierend an vielen Stellen. Auch das zeitliche Hin- und Her macht dramaturgisch wenig Sinn und stört die ganze Geschichte. Auch die Personen wirken teilweise unecht und überzogen. Erst die letzten 50 Seiten lassen so etwas wie Spannung aufkommen.
Schade, die Idee war toll.

13.06.2010 17:25:05
koepper

Hervorragend. "Sorry" ist ganz große Klasse. Drvenkar entwicklelt seine Geschichte langsam. Die wichtigen Akteure seines Buches werden eingeführt und dabei läßt der Autor sich Zeit. Er erzählt prägende Geschichten der vier Freunde und dies ist alles andere als Langweilig. Mit dem ersten Mord nimmt die Geschichte an Fahrt auf, die Spannung steigert sich vo Seite zu Seite. Der Plot ist ungewöhnlich, orginell und klug konstruiert. Drvenkar arbeitet mit kurzen Kapiteln, er ändert ständig die Perspektive. Das erfordert Aufmerksamkeit vom Leser, Aufmerksamkeit, die "Sorry" verdient. Auch sprachlich ist das Buch ein Genuss, Drvenkar beherrscht sein Handwerk. Ich konnte wirklich keine Schwächen an diesem Buch erkennen. Unbedingte Empfehlung.

13.06.2010 11:22:53
Manuela Zuber

Soeben habe "Sorry" ausgelesen und ich schließe mich der Mehrheit der Kommentare uneingeschränkt an: das gehört zum Besten, was ich überhaupt aus dem deutschsprachigen Raum in den letzten Jahren gelesen habe! Es ist eine verstörende, eine furchtbare Geschichte - und ein super spannendes Buch (übrigens nicht ohne Humor wie ich finde!). Ich brauchte auch einige Seiten um wirklich einzusteigen, dann aber ließ mich das Buch/die Geschichte nicht mehr los...nicht zuletzt überzeugte mich die glasklare und unmissverständliche Sprache - klasse gemacht!!

07.06.2010 22:31:25
Krimililli

Ich habe dieses Buch spontan gekauft ohne darüber etwas zu wissen nur aufgrund der kurzen Beschreibung auf der Rückseite. Innerhalb weniger Tage habe ich es fertig gelesen. Der etwas andere Schreibstil, die Spannung, die Story - für mich hat alles gepasst. Was zuerst in dem Buch fast locker beginnt nimmt einen dramatischen Lauf. Alles was passiert war - zumindest für mich - nicht vorhersehbar, somit sehr spannend. Es bleibt auch lange undurchsichtig wer denn nun wirklich der Mörder ist. In die vier Charaktere der Hauptakteure kann man sich bestens reinversetzen. Das Buch ist wirklich eine große Lesefreude und zu empfehlen!

07.05.2010 00:51:16
Marlies K.

ich musste grad aufhören zu lesen. auf seite 47.als wolf seine erin auf der toilette findet.
weil ich weinen musste. und das ist mir schon lange nicht mehr beim lesen eines buches passiert.

und bem absenden muss ich lesen, dass ich das nicht senden kann, weil ich KEINE 300 zeichen geschrieben habe.
wie arm ist das denn?
sind emotionen, meinungen zu einem buch nur etwas wert, wenn sie aus einer bestimmten anzahl von buchstaben bestehen?

11.02.2010 12:44:38
Thierrys-Liebste

Drvenkar ist es, meiner Meinung nach gelungen, eine gleichsam spannende, sowohl als grausame Story zu schreiben. Wer sich erst mal an den Schreibstil, aus unterschiedlichen Zeiten und Perspektiven gewöhnt hat, wird in die Tiefen eines grausam misshandelten Jungen gerissen, sowie das immer mehr durcheinander gebrachte Leben unserer vier Hauptprotagonisten.
Sorry - ist nichts für schwache Nerven, ich als Mutter, eines Sohnes, bin hier zum ersten mal an meine Grenzen
gestossen, daß ich im Begriff war, ein wirklich gutes und spannendes Buch abzubrechen. Die detailierten Misshandlungsszenen, des kleinen Jungen, waren so grausam geschildert, daß mich dieses Buch noch eine Weile verfolgen wird. Für mich ist es schwer zu sagen, ob es mir nun tatsächlich gefallen hat oder nicht. Auf jedenfall geben Drvenkars Ausführung zu denken: Wird man als Päderast geboren, oder wird man zum Päderasten gemacht?
Wer Härtere Kost mag und Nerven wie Drahtseile, wird hier sicher nicht enttüscht, für alle, die nicht wirklich in das Leben eines geschändeten Kindes abtauchen wollen, sollten die Finger von -Sorry- lassen.

02.01.2010 14:37:03
Beata

Kann mich nur anschließen, Drvenkars Sorry ist wirklich mit das Spannendste, das mir aus dem deutschsprachigen Raum in den letzten Jahren begegnet ist. Hat man sich erst einmal an den Aufbau des Romans, der Kapitel, ja Sätze gewöhnt, will man immer weiter lesen. Ich habe Sorry als E-Book gelesen und muss auch hier den Machern ein Kompliment aussprechen. Layout und Inhalt stimmen also. Von mir gerne 90°.

10.09.2009 10:22:06
Pennywise

Unbedingt lesen!.

War definitiv echt mal was ganz anderes. Die Zeitsprünge in diesem Buch sowie auch die verschiedenen Sichten sind sehr gut geschrieben und bereiten echt keine Probleme. Durch die Beweggründe des Mörders und dessen Rückblicke versteht man schnell, warum er so (geworden) ist. Dementsprechend hat man schnell ein wenig Mitleid. Ansonsten verbreitet das Buch insgesamt eine bedrückende Stimmung und endet auch anschließend so. Aber auf jeden lesenwert.

28.08.2009 17:27:45
Bio-Fan

Boah, wat für´n Knaller- Ende. Ich tappe von einer Zeitfalle in die nächste. Das sind fast Fitzeksche Dimensionen.

Zoran Drevenkar, der neue Meister der Vewirrung?
Zeitsprünge und Perspektivwechsel en masse - davor, danach, drunter und drüber, aber das ficht den erfahrenen Krimileser nicht an. Weitaus schwieriger war da die Unterscheidung zwischen Tamara und.? Gott, wie hiess sie nur? Frauke, yeah! oder zwischen Wolf und Kris. Blass, ganz blass wie die gesamte Story. Lässt man nämlich den Zeit-und Perpspekiv- Schnickschnack weg, bleibt als Konklusion: ein Mensch fühlt sich schuldig, weil er weggesehen hat, weil er hingesehen hat, weil er getötet hat, weil er Rache genommen hat, und er beauftragt dieses halbgare Quartett, das ihn entschulden soll? Lächerlich! Aber das ist nur eine Frage von vielen, die Drvenkar offen lässt, doch die Karawane muss weiterziehen, vorbei an der völlig untätigen Polizei, vorbei an dem Totengräber mit der verletzten Hand, vorbei an dem Mann mit dem Isofluran- Depot :nono:

"Sorry" ist eine Mogelpackung- oberflächlich betrachtet durchaus passabel mit rasanten Schnitten und Bildern, die ganz laut "Film mich" schreien, aber bei genauerer Betrachtung ergeben sich leider etliche Mängel. I´m sorry, aber mehr als 50 Grad von mir sind nicht drin.

