Schneeblüte

Erschienen: Januar 2007

Bibliographische Angaben

  • New York: Ballantine Books, 2006, Titel: 'The Virgin of Small Plains', Originalsprache
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2007, Seiten: 408, Übersetzt: Anja Malich & Ulrike Thiesmeyer

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Jörg Kijanski
Konstruierter, aber ordentlicher Mainstream

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Okt 2008

Small Plains, Bundesstaat Kansas, 23. Januar 1987: Sheriff Nathan Shellenberger ist mit seinen Söhnen Rex und Patrick bei starkem Schneefall auf ihrem Weideland unterwegs als sie auf einem Hügel die Leiche einer Frau, die nackt und zwischen ihren Beinen blutbefleckt im Schnee liegt, entdecken. Nathan fährt seinen jüngeren Sohn Rex zurück zur Farm und anschließend die Leiche mit Patrick zu seinem langjährigen Freund Nathan Reynolds, dem Arzt von Small Plains.

Die 16-jährige Abby Reynolds will zur gleichen Zeit endlich mit ihrem langjährigen Freund Mitch Newquist zum ersten Mal schlafen, doch haben beide nicht an ein Kondom gedacht. Mitch schleicht sich in Dr. Reynolds Praxis als plötzlich dessen Telefon klingelt. Mitch versteckt sich in einem Vorratsraum und kurz darauf nimmt Abbys Vater die Leiche vom Sheriff entgegen. Zu Mitchs großen Entsetzen untersucht Dr. Reynolds jedoch nicht die Tote, sondern schlägt ihr mit einem Hammer immer wieder brutal ins Gesicht. Mitch flüchtet nach Hause, wo er seinem Vater, dem Richter Tom Newquist umgehend von dem Vorfall berichtet.

Richter Newquist, Sheriff Shellenberger und Dr. Reynolds sind alte Jugendfreunde, die sich für die Herren von Small Plains halten. So kommt es, dass am nächsten Morgen Mitch von seinen Eltern aufgefordert wird, an einer weit entfernt gelegenen Highschool seinen Abschluss zu machen und sich in Small Plaints nicht mehr blicken zu lassen. Schließlich stünde sein Wort gegen das vom Sheriff und das des Arztes. Mitch sieht ein, dass es aus dem gleichen Grund auch keinen Sinn macht, sich Abby oder seinem besten Freund Rex anzuvertrauen. Für die Einheimischen ist schnell klar, dass Mitch, der seine Heimststadt Hals über Kopf verlassen hat, irgendetwas mit dem Tod des unbekannten Mädchens zu tun haben muss. Aber warum war in jener Nacht eigentlich der von allen ungeliebte Patrick zu Hause, der doch eigentlich weit weg am College studieren sollte?

Small Plains, siebzehn Jahre später: Die an Alzheimer leidende Nadine Newquist irrt in eiskalter Nacht leicht bekleidet über den Friedhof, wo sie wenig später tot von Abby und Rex aufgefunden wird. Doch ihr Sohn Mitch kommt nicht wie von einigen erwartet zu ihrer Beerdigung. Erst einige Monate später am Memorials Day besucht er ihr Grab und erfährt von dem Grab einer unbekannten Frau, die alle nur als "die Jungfrau" verehren und angeblich über heilende Kräfte verfügt. Ihr Gesicht sei bei ihrem Tod so entstellt gewesen, dass man ihre Identität bis heute nicht herausgefunden konnte. Mitch, der sich um 17 Jahre seines Lebens in seiner Heimatstadt betrogen fühlt, will die offenen Rechnungen mit Sheriff, Arzt und nicht zuletzt seinem Vater begleichen. Aber nicht nur die drei inzwischen alten Männer kannten die Tote...

Titelübersetzung made by Rowohlt

Mit Schneeblüte liefert der Rowohlt Verlag eine geradezu beängstigende Übersetzung des Originaltitels The Virgin of Small Plains, welcher 2007 erstmals in Deutschland erschien. Die mehrfach preisgekrönte und hierzulande dennoch weitgehend unbekannte Autorin Nancy Pickard war Präsidentin der "Sisters of Crime" und liefert mit dem vorliegenden Buch einen durchaus spannenden Plot. Wie verhält man sich nach siebzehn Jahren Abwesenheit?

