Immortalis

Erschienen: Januar 2008

Bibliographische Angaben

  • London: Orion, 2007, Titel: 'Sanctuary', Originalsprache
  • Berlin: Der Audio Verlag, 2008, Seiten: 5, Übersetzt: Koch, Wolfram
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2009, Seiten: 586

Couch-Wertung:

65°

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
 50° 100°

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

1 x 91°-100°
0 x 81°-90°
1 x 71°-80°
1 x 61°-70°
0 x 51°-60°
0 x 41°-50°
0 x 31°-40°
0 x 21°-30°
0 x 11°-20°
0 x 1°-10°
B:81
V:2
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":1,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":1,"81":0,"82":0,"83":0,"84":0,"85":0,"86":0,"87":0,"88":0,"89":0,"90":0,"91":0,"92":0,"93":0,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":1}
Wolfgang Weninger
Ein Märchen ohne Rücksicht auf Verluste

Buch-Rezension von Wolfgang Weninger Mär 2008

Als R. A. Salvatore 2003 den siebten Teil seiner DemonWars-Saga mit dem Titel Immortalis veröffentlichte, ahnte wohl keiner, dass fünf Jahre später bei Wunderlich der neue Thriller von Raymond Khoury unter dem selben Titel auf den deutschen Buchmarkt geworfen wird, obwohl der Originaltitel Sanctuary (in etwa "Zuflucht" oder "Heiligtum") zum Stoff des Nachfolgers von Scriptum deutlich besser gepasst hätte.

Die Jagd nach dem Elixier der ewigen Jugend hat die Phantasie der Menschen seit je her beschäftigt, ohne dabei die Konsequenzen zu erkennen, die eine Verhinderung des Altersprozesses mit sich brächte. Wenn man sich vorstellt, dass bei einer gegenwärtigen Weltbevölkerung von über dreißig Milliarden Menschen kein Mensch mehr altert und immer weitere Nachkommen in die Welt gesetzt werden, ergibt dies nicht nur ein ethisches, sondern auch ein wirtschaftliches und lebensbedrohendes Debakel. Und mit diesem Grundthema hat der libanesische Autor seine von Rainer Schmidt übersetzte Geschichte um ein geheimnisvolles Buch geschrieben, auf dessen Buchrücken ein Uroboros drohnt. Die Kreisschlange, die sich selbst vom Schwanz her auffrisst und gleichzeitig wiedergeboren wird, kommt in einer Vielzahl von Religionen und Glaubensrichtungen als Stilmittel zum Einsatz.

In der vorliegenden Geschichte, die im November 1749 in Neapel beginnt und im Südlibanon im Oktober 2006 ihre Fortsetzung findet, versucht ein irakischer Antiquitätenhändler der Archäologin Evelyn Bishop oben angesprochenes Buch zu veräußern, das sie bereits Jahre zuvor bei einer Ausgrabung zu sehen bekam. Nach dem Ende des Irak-Krieges herrscht ein illegaler Ausverkauf von Antiquitäten. Aber Faruk, der Evelyn dieses Kleinod anbietet, weiß, dass noch andere Interessenten hinter dem geheimnisvollen Werk her sind, die keinerlei Skrupel kennen, die Seiten zu bekommen, auf denen die Formel für ewige Jugend beschrieben sein soll.

Evelyn und Faruk werden entführt. Evelyns Tochter Mia, die Zeugin der Entführung ist, wendet sich an die amerikanische Botschaft. Und dort wird die CIA eingeschaltet. Agent Jim Corben, ein beinharter Einzelgänger, nimmt die Verfolgung auf. Sein Gegenspieler ist bald lokalisiert. Sie nennen ihn Hakim, der Arzt, eine nahöstliche Ausgabe von Mengele & Co, der seine Experimente an lebenden Personen in unterirdischen Verließen durchführt, immer auf der Suche nach der Formel, die Macht und ewiges Leben verspricht.

