Todesopfer

Erschienen: Januar 2008

Bibliographische Angaben

  • München: Manhattan, 2008, Seiten: 480, Übersetzt: Marie-Luise Bezzenberger
  • Köln: Random House Audio, 2009, Seiten: 6, Übersetzt: Sandra Schwittau
  • München: Goldmann, 2010, Seiten: 479

Couch-Wertung:

60°

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
 50° 100°

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

1 x 91°-100°
0 x 81°-90°
1 x 71°-80°
2 x 61°-70°
0 x 51°-60°
0 x 41°-50°
0 x 31°-40°
0 x 21°-30°
0 x 11°-20°
1 x 1°-10°
B:61
V:4
W:{"1":1,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":1,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":1,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":0,"79":1,"80":0,"81":0,"82":0,"83":0,"84":0,"85":0,"86":0,"87":0,"88":0,"89":0,"90":0,"91":1,"92":0,"93":0,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":0}
Wolfgang Weninger
Moorleiche in Schottland

Buch-Rezension von Wolfgang Weninger Jul 2008

Todesopfer von Sharon Bolton ist der Erstling einer britischen Autorin, das als Manhattan-Buch im Wilhelm Goldmann-Verlag in der Übersetzung aus dem Englischen von Marie-Luise Bezzenberg erschienen ist.

Die Autorin hat sich als Schauplatz die wildeste Gegend Schottlands ausgesucht und lässt ihre Heldin Tora Hamilton, eine Frauenärztin, in einer Klinik auf den Shetland Inseln Geburtshilfe leisten. Zu Beginn der Geschichte ist die studierte junge Frau allerdings ziemlich töricht in ihren Handlungen, denn sie versucht eines ihrer verstorbenen Lieblingspferde auf eigenem Grund und Boden zu begraben, was nicht nur illegal ist, sondern angesichts des feuchten Torfbodens und des jahreszeitlich bedingten Dauerregens selbst mit einem kleinen Bagger keine leichte Übung ist. Erschwert wird das Unterfangen durch den Fund einer weiblichen Leiche, welcher der Brustkorb fachkundig geöffnet wurde, um das Herz zu entnehmen.

Nun ist die Landschaft ja bekannt für seine Sagen und Moorleichen, doch der erste Verdacht, dass die Tote im Torf dort seit Jahrhunderten nach einer rituellen Handlung begraben sei, bestätigt sich nach eingehenden Untersuchung durch den Pathologen und die Polizei nicht. Viel mehr handelt es sich bei der Frau um eine vorerst unbekannte Person, die obendrein kurz vor ihrem qualvollen Tod, bei der ihr das Herz bei lebendigem Leib aus dem Körper geschnitten wurde, auch ein Kind entbunden haben muss.

Tora Hamilton findet, dass die Polizei gar nicht effizient arbeitet und beginnt ihrerseits mit der Suche nach den Hintergründen und den Schuldigen, scheint sich dabei aber sowohl bei ihren Vorgesetzten als auch bei den Ermittlern gründlich in die Nesseln zu setzen und wird auf rüde Art eingeschüchtert. Die junge Polizistin Detective Sergeant Dana Tulloch, die Tora zu Beginn so gar nicht gefallen will, hat wie die Frauenärztin den Eindruck, dass hier die gesamte Männerwelt im Gesundheitswesen und bei der Polizei etwas zu verbergen hat. Es könnte sich um ein Komplott handeln, bei dem Neugeborene illegal an Adoptiveltern verkauft werden, und alle verdienen daran ...

Sharon Bolton zeichnet ihre Hauptdarstellerin als ziemlich ungemütliche Person, die sich zum Einen nicht an die herrschenden Sitten und Gebräuche ihrer neuen Wohngegend anpassen kann, zum Anderen aber auch gar nicht darauf erpicht ist, Freundschaften mit ihren Mitmenschen und Kollegen zu schließen. Sie ist ein echter Eigenbrötler, der tut und lässt, was sie für richtig hält, egal, wen sie damit brüskiert oder vor den Kopf stößt. Selbst ihrem Ehemann gegenüber verhält sie sich wie eine störrische Stute, die immer mit dem Schädel durch die Wand will, wobei sie hofft, dabei endlich schwanger zu werden, weil sie das offenbar als Erfüllung alles Weiblichen sieht.