27.08.2009 12:02:13
Martin

Kurz gesagt : ein Hammer Buch !!!
Unglaublich spannend, super Schreibstil - kurz und bündig erzählt und beschreibt er das Wesentliche ohne langes Drumrum und doch kann man sich in die Darsteller aus der WG sehr gut hineiversetzen. Persönlich finde ich es immer sehr bedrückend wenn es um Missbrauch geht, trotz allem gefällt mir das Buch sehr gut. Story originell und die Zeit- und Raumsprünge machen Spaß und das Rätsel wie es ausgeht bis zum Schluß sehr spannend. Gerade der Aufbau der Geschichte erinnert mich etwas an den Film "Pulp Fiction" - von hinten nach vorne über die Mitte und zurück - genial.
Manche Handlung ist zwar nicht immer verständlich, aber wie würde man in den geschilderten Situationen selbst reagieren ?!
95° habe ich gegeben - aber auch nur weil man am Ende noch zwei offene Fragen hat ( Chris / Tamara ).

Sehr empfehlenswert !!!

26.08.2009 12:48:44
anyways

Ein Berlin-Thriller

Kris- gerade gefeuert, Wolf- der jüngere Bruder von Kris, Frauke- die immer mehr als einen Liebhaber hat und Tamara- die Sensible, sie alle verbindet eine Freunschaft die schon seit der Schulzeit besteht.

Mit Ende Zwanzig lassen sie ihr Leben Revue passieren und stellen fest, das seit dem Abi zwar viel Zeit vergangen ist, sie aber noch meilenweit von ihren Träumen von Erfolg und Geld entfernt sind.Nun sitzen sie zu viert in Kris Wohnung, kochen, essen,trinken ,kiffen und haben eine zündende Idee...

Sie gründen eine Firma, die den "Freikauf von Schuldgefühlen" anbietet.Sie überbringen Privatleuten und Firmen Entschuldigungen im Namen ihrer Klienten.Eine Geschätsidee die sofort gut anläuft, ihnen den Erfolg und die finanzielle Unabhängigkeit beschert, bis zu diesem einen Auftrag an dessen Ende nur noch zwei Freunde übrig bleiben, doch zu welchem Preis...

Einer der Besten Thriller, die ich in den lezten 2 Jahren gelesen habe.Von der ersten bis zur lezten Seite ist man gefesselt und kann das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.

14.08.2009 20:03:24
Axel

Will mich kurz fassen. Das ist eines der besten Bücher, die ich den vergangenen Jahren gelesen habe, einfach nur klasse und spannend.
Eine kleine Verwirrung tauchte allerdings auf, als die erste Leiche gefunden wurde. Jeder andere würde sich zuerst übergeben und dann die Polizei rufen. Warum die dann aber alles laut Vorgabe machen und auch noch Spuren verwischen und so, war mir ein bisschen schleierhaft
Aber egal, trotzdem unbedingt empfehlenswert. 95° (mindestens)

03.08.2009 09:31:40
spawny

"Sorry" ist anders. Anders als die üblichen Thriller die ich so lese. Aber ist dieses Anders besser?
Was zunächst auffällt ist der ungewöhnliche Aufbau und die erzählerische Form. Es ist irgendwie gewöhnungsbedürftig. Doch man soll sich nicht verwirren lassen, es ist ein Thriller. Ein Thriller mit hervorragender Charaktersierung der Akteure, wie ich schon lange nicht mehr gelesen habe. Die Story finde ich genial auch wenn manche Handlungen unlogisch erscheinen, finde ich es nicht unrealistisch. Die Menschen handeln nicht immer logisch :o).
Wer sich auf die Story einläßt findet einen spannenden und lesenswerten Thriller vor, der halt ein wenig anders ist.
Ich vergebe selten über 90°, diesemal sogar 95°.

05.07.2009 22:13:09
Schrodo

Vier Freunde folgen einem scheinbar harmlosen Auftrag und stehen plötzlich einer grauenvoll zugerichteten Leiche gegenüber. Der Mörder zwingt sie, sich in seinem Namen bei dem Opfer zu entschuldigen. Als sie darauf eingehen, nimmt ein unvorstellbar perfides und grausames Spiel seinen Lauf. So in etwa steht es auf dem Cover geschrieben.
Der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig. Die Geschichte wird in verschiedenen Perspektiven erzählt und wechselt immer wieder zwischen den Hauptakteuren, welche oftmals dieselbe Handlung aus ihren unterschiedlichen Blickwinkeln erzählen. Drvenkar erzählt in einigen Kapiteln die er davor, danach und dazwischen nennt, sowie aus der Perspektive zweier weiterer Personen und des Mörders. Und die Rolle des Mörders hat der Mann mit dem unaussprechlichen Namen dir vermacht. Ja dir…Du bist der Mörder.
Der Plot ist stark und brutal, man ist sofort in der Handlung gefangen. Die Spannung ist von Beginn an da, lässt aber gegen Ende etwas nach. Wobei der Schluss für mich irgendwie unbefriedigend ist, da doch noch einige Fragen offen bleiben.
Jetzt hab ich dieses Buch gelesen und der Autor hat es geschafft mich völlig verwirrt zurückzulassen.
Wie soll ich dieses Buch nun bewerten?
Schlecht, weil es mich völlig verwirrt zurücklässt?
Gut, weil es spannend und originell ist?
Ich weiß es wirklich nicht, lesen Sie es selbst!

27.06.2009 10:21:28
Vince-Garron

Ein guter Roman,der mir viel Spass gemacht hat.Mir hat die Art wie der Autor den Roman geschrieben hat gut gefallen.
Auch das man zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her springt fand ich gut.Auch hat mir die Storry gut gefallen.Die Figuren in diesen Roman kommen aus meiner Sicht auch gut rüber so das ich sagen möchte,das man den Roman Sorry gut weiter entpehlen kann!

25.06.2009 15:14:45
Nadja S.

ich könnte jetzt ausführlich darüber berichten was mir alles daran gefallen hat usw. usw. aber das würde den Rahmen hier etwas sprängen.

