Headhunter

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • Oslo: Aschehoug, 2008, Titel: 'Hodejegerne', Seiten: 238, Originalsprache
  • Hamburg: HörbuchHamburg, 2010, Seiten: 4, Übersetzt: Johannes Steck, Bemerkung: gekürzte Lesung

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Andreas Kurth
Kunst, Killer und Kloake

Buch-Rezension von Andreas Kurth Dez 2008

Die moderne Industriegesellschaft hat durch ihre hoch entwickelte Arbeitsteilung eine besondere Profession zum Leben erweckt. Kopfjäger (Headhunter) werden die Spezialisten genannt, deren Aufgabe darin besteht, die richtige Person für einen hoch bezahlten Posten in der Wirtschaft zu finden. In Norwegen gehört Roger Brown zur Elite dieser Spezies – und niemand ahnt, dass er seine Gespräche mit den Anwärtern auf diverse Manager-Jobs dazu nutzt, diese anschließend zu bestehlen. Durch seine Frau hat er gute Kenntnisse in der Kunstszene, ein Freund aus dem kriminellen Milieu sorgt für das gefahrlose Eindringen in fremde Wohnungen und hat die nötigen Kontakte, um die gestohlenen Gemälde anschließend im Ausland verkaufen zu können. Als eines Tages etwas bei einem Einbruch komplett schief läuft, gerät Brown in eine verzweifelte Lage. Seine Frau betrügt ihn offenbar, und einer seiner Job-Kandidaten entpuppt sich als gnadenloser Killer, der ihm nach dem Leben trachtet. Sein bereits aufregendes Leben gerät völlig aus der Bahn – aber Roger Brown gedenkt, sich gegen die Attacken zu wehren.

Dieser Roman ist ein ganz spezielles Buch – für Autor und Leser gleichermaßen. Jo Nesbø hat mit Headhunter ein Buch geschrieben, dessen komplette Einnahmen in eine von ihm gegründete Stiftung fließen, die sich für die Bekämpfung von Analphabetismus unter Kindern einsetzt. Ein Projekt, das dem norwegischen Bestseller-Autor nach eigener Aussage besonders wichtig ist. Für die Leser gibt es zudem ein ganz spezielles Leseerlebnis, weil sie nach den vielen Romanen mit Harry Hole einen neuen Protagonisten verkraften müssen, wenn auch nur für dieses eine Buch. Eine Fortsetzung wird es jedenfalls nicht geben, und ob die Harry-Hole-Reihe weitergeht, ist derzeit in Experten-Kreisen einen viel diskutierte Fragen. Informationen dazu gibt es jedenfalls noch nicht.

Wer Headhunter lesen will – und ich kann die Lektüre nur empfehlen – muss Harry Hole vergessen. Roger Brown ist ein völlig anderer Typ von Protagonist, eine höchst ambivalente Figur, die man akzeptieren oder auch aus guten Gründen ablehnen kann. Er ist ein arroganter Headhunter, aber auch ein dreister Dieb und später wird er sogar zum Mörder. Mit so einer vielschichtigen Hauptfigur muss man sich erst einmal auseinander setzen, aber Jo Nesbø ist halt ein hervorragender Geschichten-Erzähler, und so entwickelt er Figur und Szenario in gewohnt gekonnter Weise, und fesselt dabei seine Leser mit seinem flüssigen und spannenden Stil von Beginn an. Der Autor schwankt zwischen Tragi-Komik und blutigem Ernst, was für viele Leser gewöhnungsbedürftig sein dürfte. Aber der Erzählstil ist der ungewöhnlichen Figur des Roger Brown durchaus angepasst. Vieles bleibt zunächst rätselhaft oder erscheint sogar widersinnig, wird aber später geradezu genial aufgelöst.

Roger Brown hat in Diana zu seinem eigenen Erstaunen seine Traumfrau gefunden. Sie unterhält eine angesehene  Galerie, in die er viel Geld stecken muss. Seine clever geplanten und ausgeführten Kunst-Raube halten ihn über Wasser, bis er den Ehebetrug seiner Frau entdeckt. Der niederländische Manager Greve schien eben noch ein Top-Kandidat für einen begehrten Posten – und ist im nächsten Moment eine mehr als ernst zu nehmende Bedrohung für Rogers Leib und Leben.

Im  ersten Drittel des Buches hat man sich als Leser noch gefragt, ob das der gleiche Autor ist, den man von den Harry-Hole-Büchern kennt. Doch dann gibt  Jo Nesbø richtig Gas, und in  gewohnter Weise reiht er Winkelzüge und überraschende Wendungen aneinander, die zu einer geradezu atemberaubenden Spannung führen. Dabei greift er wieder einmal tief in die Kiste seiner Erzählkunst, es wird deftig und brutal.

Am Ende des Buches freut man sich nach dem unglaublichen Finale auf die Verfilmung, die im März 2012 in die deutschen Kinos kommen wird. Manche Dinge mögen dem Leser in diesem Buch unrealistisch erscheinen, aber  es ist schließlich ein Roman und kein Sachbuch. Und außerdem bin ich der Meinung, dass Jo Nesbø  hier nur die willkommene Gelegenheit genutzt hat, und bei diesem Buch gnadenlos seiner Erzähl-Lust gefrönt hat. Headhunter dürfte die Rezensenten ebenso spalten wie die Fan-Gemeinde das Autors. Aber das war schon bei den letzten zwei Bände aus der Harry-Hole-Reihe so. Am Ende hilft nur eines – selber lesen und eine eigene Meinung bilden. Es lohnt sich.

 

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Letzte Kommentare:
03.10.2018 12:15:55
Ronny 47

Den Film kenne ich nicht, aber das Buch ist das schwächste, das ich bisher von Jo Nesbö gelesen habe. Der Plot ist wie gewohnt raffiniert, aber die "Auflösung" ungewohnt schwach. Natürlich darf man nicht alle Bücher Nesbös an der Harry-Hole-Reihe messen - aber die hier von der Polizei akzeptierten "alternativen Fakten" hätte Harry Hole niemals akzeptiert.. Deshalb nur 60°.

07.09.2018 20:01:20
Mido

Habe das Buch nicht gelesen. Der Film aber war ein kurzweiliger Thriller in bester Film-Noir Manier mit surrealen Einsprengseln. Besonders die schauspielerische Leistung des Hauptdarstellers Aksel Hennie in seiner Metamorphose vom geldgierigen Unsympath zum geläuterten Zeitgenossen ist absolut sehenswert.