Die eigentliche Geschichte spielt im Jahr 2004 und so erleben wir die Rückkehr des einst "geliebten Sohnes" der Stadt unter denkbar schlechten Vorzeichen. Seine ehemalige Jugendliebe hat mangels Alternativen inzwischen eine lose Beziehung mit Patrick angefangen, wovon selbst dessen Mutter und Bruder Rex alles andere als begeistert sind, denken doch beide, dass der zu Gewalt und schlechten Scherzen neigende Patrick womöglich für den Tod des Mädchens von damals verantwortlich sein könnte. Abby wie auch Rex, die beide stets an Mitchs Unschuld glaubten, wissen nicht so recht wie sie mit dessen Rückkehr umgehen sollen, ist ihnen beiden doch völlig schleierhaft, warum er damals so fluchtartig die Stadt verlies, ohne sich seitdem noch einmal gemeldet zu haben. Und auch Mitch weis nicht so recht wie er sich den beiden gegenüber verhalten soll, denn schließlich gibt es da immer noch das alte Dilemma, da er ja ihre Väter belasten müsste.

Hohes Tempo, aber die Story hat doch einige Löcher

Die Geschichte springt zwischen den einzelnen Personen ständig hin und her, treibt damit das Tempo ordentlich voran und dies, ohne dass man dabei Schwierigkeiten hat, der Handlung folgen zu können. Zwischendurch wird in Rückblenden das Geschehen des Jahres 1987 erzählt und so langsam aber sicher klar, wie und warum das Mädchen starb und auch wie die Verbindung zwischen den Vätern Shellenberg, Newquist und Reynolds war. Doch nicht nur diese kannten das hübsche Mädchen, sondern gleich mehrere der oben bereits genannten Personen und so bleibt es bis zum Schluss recht spannend, wenngleich man durchaus gute Chancen hat, zumindest in weiten Teilen mit seinen Vermutungen richtig zu liegen.

Die Charaktere sind ordentlich gezeichnet und das Verhalten der einzelnen Figuren ist weitgehend glaubwürdig, vorausgesetzt man akzeptiert die mitunter arg konstruierte Geschichte. Dies ist der eigentliche Schwachpunkt, denn die Story ist doch ein wenig weit hergeholt und gerade auf der Schlusslinie wird ein wenig "zu viel Blech gebogen". So bleibt unter anderem völlig nebulös, warum Abby ausgerechnet eine Beziehung mit Patrick eingeht und ob sich Erwachsene bei einem Mord tatsächlich so verhalten wie Dr. Reynolds?? Wohl sicher nicht. Dennoch hat man schon weitaus schlimmere Plots gelesen, so dass Schneeblüte durchaus kurzweilige Unterhaltung für zwischendurch bietet. Leider nicht mehr, aber das ist ja immerhin auch schon was.

Schneeblüte

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Letzte Kommentare:
30.01.2009 22:33:05
Bell

Mir hat dieser Roman gut gefallen, es geht hauptsächlich um die Beziehungen der Menschen in dem Ort untereinander, darum, wie Menschen in Bedrängnis reagieren und wie sich Missverständnisse und Heimlichkeiten auswirken können.

Spannung lässt der Roman auch nicht vermissen und die Liebe kommt nicht zu kurz; die Liebesgeschichte ist vielleicht etwas kitschig aber dennoch glaubwürdig dargestellt.

Die Figuren wirken authentisch und somit kommt einem auch die Geschichte an sich realistisch vor.
80 Grad

10.11.2008 15:55:08
Alexandra

Ein typischer amerikanischer Roman, in dem Teenager bereits die "große" Liebe erleben und dann Jahre später zueinander finden.
Alles spielt sich in einem kleinen Ort ab, in dem wohl niemand gerne wohnen möchte. Die Einwohner kennen sich gut und wissen (fast) alles voneinander.
Als "Buch für zwischendurch" geeignet, die zwei verschiedenen Zeitebenen sorgen für Spannung, es wird nicht langweilig, aber schnell wieder vergessen.

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