Mir fält zu Zoran Drvenkar und seinem Buch Sorry nur ein Wort ein. "PERFEKT"
Er ist ein unheimlihc begnadeter Schriftsteller, wirklich ein Muß für alle die von diesem Genre begeistert sind und was von guter Literatur verstehen.

Kompliment!

23.05.2009 11:15:20
ChimChim

Da der klappentext eher wie ein billiger Teenie-Krimi klingt war ich anfangs sehr skeptisch, aber dieser eindruck wurde nach den ersten seiten sofort zerstört. Das buch zieht ein von anfang bis ende sofort in einen bann und man verschlingt das buch seite für seite. Sorry ist wirklich sehr spannend geschrieben und man kommt davon einfach nicht weg weil man unbedingt wissen möchte was auf den nächten seiten passiert. Das tempo ist ähnlich hoch wie bei den Stieg Larsson büchern wo eigentlich auch immer etwas passiert und es nie einen wirklichen spannungseinbruch gibt. Es ist auch kein thriller wo man nach 100 seiten schon weiß was passieren wird und gerade das hat mir an dem buch gefallen. Zoran Drvenkar hat hier also einen thriller hingelegt, mit einer story die mal was ganz anderes ist und damit voll ins schwarze getroffen. Von mir 95°

21.05.2009 16:14:59
stjerneskud

Aus dem Ruder gelaufen

Aus einer fixen Idee wird Realität und die Brüder Kris und Wolf gründen zusammen mit Frauke und Tamara eine Agentur, um sich im Namen ihrer Klienten bei anderen zu entschuldigen. In den Jahren nach dem Abitur stehen die vier mehr auf der Schatten- als auf der Sonnenseite des Lebens und als die Geschäftsidee innerhalb kürzester Zeit zu einem Erfolg wird, wollen sie daran festhalten. Das Blatt wendet sich als Wolf bei einem auszuführenden Auftrag eine Frau ermordet in einer Wohnung auffindet.

Vor „Sorry“ hatte ich weder von Zoran Drvenkar gehört noch etwas von ihm gelesen und das erste Kapitel – genauso gut könnte es auch als Prolog betitelt werden – sprach mich nicht an und reizte mich auch nicht den Thriller lesen zu wollen. Der Schreibstil tat sein übriges und sagte mir nicht zu. Anfangs tat ich mich auch schwer damit, aber nach einer gewissen Eingewöhnungszeit ging es besser. Einfach zu lesen ist er nicht und er verlangt einem einiges ab. Dennoch bin ich froh darüber durchgehalten zu haben, denn es lohnte sich Bekanntschaft mit diesem Thriller zu machen.

Es gibt keinen chronologischen Ablauf, sondern die Kapitel sind mit dazwischen, danach, davor und Du, Kris, Tamara, Wolf, Frauke, Der Mann, der nicht da war überschrieben und es wird hin und her gesprungen. Die Geschichte an sich hat mich nicht überzeugt, denn es gehört doch einiges dazu für jemanden den man weder kennt noch einen Bezug zu ihm hat eine Leiche zu entsorgen, nur weil es dem Unternehmen schaden könnte. Und die Selbstjustiz bringt eine Lawine ins Rollen, die nur Chaos und sinnloses Töten mit sich bringt. Ansonsten ist die Geschichte wirklich toll geschrieben, denn es ist nicht einfach bei dem davor, dahinter und den verschiedenen Personen den Überblick zu behalten und sie zu einem Ende zu bringen, ohne Fragen offen zu lassen.

Weiterempfehlen würde ich den Thriller trotzdem nicht.

17.04.2009 11:47:31
Tanja73

Auch ich kann mich den Lobeshymnen nicht anschließen. Viel zu langatmig geschrieben und alles in allem doch ein wenig trocken. Es gibt wesentlich spannendere Bücher, die man wirklich nicht mehr aus der Hand legen will. Hier hatte ich das Problem, das Buch wieder in die Hand zu nehmen. Durch die Langatmigkeit hat man nach ein paar Seiten vergessen, worum es überhaupt ging. Schade für das ausgegebene Geld, ärgert mich maßlos. Ich werde dieses Buch nicht noch einmal lesen, auch nicht weiterempfehlen. Bei der Gradskala hätte ich gedacht, das ist es! Durch die große und herbe Enttäuschung werde ich mir zukünftig wohl auch kein Buch mehr dieses Autors zulegen. Dem Buch würde ich auf der Krimiskala maximal 30 geben.

14.04.2009 17:14:23
Charlotte Larsson

Ich kann mich den Lobeshymnen für dieses Buch nicht anschließen. Wie schon angemerkt fand ich den Plot auch arg konstruiert und auch ich ärgerte mich ständig, dass die vier nicht einfach zur Polizei gehen! Niemand von ihnen hat wirklich Dreck am Stecken. Beim Lesen habe ich mich über das wirklich bescheuerte Verhalten der trotz ihres jungen Alters reichlich verquasten Protagonisten geärgert - so benimmt sich kein realer Mensch.

Im ganzen Buch kommt aus meiner Sicht keine Figur vor, mit der man sich echt identifizieren kann.
Auch hatte ich während des Lesens nie das gefühl, echt betroffen zu sein. Dafür blieben mir die Charaktere zu wenig nachvollziehbar. Sicherlich, ein ungewöhnliches Buch durch die verschiedenen Perspektiven, die ich persönlich allerdings als ausgesprochen anstrengend empfunden habe.

Nur weil es anders ist als viele andere soll es automatisch toll sein? Für mich nicht! Selbst die Brutalitäten erschienen mir gewollt schockierend, so dass sie mich überhaupt nicht berührten.

Ich werde es kein zweites Mal lesen und auch nicht verschenken oder gar empfehlen. Für mich äußerst magere und aus nicht nachvollziehbaren Gründen über den grünen Klee gelobte Lektüre ohne Tiefe. Das eigentliche Thema des Buches hätte sehr viel eindringlicher behandelt werden können. So hatte ich beinahe vergessen um was es überhaupt ging, kaum dass ich das Buch zugeklappt hatte. Schade. Meiner Meinung nach 40 Grad, mehr nicht.

30.03.2009 21:07:28
mase

Ein absolut überzeugender Monatsvolltreffer. In letzter Zeit hatte ich schon Angst um die Zukunft des Krimis, denn meiner Meinung nach, bringen kaum Autoren oder Verlage den Mut auf, mit einer neuen Idee zu Punkten. Meistens bekommen wir eine Kopie eines Bestsellers aufgetischt, weshalb ich mich immer mehr in die fantastische Ecke flüchte.

Aber was Drvenkar hier abliefert ist grossartig und für mich war es ein völlig neues Leseerlebnis.

