Der Atem des Rippers

Erschienen: Januar 2008

Bibliographische Angaben

  • Stolberg: Atlantis, 2008, Seiten: 110, Originalsprache

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Jörg Kijanski
Das Tagebuch von Jack the Ripper

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Mär 2008

08. März 1903.
Der mit seinem Tod kämpfende Pater Henry Ouston offenbart seiner Krankenschwester auf dem Sterbebett ein sensationelles Geheimnis. Er kennt jenen irren Frauenmörder, der vom Sommer bis Herbst 1888 die bis heute ungeklärten Morde in Whitechapel begangen hat, dem insgesamt fünf Frauen zum Opfer fielen. Und er weis sogar noch mehr, denn er kennt den Aufenthaltsort von "Leather Apron", der Lederschürze, besser bekannt als Jack the Ripper.

Zwei Monate später.
Der Kunstmaler Walter Sickert lebt nach der Scheidung von seiner Frau in der Stadt Dieppe (Frankreich), doch seine gefühlte Heimat ist nach wie vor London. Von Zeit zu Zeit fährt er deshalb mit dem Schiff nach London, um seine Rückkehr dorthin vorzubereiten. Bei einer Überfahrt am 10. Mai 1903 fällt ihm ein Mitreisender besonders auf. Ein Geistlicher, der offenbar von einem Mann beobachtet wird. Als der Geistliche in London das Schiff verlässt, heftet sich der Fremde an seine Fersen. Sickerts Neugier ist geweckt und so nimmt er ebenfalls die Verfolgung auf. Als der Geistliche merkt, dass er verfolgt wird, versucht er zu fliehen und wirft dabei seine Tasche über eine Mauer. Während der Fremde die Verfolgung fortsetzt, gerät Sickert in den Besitz der Tasche, welche er in seiner Unterkunft sofort öffnet. Dabei erkennt er schnell, dass er einen umwerfenden Fund gemacht hat, denn bei einem der beiden Bücher die sich in der Tasche befinden, handelt es sich um das Tagebuch von Alan Spareborne alias Jack the Ripper. Sollte der legendäre "Ripper" nach fast fünfzehn Jahren zurückgekehrt sein?

Wer war "Jack the Ripper"? Martin Clauß gibt eine interessante Antwort.

In der Kriminalgeschichte beschäftigt seit mittlerweile 120 Jahren die Frage nach der Identität von Jack the Ripper die Menschen. Was wurde nicht alles geschrieben über den Frauenmörder von Whitechapel? Wer war nicht alles verdächtig? Rund 70 Personen wurden im Lauf der Zeit der Taten beschuldigt, darunter "Prominente" wie der Enkel von Königin Viktoria, Thronfolger Prinz Albert Victor. Vielleicht war er sogar aufgrund seiner Abstammung der "beliebteste" Verdächtige.

Vor rund vierzig Jahren entstand eine neue Theorie, wonach jener Maler, Walter Sickert, der Täter gewesen sein soll. Hierzu erschien im Jahr 2002 der missglückte Roman Wer war Jack the Ripper? der amerikanischen Krimiautorin Patricia Cornwell, die sich im Wesentlichen auf Interpretationen von Sickerts Bildern und Skizzen beruft. Doch damit dürfte sich die Autorin eher einen Bärendienst erwiesen haben, denn ihre Schlussfolgerungen wurden nahezu von allen Experten abgelehnt.

Eine neue Interpretation der Geschichte.

Martin Clauß, Jahrgang 1967, bietet uns nun den Ripper in der Person eines Geistlichen an, der eigentlich auf Wunsch seiner Mutter Arzt werden sollte. Doch dem 26-jährigen Assistenzarzt der Chirurgie, Alan Spareborne, verläuft während einer Operation im Jahr 1881 ein schwerer Fehler und so wird ihm geraten, zunächst einmal in Urlaub zu fahren, um Abstand zu gewinnen. So reist er nach Norditalien und besichtigt an dem Namenstag des Heiligen Antonius die diesem geweihte Basilika Sant' Antonio in Padua. Dort gerät er in ein Gespräch mit einem Priester und nachdem dieser erkennt, dass er es mit einem ausländischen Chirurgen zu tun hat, bittet er Spareborne um Hilfe. Dieser soll eine Leber untersuchen, die angeblich eine Reliquie des Hl. Antonius ist. Spareborne stellt jedoch fest, dass es sich um die Leber eines Schweins handelt, das seit höchstens 50 Jahren tot ist. Als der Priester die Reliquie zurückstellen will, stehen beide plötzlich Papst Leo XIII. gegenüber, woraufhin ein Ereignis eintritt, welches Spareborne als "Wunder" empfindet.

 

"Ich bin nicht ihr Mörder. Ich bin ihr Metzger."

 

Fortan gibt er seine Arbeit als Arzt auf und will katholischer Priester werden. So landet er 1886 als Dekan bei Priester Henry Ouston in der Kirche St. Patrick`s, die keine Meile von Whitechapel entfernt ist. Als dort am 11.08.1888 die Leiche von Martha Tabram entdeckt wird, erkennt Spareborne, der sich bis dahin nahezu ausschließlich für die Erforschung von Reliquien interessierte, seine wahre Mission...

 

"Ich habe ihre Frage ganz falsch beantwortet.
Ich war einmal ... Leather Apron, die Lederschürze.
Heute bin ich es nicht mehr. Jack the Ripper war ich nie."

 

In der Presse wurde er zunächst "Leather Apron", die Lederschürze, genannt, da man davon ausging, dass ein Metzger der Täter sein musste. Erst als sich später ein anonymer Schreiber bei einer Zeitung meldete und behauptete, er sei der gesuchte "Jack the Ripper", wurde der Name "offiziell". Die hier dargestellten Tagebucheintragungen geben ein Szenario wieder, wie es sich hätte zutragen können.

 

"Ich habe im Jahr 87 am Fall Lipski gearbeitet. Er war ein Chorknabe gegen dich."
"Ich bin Dekan. Chorknaben waren mir stets suspekt."

 

Der Atem des Rippers ist ein ebenso spannendes wie interessantes Buch, an dem kein "Ripperologe" vorbei kommt. Allerdings musste der Autor dem geringen Umfang des Büchleins (keine 110 Seiten) starken Tribut zollen. So kommen unter anderem Scotland Yard und dessen Ermittlungen kaum vor.

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