Doch es gibt noch eine dritte Kraft, die mit allen Mitteln hinter dem Buch her ist. Die Nachkommen desjenigen, der vor drei Jahrhunderten die Formel am eigenen Leib erprobt hat und einsehen musste, welche ethischen und menschlichen Probleme entstehen, wenn man nicht mehr altert, versuchen ihr Erbe zurück zu bekommen, vielleicht zum Wohle der Menschheit ...?

Raymond Khoury hat auf über 500 Seiten ein Märchen geschaffen, in dem Gut und Böse im Ambiente des kriegsgebeutelten Nahen Ostens auf die Jagd gehen und dabei ohne Rücksicht auf Verluste wild durch die Gegend ballern, Menschen entführen, foltern und töten. Dabei versucht er im Stile eines Dan Brown populärwissenschaftliche Studien mit einer Fiktion zu verbinden, ohne allerdings mit dem Zeigefinger darauf hinzuweisen, dass irgend Etwas an dieser Geschichte wahr sein könnte und ohne dabei irgendeiner Religion zu nahe zu treten.

Bei so einer Räubermär steht grundlegend nicht die Handlung im Vordergrund, sondern die Action und der Erzählstil. Khoury schreibt handwerklich sehr gut, lässt die Geschichte flüssig und in kurzen Sequenzen laufen, wobei vor allem die Abschweifungen in den notwendigen geschichtlichen Background am Anfang ein wenig unverständlich sind, sich aber im Weiteren durchwegs für die Plausibilität als notwendig erweisen. Generell hat das Buch vom Beginn weg keinen Durchhänger in Sachen Spannung. Es liest sich zügig, kommt kontinuierlich zum Höhepunkt und erfüllt die Erwartungen des Lesers, so dieser sie nicht zu hoch geschraubt hat.

Immortalis ist einfache Spannungslektüre, die auch ein wenig Denkanstöße liefert, aber niemals weltverbesserisch oder aufgesetzt wirkt und auf Grund des Themas auch mit einigen phantastischen Elementen aufwarten kann. Urlaubslektüre aus einem Guss, ohne großes Wenn und Aber, von der besseren und unterhaltsamen Sorte.

Immortalis

Immortalis

Deine Meinung zu »Immortalis«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
06.02.2015 15:48:46
M.Reinsch

Evelyn Bischop hat vor 30 Jahren im Libanon ein altes „Alchemistenlabor“ entdeckt. An dessen einer Wand ein sogenannter „Ouroboros“ (eine Schlange/Drache, die sich selbst in den Schwanz beißt) eingraviert wurde. Seit diesem Zeitpunkt lässt Sie das Symbol nicht mehr los. Als Ihr ein ehemaliger Grabungshelfer ein Buch mit einem Ouroboros auf dem Umschlag zum Verkauf anbietet, gerät Ihre Welt aus den Fugen, den nach dem Wissen das angeblich in diesem Buch zu finden ist suchen nicht nur Geheimbünde sondern auch ein skrupelloser Wissenschaftler, der vor Nichts zurückschreckt. Als Evelyn entführt wird, um als Druckmittel zur Herausgabe des Buches zu dienen, nimmt Ihre Tochter Mia in Begleitung eines CIA-Agenten den „Staffelstab auf, das ominöse Buch zu finden…
Wieder einmal greift Raymond Khoury auf die Welt der Sagen, Mythen und Legenden zurück. Der „Ouroboros“ wandelt durch sehr viele Religionen und wird in sehr vielen verschiedenen Wissenschaften benutzt. So sind auch in diesem Roman die wissenschaftlichen Erklärungen sehr gut gelungen und natürlich ist auch die Kultur- und Landesgeschichte seiner ehemaligen Heimat gut wieder gegeben. Aber leider kann er dieses Wissen nicht mit einem interessanten Mantel eines Thrillers bedecken! Viel zu langatmig (zwar fundiert) sind die Erklärungen zu bestimmten Themen und einen Spannungsbogen (der anhält) beginnt erst nach fast 450 Seiten!Auch das Zusammenspiel der unterschiedlichen Charaktere, die meist nur angerissen werden (häufig fehlt Ihnen Tiefe), verwirrt mehr, als das Interesse des Lesers zu wecken! So stolpert man durch eine Geschichte, deren Grundzüge man zwar versteht, aber dessen wirklicher Hintergrund erst auf den letzten Seiten geklärt wird. Zur Verwirrung trägt auch ein immer wiederkehrender Zeitsprung ins 18te Jahrhundert bei, der zwar interessant und kurzzeitig Spannung bringt, aber eben auch erst auf der „Zielgeraden“ eine Erklärung findet.
Fazit: ein mäßig interessantes Durcheinander, in der die wissenschaftlich/mythische Seite gut erklärt und interessant ist, dass aber durch das Gesamtgeschehen eher verwirrend und ablenkend wirkt.
Bisher das schlechteste Buch von Raymond Khoury für mich! (50 Punkt)