Der Plot ist abgefahren und Hitchcock selbst hätte seine Freude an den Versteckspielchen gehabt. Jede Wendung führt den Plot in eine andere Richtung.

Die Protagonisten-Clique besteht aus vier grundverschiedenen Charakteren, die teilweise sehr skurril handeln, aber immer gefällig sind.

Bei den Kapiteln lösen sich ständig die Zeitstränge ab. „Davor“ und „danach“ im Wechselspiel. Bei einem dritten Handlungsstrang namens „Du“ war ich mir lange nicht schlüssig, wo ich diesen einordnen soll, aber es wird nie zu kompliziert oder zu wirr. Das besondere an diesem Strang ist, dass der Autor den Leser mit „du“ direkt anspricht. So etwas habe ich noch nie gelesen und Drvenkar löst damit einen genialen Effekt aus, weil man unweigerlich „tiefer“ ins Geschehen eintaucht, wenn man direkt angesprochen wird.

Zur Handlung hat Lars Schafft sich ausgiebig ausgelassen. Vielleicht sogar zuviel.

Teilweise wird man beim lesen an einen US-Thriller erinnert, manchmal an die psychologischen Feinheiten einer Karin Fossum. Das Finale hat einen Schuss Laymon bekommen und dennoch schafft Drvenkar Bilder, die unter die Haut gehen und nicht nur oberflächliche Brutalität. Trotzdem hatte ich beim Lesen nie das Gefühl, dass er irgendwo abgekupfert hat.

Ein rundum grandioses Buch. Idee, Umsetzung, Stil, Sprache, Wendungen und Spannung bekommen von mir 100 Grad.

18.03.2009 17:19:07
sapkowski

Das Buch „Sorry“ von Zoran Drvenkar hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefangen genommen und es ließ mir regelrecht den Atem stocken.
Drvenkar schreibt äußerst brutal und faszinierend zugleich. Die Details einiger Brutalitäten und Grausamkeiten, die er dem Leser „um die Ohren haut“ sind äußerst gewöhnungsbedürftig. Genau wie sein Sprachstil, den er in diesem Buch verwendet. Ich fand die kurzen abgehackten Sätze manchmal nicht wirklich passend, aber sie gaben letztendlich der Handlung das gewisse Etwas.
Trotzdem geht Drvenkar in seiner Erzählweise sehr genau auf die einzelnen brutalen Vorgehensweisen ein. Man könnte so fast den Eindruck gewinnen, dass er durch Brutalität und hervorgerufenem Ekel auf Seiten des Lesers den manchmal fehlenden Spannungsbogen ausgleichen will. Das gelingt ihm ziemlich gut, dennoch war alles dann doch ein bisschen zu viel des Guten.
Die wechselnden Erzählperspektiven und die ungeklärte Frage nach dem Täter bringt noch zusätzlich Stimmung in das Ganze.
Die Spannung hält sich dann bis zum Schluss erfolgreich aufrecht, was sich auch für einen guten Thriller gehört. Die Aufklärung kam für mich dann doch unerwartet.

Dieses Buch ist wirklich nichts für schwache Nerven, aber ein guter packender Thriller.

3,5 von 5 Sternen

08.03.2009 23:27:28
fantasie

In zwei Tagen durchgelesen,es zieht einen von Seite zu Seite.An die Struktur muß man sich gewöhnen( du,davor,danach,der Mann der nicht da war u.sw.).Bei weitem der beste deutschsprachige Thriller seit langem.Ich wünsche ihm viele Leser.Hoffe auf mehr von Zoran Drvenkar den ich bis dahin nicht kannte.

06.03.2009 20:49:10
w 21 Le

Atemberaubend, mitreisend, erschreckend, man kann das Buch einfach nicht aus der Hand legen!
Struckturiert durch Kapitel und Einblicke der jeweiligen Personen. Aufregend durch Rückblicke und Wechsel in die Gegenwart.

Wie alle anderen Bücher Zoran Drvenkar's, sehr zu empfehlen.

Das einzig negative ist, das es endet!

27.02.2009 14:43:03
schlupp

Ich fand die Geschichte furchtbar konstru-
iert und das Handeln der Personen nicht
nachzuvollziehen. Habe das Buch nicht zu Ende gelesen, da ich es als absolute Zeitverschwendung empfand. Warum gehen die vier nicht einfach zur Polizei?
Ihnen kann nichts passieren. Völliger Blödsinn! Kann ich nicht weiterempfehlen.

26.02.2009 16:49:44
Tordis

Ich bin hin und weg ob dieser Frische in Thema, Inhalt, Art und Weise und überhaupt! Ich habe es an einem Sonntag in nur fünf Stunden gelesen. Zudem hab ich meine Kollegen auch schon angesteckt ;o) Das ist schon jetzt mein Buch des Jahres! Ganz grossartig, neu, anders, aussergewöhnlich, einfach stark!

24.02.2009 17:21:04
sassenach

Schuld und Sühne im 21. Jahrhundert

In Zoran Drvenkars neustem Roman geht es vorwiegend um Schuld und die Sühne. Können Außenstehende Schuld anderer übernehmen, ist moderner Ablasshandel möglich? Ist es mit einem lapidaren „Sorry“ getan? Inwiefern kann Schuld überhaupt gesühnt werden?

Vier junge Menschen, Frauke und Tamara, sowie die beiden Brüder Kris und Wolf, haben eine vermeintlich geniale Geschäftsidee. Gegen Bezahlung wollen sie sich für andere Menschen entschuldigen. Schnell hat ihre Agentur einen gut zahlenden Kundenkreis. Manager, die ein schlechtes Gewissen gegenüber entsorgten Mitarbeitern, verlassenen Expartnerinnen usw. haben und sich mit diesen „Problemen“ nicht mehr selbst beschäftigen möchten. Alles scheint bestens zu laufen, bis sie sich eines Tages bei einer brutal ermordeten Frau entschuldigen sollen…

„Sorry“ ist keine einfache Lektüre, weder sprachlich noch inhaltlich. Häufige Perspektivwechsel und Zeitsprünge sind anfangs etwas verwirrend, die Brutalität mancher Szenen erschreckend und für meinen Geschmack allzu detailliert beschrieben. Ohne diese Szenen hätte ich „Sorry“ vermutlich in einem Zug durchgelesen, so fesselnd ist es geschrieben.
Drvenkars präzise und knappe Schilderungen ließen Bilder in meinem Kopf entstehen, die Figuren lebendig werden. Sehr ungewohnt ist, dass der Leser mit „du“ angesprochen wird und in die Position des Mörders versetzt wird. In anderen Kapiteln ist der Leser dann mit dem Erzähler Beobachter und bleibt so stets Beteiligter der Geschichte.

