Das magische Jahr

Erschienen: Januar 2008

Bibliographische Angaben

  • Berlin: Rotbuch, 2008, Seiten: 256, Originalsprache

Couch-Wertung:

52°

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
 50° 100°

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

0 x 91°-100°
1 x 81°-90°
0 x 71°-80°
1 x 61°-70°
0 x 51°-60°
0 x 41°-50°
0 x 31°-40°
0 x 21°-30°
0 x 11°-20°
0 x 1°-10°
B:76.5
V:1
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":1,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":1,"84":0,"85":0,"86":0,"87":0,"88":0,"89":0,"90":0,"91":0,"92":0,"93":0,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":0}
Thomas Kürten
Und täglich grüßt der Pinguin

Buch-Rezension von Thomas Kürten Jun 2008

Die Protagonistin heißt Xenia Yolantha Zabriskie. Muss ich noch mehr sagen? Zum Beispiel: Prometheus "Promi" Praumann, Penny Cilin (natürlich von Beruf Arzthelferin), Professor Neander Irkustk, Golden Delicious, Minna Schlawotzke, Engine Plink, Ihfel & Knihfel, Urban Kalch. Oder die Grundschulklasse von Frau Kellinghusen, in ihr unter anderem Natascha Nepper, Jan Bäblich, Danuta Thede, Eugen Willmann und sein bester Freund Quetzalcoatl Schmidt. Getoppt wird das ganze nur noch von Bhikku Urdhva Kukkutasana, einem buddhistischen Mönch.

Viel Humor muss man mitbringen, um Rob Alefs "Das magische Jahr" durchzustehen. In dem durchweg satirisch angelegten Roman nutzt der Autor beinahe jede sich bietende Gelegenheit, um sich unter anderem auch über den Ideenreichtum seiner Kollegen der schriftstellenden Zunft bei der Namensfindung für ihre Charaktere lustig zu machen und ihnen den Zerrspiegel vorzuhalten. Doch damit noch nicht genug, spielt der Roman in einem fantastisch geprägten Deutschland mit Schneestürmen im Juni, Vollbeschäftigung, einer geglückten 68er-Revolution, die sich in jedem Kindergartensandkasten hätte zutragen können, einer Seenotrettungsstation mitten in Berlin, geleitet von einem Seelöwen und betrieben von Pinguinen. Und außerdem beschreibt Alef die Zunkunft der Rotlichtszene mit einem Bordell in einer Straßenbahn sowie die originellste Deutung der Symptome eines Burnout-Syndroms.

Zehn kleine Revoluzzerlein

Promi Praumann war als Student in vorderster Front bei der 68er-Revolution dabei. Als Antiquar verwaltet er die wichtigsten Andenken aus jener Zeit: Puddingpulver, Wassergläser etc. Mit diesem Kram ist er zu Reichtum gekommen und inzwischen fester Bestandteil des Establishment. Doch ein Serienmörder bringt zunächst ihn um und dann nacheinander alle noch lebenden Weggefährten der damaligen Revolten. Kommissar Pachulke und seine Partnerin Zabriskie finden zunächst keine Anhaltspunkte. Doch dann: Pinguinstation, Zeitsprung, Buddhistenkloster, Sitarkonzert, Fußballfotos. Es kann nur einen Täter geben, aber wo steckt er?

Das magische Jahr ist eine liebe- und phantasievolle Persiflage auf die 68er-Revolution , als auch auf die Symbolik, die eine Gesellschaft prägen kann. Autor Alef hat hier Ideen, die mitunter auch das Prädikat originell verdienen. Doch reicht das einem Leser, der auch darüber hinaus Ansprüche erhebt? Der Roman ist ein Sammelsurium von durchgedrehten Einfällen und verquerer Gedankengänge. Als Krimi bietet er jedoch nur magere Schonkost, die zu keinem Zeitpunkt spannend oder gar unterhaltend sein kann.

