Der Tote im Hotel

Erschienen: Januar 2007

Bibliographische Angaben

  • London: Macmillan, 2004, Titel: 'The Hanging in the Hotel', Originalsprache
  • München: Knaur, 2007, Seiten: 395, Übersetzt: Renate Weitbrecht

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Sabine Reiß
Heile Welt

Buch-Rezension von Sabine Reiß Feb 2008

Es scheint fast eine Persiflage auf Dieter Bohlen zu sein, wenn der Engländer Simon Brett in seinem Krimi Der Tote im Hotel einen alternden Rockmusiker als Nebendarsteller ins Spiel bringt, der sein Glück mit einer Casting-Show namens Pop Crop versucht und dem in der Presse gern ein Verhältnis mit wesentlich jüngeren Frauen angedichtet wird. Und besagter Rick Hendry ist der Ex-Mann eines früheren Models, in dessen Hotel ein Todesfall für Unruhe sorgt. In diesem Punkt enden jedoch die Parallelen.

Suzy Longthorne, die Chefin des Landhotels Hopwicke, hat es ihrem leicht verblassenden Ruhm, ihrem Auge fürs Detail sowie ihrem Organisationstalent zu verdanken, dass sich ihr exklusives kleines Gästerefugium in der Vergangenheit so gut entwickelt hatte. Doch da sie hauptsächlich amerikanische Gäste hatte, leidet auch sie unter deren zurückhaltenderen Reiselust nach dem 11. September. So versucht sie, das Hotel mit allen Mitteln und gleichzeitig weniger Personal über Wasser zu halten. Die große Veranstaltung eines örtlichen Vereins von Großkopfeten, die sich selbst ´Säulen von Sussex’ nennen und nun statt philanthropischer Arbeit hauptsächlich ihren Ritualen frönen, muss über die Bühne gebracht werden, sei die Aufgabe noch so unangenehm.

Nach dem feuchtfröhlichen Abend ist der Schock umso größer, als ein Gast des Vereins tot in seinem Zimmer aufgefunden wird. Scheinbar hat sich der junge Anwalt Nigel Ackford am Pfosten des Himmelbettes erhängt. Da der junge Mann nach Aussagen anderer an Depressionen litt, scheint der Fall schnell geklärt: Selbstmord.

Nur Suzys Freundin Jude, die an diesem Abend im Hotel ausgeholfen hatte, glaubt nicht an diese Theorie. Mit Hilfe ihrer Nachbarin Carole nimmt sie, auch gegen den Widerstand Suzys, selbst die Ermittlungen auf. Wie sich herausstellt, werden den beiden eine Menge Bären aufgebunden. Hier versuchen mehrere Leute, die wahren Ereignisse dieser Nacht zu vertuschen.

Klischees am laufenden Band

Die Grundidee klingt gar nicht so schlecht, doch hier wird ein bisschen zu viel Landhausidylle aufgetragen. Klischees am laufenden Band und ein Minimum an Handlung füllen die Seiten bis zum Ende, ohne das die Auflösung auch nur ein Tick raffiniert wäre. Nein, die Enthüllung des Täters nimmt nur eine Seite ein, ohne das sich vorher ein roter Faden durch die Handlung gezogen hätte, an dem man sie festhalten kann. Jude und ihre Freundin Carole haben sich selbst zu Mini-Miss-Marples ernannt, die nur im Nebel herumstochern, ohne dass sie ihrem Vorbild in Sachen Intelligenz und psychologischem Spürsinn auch nur im geringsten ebenbürtig sind.

Der Autor bringt es selbst am besten auf den Punkt:

"Hier sind ... zwei Superhirne in Matronengestalt am Werk..." (S. 349)

Wenn wir das Wort Superhirne noch weglassen, ist das Buch damit sehr gut charakterisiert.

Der Autor fühlt sich zudem bemüßigt, das zusammengeschusterte Ende noch mit einer Art Epilog auszustatten, wo man im Stenogrammstil über das weitere Schicksal der handelnden Personen aufgeklärt wird. Nicht, das das noch von Interesse wäre, wo doch auch der Rest der Story dermaßen frei von Unterhaltungswert war. Immerhin, trotz all der Ärgernisse ist der Stil flüssig und gut lesbar. Bis zum Ende keimt die Hoffnung, dass doch noch ein großer Coup gelingt, doch diese wird - je weniger Seiten verbleiben - langsam zerstört.

Es verwundert nicht, dass auf dem Umschlag auf andere britische Krimautorinnen wie z.B. Veronica Stallwood verwiesen wird, deren Fans dieses Buch bestimmt gerne lesen würden. Denn auch dieser Dame lieferte in der Vergangenheit nicht gerade berauschend spannende Werke ab. Leider wird auch Deborah Crombie genannt, die mit ihren Büchern um Detective Inspector Kincaid auf alle Fälle in einer höheren Liga spielt.

Der Tote im Hotel

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Letzte Kommentare:
05.02.2008 10:48:56
K.-G. Beck-Ewerhardy

Dieses Buch hat mich fürchterlich geärgert mit seiner stereotypen und banalen Charakteredarstellung und seiner extrem konstruierten, lückenhafte und widersprüchlichen Handlung.