Würde ein Mann so eine psychisch labile Person zeichnen, würfen ihm sämtliche Frauen vor, dass er frauenfeindlich sei und dabei alle gängigen Klischees abarbeite. Dadurch wird Tora Hamilton auf fast 500 Seiten dem Leser kaum sympathisch, weil sie in keinster Weise nachvollziehbar ihre nicht unspannenden Handlungen setzt und dabei gewisse Anzeichen von Verfolgungswahn als ständige Begleiter mit sich herum schleppt, zum Teil natürlich berechtigt.

Todesopfer ist trotz der eher schwierigen Personen gar nicht so übel zu lesen. Die Autorin, die sich beim Handlungsstrang auf alte Sagen beruft und dabei auch vor in Leichen geschnitzten Runen nicht zurück schreckt, kann Spannung aufbauen, aber leider nicht sonderlich gut halten. Über lange Strecken plätschert die Geschichte zwischen Misstrauen gegenüber jedem Mann, stürmischer See und einer vermeintlichen Entbindungsanstalt auf einer unwirtlichen Insel dahin, gepaart mit schlimmen Ahnungen über Organentnahme, Kinderadoption, Missbrauch von Frauen und Kindern und tödlichen Ritualen einer Herrenrasse.

Dieses Todesopfer ist für einen Erstling ganz brauchbar geschrieben. Die Sprache ist locker lesbar und die ganze Geschichte nicht sonderlich schwierig zu verstehen. Ein richtiger Reißer ist dabei aber nicht heraus gekommen, lediglich eine Geschichte, die man liest und schnell wieder vergisst. Von der beworbenen "mitreißenden Lektüre, die einem das Blut in den Adern gefrieren lässt!" ist jedenfalls nicht viel zu bemerken.

Todesopfer

Todesopfer

Deine Meinung zu »Todesopfer«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
11.01.2016 15:33:27
Sus90

Also ich fande dieses Buch wirklich sehr gelungen. Von Anfang an hat mich die Geschichte gefesselt. Was mit gut gefallen hat, auch aus dem Berufsleben der Hauptdarstellerin zu lesen und das die Dialoge der jeweiligen Personen sich nicht über drei Seiten gezogen hat.
Die vielen Wendungen in der Geschichte sind super und auch gut zu verstehen, nicht verwirrend.
Mir hats wirklich gut gefallen.

14.11.2013 22:07:04
Ele

Dieser Thriller ist meiner Meinung nach sehr für Leute zu empfehlen, die erst wenige Krimis oder noch keinen Thriller gelesen haben. Er war selber einer meiner ersten Thriller die ich gelesen habe und damals war ich total begeistert von der Story. Würde ich es jetzt nochmal lesen würde es mich allerdings höchstwahrscheinlich ziemlich langweilen.
Aber für den Anfang ist das mystische der Shetlandinseln fesselnd und die Auflösung skurril und unerwartet, also für "Neulinge" sehr geeignet :)
Nette Grüße, Ele!
P.S. man muss natürlich anmerken, dass das Sharon Bolton's erstes Buch war und dafür sicher mehr als nur gut gelungen ! ;)

13.08.2012 20:00:01
Renate

ich finde den Roman richtig unterhaltend und spannend . Die sperrige Tora ist eine tolle Romanfigur, von deren verqueren Abenteuern es ruhig noch mehr geben dürfte.
Die anderen Roman von Sharon Bolton werde ich mir nach dem Urlaub sofort besorgen und bedauere, diese nicht dabei zu haben.
Daher von mir volle Punktzahl

05.08.2012 04:31:39
Jazzy Jay

"Todesopfer" ist für mich eine riesengroße Enttäuschung.
Als Krimifan möchte ich wirklich nicht seitenweise lesen, wie sich die Heldin durch zig Namenslisten, Krankenakten und Kontoauszüge arbeitet. Aber gut, man macht es halt in der Hoffnung, dass die fade Story wenigstens mit einem passablem Ende aufwartet. Doch weit gefehlt! Das Motiv der Morde abstrus zu nennen, wäre pure Untertreibung.