31.08.2016 22:02:33
Bernd Schäfer

Ein überflüssiges Machwerk um einen sehr unsympathischen Kotzbrocken. Der Film lebt nur davon, dass man ständig hofft, dass dieser nervige Egoist auf der Strecke bleibt - was dann aber auch noch desaströs enttäuscht wird. Fazit: 100 verschenkte, weil langweilige Minten Filmmüll.
Hauptkritik: Fehlbesetzung der Hauptfigur, aber auch fehlende Empathie für einen Verlierer, dem man wünscht, auch weiterhin zu verlieren.

25.08.2016 00:29:36
Emerson, Walter

Ich finde grundsätzlich ist Spannung gehalten und Wendungen außergewöhnlich - dennoch ist der Schluss schwach, weil man, wenn schon so brutal auf dem Weg, seine Waffe nicht überprüft hat, wenig glaubwürdig ist. Also Schlussgefecht ist unglaubwürdig.
Und wo soll man dann die "Gut und Böse"
empfunden?

31.03.2015 06:56:53
eberfuersty

Es dauert ein paar Kapitel bis man in der Geschichte drin ist. Aber dann ist das Buch recht spannend. Zugegeben manchmal etwas sprunghaft und unwirklich. Dennoch bleibt die Spannung bis zu den letzten Kapiteln erhalten. Diese letzten hätte sich der Autor aber auch sparen können bzw. eine bessere Aufklärung des Falles beschreiben können. Meiner Meinung nach völlig unnütz war der Teil an der Polizist im Fernsehen auftritt. Aber wie gesagt im Großen und Ganzen ein recht interessantes Buch

23.02.2015 23:39:45
Chrisu

Roger Brown ist Headhunter und er ist der beste auf seinem Gebiet. Und er betreibt ein sehr lukratives Hobby - er erleichtert seine Klienten von ihren wertvollen Bildern, da er sonst seinen Lebenswandel nicht bestreiten kann. Und da entdeckt seine Frau in ihrer Galerie Clas Greve, den er überreden kann sich als Geschäftsführer für ein GPS-Unternehmen zu bewerben. Auch Greve hat ein wertvolles Gemälde zu Hause, dass er unbedingt haben will. Ich bin am Anfang sehr schwer in das Geschehen hineingekommen und wollte das Buch eigentlich schon abbrechen. Da schau ich bei Amazon - dort hat das Buch 4 Sterne. Also wird weitergelesen. O.K., es wurde dann flüssiger und verständlicher, aber die Abläufe sind manchmal sowas von abrupt, und man bekommt den Eindruck, dass der Autor unbedingt was neues reinbringen muss, um noch nicht zum Ende zu kommen. Und ja, das gute Ende. Also sowas von unwirklich, wie die Polizei die Abläufe darstellt, sowas gibt es ja nicht. NEIN, für mich war das ein Flop.

22.02.2015 10:10:24
Schnauzerfan

Ich habe alle Harry Hole gelesen, und werde sie zu gegebener Zeit nochmals lesen.
ich bin ein absoluter Fan dieser Reihe.
Dieses Buch gehört nicht zu denen, die ich mehrmals lesen werde.
Ich sag mal so, der Autor hat sich hier einmal auf anderes Terrain begeben, um vielleicht mal zu testen ob seine Fans alles akzeptieren würden.
Mir hat diese Buch nicht gefallen.

23.05.2014 10:35:20
Sylvie46

Mein "erster" Thriller von diesen Autor !!! Ich kenne also Harry Hole nicht !!! Es war eine mitunter "fäkalische" Geschichte - gut + spannend geschrieben !!! Aber sehr "gewöhnungsbedürftig" + zuweilen "sehr unrealistisch". Ich las es innerhalb einer Woche wie alle Bücher + fragte mich zwischen durch ob weiterlesen sinnvoll sei ???!!!
Trotzdem - lesen lohnt sich !!!

28.01.2014 09:47:38
Esad

Jawohl! So sollte ein sehr guter Thriller geschrieben sein. Im Erzählstil spannend. In der Handlung rasant und dynamisch. In der Figurkonstellation glaubwürdig und dreidimensional. Die vorkommenden Charaktere könnten die nächsten Nachbarn sein. So einfach sind sie in ihrer menschlichen Komplexität. Das erste Drittel ist gemütlich geschrieben, denn die Figuren und ihre Motivationen werden eingeführt. Ab dem zweiten Drittel wird die Story spannender und die Handlung dynamischer. Das letzte Drittel ist ein Countdown, der nur als Pageturner bezeichnet werden kann. Das Buch beinhaltet sehr viel Action, sodass beim Lesen das Gefühl entsteht, man würde im Kino bei einem sehr spannenden Film sitzen. Der Autor hält sich nicht mit Nebensächlichkeiten auf, sondern jeder geschriebene Satz treibt die Handlung voran. Selten so einen guten Thriller gelesen. Respekt!

27.12.2013 19:24:36
martina

Eine unfassbar wirre und unrealistische Geschichte. Wirkt, als hätte Nesbo sie ohne Plan in zwei Wochen runtergeschrieben. Hab das Buch trotzdem bis zum Ende gelesen, weil ich dachte, vielleicht ergibt die Story ja doch noch irgendwann Sinn. Da wurde ich leider enttäuscht. Gibt ohne Frage Besseres von Nesbo.

25.10.2013 13:45:16
Karin Gruber

Als absoluter Harry Hole Fan ist es schwierig zu akzeptieren, dass dieser in diesem Buch einfach nicht erscheinen will. Aber abgesehen davon, ist das Buch einigermaßen spannend, wenngleich es nicht so recht in Schwung kommt. Zum Teil ist das Buch auch etwas unglaubwürdig und der dazu entstandene Film ist durchaus besser. Jo Nesbo kann besseres!