Das magische Jahr

Das magische Jahr

Deine Meinung zu »Das magische Jahr«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
12.07.2016 20:04:48
Wolfgang Riemann

Es fällt mir schon schwer 300 Zeichen zusammenzukriegen: die Bezeichnung "verquer" trifft diesen Roman wohl am besten. Mir verschließt sich was hier spannend sein soll. Ich finde hier auch nix humorvoll oder besonders komisch. Wer schlau ist tut sich den Schmöker nicht an. Bin leider erst nach 60 Seiten aus gestiegen. Aus meiner Sicht Zeitverschwendung, die ersten 30 Seiten gingen noch, dann nur noch Müll ( bis Seite 60, mehr habe ich mir nicht angetan. Der Autor sei freier Rechtshistoriker: Sone Berufsbezeichnung habe ich auch noch nicht gehört; soll wahrscheinlich komisch sein. Dann lacht mal schön

25.03.2013 22:40:50
Herr Lazaro

Ich kann mich der Einschätzung von Rezensent Kürten, es sei "magere Schonkost, die zu keinem Zeitpunkt spannend oder gar unterhaltend sein kann" absolut nicht anschließen, immerhin gibt es ausreichend Leichen, einen offenbar planmäßig und gezielt vorgehenden Mörder und ein Polizeiteam, welches versucht, diesem Täter auf die Spur zu kommen, also alle Zutaten für einen ordentlichen Krimi. Dass dieser Roman dennoch anders ist, liegt an der offenkundigen Weigerung des Autors auch nur irgendeiner der gängigen Konventionen zu folgen um stattdessen eine schon fast surrealistische Geschichte abzuliefern (die ich auch nicht wirklich als eine Persiflage der sog. 68er nennen möchte, auch wenn sich diverse Klappentextautoren gerne dieses Klischees bedienen).
Wir befinden uns in einem fiktiven Berlin der neunziger Jahre, einem Berlin, in dem der Bürgermeister den Titel "Erster Bürgermeister und geliebter Bausenator" trägt, wo ganzjährig Winter ist und Demonstrationen aufgrund vielfältiger innerstädtischer Bannmeilen stattdessen auf dem ständig zugefrorenen Großen Müggelsee als organisierte Schlittschuhläufe stattfinden und wo es eine von Pinguinen betriebene "Scheenotrettungsstation" gibt, die Pinguine zumeist Asylanten, die die ehemalige DDR aufgenommen hatte. In dieser fiktiven Stadt hatte irgendwann vor 30 Jahren eine offenbar überaus wichtige und scheinbar erfolgreiche "Revolution" stattgefunden, wobei völlig offen bleibt, wie aus der "Pfannkuchenoffensive" und der "Eroberung des Tegeler Vlies" jemals ein realer politischer Machtwechsel entstanden sein soll, aber das ist dem Autor offenbar auch völlig unwichtig (was einer Gründe ist, weshalb "Das magische Jahr" m.E eben keine 68er-Persiflage ist).
In dieser surrealistischen Umgebung versuchen Kommissar Pachulke und seine Kollegin Xenia Yolantha Zabriskie (Initialen XYZ und nebenbei eine hübsche Reminiszenz an den Film "Zabriskie Point" von Roman Polanski, der ähnlich abgedreht wie dieser Roman ist) einen Mörder zu finden, der es offenbar auf die maßgeblichen Personen der "Revolution" abgesehen hat.
Das ist überaus unterhaltsam und man muss nicht, wie Rezensent Kürten meint, "Viel Humor ... mitbringen, um Rob Alefs »Das magische Jahr« durchzustehen", nein, mit ein wenig Humor und der Bereitschaft, mal die ausgetrampelten Pfade des Genres hinter sich zu lassen, kann man diesen Roman und seinen Witz einfach genießen!
Im Übrigen ist nicht, wie Kürten behauptet, von einer
"Seenotrettungsstation" sondern von einer Schneenotrettungsstation im Roman die Rede, mit der Kommissar Pachulke durchaus angenehme Erinnerungen verbindet.

Film & Kino
Knives Out

Bestsellerautor Harlan Thrombey feiert mit seiner Großfamilie, der Haushälterin und seiner jungen, hochgeschätzten Pflegerin Marta Cabrera, seinen fünfundachtzigsten Geburtstag im eigenen luxuriösen Herrschaftshaus. Jeder der anwesenden Verwandten bekommt an diesem Abend eine gut gemeinte, aber existentiell bedrohliche Abfuhr mit auf den Weg. Der Beginn einer unruhigen Nacht, an deren Ende der Hausherr tot aufgefunden wird. Titel-Motiv: © MRC II Distribution Company L.P.

zur Film-Kritik