Die Zahl

Erschienen: Januar 2008

Bibliographische Angaben

  • Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag, 2008, Seiten: 432, Originalsprache

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Wolfgang Weninger
Mit Herz und Humor

Buch-Rezension von Wolfgang Weninger Okt 2008

Der Winter hat in einem fiktiven Tiroler Bergdorf in der Nähe von Innsbruck Einzug gehalten, als Agnes Schubert, gemäß Beschreibung der Autorin "42 Jahre alt, vollbusige Dauerwellenträgerin, begeisterte Köching, von Beruf Handarbeitslehrerin, ehrenamtlich als Küsterin tätig und sehr zu ihrem Leidwesen immer noch unverheiratet" hinter der Kirche an einem Baugerüst die mit dem Kopf nach unten nackt aufgehängte Leiche von Josef Anders findet, der mit einer nicht übersehbaren römischen XII gekennzeichnet wurde. Und Daniela Larcher versäumt auch nicht gleich bis ins kleinste Detail zu beschreiben, in welchem Zustand sich der gewaltsam Verblichene auf dem Kirchhof präsentiert, so dass auch dem abgebrühten Dorfkriminalisten Chefinspektor Morell das Frühstück bis knapp über den Hals steht.

Morell, der die Mordkommission in Wien verlassen hat, um an diesem beschaulichen Ort in den Bergen ein geruhsames und von Gewalttaten verschontes Polizistenleben zu führen, braucht dringend Unterstützung, doch in der Tiroler Kripozentrale in Innsbruck ist gerade niemand abkömmlich, also wird die junge Gerichtsmedizinerin Nina Capelli auf ihrem Weg in den Urlaub nach Italien amtlich umgeleitet, um kurz nach dem Toten zu sehen. Gleichzeitig trifft aus Wien der Archäologe und Universitätsdozent Leander Lorentz ein, ein Freund des Toten, der sich sofort in die Ermittlungen einbinden lässt, weil er zumindest ein Auge auf die fesche Pathologin werfen möchte und mit dem anderen Auge die Witwe seines verschiedenen Freundes beobachtet, mit der er früher mal ein Techtelmechtel hatte.

Zu blöd, dass ausgerechnet jetzt heftiger Schneefall einsetzt und das Dörfchen Landau so zuschneit, dass ein Entkommen aus dem Kaff unmöglich wird. Und so wird dem übergewichtigen Inspektor und seinen eher unfreiwilligen Helfern schnell klar, dass jemand aus der Dorfgemeinschaft der Mörder sein muss und dann wird auch schon die nächste Leiche gefunden, die ebenfalls mit der magischen Zahl XII verstümmelt ist ...

Schnitzeljagden mit Serienmördern gibt es mittlerweile zuhauf im Krimigenre und auch Die Zahl, die als Taschenbuchpremiere im Fischer Verlag erschienen ist, kann nicht unbedingt als herausragendes Werk kriminalistischen Schreibens ausgezeichnet werden. Immerhin hat sich Frau Larcher bemüht, einen brauchbaren Plot zu konstruieren und mit einem Mordrätsel zu versehen, das über die 430 Seiten nicht langweilig wird. Für einen Erstling ist die mittelmäßig spannende Story recht gut inszeniert und die darin vorkommenden Personen haben durchaus genügend Charakter, um als künftige Serienhelden in den Tiroler Bergen agieren zu können. Was dazu noch fehlt, ist eine stärkere Zeichnung der einzelnen Personen, um deren Stärken und Schwächen sympathischer zu präsentieren.

Wohltuend anzumerken ist, dass Daniela Larcher vor allem bei der direkten Rede ihren Personen einigen Sprachwitz in die Artikulation legt, der über den biederen Dorftratsch hinaus geht. Wobei vor allem das Geplänkel zwischen den ungleichen Paaren Otto Morell und Agnes Schubert, sowie Nina Capelli und Leander Lorentz zeitweise Schmunzeln hervor rufen kann. Von dieser Seite her darf man gespannt sein, ob die Autorin diese ungleichen Beziehungen in weiteren Geschichten sprachlich noch auszureizen versteht.