02.03.2012 16:35:01
Boris

Habe das Buch zufällig in die Hände bekommen und finde es richtig gut. Es ist locker geschrieben, daher relativ leicht zu lesen. Obwohl die Sprache dss Buches eine gewisse Ruhe mit sich bringt, wird die Spannung außerordentlich gut gehalten. So etwas habe ich bisher selten erlebt. Von mir gibt es eine TOP-Bewertung.

07.03.2011 19:13:59
Lexi1001

Dieses Buch ist einfach hervorragend. Mal etwas ganz anderes. Eine Thriller zu schreiben und gleichzeitig etwas mystisches und geschichtliches von den Shetlandinseln beizumischen. Als ich das Buch angefangen habe zu lesen dachte ich noch ob es nicht zu mystisch ist und daher mir vielleicht nicht so gefällt. Ich muss sagen ich habe mich getäuscht. Zum Schluss konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Sharon Bolton lohnt sich zu lesen und ich werde mir auch noch die anderen Bücher von ihr besorgen.

Sie bekommt von mir 95°

23.02.2011 14:41:24
Crescendo

Ich bin nach diesem Buch absoluter S. Bolton Fan. Habe anschließend "Das Schlangenhaus" gelesen und fand es genauso spannend. Endlich einmal Bücher in denen sich nicht ständig alles wiederholt, sondern neue Gedankenstränge die Personen ausmachen. Ich werde mir als nächstes Bluternte kaufen und freu mich schon auf spannende, unterhaltsame Lektüre. Von mir bekommt es glatte 100 %.

26.04.2010 20:59:58
Pepita

Als ich auf der Rückseite u.a. "brilliant geschrieben" gelesen habe, musste ich es ausleihen. Von dieser "brillianten" Sprache habe ich allerdings nicht viel bemerkt. Auch den Thriller habe ich vermisst. Ich habe mich auf Adrenalinstösse und eine fesselnde Handlung eingestellt. Leider ging die Spannung stets schon nach einigen Seiten, wenn nicht gar Sätzen, verloren.

22.01.2010 23:07:15
Lesemaus

Ich war von ANfang gefesselt an das Buch, jede freie Minute hab ich es gelesen und bin begeistert! Nicht zu langatmig, nicht zu rasant.

Mir gefällt sehr, dass es aus der Ich-Perspektive geschrieben ist.

Auch die Beschreibungen der Inseln und der Sagen find ich klasse!!!

Übrigens kann ich nur sagen, dass ich Tora klasse finde. Nix da vonwegen unsympathisch...

05.01.2010 14:20:47
RakelHole

Von mir bekommt das letzte Nacht ausgelesene Buch immerhin 90 %.
Warum? Es hat mich bis zum Schluss gefesselt.
Ja, Tora ist einem nicht durchweg sympatisch-muss sie aber auch nicht sein.
Ich mochte die Schilderungen der Inseln sehr.Der Plot ist mAn sehr spannend, eben weil man quasi bis zum Schluss nicht weiss, welche Personen nun in die ganze Sache verstrickt sind. Die Auflösung ist zwar ein bisschen strange, aber konsequent durchdacht, und das ist mir besonders wichtig.

31.12.2009 15:03:03
oberwieden

Also, mir hat es gefallen! Eine spannende, dichte Handlung irgendwo zwischen forensischem Krimi und Thriller. Für mich war es jedenfalls eine gute Urlaubslektüre, ohne Anspruch auf große Literatur. Die Hauptperson pendelt zwischen starker Ärztin und (leicht) hysterischer Ehefrau, eine Mischung, die durchaus sympathisch rüber kommt. Das Ende allerdings - ohne viel verraten zu wollen - war schon sehr konstruiert. Aber was solls - für ein Erstlingswerk ein durchaus guter Wurf. Ich könnte mir gut vorstellen, dass daraus eine gute Serie werden könnte, auch mit spannender Rahmenhandlung. Also, von mir 80%.

