Mörderische Metropole Berlin

Erschienen: Januar 2004

Bibliographische Angaben

  • Leipzig: Militzke, 2004, Seiten: 192, Originalsprache
  • Leipzig: Militzke, 2015, Seiten: 208, Originalsprache, Bemerkung: erweiterte Neuausgabe

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Jörg Kijanski
Verbrechen in schwierigen Zeiten

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Apr 2008

Das Buch Mörderische Metropole Berlin versetzt uns zunächst in das Jahr 1928, wo wir der Historikerin Regina Stürickow auf einem Streifzug durch zahlreiche Straßen Berlins folgen. So geht es beispielsweise im Schelmenviertel in das berühmt-berüchtigte "Café Dalles". Dalles, ein Wort aus der jiddischen Sprache, bedeutet so viel wie "leeres Portemonnaie" und sagt bereits alles über die dort verkehrende Kundschaft. Ein anderer Abstecher führt zum Schlesischen Bahnhof, auch Drei-Groschen-Bahnhof genannt, weil dies der Preis ist, ab dem man hier eine Prostituierte kaufen kann. Weiter geht es vom Bülowbogen bis hin zum Kurfürstendamm, dem Zentrum der männlichen Prostitution.

Nach diesem beeindruckenden Einstieg folgt ein kürzeres Kapitel über den "Kriminalistenalltag im Ersten Weltkrieg", beginnend mit einem Fall zur Zeit des "Kohlrübenwinters" im Jahr 1917, dem dritten und härtesten Kriegswinter bis dahin. Kohlrüben waren das Nahrungsmittel der Stunde, als Marmelade zum Frühstück, als Schnitzel zum Mittag und als Gemüse zum Abend. Abschließend folgen rund 130 Seiten, die sich mit den Verbrechen im Berlin der 20er Jahre beschäftigen. Hierbei gibt es auch ein Wiedersehen mit der Polizeilegende Ernst Gennat, dem Stürickow mit "Der Kommissar vom Alexanderplatz" bereits ein eigenes Buch widmete.

Gelungene Mischung aus Sozial- und Kriminalgeschichte.

Regina Stürickow gelingt mit dem vorliegenden Buch ein ganz hervorragender Mix aus Sozial- und Kriminalgeschichte. Die Lebensverhältnisse der damaligen Zeit werden sehr eindringlich geschildert, ohne dabei als alleinige Rechtfertigung für die anschließend geschilderten Morde herzuhalten. Aber was soll man von Menschen erwarten, die aus dem Ersten Weltkrieg zurückgekehrt sind? Desillusioniert, körperlich und seelisch verletzt, vom Krieg verroht und ohne jegliche Perspektive. Hinzu kommt eine große Hungersnot die dazu führt, dass Menschen beispielsweise eine Jacke gegen ein Stullenbrot tauschen sowie extrem unwürdige Wohnverhältnisse. Jeder der eine Wohnung hat und wenn sie auch nur aus zwei kleinen Zimmern besteht, sucht aus finanziellen Gründen fast zwangsläufig Untermieter oder überlässt die Einrichtung bei Bedarf den zahllosen Prostituierten, wobei nicht Stunden-, sondern Minutenweise abgerechnet wird.

Kein Wunder, dass Bettler und Prostituierte das Straßenbild beherrschen, dass viele Menschen für ein paar schnell verdiente Mark bis zum Äußersten gehen. Hiervon berichten, immer wieder eingebettet in die Situation der jeweiligen Zeit, insgesamt 15 Verbrechen, die Stürickow aufleben lässt. Das Erzählprinzip kennen Leser/innen bereits von anderen Autoren wie beispielsweise Hans Pfeiffer (sehr zu empfehlen: "Der Zwang zur Serie", erschienen beim Verlag Ullstein).

Alte Mordfälle werden neu erzählt.

Geschildert wird beispielsweise der Mord an Rahel Jakobi im Jahr 1917, der nach einigen erfolglosen Ermittlungen als "nasser Fisch", also als "ungeklärter Fall", zu den Akten gelegt wird, bis acht Jahre später Ernst Gennat die Aufklärung gelingt. In diesem Fall wurden die Ermittlungen zunächst dadurch erschwert, dass es während und auch nach dem Ende des Ersten Weltkrieges kaum eine internationale Zusammenarbeit gab, beispielsweise bei der neuen Technik, dem Vergleich von Fingerabdrücken. Ein weiterer Fall beschäftigt sich mit dem brutalen Mord an den jungen Geschwistern Fehse im Jahr 1926, der die Weimarer Öffentlichkeit schockierte und auch zehn Jahre später noch für Schlagzeilen sorgte.

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