04.10.2013 02:05:33
Wilfried Müller

Das Buch handelt also von einem Kopfjäger, der geeignete Köpfe für Unternehmen finden soll. Generaldirektoren nannte man sie früher, CEOs heutzutage.
Die entsprechenden Gespräche werden vom Protagonisten Roger Brown, dem Headhunter, verhörmässig durchgeführt. Nach FBI-Methode, die Nesbø immer und immer wieder im Verlaufe der Geschichte erläutert. Was an sich schon völlig unglaubwürdig ist. Doch der Reihe nach.
Der Prolog beginnt mit einer falschen physikalischen Gleichung, die im Kapitel 17, Seite 204, Wort für Wort wiederholt wird. Hätte bei einem Schriftsteller mit dem Renommé eines Nesbøs eigentlich nicht passieren dürfen (die Gleichung, nicht die Wiederholung).TEIL 1
Bewerbungsgespräch mit einem sichtlich nervösen, verschwitzten Bewerber inklusiv detaillierter Beschreibung der Bekleidungsmarken. Im Film würde man von Produkt-Placing sprechen (kommt immer wieder vor). Dann die Geschichte, wie er seine Frau kennenlernte. Seine Frage, ob es Fälle gibt, in denen drei aufeinander folgende, ungerade Zahlen Primzahlen sind, beantwortet sie mit "natürlich nicht", was Brown dermassen beeindruckt, dass er auf seiner Serviette "EINGESTELLT" notiert (gibt es natürlich doch: 3, 5, 7!). Nun ja, mir scheint, dass man Brautschau nicht in gleicher Art wie ein Selektionsgespräch abhandeln sollte. In einer Vernissage in der Gallerie seiner Frau lernt er dann seinen künftigen Gegenspieler Cleve kennen. Im nächsten Kapitel folgt ein Bilderklau und den Schluss des Teils 1 bildet das Gespräch mit Cleve.TEIL 2
Kurzfassung, da ich potenziellen Leserinnen und Lesern nicht das Lesevergnügen nehmen will. Hauptfiguren sind der oben erwähnte Cleve, eine russische hart arbeitende Hure namens Natascha und der durchgeknallte, perverse Waffennarr Ove Kjikerud, Wachleiter beim Sicherheits-/Wachdienst Tripolis und Hehler im Dienste Browns. Kein Idiot, aber ein Mann mit Leseschwäche (der Reinerlös des Buches geht an eine Stiftung für analphabetische Kinder, was hier löblich angemerkt sein soll). Erstmals wird auch ein Nietherterrier erwähnt, ein Jagdhund aber aggressiv wie ein Kampfhund. Es handelt sich dabei um eine fiktive Hunderasse. Vermutlich hat Nesbø das "Niether" deshalb gewählt, weil sein Besitzter Greve Holländer ist (Netherland). So einen "Designerhund" hat Nesbø bereits in einem anderen Roman geschaffen, um, so denke ich mal, keine Rasse zu verteufeln. Ist mir sympathisch. Es folgt ein weiterer Kunstraub, mit denen Brown, ohne Wissen seiner Frau, seinen aufwendigen Lebensstil finanziert. In Erscheinung tritt auch eine ehemalige Geliebte namens Lotte (Dänin). Und John Lennons G11sus4-Akkord (It's been a hard day's night) öffnet Browns Augen.TEIL 3
Ein zweites Gespräch mit Greve wegen einer eventueller Anstellung bei Pathfinder in Horten (am westlichen Osloer-Fjord, ca. 80 km von Oslo entfernt), einer Firma die in der GPS-Branche tätig ist. Abgehandelt wird das abenteuerliche Leben Greves in diversen Teilen der Welt."Natascha" tritt als Passwort einer Alarmanlage auf, eine Leiche wird entsorgt, ein einsam lebender Bauer namens Sindre Aa in einer gottverlassenen Gegend um Elverum (140 km nordnordöstlich Oslos) tritt in Erscheinung. Brown stellt fest, dass er sprichwörtlich in der Scheisse steckt (weniger ausführlich wäre angebracht gewesen). Ein Massey Ferguson Traktor ist Retter in letzter Not, walrossartige Zwillingspolizisten kümmern sich um Brown, ein Sattelschlepper transportiert Sigdal-Küchen, ein weisser Engel in Weiss erscheint und Greve klärt Brown auf.Teil 4
Brown beschliesst, wieder ins Leben zurückzukehren (nicht, dass er tot gewesen wäre), Greve erklärt sich noch einmal und weint. Dann flüstert nur noch der Wind.Teil 5
Ein blonder, bisexueller Musterbulle des Kriminalamtes Oslo, der es mit allen und jedem treibt (tritt in den früheren Teilen teils schon sporadisch auf) tritt in einer Nachrichtensendung auf und rückt seine Verdienste der Auflösung des Falles ins rechte Licht. Die anschliessende Auflösung des Plots nach Brownscher Art sei hier nicht verraten.Fazit
Die Figurenzeichnung der Hauptpersonen scheint mir doch ziemlich unglaubwürdig, die Art und Weise, wie Bewerber befragt werden, realitätsfern. Die Abenteuer Cleves in Suriname (das frühere holländisch Guyana in Südamerika, im Süden an Brasilien angrenzend) etwas an den Haaren herbeigezogen ebenso wie die Groupies für einen Polizisten. Die Auflösung gelingt nur mittels mannigfaltiger Kunstgriffe des Autors. Wenn Sie die oben erwähnte Stiftung unterstützen wollen, kaufen Sie das Buch. Ansonsten rate ich ab.

27.01.2013 01:00:23
Rod Weiler

Roger Brown ist ein Dieb, Mörder, übt Selbstjustiz und kommt letztlich ungeschoren davon. Von einem US-Autor erwarte ich mir nichts anderes. Aber von einem europäischen - insbesondere norwegischen - Autor erwarte ich mir eine neuzeitliche Wertvorstellung.

Die Botschaft dieser Geschichte ist höchst zweifelhaft, Herr Nesbø.

13.10.2012 21:26:09
Frosch83

absolut nicht mein Thema. Es war kein wirklich überzeugender Charakter dabei. Die Story sehr simpel gehalten, sodass nach ca. 30 Seiten klar war, was Sache ist und worauf die ganze Story hinausläuft. Künstliche Höhepunkte mit Verfolgungsjagt um das Buch etwas zu verlängern, denn sonst wäre man nach 40 Seiten fertig mit der Grundstory. Weder die Geschichte als ganzes betrachtet noch der Schreibstil konnten mich überzeugen.
Nie wieder ein Nesbo

11.08.2012 22:46:16
dr kildare

Wer bei Headhunter einen Roman im Stil von Harry Hole erwartet sollte das buch schnell beiseite legen.
Hier zeigt Jo Nesbö was er ist ein guter Unterhalter und Meister des Spannungsaufbaus.
Das buch lässt sich flott durchlesen und langweilt zu keiner zeit. Der Autor zieht alle Register und lässt seinen Protagonisten eine Odysee der besonderen Art durchlaufen. Trotz eines arg konstruierten Endes kann ich das Buch nur weiter empfehlen wenn man einen kurzweiligen Abend verleben möchte.

11.06.2012 15:18:29
Thomas H.

Ganz schwach!
Nach der Lektüre aller Harry Hole Romane, habe ich mir Headhunter vorgenommen. Dieser Roman kann nicht im geringsten mit den Harry Hole Romanen mithalten.
Es kommt mir vor, wie ein angefangener Plot, der nun auf der Welle des Erfolges von HH einfach zu einem Buch zusammen geschustert wurde, weil ja klar war Nesbo verkauft sich.
Finger weg, lieber auf den nächsten HH warten.