28.06.2009 18:29:08
christa hoffmann

MAN SAGTE MIR ,DDAS BUCH MUSST DU LESEN.ES SEI SPANNEND MIT MEDIZINISCHEN UMD FORENSISCHEN ELEMENTEN KOMBINIERT,ETWAS SIGHTSEEING,KURZUM EINE UNTERHALTENDE LEKTUERE.lEIDER LANGWEILIG ,LANGSAM,LANGATMIG.SCHADE ,BIN ENTTAEUSCHT.VIELLEICHT IST ES AUCH DIE SPANISCHE UEBERSETZUNG SCHULD FREUDLICHE GRUESSE AUS SPANIEN C.HOFFMANN

08.06.2009 15:20:24
ullala

70° gibt es von mir. Ich fand das Buch nur teilweise spannend, teilweise sehr langatmig und sogar langweilig. Was mir sehr gut gefallen hat, war die Beschreibung der Shetlandinseln, doch wie die Bewohner beschrieben wurden, fand ich etwas klischeehaft. ich würde gern mal dahin reisen und mir die Landschaft ansehen, denn Moore haben wirklich etwas sehr Mystisches, was mir sehr gut gefällt.
Mir hat auch gefallen,das die alten Sagen und Legenden erzählt wurden.

04.11.2008 10:11:54
Thomas71

Ein Buch wie ein "Eventmovie" im Privatfernsehen. Vordergründig spannend und unterhaltsam, inhaltlich aber so belanglos, dass man die Geschichte schon fast vergessen hat, wenn man das Buch zuklappt. Dazu scherenschnittartige Charaktere (selbstständige Frau, die in einer feindseligen Umwelt zurechtkommen muss, toughe Polizistin, eventuell untreuer Ehemann, der mit den Bösen paktiert, ein potentieller Liebhaber, der auch verdächtig ist...) und fertig ist der Reissbrett-Thriller... Lediglich die Szenerie der Shetland-Inseln hebt das Buch etwas heraus, aber auch das hat man schon irgendwo gelesen... für mich 49°, weil das Buch ganz knapp an der Mittelmäßigkeit vorbeischrammt...

24.10.2008 13:46:52
mimikrimi

Ein absolut spannender Thriller,der Teile der Forensik mit zum Inhalt hat.Die abgelegenen Shetland-Inseln als Schauplatz sind passend zur Story und zeigen einmal mehr, geheimnisvolle Sagen können in unserer heute so aufgeklärten Zeit die Grundlage für jahrzentealte Verbrechen an Frauen sein.Natürlich als Deckmantel für die absolute Macht einer kleiner Gruppe von Männern.

19.10.2008 21:31:51
s.winona

Ich fand das Buch von Anfang an sehr interessant. Hatte bis dahin fast nur forensik Romane gelesen und war überrascht wie spannend mal so ein "normaler" Thriller sein kann. Ich hoffe es gibt bald das nächste Buch von Sharon Bolton.Es ist von der Kulisse und der Handlung her mal was neues : Ich zumindest wollte nicht aufhören zu lesen.

09.09.2008 18:49:51
sue82

Anfangs habe ich gedacht ich bin in einem Aufklärungsbuch über Gynäkologie, Schwangerschaft und dem Nicht - Schwanger - werden etc. gelandet. Das Buch zieht sich immer wieder in die Länge durch unnötige Ausführungen.

Die Idee selber eine alte Sage dazu zu verwenden um einen Thriller zu schreiben fand ich gut umgesetzt, aber teilweise doch sehr unglaubwürdig.
Das Buch ist sehr seicht, steigert sich aber dem Ende zu.

Fazit: Auch bei mir sind nicht mehr als 70 ° drin.