In diesem ungewöhnlichen Psychothriller spielt die Polizei nur eine Nebenrolle. Die Spannung wird durch den Einblick in die Abgründe menschlicher Seelen und zwischenmenschlicher Beziehungen erzeugt, sowie durch das Verhalten von Menschen unter extremer psychischer und körperlicher Belastung. Wer ist Täter und wer Opfer? Die Beantwortung dieser Frage ist bei „Sorry“ nicht so leicht, wie es anfangs scheint.

Störend fand ich die konsequente Verwendung von ß statt ss, sogar bei Boss und Business, sowie die fehlenden Satzzeichen bei wörtlicher Rede.

„Sorry“ fragt nach Schuld und Moral und überlässt die Beantwortung dieser Fragen dem Leser. Ein beeindruckendes Buch, das ganz anders endet als erwartet und die Leser nicht nur deshalb noch lange beschäftigt.

15.02.2009 21:27:36
Yvi2108

Vier Freunde - eine Idee
Zwei Freunde – das Ende einer Kindheit

Sorry von Zoran Drvenkar ist ein Triller, der auch einen auch noch nach beenden nachdenklich zurücklässt.

Kurz zum Inhalt:
Vier Freunde, jeder mit eignen Problemen, gründen eine Firma mit dem simplen Namen Sorry. Sie wollen sich im Namen anderer entschuldigen. Was zunächst wie ein gelungener Plan aussieht, entpuppt sich als absoluter Albtraum für die vier. Das Geschäft läuft gut an, sie verdienen endlich mal das dicke Geld, von dem sie seit der Schulzeit träumen. Doch dann bekommen sie einen Auftrag, der ihr Leben für immer verändern soll.
Ebenso werden dem Leser zwei Jungen vorgestellt, die die besten Freunde sind, bis sie eines Tages zur falschen Zeit am falschen Ort sind und dort für einen von beiden das Ende seiner Kindheit kommt.

Stil:
Der Autor schafft es durch verschiedene Perspektivenwechsel, Zeitsprünge und eine außergewöhnliche Schreibweise den Leser gefangen zu nehmen und auch zu verwirren. Wie auch schon bei der Leseprobe, wusste ich zu Anfang auch nicht, was ich von dem Thriller halten sollte. Die DU-Form einiger Kapitel verschaffte zuerst den Eindruck, dass ich als Leser persönlich angesprochen werde: Mit weiterem Verlauf des Buches, klärt sich auf, was und wen den Autor meint. Man gewöhnt sich recht schnell an den außergewöhnlichen Schreibstil. Der Autor lässt dem Leser Freiraum für eigene Phantasien, in dem er nicht alles bis ins kleinste Detail beschreibt. In dem Buch wird nichts beschönigt. Opfer werden zu Täter, Täter zu Opfer.

Sorry ist ein außergewöhnlicher Thriller, wie ich ihn in dieser Form noch nicht gelesen habe. Der Spannungsbogen wird sofort am Anfang aufgezogen und hält sich konsequent bis zum Schluss auf einem hohen Level. Kurze und prägnante Sätze dominieren dieses Buch und der Leser wird durchgängig von einer düsteren und beklemmenden Stimmung begleitet. Dem Autor gelingt es auf geschickte Art und Weise die einzelnen Charaktere vorzustellen und die einzelnen Fäden, die sich durch die Geschichte ziehen, zum Schluss zu einem, für mich, schlüssigem Ende zusammenlaufen zu lassen. Der Leser wird durchgehend mit kleinen Informationen, die Mosaiksteinchen gleichen, gefüttert, die sich gegen Ende problemlos zu einem passenden und stimmigem Gesamtbild zusammenfügen.

Fazit:
„Sorry“ ist ein Thriller, der mich in seiner Art überrascht hat. Spannend, schockierend und direkt geschrieben. Sehr gefallen hat mir, dass der Leser gefordert wird. Der Autor wirft dem Leser Bruchstücke hin, die sich erst nach und nach zu einem Bild zusammenfügen. So kann der Leser selber Vermutungen darüber anstellen, wer der Täter ist, aus welchen Beweggründen er so handelt, wie er gehandelt hat. Und dann kommt es doch anders, als vermutet. Ein gelungener Thriller, der manchen Leser an seine Grenzen stoßen lässt. Wer Probleme mit dem Thema Kindesmissbrauch hat, sollte das Buch mit Vorsicht genießen. „Sorry“ ist definitiv kein Buch für zart besaitete Leser.

13.02.2009 00:00:37
Stephi

Schuld ist ein Thema, mit dem jeder Mensch früher oder später in Berührung kommt. Nicht wenige Menschen brechen unter der Last der Schuld zusammen und einige von ihnen sehen schließlich nur noch Auswege, die sich nur schwer bis gar nicht mit den Interessen anderer Menschen vereinen lassen.Ein solcher Fall wird dem Leser in „Sorry“ von Zoran Drvenkar präsentiert. In einem ersten Kapitel, was auch dem thrillererprobten Leser den Angstschweiß auf die Stirn treibt, wird ein brutaler Mord an einer Frau in allen Einzelheiten und sehr bildlich beschrieben.
Im weiteren Verlauf des Buches baut der Autor dann eine Geschichte um vier Freunde auf, die mit einer besonderen Geschäftsidee erfolgreich in die Selbständigkeit starten – einer Agentur, die sich stellvertretend für den Auftraggeber bei gewünschten Personen entschuldigt. Alles läuft reibungslos, bis sie den Auftrag erhalten, sich bei einer Toten zu entschuldigen. Von diesem Moment an befinden sie sich in einem Strudel aus Gewalt, Angst, Drohungen und Pflichtbewusstsein.Dies allein wäre schon spannend genug, wenn nicht die ständig stattfindenden Wechsel der Erzählperspektive verdeutlichen würden, dass die Identität des Mörders mehr als fragwürdig ist und er eigentlich gar nicht mehr existieren dürfte.
Drvenkar erzählt die Geschichte abwechselnd aus der Sicht der Freunde, aus der Sicht des Mörders und aus der Sicht einer dritten Person, deren Identität erst ziemlich weit am Ende deutlich wird. Durch die Perspektiv- und damit verbunden auch die Zeitwechsel (und Rückblicke), erlebt der Leser die gleiche Szene unter Umständen mehrmals aus verschiedenen Blickwinkeln. Dies ermöglicht es gerade am Ende zum Teil, Schlüsse zu ziehen, dennoch bleibt die Spannung bis zur letzten Seite erhalten.Der Autor versteht es, die Situationen der Handlung und die Stimmungen der Personen sehr detailliert und greifbar zu beschreiben, wodurch man als Leser von Beginn an immer weiter lesen muss. Der bereits erwähnte fulminante Einstieg macht das Buch bereits zu einem Lesehighlight – auch wenn teilweise brutale, erschreckende und furchtbare Szenen beschrieben werden (Stichwort: Kindesmissbrauch) und sich mir beim Lesen des Öfteren der Magen umdrehen wollte. Dieses Buch ein absoluter Buchtipp und somit absolut empfehlenswert.