Wie bei so vielen Romanen von und mit Serienmördern kann das Finale mit dem grausigen Geschehen davor nicht Schritt halten. Die Auflösung ist hausbacken und vorhersehbar und das Ende hätte ich eher bei Rosamunde Pilcher vermutet als in einem Kriminalroman. Abgesehen davon ist Die Zahl ein munter zu lesendes Stück kriminalistischer Heimatroman, mit einer Portion Herz und Humor und ohne großen Anspruch an den Intellekt des Lesers, also eine unterhaltsame Bettlektüre zur Entspannung nach dem Arbeitsalltag.

Die Zahl

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Letzte Kommentare:
06.11.2011 16:02:25
Ruhelos

Ich habs mir gekauft und mich drüber geärgert. Dialoge, die ich nicht witzig fand, sondern völlig daneben, wie aus Hanni und Nanni. Eine Geschichte, die mich nicht überzeugt hat und überhaupt viel zu wenig Beschreibungen von Charakteren (bis auf die Fresssucht des Polizisten) oder Gegend.
Nichts für mich!

03.01.2010 07:50:26
Nomadenseele

Unappettitlich, unglaubwürdig, konstruiert, farblose Figuren und geschwätzig – anderes kann man dieses Buch nicht beschreiben.

Unappettitlich
Ich kann mich nicht daran ergötzen, wie Leichen Blasen werfen und Körpersäfte auslaufen.

Unglaubwürdig, konstruiert
ist die Handlung allemal, wobei es schwerfällt dies zu begründen, ohne die Lösung zu verraten. Das Mordmotiv ist lächerlich, ich nehme der Autorin die Handlung nicht ab. Zudem wird von einem Vergetarier berichtet, der kiloweise Fleisch kauft, was aber weder zur Handlung noch zur Stimmung etwas beiträgt.
Mir ist auch nicht klar, warum ein Dorf mit 5000 Einwohnern 3 Banken, einen Autohändler und ein Bordell benötigt. der Ortsteil aus dem ich ursprünglich komme, hat knapp 3000 Einwohner und liegt auch abgeschieden, ich kann also abschätzen, inwieweit sowas den Bedürfnissen entspricht; total am Bedarf vorbei. Dazu kam, dass die Sprache zu angepaßt war, z.B. Abitur statt Matura.

Farblose Figuren
Morell bleibt die einzige halbwegs lebendige Figur mit seinen Eßstörungen, alle anderen sind entweder uninteressant oder ins comichafte überzeichnet. Das ganze Dorf dient nur als Staffage, Beklemmung kommt bei der Schilderung eines eingeschneiten Dorfes in dem Morde passieren nie auf.

Geschwätzig
Jeden Kapitel, welche oft nur 2 Seiten lang sind, ist wahllos ein Satz aus der Weltliteratur mit der Zahl *Zwölf* vorrangestellt – von der Handlung sind diese Sätze losgelöst. Zudem wollte die Autorin wohl ihre Allgemeinbildung zur Schau stellen, womit anhand von Rätseln jede aufkeimende Spannung – wenn es welche gäbe – zerredet wird.
Der Witz ist dem Buch war sehr bemüht.

Fazit:

Wer meint, zuviel Lebenszeit zu haben, kann sich das Buch antun.