05.06.2012 10:52:29
Peter Huber

Eine tolle Urlaubslektuere. Etwas schmucklos im Vergleich zu Henning Mankell. Das Buch könnte länger sein. Die Auflösung erscheint zu gewollt, damit das Buch endlich fertig wird. Der Hauptdarsteller erscheint zu heroisch, alles gelingt, selbst eigentlich tödliche Situationen meistert er ohne schrammen oder gebrochene Arme bzw. Beine. Seine übertriebene liebe hudelnde Frau Diana erscheint fast dämlich. Das Buch habe ich trotzdem gerne zu Ende gelesen.

14.05.2012 12:50:25
Amica65

Als Harry Hole Junkie war ich skeptisch aber auch neugierig auf 'Headhunter' und schlug zu, als ich es auf dem Grabbeltisch sah.
Der Hauptprota Roger Brown hat nichts mit Harry Hole gemeinsam, arrogant, berechnend, dreist, eine vielschichtige Figur, die einem nicht unbedingt ans Herz wächst.
Ich hatte den Eindruck, dass Nesboe sich hier mal so richtig ausgetobt hat und rausgekommen ist ein unglaublich abenteuerliches, spannendes Buch, ein Pageturner, rasant geschrieben mit vielen unvorsehbaren Wendungen. Klar ist es auch teilweise sehr brutal, eklig, überzogen bis unrealistisch, aber das macht JN durch seinen intelligenten, trockenen Schreibstil wett. Ich sah es eher als Satire und habe mich gut amüsiert.
Auf den Film bin ich sehr gespannt.
Von mir: Daumen hoch

13.05.2012 15:26:16
nms

Nach langer Krimiabstinenz habe ich am Krabbeltisch 'Headhunter' entdeckt und gekauft und dann gleich gelesen. Mit JN kann man ja eigentlich nichts falsch machen.
Beim Reinlesen war das schon anders als bei den vorherigen Krimis von JN. Das Buch ist meiner Meinung nach flüssig zu lesen. Manchmal ist der Charakter von Brown doch etwas anwidernd. Die Kloakenszene hat mich irgendwie an 'Schindlers Liste' erinnert und die letzten 20 Seiten waren des Guten zu viel. Eher ein Buch, das man gelesen haben kann, aber nicht gelesen haben muss. Für JN eher enttäuschend, aber Bayern wird ja auch nicht jedes Jahr Meister (oder Pokalsieger).

16.04.2012 08:54:25
M.Hayn

Tolles Buch.
Spannend und dolle Story.
Da gab es schön schwächere Nesbo-Bücher.
Kurzweilig und und und.
einfach lesen, auch wenn man vorher Hole-fixiert war. was ich ausdrücklich nicht bin.
alles drin, Unfall, Raub, Verfolgung und auch Kloake.
Aber Plumpsklos kennen die meisten Leute uahc nicht mehr.
Und... allemal besser als Martha Grimes.

20.03.2012 16:15:57
Reto Derungs

Gut ausgedacht, sehr gute Hintergrundinformationen auf ansprechendem Niveau, das Ambiente stimmt und stimmt ein. Spannender Mittelteil. Aber gegen den Schluss wird's verkrampft, gekünstelt. Die Lösung des Dramas ist ein hilfloser, konstruierter Klimmzug, die Geschichte doch noch zu einem Happy-End zu wursteln. Schade. Guter Ansatz, flott vorangetrieben, elendiglich abgewürgt.

10.03.2012 23:37:48
Klaus Zschokke

Nein, das ist Schrott! Nesbo sollte bei Harry Hole bleiben und nicht solchen Quark schreiben! Es ist eines dieser „Wie-schreibe-ich-einen-Krimi-dass-kein-Mensch-mehr-drauskommt-Buch“. Ich habe nicht mal Lust, eine ernst gemeinte Zus-fassg zu wagen. Irgendwie ist Brown ein Headhunter, dazu aber auch noch Kunstdieb, der mit Hilfe eines Wachmannes die Wohnungen seiner Klienten leert, während diese beim zweiten Interview sind. Dann kommt ein ganz Kleverer, Ex-Geheimagent, Ex-Elitesoldat und Holländer (sic!)...[Ein Kommentar ist keine Nacherzählung!!! jkö]. Nein, wirklich, totaler Quatsch, der den Leser für dumm verkauft!

06.03.2012 14:35:41
krimimadame

Das beste Buch, das ich seit langem gelesen habe. Da es gleichzeitig mein erstes Nesbo-Buch war, kann ich nichts dazu sagen, ob es besser/schlechter/anders als die Harry-Hole-Bücher ist.
Dieser spannende Krimi ist sehr zu empfehlen, aber nichts für schwache Nerven oder Menschen mit geringer Ekeltoleranz, da es an der ein oder anderen Stelle sehr explizite Beschreibungen gibt.

28.02.2012 07:36:21
Jubeti

Ichwar erst sehr skeptisch, kein Harry Hole Roman, aber dann hat mich dieses Buch so gefangen genommen,Idee sehr interessant, spannend und sehr lebendig geschrieben,konnte es nicht mehr aus der Hand legen,ich kann es nur empfehlen:)
Wünsche mir mehr Bücher von Nesboe,von nun an mit oder ohne Harry Hole.

13.02.2012 23:26:25
Chrischt

Zunächst war ich skepisch. Ich wollte Harry Hole-Niveau. Und ohne Hole schien mir das nicht möglich. Headhunter zeigt mir: Es geht. Der Roman ist spannend, klug und gut konstruiert. Absolute Empfehlung!
Allerdings sollten Sie künftig beim Gang aufs Plumskloh vorher einen Blick in eben dieses werfen. Nach dem Roman wissen Sie, warum!

13.02.2012 21:48:00
subechto

Ein harter Hund

Professionell, analytisch und ohne gefühlsmäßiges Engagement interviewt Headhunter Roger Brown im 1. Kapitel einen Kandidaten für eine Führungsposition bei einem seiner Kunden. Wie zufällig lenkt er das Gespräch dabei auf mögliche Kunstwerke, die der Bewerber besitzt, um sie später zu stehlen. Eines Tages jedoch, scheint er in Clas Greve seinen Meister gefunden zu haben...

Als Wirtschaftswissenschaftler kennt Jo Nesbø sich auf dem Gebiet der Personalakquisition erschreckend gut aus. In seinem ersten Thriller schildert der Autor mit seiner genialen Beobachtungsgabe die Atmosphäre dieses Bewerbungsgesprächs - wie immer - bis ins letzte Detail. Als säße der Leser selbst auf dem "heißen" Stuhl. Auch seine Figuren sind stets meisterhaft beschrieben. Die Art des Lächelns, Intensität und Dauer eines Händedrucks.