09.02.2009 14:41:39
subechto

Vier junge Berliner haben eine ebenso originelle wie erfolgreiche Geschäftsidee: Sie überbringen Entschuldigungen - und bieten ihren Klienten somit eine „Entschuldigung“ im eigentlichen Sinne des Wortes, einen Freikauf von Schuldgefühlen.

Nach einer heftigen "Einleitung" schließt sich eine "Vorstellung" der einzelnen Personen an... die ist dann erst mal etwas zäh.

Neben den Freunden und Geschäftspartnern Tamara, Frauke, Kris und Wolf gibt es noch Fanni und Karl, den kleinen Lars und seinen Freund Jonas sowie Butch und Sundance und ein paar andere... Dies klingt zunächst etwas verwirrend, wird aber nach und nach aufgelöst.

Richtig spannend wird das Buch - meiner Meinung nach - erst ab der Mitte, also etwa ab Seite 200, hält diese Spannung dann jedoch bis zum Schluss.

Schnelle Schnitte in die Vergangenheit (= davor) und Zukunft (= danach) wie bei einem Video-Clip, waren mir manchmal zu viel.

"Sorry", eine perfide Geschäftsidee und somit eine frische, interessante Story, ein rasanter Thriller... noch dazu ein deutscher! Dass die Geschichte in Berlin "spielt", ist stimmig.

Schon der Titel, ein lapidares "Sorry", passt zum lockeren Erzählstil. Allerdings steht dieser im krassen Widerspruch zum Thema, nämlich Päderastie, Mord und Totschlag, Schuld und Sühne, Liebe und Leid...

Ein sehr ambivalentes Buch, das ich aus den genannten Gründen nicht uneingeschränkt weiter empfehlen kann.

Den Autor, Zoran Drvenkar, kannte ich bisher nicht, werde ihn aber im Auge behalten.

09.02.2009 14:32:24
Sanne

Vier junge Berliner haben eine ebenso originelle wie erfolgreiche Geschäftsidee: Sie überbringen Entschuldigungen - und bieten ihren Klienten somit eine „Entschuldigung“ im eigentlichen Sinne des Wortes, einen Freikauf von Schuldgefühlen.Nach einer heftigen "Einleitung" schließt sich eine "Vorstellung" der einzelnen Personen an... die ist dann erst mal etwas zäh.Neben den Freunden und Geschäftspartnern Tamara, Frauke, Kris und Wolf gibt es noch Fanni und Karl, den kleinen Lars und seinen Freund Jonas sowie Butch und Sundance und ein paar andere... Dies klingt zunächst etwas verwirrend, wird aber nach und nach aufgelöst.Richtig spannend wird das Buch - meiner Meinung nach - erst ab der Mitte, also etwa ab Seite 200, hält diese Spannung dann jedoch bis zum Schluss.Schnelle Schnitte in die Vergangenheit (= davor) und Zukunft (= danach) wie bei einem Video-Clip, waren mir manchmal zu viel."Sorry", eine perfide Geschäftsidee und somit eine frische, interessante Story, ein rasanter Thriller... noch dazu ein deutscher! Dass die Geschichte in Berlin "spielt", ist stimmig.Schon der Titel, ein lapidares "Sorry", passt zum lockeren Erzählstil. Allerdings steht dieser im krassen Widerspruch zum Thema, nämlich Päderastie, Mord und Totschlag, Schuld und Sühne, Liebe und Leid...Ein sehr ambivalentes Buch, das ich aus den genannten Gründen nicht uneingeschränkt weiter empfehlen kann.Den Autor, Zoran Drvenkar, kannte ich bisher nicht, werde ihn aber im Auge behalten.

09.02.2009 14:30:56
Sanne

Vier junge Berliner haben eine ebenso originelle wie erfolgreiche Geschäftsidee: Sie überbringen Entschuldigungen - und bieten ihren Klienten somit eine „Entschuldigung“ im eigentlichen Sinne des Wortes, einen Freikauf von Schuldgefühlen.

Nach einer heftigen "Einleitung" schließt sich eine "Vorstellung" der einzelnen Personen an... die ist dann erst mal etwas zäh.

Neben den Freunden und Geschäftspartnern Tamara, Frauke, Kris und Wolf gibt es noch Fanni und Karl, den kleinen Lars und seinen Freund Jonas sowie Butch und Sundance und ein paar andere... Dies klingt zunächst etwas verwirrend, wird aber nach und nach aufgelöst.

Richtig spannend wird das Buch - meiner Meinung nach - erst ab der Mitte, also etwa ab Seite 200, hält diese Spannung dann jedoch bis zum Schluss.

Schnelle Schnitte in die Vergangenheit (= davor) und Zukunft (= danach) wie bei einem Video-Clip, waren mir manchmal zu viel.

"Sorry", eine perfide Geschäftsidee und somit eine frische, interessante Story, ein rasanter Thriller... noch dazu ein deutscher! Dass die Geschichte in Berlin "spielt", ist stimmig.

Schon der Titel, ein lapidares "Sorry", passt zum lockeren Erzählstil. Allerdings steht dieser im krassen Widerspruch zum Thema, nämlich Päderastie, Mord und Totschlag, Schuld und Sühne, Liebe und Leid...

Ein sehr ambivalentes Buch, das ich aus den genannten Gründen nicht uneingeschränkt weiter empfehlen kann.

Den Autor, Zoran Drvenkar, kannte ich bisher nicht, werde ihn aber im Auge behalten.

06.02.2009 06:24:51
Elke

Eigentlich möchte ich für das Buch gar keine Wertung abgeben und kann meine Empfindungen auch nur schwer in Worte fassen.

Zoran Drvenkar mutet seinem Leser einiges zu, vielleicht werde ich auch nur dünnhäutiger mit der Zeit:
Ich weiss nicht, in wie weit der Autor Anleihen bei literarischen Vorbildern genommen hat, aber Dennis Lehane hat in "Mystic River" (ebenfalls veröffentlicht unter "Spur der Wölfe") das gleiche Motiv wesentlich subtiler behandelt.

Im Gegensatz dazu kommt Drvenkar mit dem Holzhammer daher und schildert die gewalttätigen Perversionen absolut detailverliebt und dermaßen drastisch, dass ich mehr als einmal kurz davor stand, das Buch zuzuklappen.

