Veits Tanz

Erschienen: Januar 2007

Bibliographische Angaben

  • München: Verlag der Criminale, 2007, Seiten: 175, Originalsprache

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Wolfgang Weninger
Lob für einen guten Erstling

Buch-Rezension von Wolfgang Weninger Mai 2008

Als literarischen Kriminalroman untertitelt der "Verlag der Criminale" den Erstling des studierten Kulturjournalisten Sascha Pranschke Veits Tanz. Das Taschenbuch ist nur 176 dünn, eine Ursache des engen Drucksatzes, den man beim besten Willen nicht als augenschonend bezeichnen kann.

Wie es schon der Klappentext verrät, bereitet der Autor die Schicksale von vier Menschen schreiberisch auf und versucht diese im Laufe der fast überkonstruierten Handlung zu einem literarischen Ganzen zu verflechten.

Zentraler Treffpunkt ist das Spielcasino in Baden-Baden, wo sich die Ärztin und Genforscherin Eva Westphal an der Bar auf die Jagd nach interessanten Männern begibt und dabei auch Veit Glassmann ins Visier bekommt. Glassmann, ein ehemaliger Artist, der von seinem Mentor die Kunst der Entfesselung und somit das Knacken von Schlössern gelernt hat, verdient sich seine Brötchen als LKW-Chauffeur und Einschleichdieb. Damit ist er die ideale Zielperson für die Ärztin, die nach der tödlichen Entsorgung ihrer Konkurrenten knapp vor der Pleite steht und deshalb einen Versicherungsbetrug plant, bei dem Veit ein wertvolles Gemälde stehlen soll.

Gleichzeitig ist Eva Westphal unter Beobachtung des Privatschnüfflers Krysztof Mendritzki, der sich als badischer Joe Dancer sieht und die Ärztin verdächtigt, ihren Ex-Liebhaber und Ex-Konkurrenten ins Jenseits befördert zu haben.

Im Laufe der nicht sonderlich spannenden Handlung kommen sich somit alle Akteure gehörig in die Quere und es beginnt ein Verwirrspiel um Geld und Leichen.

Sascha Pranschke zeichnet seine Figuren als interessante Loser-Typen, deren letzter Ausweg der Griff zum Verbrechen ist. Besonders bei der Figur der Eva Westphal, einem richtigen Miststück, legt er viel Wert auf die Darlegung ihrer Gedanken und Gefühlswelt, ähnlich verfährt er auch bei Veit Glassmann. Wenn diese Ausbreitung der psychischen Niederungen seiner Protagonisten die besondere literarische Note sein soll, dann ist dem Autor das durchwegs gelungen, allerdings auf Kosten der Spannung, die sich über weite Strecken in Grenzen hält. Da nützt auch die flüssige Erzählweise nicht, um über die dramaturgischen Mängel hinweg zu täuschen.

Auch wenn die Lebensläufe aller Hauptdarsteller interessant gewählt sind und geschickt miteinander verwoben werden, so hat man dennoch ständig das Gefühl, zwischen Baden-Baden und Straßburg eine provinzielle Kleingauneraktion zu erleben, die über das Niveau sonstiger Regio-Krimis leider nicht hinaus kommt. Dass dann zusätzlich die interessante Person des Mosche Gurfinkel mehr oder weniger am Rand abgehandelt wird, anstatt ihr mehr kriminelle Energie und Lebensart zu erlauben, wirkt dann oftmals, als hätte der Autor seinen Roman nachträglich kürzen müssen.

Für einen Erstling kann man Sascha Pranschke sicherlich ein Lob aussprechen. Wenn er in eventuell folgenden Krimis noch mehr Raum lässt, um die Örtlichkeiten und Handlungen stärker wirken zu lassen, darf man sich von seinem Sprachstil und der Fähigkeit Dialoge zu verfassen, sicherlich noch höheres Niveau erwarten. Veits Tanz ist auf jeden Fall eine interessante Neuentdeckung, die für die Zukunft Anlass für literarische Hoffnungen gibt und dem deutschsprachigen Krimipublikum mit Interesse auf den Bücherstapel gelegt werden kann.

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