Killing Game

Erschienen: Januar 2008

Bibliographische Angaben

  • New York: Ballantine, 2007, Titel: 'The shotgun rule', Seiten: 248, Originalsprache
  • München: Heyne, 2008, Seiten: 380, Übersetzt: Alexander Wagner

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Thomas Kürten
Freizeitgestaltung auf amerikanisch

Rezension von Thomas Kürten Sep 2008

Der bedachte George und sein kleiner, überschlaue Bruder Andy, der coole Paul und der mexikanische Punk Hector langweilen sich in den Sommerferien. Wie es bei pubertierenden Jungs so ist, klopfen sie gerne eine Menge Sprüche und suchen auch schon mal gerne das ein oder andere Abenteuer. Alles normal, alles easy, alles cool. Alles langweilig! Wirklich cool waren die Botengänge, die George im letzten Sommer für seine Tante Amy machen durfte. Als Drogenkurier. Doch nach einem Streit ist der Kontakt zur coolen Tante abgebrochen.

Als Andys Rad geklaut wird, kündigt sich endlich ein wenig Aufregung an. Ausgerechnet Timo Arroyo hat es ihm geklaut. Die drei Arroyo-Brüder sind in der Stadt berüchtigt als Troubleshooter und tatsächlich kommt es zu einer handfesten Prügelei. Doch nach einem Ablenkungsmanöver dringen die vier Freunde ins Haus der Arroyos ein und entdecken ein Drogenlabor, dass sie prompt durch einen uncoolen Anruf bei der Polizei hochgehen lassen. Dann klauen die Jungs aus dem Haus eines nervigen Nachbarn noch den Schmuck von dessen verstorbener Frau und fahren damit zu Jeff Loller, bei dem sie schon mal gern abhängen und rumkiffen. Jeff soll den Schmuck zu Geld machen. Und vielleicht kann er ja auch den einen Beutel Meth, den die vier aus dem Labor haben mitgehen lassen, an den Mann bringen?

Kiffen und dealen, betrügen und stehlen, prügeln und morden

Doch die vier Freunde haben sich Feinde gemacht, die eine Nummer zu groß sein könnten. Bald geraten sie in eine Falle und ein Kampf auf Leben und Tod beginnt. Killing Game ist einer dieser typisch amerikanischen Romane, in dem sich die Klischees quasi die Klinke in die Hand geben. Man nehme eine Prise hiervon, eine Löffelspitze davon und Würze das ganze mit einer Extraportion roter Soße. Fertig ist die Vorstadtbande, die hinter den ach so kuschelig anmutenden Kulissen amerikanischer Mittelstandsiedlungen heranwächst, alleingelassen von überforderten Eltern und Lehrern, fehlgeleitet von Gewaltverherrlichenden Computerspielen.

Es nutzt wenig, dass der Autor den vier Jungs durchweg missratene Elternhäuser verpasst. Der Krieg der Elterngeneration lebt weiter und er wird sogar verschärft geführt. Oder was will uns Huston sagen? Sucht er eine Erklärung von Massakern und Verbrechen in den amerikanischen Vorstädten? Nein, wahrscheinlich will er einfach nur einen temporeichen Thriller produzieren, bei dem der Leser nicht viel nachdenken muss.

Kurze Sätze, viel direkte Rede - entweder verzichtet der Autor auf andere stilistische Mittel oder er hat sie ganz einfach nicht. Ersteres ist wahrscheinlicher, denn der Aufbau der Handlung und die Form der Dialoge sind Huston wirklich ungewöhnlich gelungen. Das kann aber auch nicht über die sinnlose Leere hinwegtäuschen, die der Roman verpackt. Ein Zitat von Stephen King steht auf dem Cover: "Liest sich wie Stand by me auf Speed". King ist ein kluger Mann und hat Recht damit. Doch Killing Game ist ein deutliches Argument für eine Entziehungskur.

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