05.09.2008 19:50:41
Thomas Hentz

Mir hat es sehr gut gefallen, strukturierter und logischer Handlungsverlauf, gut bezeichnete Charaktere, dichte Atmosphäre. Es lässt sich prima in einem Weglesen, und ja, der Thriller wird hier nicht neu erfunden, und warum der Verlag das Buch als "Thrillersensation" puscht, weiß ich auch nicht, aber es hat mir den Urlaub kurzweilig gestaltet. Die Szenen und Figuren blieben mir im Kopf hängen und ich wollte auch immer wissen, wie es weitergeht. Gutes Handwerk.

27.08.2008 14:58:41
Sonny

70 ° auch von mir. Bolton steigt sehr schnell in den „Fall“ ein, aber leider holt sie mehr oder weniger umfangreiche Ausführungen später nach, was zu unnötigen Längen führt. Der Plot selber birgt nichts Neues. Auch die häufigen Kehrtwendungen, die relativ logisch umgesetzt wurden, nerven irgendwann. Pluspunkte gibt es in jedem Fall für die Charakterzeichnung und den Stil (viele Dialoge).
Fazit: Kann man lesen, muss man aber nicht. Auch wenn die Rede von einem brutalen Mord ist, würde ich das Buch als eher seicht bezeichnen.

27.08.2008 07:56:10
Magellan

Nun ja, wie sagt man es am besten?
Sharon Boltons „Todesopfer“ ist sicherlich keine Offenbarung am Thrillerhimmel, aber auch kein Absturz ins Bodenlose, eher irgendwo dazwischen. Auf der einen Seite wählt sie mit den Shetland-Inseln einen Schauplatz, der schon von sich aus eine mystische Atmosphäre verbreitet (was eine Ann Cleeves auch und in meinen Augen etwas besser macht) und zum wohligen Gruseln einlädt, andererseits ist „Todesopfer“ ein Buch, das meiner subjektiven Meinung nach ca. 100 Seiten zu lang ist, sich also v.a. im Mittelteil unnötig lang und breit auslässt. Tora, Frauenärztin mit der Schwierigkeit, schwanger zu werden (was später noch wichtig werden wird!) und erst seit kurzem in der auf der Insel befindlichen Klinik angestellt, will in einem Anfall von Sentimentalität ein verstorbenes Pferd aus ihrem Stall auf dem eigenen Grundstück vergraben (wer kommt auf eine solche Idee? Es gibt doch bestimmt andere Möglichkeiten, die Protagonistin eine Leiche „finden zu lassen“!) und findet dabei die noch relativ frische Leiche einer jungen Frau, der das Herz fehlt. Zusammen mit der ebenfalls neu hinzugezogenen Polizistin Dana Tulloch sucht Tora nach der Wahrheit, einer Wahrheit, die besser nicht ans Licht kommen sollte, denn es sind Personen darin verwickelt, die keine Skrupel haben, ihr Geheimnis mit allen Mitteln zu schützen . . .

Gewiss ist die Geschichte nicht schlampig geschrieben, die Hauptfiguren sind in den meisten Fällen auch einigermaßen gut gezeichnet und man kann sich vorstellen, wie Tora als Neuling auf der Insel mit den alteingesessenen Seilschaften in der Klinik und in der Freizeit zu kämpfen hat, was aber in nicht unbeträchtlichem Maße an ihr selbst liegt. Auch der Plot ist gut gemacht, die dahinter stehende Thematik ist zwar nicht neu, aber akzeptabel erzählt (man kann ja nicht immer das Thrillerrad neu erfinden!).
Was mich an diesem Buch unbändig stört, ist der in meinen Augen aufgeblähte und unnötig mit Hindernissen überladene Schluss, den man ruhig hätte kürzen können. Mir kam beim Lesen der Eindruck, dass die Autorin immer noch ein Problem, eine schockierende Enthüllung mehr einbauen wollte. Klar, zum finalen Showdown soll es ja auch kommen, aber muss es so überfrachtet sein? Ich könnte mir gut vorstellen, dass „Todesopfer“ als Drehbuch im Kino gut funktionieren würde.
Abgesehen davon ist es eine nette Unterhaltung und da es ein Erstling ist, gibt’s von mir 70 Grad. Mal schauen, was der Nachfolger (der laut Interview mit der Autorin schon angefangen sein soll) bringt.