Sarkophag

Erschienen: Januar 2008

Bibliographische Angaben

  • München: Bookspot, 2008, Seiten: 360, Originalsprache

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Jörg Kijanski
Ein erschreckender Thriller, leider nur im negativen Sinn

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Aug 2008

Eigentlich wollen der Englischlehrer Edward Green und seine Schülerin, die junge Kölner Kriminalassistentin Iris Schwarzkopf, sich über Nacht in der Johanneskathedrale von Valletta einschließen lassen, um sich dort näher zu kommen. Daraus wird jedoch nichts, denn als sich Iris einen Sarkophag näher ansieht, löst sie dessen Geheimmechanismus aus, woraufhin dieser in einer Gruft stürzt. Iris kann sich nicht mehr retten und fällt ebenfalls in die Tiefe; direkt auf eine nackte männliche Leiche. Edward bleibt nichts anderes übrig, als ebenfalls in die Gruft zu steigen, wo er Iris, aber auch den Mörder, vorfindet. Dieser trägt unter seinem Mantel eine weiße Mönchskutte und bedroht beide mit einer Pistole. Iris gelingt es jedoch aufgrund ihrer Kampfsporterfahrung den Mörder bewusstlos zu schlagen. Anschließend klettern beide in den Kirchenraum zurück und warten dort versteckt auf deren Öffnung am nächsten Tag.

Am nächsten Morgen müssen sie den geheimnisvollen Mönch erneut überlisten und gelangen in den Besitz eines Handys. Wie sich bald heraus stellt ist der Tote ein italienischer Benediktinermönch, dessen Novize Emanuele nun ebenfalls in höchster Gefahr schwebt. Gemeinsam suchen die drei Zuflucht in dem Malteserfort St. Angelo. Doch der Mörder, der Dominikanerpater Theodorus, hat die Verfolgung bereits aufgenommen, denn es gilt Maltas größtes Geheimnis zu wahren, da die italienischen Pater versuchen zu beweisen, dass der Heilige Paulus nie auf Malta wahr. Sollte der Beweis gelingen, hätte dies für den Glauben der Einheimischen fatale Folgen...

Müssen Protagonisten denn immer denken können? Wäre schon schöner...

Brauchen wir im Sog des Dan-Brown-Erfolges einen weiteren "Kirchenkrimi", in dem die Christenheit in ihren Grundfesten erschüttert wird? Nein - und Sarkophag schon gleich gar nicht!

Die Kriminalassistentin Iris, also nicht etwa Hein Blöd, fällt in einer Gruft auf eine Leiche und ist daraufhin an Kleidung und Händen blutverschmiert. Als ihr Begleiter - eher unbeabsichtigt - die Aufmerksamkeit des Mörders auf sich zieht, kann Iris den Mörder kampfunfähig machen. Und jetzt? Müsste man den Mörder, bevor dieser wieder aufwacht und erneut eine Gefahr darstellt, womöglich fesseln, z. B. mit einem Hosengürtel? Müsste eine Kriminalassistentin vielleicht so viel Grips haben, die Polizei zu verständigen und einen Mord anzuzeigen, z. B. mit dem einsatzfähigen Handy ihres Begleiters? Nein, natürlich nicht. Stattdessen zieht man sich zurück und wartet auf den nächsten Morgen. Klar doch.

Wer hier nach wenigen Seiten nicht schon entnervt aufgibt, hofft leider nur bedingt auf Besserung. Edward Green ist ein wahrer Trottel, der nur selten etwas auf die Reihe bekommt, und liefert sich mit einigen anderen stereotypen Figuren einen packenden Kampf um den zweifelhaften Titel "Depp des Romans". Dieser geht zweifellos an den Polizeipräfekten Beneficio Maledetta, der u. a. davon träumt, eines Tages einen Bestseller zu schreiben...

 

Demnächst, wenn ich pensioniert bin, werde ich ein Buch über dieses Grundphänomen des kriminalistischen Arbeitens schreiben, nahm er sich vor. Darin werde ich meine sämtlichen Erfahrungen aus vierzig Jahren Arbeit im Dienst von Recht und Ordnung niederlegen. Das wird das Standardwerk des Kriminalisten. Und er wusste auch schon den Titel des Buches, den er sich immer gern vorsagte: "Haben oder nicht haben, das ist keine Frage." Dazu der Untertitel: "So jedenfalls kriegt man sie."

 

Tja und so vergrault man seine Leser/innen, die dem Verhalten des Polizeichefs - selbst als Karikatur verstanden - nur ungläubiges Entsetzen entgegen bringen können. Welcher Polizeichef zuvor schaffte es jemals in einer Hotelbar Lokalverbot zu bekommen und aus einer öffentlichen Bibliothek herauszufliegen?

Ein mordender Pater. Wenn das die Dominikaner wüssten.

So könnte es hier weitere Beispiele geben, während der mordlüsterne Pater (die Dominikaner sind so) versucht, die Geheimnisse der Insel Malta zu bewahren. Iris und Edward verlaufen sich indessen in den zahlreichen unterirdischen Gängen von St. Angelo. Damit dies den Leser/innen auf Dauer nicht zu langweilig wird, stolpern noch weitere Figuren durch die Handlung, vornehmlich um sich gegenseitig ins Bett zu zerren.

Auch sprachlich ist Sarkophag alles andere als eine Wohltat

 

Bei der Austeilung der Kommunion reihte Corinna sich selbstverständlich mit ein in die Schlange der Gläubigen, die den Leib des Herrn in sich aufnehmen wollten. Das hatte sie eigentlich nicht vorgehabt. Aber ich habe sowieso noch nicht gefrühstückt, also darf ich.

 

Und so ist mit Nachdruck von der Lektüre abzuraten. Allein das bis zuletzt gehütete Geheimnis, welches die Christenheit in ihrer Existenz bedrohen könnte (hier stellen Sie sich bitte ein dezentes Hüsteln des Rezensenten vor), bietet einen interessanten Ansatz. Dafür allerdings über 350 Seiten durchzuhalten, lohnt im vorliegenden Fall nicht, auch wenn kurze Kapitel und ständige Szenenwechsel für ein zumindest hohes Erzähltempo sorgen.

Sarkophag

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Letzte Kommentare:
25.08.2008 15:05:02
Dr Peter Sayer

Herr Kijanski versteht doch anscheinend weniger als er selbst glaubt,allein schon desshalb, weil es Walter Laufenberg wie kein zweiter wagt die Verogenheit der christlichen Kirche aufzuzeigen, hat mich dieser Roman faszinier, zerreden kann man schließlich jedes Buch,dafür bedarf es keiner Qulifikation25.Aug.2oo8
Dr Peter Sayer

15.08.2008 00:20:35
powerreader

Offenbar hat der Rezensent das Buch gar nicht richtig gelesen, denn einige seiner Behauptungen sind schlicht falsch. Diese Kritik zielt also nicht wirklich auf das Buch, das klingt eher wie eine sehr persönliche kleine gemeine Fehde. Hier sollen die Leute für dumm verkauft und von eigener Urteilsfindung abgehalten werden. Es ist daher im Gegenteil mit Nachdruck zur Lektüre zu raten!

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