Der Stil ist allerdings auch gänzlich anders als bei Lehane: Drvenkar erzählt im Präsens und aus unterschiedlichen Perspektiven, schafft es dadurch aber nie, dass sich beim Leser eine entsprechende Distanz aufbaut. Die Geschichte legt dadurch ein hohes Tempo vor und zieht den Leser tief hinein. Aber vielleicht ist das auch so gewollt, um die Emotionen des Lesers anzusprechen und zu fesseln.

Natürlich ist Kindsmissbrauch immer ein Thema, das sehr stark emotional besetzt ist. Aber gerade hier hätte ich mir mehr Fingerspitzengefühl von dem Autor erwartet.

04.02.2009 12:27:54
villawiebke

Vier junge Berliner haben eine ziemlich simple, aber dennoch grandiose Geschäftsidee. Sie gründen eine Agentur, die sich im Namen ihrer Mandanten für deren Vergehen entschuldigt. In ihrem Metier sind sie sehr erfolgreich und so lässt die Kundschaft nicht lange auf sich warten. Das Geschäft läuft gut bis zu dem Tag, als ein Auftrag sie aus ihrem gewohnten Alltag reißt und alles bisher Dagewesene infrage stellt.

Ein Mann ruft an und bittet sie, sich in seinem Namen zu entschuldigen. Routiniert nehmen sie den Auftrag an und suchen die Frau auf. Doch diese ist tot, regelrecht hingerichtet, mit Nägeln an eine Wand fixiert. Schockiert wenden sie sich ab, aber es gibt kein zurück mehr. Der Mörder weiß zuviel über sie und ihre Familien. Und er verlangt mehr. Mehr als sie zu geben bereit sind. Ein spannendes Katz- und Mausspiel beginnt, in dem aber nicht nur sie und der Mördern, sondern eine weitere unbekannte Person die Hauptakteure sind.

Der Autor Zoran Drvenkar erzählt mit "Sorry" eine außergewöhnliche Geschichte von Liebe und Verrat gepaart mit Schuld und Sühne. Hierbei bedient er sich nicht nur unterschiedlicher Erzählperspektiven, sondern baut gekonnt Zeitsprünge ein, die dem Leser die Geschichte zunächst konfus erscheinen lässt. Nach und nach aber öffnet sich ihm eine Welt, die grausamer und verstörter nicht sein kann. Deren Ursprung weit zurück in der Kindheit des Mörders liegt und sich rasant entwickelt. Dabei lässt der Autor immer wieder Fragen offen und versteht es, die Phantasie seiner Leser bis über ein unerträgliches Maß hinaus anzuregen. Eine emotionale Berg- und Talfahrt nimmt ihren Lauf. An Aufhören ist da nicht mehr zu denken.

Erfrischend neu gestaltet sich auch die Art und Weise, wie Zoran Drvenkar erzählt. In kurzen Sätzen, ohne wörtliche Rede, aber mit sehr bildhaften Vergleichen. Eine Erzählweise, die beunruhigt und dem Leser zu schaffen macht, ihn aber gleichzeitig mitten in das Geschehen hinein katapultiert.

Mit "Sorry" hat Zoran Drvenkar einen Thriller geschaffen, der den Ansprüchen des erfahrenen Lesers mehr als gerecht wird.

Hinter jeder Tür verbirgt sich das Dunkle.
Hinter jedem Fenster leben Schatten.
(Zoran Drvenkar)

28.01.2009 15:36:07
Keksigirl

Firmengründung mit mörderischen Folgen

Inhalt:

Vier junge Berliner, die sich schon seit ihrer Schulzeit kennen und beruflich bisher wenig Erfolg hatten, haben die Idee - sie gründen eine Entschuldigungsagentur.
Firmen, die sich für etwas entschuldigen wollen können die Freunde damit beauftragen.
Kris & Wolf kümmern sich um die Praxis und überbringen somit die Entschuldigungen, während die beiden Frauen im Team sich mit Auftragsannahme, Koordination und Datenübermittlung beschäftigen.
Das Geschäft boomt, die Freunde sind überglücklich.
Bis die Agentur ins Visier eines von Schuldgefühlen geplagten Mörders gerät, der in der Geschäftsidee der jungen Leute seine Rettung sieht. Und so steht Wolf eines Tages plötzlich vor einer Leiche - und der Mörder ist noch nicht fertig...

Meine Meinung:

Die Covergestaltung, so unscheinbar sich auch wirken mag, sagt eigentlich alles aus. Genau wie der Inhalt ist auch sie dunkel, düster und rabenschwarz.

Die 397 Seiten sind in achte Teile gegliedert, die jeweils noch in die Zeitabschnitte "Davor", "Dazwischen" und "Danach" unterteilt sind. Was diese Unterpunkte zu bedeuten haben ist lange unklar, doch nach und nach wird immer mehr Licht in die finstere Handlung gebracht, bis dann am Ende jeder kleinste Winkel hell erleuchtet ist.
Im Großen und Ganzen gibt es zwei Handlungsstränge, nämlich das Jetzt in Form der Agentur und der Morde, sowie das Damals mit der langsamen Auflösung der Tathintergründe.
Die Handlung ist fließend, stimmig und absolut erschreckend und schockierend. Sie zieht den Leser in einen Bann, aus dem er sich genauso wenig befreien kann, wie die Freunde aus dem Netz des Mörders.

Die Protagonisten sind sehr vielschichtig, die vier Freunde dem Leser sehr vertraut gemacht. Man erfährt viel über sie, man freut sich mit ihnen und zittert mit ihnen. Man wird selbst ein Teil der Geschichte.
Auf der anderen Seite stehen der Mörder und "Der Mann, der nicht da war". Die Vergangenheit des Mörders ist so grausam, das man fast schon Mitleid mit ihm bekommt. Seine Verzweiflung trifft den Leser. Der Mann dagegen ist ein weiterer dunkler Schatten in einem Psychospiel, das schon Jahre vor der jetzigen Handlung gespielt wurde.

Der anziehende Eindruck des Thrillers, der durch die Charaktere entsteht, wird auch durch die sprachlichen Mittel des Autors verstärkt.
Der Schreibstil ist hart, deutlich, die Handlung bis ins kleinste Detail geschildert.
Die Sprache ist lebendig, rasant und intensiv. Die lässt das Geschehen nah und erreichbar wirken.
Das Thema des Buches ist nicht neu und vermutlich deswegen hat der Zoran Drvenkar eine faszinierende Verpackung dafür gewählt.
Die Haupthandlung wird in der 3. Person geschildert. Ist jedoch vom Mörder die Rede, so verwendet der Autor die 2. Person und scheint so den Leser persönlich anzusprechen und in das Buch einzuladen. Für kurze Abschnitte wechselt er auch in die 1. Person.
Diese Perspektivenwechsel mögen vielleicht im ersten Moment verwirrend sein, aber man gewöhnt sich sehr schnell daran und kennt man alle Zusammenhänge wird die Absicht dahinter deutlich.