03.11.2012 15:52:43
Eglfinger

Eine Katz und Maus Spiel im Nahen Osten und ziemlich inhaltslos. Es geht um das Geheimnis des ewigen Lebens, das in einem 250 Jahre alten Buch steht. Und um den Besitz dieses Buchs geht es. Dabei spielt die ganze Jagd sich innerhalb weniger Tage ab und auf der Jagd nach diesem Buch wird viel herumgeballert. Ab und zu gibt es einen Rückblick in die Anfänge des Buches ins 18. Jahrhundert, aber auch hier geschieht inhaltlich nicht viel.
Handwerklich ist der Spannungsaufbau gut geworden, es liest sich flüssig und es kommt klar zum Höhepunkt, wenn auch Überraschungen in der Handlung vollständig fehlen. Eher ist es so, dass man schon Seiten vorher erahnt, was demnächst kommt oder sich um einige Akteure eröffnet.
Eine flüssige Spannungslektüre, inhaltlich schwach und aufgrund fehlender Überraschungen ein wenig aufgebläht. Man kann auf über 500 Seiten mehr erwarten. 60 von 100 Punkten.

01.01.2011 14:55:37
kjz

Das Buch war für die dargestellte Geschichte IMHO einfach zu lang. Da wurde ein zu dünner Plot auf zu viele Seiten \'aufgebläht\'. Die egentliche Geschichte spielt sich ja nur innerhalb weniger Tage im Libanon und Umgebung ab.Insofern verlief die Lektüre leider etwas schleppend, da das Spannungsniveau nicht durchgehend gehalten werden konnte. Scriptum war da um Einiges besser.

14.04.2010 08:02:52
Kom_Ombo

Von der Schreibweise her, fand ich \'Immortalis\' sehr gut zu lesen. Es war doch spannend und vieles gut beschrieben.

Die in dem Buch vorkommenden Personen aber konnten mich nur stellenweise überzeugen. Die Geheimnisse einiger Personen waren mir schon vorher klar und es bedurfte nunmehr keiner Aufklärung des Autors mehr.

Die Jagd nach dem Elixier des ewigen Lebens war doch sehr an den Haaren herbeigezogen und stellenweise hatte ich das Gefühl, ich wäre in einem Märchen und keinem Krimi gefangen.

Ganz so schlecht werde ich es aber nicht bewerten, weil das Lesen des Buches (ohne den Eiertanz um das Elixier) doch teilweise ansprechend war.

Film & Kino
Knives Out

Bestsellerautor Harlan Thrombey feiert mit seiner Großfamilie, der Haushälterin und seiner jungen, hochgeschätzten Pflegerin Marta Cabrera, seinen fünfundachtzigsten Geburtstag im eigenen luxuriösen Herrschaftshaus. Jeder der anwesenden Verwandten bekommt an diesem Abend eine gut gemeinte, aber existentiell bedrohliche Abfuhr mit auf den Weg. Der Beginn einer unruhigen Nacht, an deren Ende der Hausherr tot aufgefunden wird. Titel-Motiv: © MRC II Distribution Company L.P.

zur Film-Kritik