Roger Brown, dieser selbstbewusste, arrogante Typ hat so gar nichts mit Harry Hole, dem Helden von Nesbøs bisherigen Kriminalromanen gemeinsam. Bei Headhunter hat sich der Autor mal so richtig ausgetobt und seiner Fantasie freien Lauf gelassen. Das Ergebnis ist eine bitterböse, rabenschwarze Satire... weltklasse!

Für Roger Brown geht es dabei um das nackte Überleben. Etliche Leichen pflastern seinen Weg, ein paar unappetitliche Szenen, die jedoch - das erkennt der Leser erst ganz zum Schluss - genauso ihre Relevanz haben, wie technische Raffinessen und zwei schöne Frauen. Es geht um Lug und Betrug, Irrungen und Wirrungen und eine Menge Testosteron. Sex and Crime and Rock’n Roll eben...

Last but not least gelingt es Nesbø sogar, den Kreis zu schließen und die Geschichte genau dort enden zu lassen, wo sie begonnen hatte, nämlich mit einem perfekt inszenierten "Auftritt" seines Kandidaten für das letzte Gespräch mit dem Kunden.

Mit Headhunter hat Nesbø einen rasanten, intelligenten und höchst amüsanten Thriller geschrieben, den ich in einem Rutsch verschlungen habe. Ich wünsche mir noch viele solcher "Kunstwerke" von diesem genialen Autor. 1000° und meine unbedingte Leseempfehlung!

22.01.2012 14:10:12
M.Hayn

schönes buch. kurzweilig und spannend und hervorragend zu lesen. verwirrend fand ich es gar nicht. vielleicht etwas nachlässig recherchiert. vielleichtgibt es bessere, ich fand aber das buch sehr unterhaltsam.
nun ist die hole-reihe dran...
wer langatmige, überladenen und zähe krimis lesen möchte, kann sich doch an martha grimes halten!

08.01.2012 04:59:53
retnueg

verstehe nicht, wieso es menschen gibt, die so ein wirklich hervorragendes buch verreissen bzw. enttäuschend finden; für mich hat es wirklich alles, was ein gutes buch braucht und ausserdem ist die story wirklich erstens sehr gut recherchiert und zweitens einfach super!!!
hier hat der autor einmal ein spannendes sehr gutes buch geschrieben, das storymässig in eine ganz andere richtung geht als seine h.hole-krimis!

13.11.2011 20:33:35
alexis

Ich kann mich meier13 nur anschließen! Zum Glück habe ich das Buch auch nur als Mängelexemplar gekauft und selbst das war zuviel Geld. Hab selten ein so schlechtes Buch gelesen, langweilig verworren ohne Spannung und Tempo, zum Glück hatte es nur 300 Seiten. Es war mein Erster Nesbo, ich habe noch ein paar zu Hause die ich noch nicht gelesen habe und hoffe daß die nicht genauso schlecht sind.

30.10.2011 00:55:06
meier13

Da Nebo bisher nicht in meinem Lese-Focus stand, "Headhunter" irgendwann in einer Fernsehsendung hoch gelobt wurde und nahezu alle Welt sich nur lobend über den Autor äußert, habe ich schließlich auch zugegriffen. Nahezu Sinnbildhaft passierte dies beim Einkaufbummel, als ich in einem Regal vor dem Buchladen unter den Mängelexemplaren "Headhunter" sah und zum halben Preis kaufte. Wenn Sie bis jetzt die Zeit geopfert habe, diese Rezension zu lesen und sich frage, wann kommt der endlich zum Punkt - mir erging es beim Lesen genauso. Spannung - Fehlanzeige, Tempo - Fehlanzeige, bis zur Mitte des Buches stand ich dreimal davor, es wegzulegen. Schließlich habe ich mich durchgerungen und das Buch zu Ende gelesen. Im Nachhinein vertane Zeit; ok, ich kann nun mitreden, aber über die Story? Schwach, spannungsarm, teilweise verworren (mein einziges Zugeständnis eine vielleicht schlecht Übersetzung), nichts, was haften bleibt, außer Headhunter = Mängelexemplar. Danke, dass sie es bis hierhin augehalten haben. :)

06.08.2011 11:27:29
Christian Fuchs

Klasse Krimi, am Anfang etwas verwirrend, aber dann lässt es einen nicht mehr los.
Ab der Hälfte des Buches glaubt man den Bösewicht zu kennen und entlarvt zu haben. Ich dachte schon "Oh man, was für ein durchschaubarer Krimi".
Man liest aber weiter, weil es wieder Spannend wird.
Am Schluss wird man eines Besseren belehrt.


Der Autor zählt nun zu meinen Favoriten.

25.07.2011 22:49:11
TheMamba

Es ist schon erstaunlich, wie peinlich kleinlich hier manche Leser sind. Um sich von der falschen Gleichung am Beginn des Buches den ganzen Lesespaß nehmen zu lassen, muss man mindestens genauso große Minderwertigkeitskomplexe haben wie der Protagonist.
Mir ist das überhaupt nicht aufgefallen, wahrscheinlich bin ich jetzt jung und ungebildet, aber vielleicht achte ich auch einfach auf die Sachen, die für die Story wichtig sind.

05.07.2011 09:15:36
Milva_CH

Ich möchte hier meine Meinung vom 28.2.2011 über das Buch revidieren.

Obschon das Buch in weitem nicht an die Harry Hole-Reihe rankommt, ist es doch ein abwechslungsreiches und vor allem unterhaltsames Buch. Ich war am Anfang nur verwirrt, da es so gar nicht Nesbo-typisch geschrieben ist und die Hauptfigur echt unsympatisch rüberkommt. Am Schluss habe ich dann selber über mich geschmunzelt, dass mich der Autor doch so an der Nase rumführen konnte betr. der ganzen Story. Ich denke, genau deswegen hat der Autor die Hauptfigur auch so unsympathisch wirken lassen, da der eigentliche Charakter erst durch die ganzen Wendungen und Handlungen des Buches zum Vorschein kommt.

Das Buch hat ein "Klasse Thriller"-Siegel verdient!

30.06.2011 16:55:37
s.h.

Beste Buch seit langem. Habe Hunger auf andere Buecher von Jo Nesboe. So als Leseraupe Nimmersatt.
Ich fand das Buch gerade in der Mitte sehr erfrischend und lebendig geschrieben kann ich nur weiterempfehlen.
Bis jetzt nicht langweilig das wird glaube ich mein neuer Lieblingsautor. Also her mit den anderem Buechern. Gerade noch Kakerlake gekauft. Bin gespannt.