Fazit:

Ein absolut begeisternder Thriller, der nicht nur durch den Inhalt, sondern auch dadurch besticht, dass er erfrischend neu ist. Der den Leser nicht mehr aus seinen Fängen lässt und erst wieder freigibt, wenn er zu Ende gelesen ist.
Sollte es jemals wirklich eine Entschuldigungsagentur geben, wird Zoran Drvenkar ihre Dienst sicher nicht in Anspruch nehmen müssen, denn für einen solchen Thriller, muss man sich nicht entschuldigen.

27.01.2009 20:47:06
anushka

Gibt es für Mord eine Entschuldigung?

Spontan denkt man natürlich, dass die Antwort sofort klar ist. Doch Zoran Drvenkar führt dem Leser vor Augen, dass diese Entscheidung gar nicht so einfach ist ...

Die vier Freunde Kris, Wolf, Frauke und Tamara gründen aus der Not heraus eine Agentur mit einer völlig neuartigen Idee. Im Rahmen dieser Agentur "Sorry" übernehmen sie für kommerzielle Auftraggeber das Entschuldigen: von ungerechtfertigten Kündigungen, falschen Verdächtigungen, das Abservieren einer Geliebten. Und erleichtern somit das Gewissen vieler Kunden, die es nicht selbst über sich bringen. Doch dann hört Lars Meybach von der Agentur und mit einem Schlag ändert sich das Leben der vier Freunde. Denn Meybach will, dass sie sich bei einer Frau entschuldigen, die sie gegen eine Wand genagelt in einer Kreuzberger Wohnung finden. Und Meybach hat genau das richtige Druckmittel, um sich der Ausführung seines Auftrags zu versichern.

Mein spontaner Gedanke beim Zuklappen des Buches war, dass sich Zoran Drvenkar durchaus mit Paul Cleave messen kann, vor allem, was die Brutalität seines Thrillers betrifft. Aber auch die Geschichte teilweise aus Sicht des Mörders zu erzählen, hat mich sehr an Cleaves Stil erinnert - was ich keinesfalls negativ meine. Doch "Sorry" ist besser konstruiert und lässt schließlich wenige, wenn nicht sogar gar keine, Dinge ungeklärt oder Fäden unverknüpft und doch weiß man bis fast zum Ende nicht, wie alles zusammengehört.
Drvenkars Buch ist ein Ich-Erzähler allem übergeordnet, doch die Kapitel aus Sicht des Mörders werden aus der "Du"-Perspektive erzählt und Kris, Wolf, Tamara und Frauke kommen in der dritten Person zu Wort, genauso wie "der Mann, der nicht da war". Aber nicht nur die Perspektiven, sondern auch die Zeitebenen wechseln ständig. Dies kann in den ersten Kapiteln oft zu Verwirrung führen, doch hat man bald Anker in der Handlung, von denen man als Leser aus wieder weiß, wo man sich in der Geschichte gerade befindet. Und auch die Anzahl an Personen wirkt manchmal unüberschaubar. Doch am Ende passt alles perfekt zusammen. Ich fand es erstaunlich, dass dem Autor das gelungen ist.
Die Geschichte an sich ist auch sehr spannend, wenn für meinen Geschmack zum Ende hin jedoch teilweise recht brutal und auch die Vorgeschichte des Mordes ist wirklich nichts für Zartbesaitete. Das Buch ist optisch auch entsprechend aufgemacht: dunkles Cover mit einem "verschwommenen" Titel und einer roten Banderole, die vor dem Lesen warnt: "Ein Thriller wie ein böser Traumm". Und genau das ist es. Endlich mal wieder ein Thriller, der die Versprechungen nicht enttäuscht, den Leser nicht zur Ruhe kommen lässt und ihn dazu bringt, öfter einmal paranoid über die Schulter zu schauen.

24.01.2009 15:04:01
Malin19

Das Buch beginnt mit einem " Donnerschlag ",einem schauderhaften Mord an einer nicht näher beschriebenen Frau Ende 40. In Teil 1 lernen wir Frauke, Tamara und die Brüder Wolf und Kris näher kennen. Aus einer Weinlaune entsteht die Idee eine Entschuldigungsfirma für die Geschäftswelt zu gründen. Was sich verrückt anhört ,entpuppt sich als echte Marktlücke.Bis sie den Auftrag bekommen, sich für den unglaublichen brutalen Mord bei dem Opfer zu entschuldigen. Es ist nichts mehr wie es früher war, die vier Freunde werden wie Schachfiguren dirigiert, manipuliert,beherrscht von einem scheinbar irren Mörder.

Meine Meinung: Das Buch unterscheidet sich von der üblichen Thrillerkost. Sympathische(r) Polizist(in) jagt Mörder und löst den Fall mit Happy End . Wer auf solche Thriller festgelegt ist, sollte Sorry NICHT lesen.Opfer werden zu Täter und umgekehrt, die Grenzen verwischen.Davor, dazwischen, danach, die 4 Freunde, Du- der Mörder- von ihm wird in der 2 Person erzählt, kurze Kapitel in denen Alles scheinbar zusammenhanglos berichtet wird. Aber schon bald fügt sich die Geschichte zu einer sehr beklemmenden Handlung, in einem klaren, harten, überaus flüssig zu lesenden Schreibstil.Es gibt keine unnötigen Längen in dieser Geschichte, sie treibt stetig voran , ein echter "Wachhalter "."Sorry verdient die Bezeichnung Psychothriller zu Recht. Ich bin wirklich begeistert,legte Sorry aber mit einem beklemmenden Gefühl zur Seite- Nein, für zarte Seelchen ist es nichts, alle Anderen LESEN.

24.01.2009 13:11:37
Marius

Drvenkar schildert in diesem Buch die Geschichte von 4 Freunden, die durch ihre Entschuldigungsagentur ins Visier eines psychopathischen Killers kommen. Dieser zwingt sie, sich bei seinen Opfern zu entschuldigen und sie geraten so in ein perfides Spiel ohne Ausweg, der nicht für alle von ihnen gut endet.
Die gefährliche Eigendynamik, die sich im Zug ihrer Tätigkeit für den Psychopathen entspinnt, zeigt, wie sich die Freunde immer weiter voneinander entfernen und sich gegenseitig misstrauen und versuchen, hinter dem Rücken der Anderen ihren eigenen Profit aus der Sache zu schlagen.
Fazit: Ein gelungener, verstörender Psychothriller, der dieses Prädikat wirklich verdient!