02.11.2009 17:53:35
Elvira

Das Buch ist nicht unspannend und taugt durchaus als Urlaubslektüre. Der Anfang ist vielversprechend – eine mannstolle Küsterin findet eine brutal verstümmelte Leiche in einem verschneiten Dorf in den Tiroler Bergen. Doch dann geht es bergab. Sprachlich nicht sehr anspruchsvoll, mit vielen Wiederholungen, werden oft Details ausgeschrieben, die sich der Leser selber denken könnte. Die handelnden Personen wirken sehr sympathisch, jedoch mit wenig Tiefgang charakterisiert. Unglaubwürdig finde ich, daß der offensichtlich unfähige Otto Morell keinerlei Unterstützung bei seinen Ermittlungen bekommt. Fast alle Österreicher in diesem Roman erfüllen voll und ganz das Klischee vom verspießerten, leicht trotteligen Schluchtensch*** …. keine Ahnung, ob das so intendiert war. :-)
Als störend empfinde ich auch die bemüht akademischen Rätsel und die kryptischen Zwölfer-Zitate, die keinerlei Zusammenhang zur Handlung aufweisen. Das kommt wirklich so rüber, als hätte die Autorin den ansonsten eher anspruchslosen Krimi „irgendwie cool mit Bildung aufpeppen“ wollen. Man merkt eben immer wieder, daß es sich um ein Erstlingswerk handelt.
Die Auflösung läßt leider jegliche Logik vermissen. Wer der Mörder ist, hatte ich sowieso schon erraten, doch ich hatte bis zum Ende gehofft, daß der Täter wenigstens ein halbwegs plausibles Motiv haben würde. Dazu kann ich nur sagen, ich wurde enttäuscht.

04.04.2009 21:09:39
Tomto

Die Begeisterung für diesen Roman hält sich bei mir in Grenzen. Einzig die Verehrerin von Otto Morell hat mich zum Schmunzeln gebracht. Ansonst gibt es zu viele Dinge, die meiner Meinung nach nicht zusammenpassen.Punkt eins: Eine brutal verstümmelte Leiche wird vor der Kirche, in einem kleinen Dorf gefunden. Einzig der Polizeichef Morell, sein Assistent und die Pathologin kümmern sich um den Fall. Soweit so gut, aber wo sind die Schaulustig, wo ist die Presse? Nicht einmal die Kriminalbeamten und die Spurensicherung finden es die Mühe wert an den Tatort zu kommen, die sind zu sehr mit den Familienstreitigkeiten und Selbstmördern in der Weihnachtszeit beschäftigt. Für mich hört sich das an, als ob in Österreich tagtäglich Mordopfer in der Gegend herumliegen und jeder Zweite im Land Gefahr läuft sich das Leben zu nehmen.
Punkt zwei: Den Fanatismus den Otto Morell gegen einen seiner Tatverdächtigen zu Tage legt, geht mir so richtig gegen den Strich. Morells Gedankengang sieht so aus:
Bordellbesitzer=Dorfganove=Serienkiller.
Dass der Polizeichef einen persönlichen Rachefeldzug gegen den Dorfganoven führt leuchtet noch ein, aber wie ein Pferd mit Scheuklappen durch die Welt zu spazieren und nur bis zwei zu zählen, weil mehr Verdächtige gibt es nicht, ist mir doch zu simpel.
Punkt drei: Die Auflösung ist viel zu Überraschend. Da quält man sich durch Zwölfen von Ägypten bis China und hat die Zahlenmenge noch nicht einmal verarbeitet, da taucht der Täter, wie der Kasperl aus der Versenkung auf. Nicht in jedem Krimi passt ein Überraschungstäter, der schnell aus dem Hut gezaubert wird.
Meiner Meinung nach ist dieser Roman ein Puppentheatermärchen und ein Enttäuschung.

29.01.2009 18:18:09
Thomas71

Ein Serienmörder sucht ein kleines österreichisches Dorf heim, der Bürgermeister sorgt sich um die Touristen und ein Oberinspektor, der vor der Gewalt der großen Stadt in die Provinz geflohen ist, muss ermitteln. So weit, so bekannt sind die Zutaten von Daniela Larchers Roman. Dass der Roman dennoch lesenswert ist, liegt zum einen an der "Schreibe" der Jungautorin, zum anderen auch an den liebenswerten Schrullen der Protagonisten. Warum nur kauft ein bekennender Vegetarier kiloweise Fleisch und Wurst, ist der aus Wien zurückgekehrte Archäologe wirklich der Teufel, wie die alte Nachbarsfrau glaubt und welches Geheimnis rankt sich um die Zwölf, die in die Stirn der ersten Leiche eingeritzt ist??? Fragen über Fragen, die Daniela Larcher unterhaltsam beantwortet. Vielleicht nicht der ganz große Wurf, aber allemal unterhaltsamer als 90% der 08/15-Serienkillerthriller der letzten Zeit...