18.04.2011 11:44:23
Heinrich Katz

Leider sehr schlecht recherchiert und sehr schlechtes Lektorat: Schon in der dritten Zeile: Kraft mal Zeit = Masse mal Geschwindigkeitsänderung. Physikalisch ist das nicht haltbar. Die Zeit hat auf der Kraftseite nichts zu suchen. Es muss lauten F = m x a, also Kraft = Masse mal -Beschleunigung. Leider später auch noch mal so geschrieben. Also bitte lieber Ullstein Verlag etwas sorgfältiger lesen vor dem Druck! Mit diesem eklatanten Fehler ist mir damit das ganze Buch verleidet.

28.02.2011 09:07:35
Milva_CH

Schon nach den ersten 60 Seiten enttäuscht. Weiss nicht, ob ich es zu Ende lesen soll.

In Ich-Person geschrieben, aber die idendifierzung mit der Hauptperson erscheint mir schwierig, da der kotzbrockige, allen möchte gern überlegene Roger Brown sich dermassen arrogant aufführt und seinen Minderwertigkeitskomplex wegen seiner fehlenden Grösse über seine ach so wunderbare Frau auszugleichen versucht.

19.01.2011 01:17:35
Bonny K

Fand den Roman angenehm unterhaltend und amüsierte mich über das Katz-und Mausspiel der Protagonisten. Sogar den arroganten Brown gewinnt man irgendwie fast lieb. Auch für humorvolle Spannung ist gesorgt. Aber alles in lauwarmer Manier.
Man lese Headhunter zur Unterhaltung, Harry Hole um sich fesseln zu lassen...

16.01.2011 19:21:04
Nicole

Nun, ich habe gerade erst begonnen mit dem Buch und bin jetzt schon enttäuscht.
Der Moment, in dem er sich in seine Frau verliebt: Er hat ihr die Frage gestellt, ob es Fälle gibt, in denen drei aufeinander folgende, ungerade Zahlen Primzahlen sind.
Angeblich stellt Microsoft seinen Bewerbern diese Frage. Ihre Antwort lautet nein + Begründung, sie hat dafür nur drei Sekunden gebraucht, bei Microsoft brauchen die Bewerber drei Minuten und es schaffen überhaupt nur 5% die Frage zu beantworten.
Die Antwort müsste lauten: Ja: 3, 5, 7.
Wenn man seinen Helden schon als so überdurchschnittlich qualifiziert darstellt, sollte man doch ein Minimum an Recherche betreiben, sonst fühlt sich der Leser in seiner Intelligenz beleidigt.

20.12.2010 10:54:31
Bio-Fan

15 € für ein zum Softcover aufgemotztes Taschenbuch ist ganz schön heftig. Wenn´s denn inhaltlich stimmen würde, könnte man "vielleicht" sagen, aber bei dieser dürftigen Story sollten selbst Nesbø-Fans auf die normale TB-Ausgabe warten - falls überhaupt.

Die Story wartet gerade mal mit zwei Überraschungen auf, ist ansonsten sehr konventionell gestrickt, deshalb auch leicht durchschaubar.
Roger Brown ist Unternehmensberater (Headhunter) und hat aufgrund seiner vermeintlichen Kleinwüchsigkeit einen satten Minderwertigkeitskomplex entwickelt. Um seiner wunderwunderschönen Frau aus reichem Elternhaus einen adäquaten Lebensstandard zu bieten, muss er sich nebenher als Kunstdieb betätigen, weil die Provisionen aus seiner Beratertägigkeit vorne und hinten nicht reichen. Das geht so lange gut, bis er an einen überlegenen Gegner gerät. Eine um ihn gesponnene Intrige macht aus dem Täter ein Opfer, das dann wiederum zum Täter wird, der unbestraft seinen Weg gehen darf. Ja,ja, so ist das wohl im höheren Management.

Der "Headhunter" erzählt aus der Ich-Perspektive, was den Nachteil hat, dass dem Ich-Erzähler mit 100%iger Wahrscheinlichkeit nichts allzu Gravierendes passieren kann. Wenn Roger Brown dann stunden-(seiten-)lang im Klo hockt, während sein bewaffneter Gegner um ihn herumschleicht, ist das weder spannend, noch witzig, sondern nur lächerlich, aber es füllt die Seiten.

Die Popularität, die Nesbøs "Harry-Hole-Reihe" zur Zeit genießt, verführt wohl dazu, mal schnell was mit der heißen Nadel Gestricktes einzuschieben. 63°

02.12.2010 17:09:54
Jürgen Beck

Von diesem Nesbo bin ich bitter enttäuscht. Im Gegensatz zu seinen Hole-Thrillern wird meines Erachtens nach die Logik in der Handlung brutal vergewaltigt. Der Versuch, das Ende halbwegs schlüssig zu gestalten, fordert den Leser allzusehr heraus. Mir scheint, Nesbo hat selbst den Faden verloren und biegt den Handlungsstrang zu guter letzt mit Gewalt noch hin. Mein Fazit: SCHADE! Er Kann doch auch anders.

11.11.2010 13:24:03
anyways

Roger Brown, ist ein 35jähriger begnadeter Headhunter. Er ist genial in seinem Job, in der Welt der Headhunter ist er die Oberliga. Ein winziger körperlicher Makel, er ist nur 168 cm, lässt ihn allerdings am „ Little-Mann-Syndrom“ leiden. Den kompensiert man bekanntlich durch knallhartes geschäftliches Auftreten und einem herrischen und überheblichen Ton den Arbeitskollegen gegenüber. Er hat eine wunderschöne, junge intelligente Frau, mit der er sich nur zu gerne schmückt. Sie leitet eine eigene Kunstgalerie sehr edel und avantgardistisch.

Roger , so erfährt man gibt wesentlich mehr Geld aus, als er eigentlich zur Verfügung hat, also spezialisiert er sich auf ein recht einträgliches, aber gefährliches Hobby. Gerade weil er ständig in Geldnöten ist, die er seiner Frau natürlich verheimlicht, verweigert er ihr bewusst ihren sehnlichsten Wunsch. Ein gemeinsames Kind. Spannung und Entfremdung brauen sich zu einem unheilvollen Gewitter zusammen. Die prekäre Lage spitzt sich zu als Roger auf seine kurzzeitige Affäre Lotte trifft und ihm Diana Clas Cleven , eine Koryphäe auf dem Gebiet der Satellitenüberwachungstechnik, vorstellt. Ein Mann den Roger unbedingt an ein norwegisches Unternehmen vermitteln will, winkt nicht nur eine stattliche Provision, sondern eine einmalige Gelegenheit das geheime Hobby mit einem letzten Coup zu beenden.





Jo Nesbo, ein Garant für spannende, intelligente Thriller. Er überzeugt mit Headhunter genauso, wie mit seiner Harry-Hole-Reihe.

Interessante Charaktere, eine fesselnde Story, die mit vielen, teils auch versteckten Wendungen brilliert, laden zum atemberaubenden Lesevergnügen ein.

