Blutsbräute

Erschienen: Januar 2008

Bibliographische Angaben

  • Kapstadt: Oshun, 2006, Titel: 'Like Clockwork', Originalsprache
  • München: Blanvalet, 2008, Seiten: 400, Übersetzt: Dietlind Kaiser

Couch-Wertung:

52°
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Ines Dietzsch
Die Autorin wird ihren eigenen Ansprüchen nicht gerecht

Buch-Rezension von Ines Dietzsch Feb 2008

Kapstadt, drittgrößte Metropole Südafrikas ist Handlungsschauplatz für den Auftakt einer Krimi-Reihe um die Profilerin Dr. Clare Hart.

Mord am Fuße des Tafelberges

Dr. Clare Hart, ihres Zeichens Journalistin und Profilerin lebt in ihrem Appartement ein zurückgezogenes Single-Dasein mit Katze. Als unweit ihrer Wohnung eine Mädchenleiche entdeckt wird, bittet sie der Captain der örtlichen Polizei Riedwaan Faizal, mit dem sie nicht nur auf beruflicher Ebene verbandelt ist, um Mithilfe. Privat hat Clare ihr Päckchen zu tragen, ihre geliebte Zwillingsschwester Constance wurde vor Jahren Opfer einer Massenvergewaltigung.

Während ihrer Ermittlungen verschwinden weitere Mädchen und werden bestialisch hingerichtet aufgefunden. Schnell wird klar, dass es sich bei dem Täter um einen psychopatischen Serienmörder handelt. Nebenbei arbeitet Clare an einer Dokumentation über Frauenhandel und ihre zu diesem Zweck geknüpften Kontakte in kriminelle Kreise führen schließlich zu einer Spur. Das alles passiert in Kapstadt - Südafrika.

Sex sells

Allein ein exotischer Handlungsschauplatz macht aus einem durchschnittlichen Krimi noch lange kein Highlight, zumal man den Eindruck gewinnt - diese Handlung kann sich genauso in New York, Los Angeles oder Moskau abgespielt haben. Die eingestreuten Hinweise (Beschreibungen wäre übertrieben) auf Landschaft und Sehenswürdigkeiten bleiben wirkungslos. Es muss wohl Absicht der Autorin gewesen sein, die in Südafrika noch immer vorherrschende Rassen-Problematik außen vor zu lassen - die Hautfarbe der jeweiligen Mitspieler wird dem Leser vorenthalten und darf geraten werden. Ansonsten werden alle gängigen Klischees bemüht, die Figuren bleiben blass und der Roman kann mit keinerlei Überraschungen aufwarten. Dafür bedient sich Margie Orford reichlich an beliebten Zutaten für den allgemeinen Massengeschmack: Folter, Mord in bluttriefenden Einzelheiten und natürlich Sex.

Nicht die schlechtesten Voraussetzungen

Die Vita von Margie Orford liest sich spannend: Studium bei einem Literaturnobelpreisträger, ein Jahr Inhaftierung während ihres Studiums in Südafrika unter dem Apartheid-Regime, eine Reise per Autostopp vom Iran nach Amsterdam usw. Wie ihre Protagonisten hat auch Margie Orford für eine Reportage über den Menschenhandel in Südafrika recherchiert. Sie weiß genau Bescheid über die Lebenssituation der südafrikanischen Frauen und Mädchen, hervorgerufen durch deren traditionelles Rollenverständnis in einer patriarchalischen Gesellschaft. Es gelingt ihr nicht, diese Kenntnisse in einen fesselnden Thriller zu transportieren.

Großes hat sie sich mit ihrer Romanreihe vorgenommen, wie wir aus einem auf den letzten Seiten des Buches abgedruckten Interview erfahren. Um diesem, ihrem eigenen Anspruch zu genügen, kommt auf die Autorin noch eine Menge Arbeit zu.
Blutsbräute ist schnell gelesen und ebenso schnell vergessen.

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