09.01.2009 15:11:57
ML

"Die Zahl" ist ein merkwürdiges Debüt - konfuse Handlung, schwach gezeichnete Personen, keine Entwicklung - und dann nach einigen hundert langweilig dahintröpfelnden Seiten ein hastiges, wenig logisches Ende.
Detailbeschreibungen verwesender Leichen gibt es unter anderem bei Andy Oakes und Peter May, bei dem die Kombination Polizist/Pathologin auch schon da war.
Die Figuren erscheinen als platte Klischees: ein müder, frustrierter Polizist, der seinen Job nicht mag, ein (über-)eifriger Jungpolizist (Rosenheim-Cops lassen grüßen), Dorfschreckschrauben sonder Zahl, Polizisten, Opfer, Täter und Statisten kennen einander seit ewig. etc.
Das gebildete Rätselraten (das nicht so gebildet ist, sonst wäre Qin Shi Huang Di nicht mal falsch, dann zweimal richtig geschrieben) hat man doch auch schon anderswo spannender und die Handlung vorantreibend gelesen, oder?
Die "Zwölf"-Schnipsel, die die Kapitelchen einleiten, wirken mühsam zusammengetragen und stehen in keinem erkennbaren Zusammenhang zum Rest. Den teilweise hymnischen Kritiken kann ich mich nicht anschließen.
"Mei", das war wohl nichts...

30.12.2008 19:48:53
nordkommission

Ich bin bei der Bewertung des Romans etwas im Zwiespalt. Es gibt Passagen, die ich als durchaus gelungen empfinde. Es sind in der Regel die Textpassagen, in denen dummerweise die Grausamkeiten des Mörders geschildert werden! Da kommt ein beklemmendes Element zum Tragen. Ansonsten bleibt die Story reichlich oberflächlich und unglaubwürdig. Ein Chefinspektor, der bei der Observation eines Verdächtigen im Auto einschläft, der nach der Entdeckung eines weiteren Mordes erst einmal seine Kochkünste vorführt...naja...die Kaltblütigkeit des Täters und die hilflose Tolpatschigkeit der Polizei...das passt irgendwie nicht so recht zusammen. Das Buch hat keine eindeutige Linie; schwankt zwischen Brutalität und Naivität.
Fazit: ich habe mir mehr davon versprochen! Durchschnitt!

08.11.2008 18:09:01
Sandra Mayrhofer

Ich fand das Buch super toll. Ein Serienmörder, ein eingeschneites Bergdorf, eine mystische Zahl und dazu einige schrullige, liebenswerte Charaktere. Ich musste mindestens genausooft schmunzeln wie ich mich gegruselt habe. Hoffentlich gibt es bald mehr von Otto Morell, Nina Capelli und Leander Lorentz zu lesen!!!

07.11.2008 14:30:12
Anette Lenzing

Dieser Roman beginnt spannend um dann stark nachzulassen. Ein Serienmörder im verschneiten Landau, eigentlich eine gute Basis. Aber der Funke will nicht überspringen, die Geschichte kommt nicht in Schwung. Alles in allem: eine konfuse Story um die Zahl 12 mit sehr merkwürdiger Auflösung. Enttäuschend!

31.10.2008 07:58:50
JZ

Spannend, witzig, genial! Packend von den ersten Seiten an, gewürzt mit spannenden Dialogen. Chefinspektoren mal von einer menschlichen Seite, Gerichtsmediziner hingegen hartgesotten. Gebildetes Rätselraten ist gefragt, um hinter die Fassade der Bewohner des idyllischen Bergdorfes zu blicken... Ein durch und durch gelungenes Debüt!