Anfangs kommt Roger uns als unsympathischer Macho und skrupelloser Vermittler daher, nur wenig später zeigt sich, dass noch viel mehr Haie in diesem Becken mitschwimmen. Viele sind größer und wesentlich gerissener.



Fazit: Ein unbedingtes „Muss ich gelesen haben“

03.10.2010 20:36:45
Herr Lazaro

Einer der unterhaltsamsten Thriller den ich seit langem gelesen habe. Flott, mit der notwendigen Spannung erzählt, dabei teilweise sogar ins komische (als Adjektiv zu Komik, nicht im Sinne von seltsam) spielend. Dazu ein herrlich verworrener Plot mit immer neuen Finten und falsche Spuren. Und die Redewendung "in der Scheiße stecken" gewinnt ein ganz konkrete Bedeutung. Sehr feine Unterhaltung!

28.09.2010 11:45:18
geröllheimer

Nach einem durchaus der Realität entsprechendem Anfang geht dem Autor etwa ab der Mitte des Buches der Sinn für den guten Geschmack verloren.Einige Schilderungen sind zum Kotzen.Siehe:Klohäuschen.Kein Mensch würde so etwas machen.Das Buch ist überhäuft mit hanebüchenen Beschreibungen.Ich hatte keine lust weiter zu lesen und habe das Machwerk ins altpapier geworfen.

27.08.2010 19:40:24
simsa

„Headhunter“ von Jo Nesbo ist der erste Roman den ich von ihm gelesen habe, der nichts mit Harry Hole zu tun hat.
Es geht um Roger Brown einen sehr erfolgreichen Headhunter, der neben seinem Job noch ein paar andere Geschäfte betreibt. Als auf einmal alles schief läuft, wird er zum Gejagten und nichts ist mehr wie es war.
Dieses Buch war für mich wie eine Achterbahnfahrt und ich hatte teilweise das Gefühl, dass Jo Nesbo „Headhunter geschrieben hatte, als der Erfolg noch nicht da war. Die Geschichte an sich ist gut, aber es fehlt immer mal wieder an Spannung.
Zwar sind Spannungsmomente vorhanden, aber sie flauen auch ständig wieder ab. Ein ewiges Hin und Her, dass auf Dauer keinen Spaß bringt. Ich persönlich war nachdem ich als letztes „Leopard“ von ihm gelesen habe doch sehr enttäuscht.

23.08.2010 13:13:43
marita

Die hervorgehobene Schrift am Cover gefällt mir außerordentlich gut. Die schwarzen Männer lassen Manager erahnen, die große Geschäfte machen. Die Aufmachung des Buches ist qualitativ hochwertig (dickes Papier, angenehm große Schrift und doppelseitige Vorder- und Rückseite) und Qualität hat ihren Preis, aber viel wichtiger ist ja der Inhalt.

Ich war vom Prolog geschockt, dieser Unfall wird so realistisch erzählt, dass ich das Gefühl hatte, ich säße mit im Wagen. Dadurch, dass die Geschichte von einem Sterbenden erzählt wird, bekommt sie gleich zu Anfang einen wahnsinnigen Speed.
Roger Brown ist Headhunter und spielt in der obersten Liga mit, ein knallharter Manager-Typ also. Mir erscheint er teilweise etwas arrogant und perfektionistisch. Er legt viel Wert auf perfekte Kleidung, perfektes Auftreten und einen perfekten Body. Man könnte meinen Nesbø selbst ist tätig in diesen Kreisen, so brillant wie er diese Szenen beschreibt.
Brown ist interessiert an Bewerbern, die sich für Kunst interessieren und auch welche besitzen, denn da ist vielleicht noch etwas mehr zu holen. Gerade dieses Genre machte das Buch anfänglich sehr reizvoll für mich. Ich hatte mich wohl sehr auf die Kunstszene versteift und war dann ein wenig enttäuscht, als diese nicht mehr im Vordergrund stand.
Nesbø schafft es einen Spannungsbogen aufzubauen, dennoch war er m.M.n. für einen Thriller ein wenig zu flach. Ein richtiger Pageturner war es also nicht. Das Ende hingegen fand ich sehr überraschend.
Die Sprache fand wunderbar, flüssig zu lesen und dennoch mit Niveau. Es wurden einige Informationen transferiert, über die ich vor kurzem Dokumentationen gesehen oder Fachartikel gelesen habe. Allerdings beschreibt der Autor manch‘ Szene so deutlich, dass ich mich vor Ekel schütteln musste. Mir fiel sofort eine Parallele zum Film Trainspotting auf. Andere Passagen sind sehr emotional geschrieben, jedoch ohne kitschig zu wirken.
Für mich war es insgesamt ein durchschnittliches Buch mit genialem Anfang und interessantem Ende. Zwischendurch flachte es etwas ab, aber dennoch finde ich es auf jeden Fall lesenswert.

12.08.2010 14:50:41
Torsten B.

Ein Buch, welches man problemlos in einem Tag durchgelesen hat. Kurzweilig, spannend und mit teilweise ungewöhnlichen Etnwicklungen. Nesboe achtet auf kleinste Details und verleitet schon mal zum Zurückblättern.
Das Ende ist mir persönlich ein wenig konstruiert erschienen - macht aber nichts. Wenn man gut unterhalten werden möchte, sollte man "Headhunter" gelesen haben.

12.08.2010 11:58:37
Pumsmogul

Das ist der bisher beste "Nesbo" - Spannung pur von der ersten bis zur letzten Seite, fernab des ewig melancholischen Dauerhelden H. Hole. Nicht vorhersehbar,in sich schlüssig (bis auf Kleinigkeiten) und Lesestoff der allerbesten Art. Dieses Buch ist den teuren Preis (für ein Taschenbuch) wert, weil es keine Sekunde langweilt. Hoffentlich folgen weitere literaische Ergüsse des skandinavischen Meisters...

10.08.2010 13:14:29
tedesca

Roger Brown ist ein Typ, den ich im wirklichen Leben einfach nur unsympathisch finden würde. Aalglatt, schickimicki und mit allen Wassern gewaschen. So stellt er sich als Ich-Erzähler auch dar, jedoch erhält der Leser natürlich im Laufe der Zeit Einblick in die Gedanken und Gefühle eines Mannes, der von Ängsten geplagt um sein Leben und seine große Liebe kämpft, und das mit allen Mitteln.
Nesboe hat einen spannenden Thriller geschrieben, der langsam anläuft, um dann mit jeder Seite an Spannung zuzulegen. Rasante Wendungen führen einen immer wieder in die Irre, und auch an ausgesprochen grausigen Szenen fehlt es nicht, auch wenn diese nicht unbedingt durch Brutalität schockieren.
Ein Katz- und Mausspiel, das einen den Atem anhalten lässt. In gewohnt guter sprachlicher Qualität geschrieben, eine Freude für Fans rasanter Thriller.

Anmerkung zum Schluss: der Reinerlös des Buches geht an eine Organisation zur Bekämpfung von Analphabetismus von Kindern - ein schöner Zug von einem Menschen, der wohl mit seinem Harry Hole schon sehr viel Geld verdient haben muss und der auch Kinderbücher schreibt.

09.08.2010 17:53:58
felinette

Einfach ein großer Wurf, rasant geschrieben, gewürzt mit beißendem Zynismus. Ein Pageturner, „wie er im Buche steht“ und ein ganz und gar nicht strahlender Held mit reichlich schwarzen Flecken, dem der Leser dennoch das Beste wünscht. Und die Sprache! Reines Vergnügen! Da hält man den Atem an, während man – angesichts von Formulierungen wie „mit einem solchen Tod konnte ich leben“ – plötzlich auflachen muss. Wer das Buch anfängt, sollte sich am selben Tag möglichst nichts anderes vornehmen – weglegen geht nicht.

08.08.2010 20:20:53
urstier

Ich war gespannt auf dieses Werk, nachdem ich bisher alle Geschichten von Harry Hole gelesen hatte. Dieser "neue" Nesbo ist thrilling, teilweise schonk grotesk und bizarr, aber ein Leseschmaus, den ich in einem Zug verschlungen habe. Intensiv und mit Phantasie konstruiert, ohne den roten Faden je zu verlieren. Super!

02.08.2010 17:49:36
subechto

Dirty Harry II

Professionell, analytisch und ohne gefühlsmäßiges Engagement interviewt Headhunter Roger Brown im 1. Kapitel einen Kandidaten für eine Führungsposition bei einem seiner Kunden. Wie zufällig lenkt er das Gespräch dabei auf mögliche Kunstwerke, die der Bewerber besitzt, um sie später zu stehlen. Eines Tages jedoch, scheint er in Clas Greve seinen Meister gefunden zu haben...

Als Wirtschaftswissenschaftler kennt Jo Nesbø sich auf dem Gebiet der Personalakquisition erschreckend gut aus. In seinem ersten Thriller schildert der Autor mit seiner genialen Beobachtungsgabe die Atmosphäre dieses Bewerbungsgesprächs - wie immer - bis ins letzte Detail. Als säße der Leser selbst auf dem "heißen" Stuhl. Auch seine Figuren sind stets meisterhaft beschrieben. Die Art des Lächelns, Intensität und Dauer eines Händedrucks.

Roger Brown, dieser selbstbewusste, arrogante Typ hat so gar nichts mit Harry Hole, dem Helden von Nesbøs bisherigen Kriminalromanen gemeinsam. Bei Headhunter hat sich der Autor mal so richtig ausgetobt und seiner Fantasie freien Lauf gelassen. Das Ergebnis ist eine bitterböse, rabenschwarze Satire... weltklasse!

Für Roger Brown geht es dabei um das nackte Überleben. Etliche Leichen pflastern seinen Weg, ein paar unappetitliche Szenen, die jedoch - das erkennt der Leser erst ganz zum Schluss - genauso ihre Relevanz haben, wie technische Raffinessen und zwei schöne Frauen. Es geht um Lug und Betrug, Irrungen und Wirrungen und eine Menge Testosteron. Sex and Crime and Rock’n Roll eben...

Last but not least gelingt es Nesbø sogar, den Kreis zu schließen und die Geschichte genau dort enden zu lassen, wo sie begonnen hatte, nämlich mit einem perfekt inszenierten "Auftritt" seines Kandidaten für das letzte Gespräch mit dem Kunden.

Mit Headhunter hat Nesbø einen rasanten, intelligenten und höchst amüsanten Thriller geschrieben, den ich in einem Rutsch verschlungen habe. Ich wünsche mir noch viele solcher "Kunstwerke" von diesem genialen Autor. 1000 Sterne und meine unbedingte Leseempfehlung!

30.07.2010 13:47:26
Selaiah

Headhunter ist mein erster Nesbo Thriller, daher war ich umso mehr auf den Schreibstil und die Story gespannt, die mich schon in der Leseprobe fasziniert haben.

Inhalt: Roger Brown ist Headhunter- nicht irgendeiner sondern DER headhunter überhaupt. Niemand, der jemals durch ihn vermittelt wurde, wurde nicht eingestellt. Er weiß zu überzeugen, tritt selbstbewusst, kühl und distanziert, aber mit der nötigen Freundlichkeit auf. Doch sein hoher Lebensstandard bzw. vor allem der seiner Frau hat ih in den Ruin getrieben. Er denkt, sie nur durch Reichtum halten zu können, weil sie ihm ihren größten Wunsch überhaupt verwehrt: ein Kind zu bekommen. Um an Geld zu kommen, hintergeht er seine Klienten schamlos.

Stil: Nesbo bietet hier intelligente Unterhaltung vom Allerfeinsten! Er schreibt sprachgewaltig, rasant und gnadenlos, reißt den Leser mit einer ungeheuren Macht mit sich, und überzeugt mit starken Charakteren!

Fazit: Dies wird nicht mein letzter Nesbo gewesen sein! Viel Spaß beim Schmökern!

19.07.2010 22:02:53
strangegirl29

Headhunter

Mein erstes Buch von Jo Nesbo hat mich völlig begeistert, durchweg spannend, gut durchdacht, viele Wendungen in der Story, interessante Charaktere, alles was man für ein gelungenes Buch benötigt.


Roger Brown, der im Laufe des Buches immer wieder unter seinen geringen Körpergröße leidet-dafür aber ein Riesen Ego hat, ist der beste Headhunter aller Zeiten.
Begnadet vom Leben führt er einen exklusiven Lebensstil, mit einer schönen Frau an seiner Seite, deren Lebensstil, in diesem Fall eine Galerie auch mitfinanziert werden will.
Dieses gelingt ihm, indem er mögliche Kanditaten während Vorstellungsgesprächen geschickt ausfragt um sich dann deren Gemälde anzueignen.
Einen ausgeklügelten Plan hat er mit seinem Komplizen aufgestellt, bis er an den Falschen gerät und sein Leben gerät komplett aus den Fugen.
Und was dann alles passiert, sollte man am besten selbst lesen.
Ich kann jedem das Buch guten Gewissens wirklich nur empfhelen.

Anmerken muss ich noch ( ich kann mich nicht erinnern dies schonmal in einem Buch gelesen zuhaben ) dass sämtliche Einnahmen des Romans in eine Stiftung zur Bekämpfung des Analphabetismus von Kindern verwendet werden.
Das find ich einen tollen Zug des Autors.