Die schwarze Kathedrale

Erschienen: Januar 2000

Bibliographische Angaben

  • London: Phoenix, 1999, Titel: 'The Unburied', Seiten: 389, Originalsprache
  • München: Droemer Knaur, 2000, Seiten: 477, Übersetzt: Sigrid Langhaeuser
  • Augsburg: Weltbild, 2002, Seiten: 477
  • München: Knaur, 2004, Seiten: 477
  • München: Knaur, 2005, Seiten: 477
  • Augsburg: Weltbild, 2007, Seiten: 478

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Michael Drewniok
Spannend, kundig, rätselhaft: ein historischer Krimi, der seinem Genre Ehre macht!

Buch-Rezension von Michael Drewniok Mai 2003

An einem bitterkalten Tag in der Vorweihnachtszeit des Jahres 1881 begibt sich Edward Courtine, Historiker und Dozent der Universität in Cambridge, auf eine Reise in das alte südenglische Städtchen Thurchester. Austin Fickling, der dort als Lehrer für Mathematik an einer kleinen Schule unterrichtet, hat ihn eingeladen. Courtine ist verblüfft; mehr als zwanzig Jahre hat er seinen ehemals besten Freund nicht mehr gesehen, den er mitverantwortlich dafür macht, dass seine Ehefrau ihn verliess. Aber er ist neugierig und einsam, und außerdem gibt es für ihn auch einen "dienstlichen" Grund, Thurchester einen Besuch abzustatten: In der Bibliothek des Domkapitels vermutet er ein altes Dokument, das eine unter Historikern lange offene Frage entscheiden und Courtine einigen Ruhm eintragen könnte - Ruhm, der ihm gut zupass käme, möchte er sich doch für ein hohes akademisches Amt bewerben.

Thurchester stellt sich als Ort heraus, an dem die Zeit stehengeblieben zu sein scheint. Die riesige Kathedrale im Zentrum bestimmt das Stadtbild; wie sich herausstellt, nicht nur architektonisch. Courtine findet schnell heraus, dass es heftig gärt unter den Mitgliedern des mächtigen Domkapitels, das schon seit dem Mittelalter die Geschicke Thurchesters zu einem guten Teil bestimmt. Die geistlichen Herren sind einander spinnefeind. Ohne es zu ahnen, gerät Courtine in ein Spinnennetz alter Intrigen. Auch Fickling scheint in die Ereignisse verwickelt zu sein. Courtine fragt sich, wieso ihn der ehemalige Gefährte überhaupt eingeladen hat, denn Fickling macht kaum Anstalten, die alte Freundschaft wieder aufleben zu lassen. Statt dessen ist er nervös und scheint mit Hoffen und gleichzeitig mit Bangen ein mysteriöses, kurz bevorstehendes Ereignis zu erwarten. Wohin schleicht Fickling des Nachts heimlich? Was geht in der abgesperrten Kathedrale vor sich? Wer ist der geheimnisvolle, reiche Mr. Steenix, der sein Haus wie eine Festung gesichert hat? Wieso lädt er, der sonst niemals Besuch empfängt, Courtine und Fickling großzügig dorthin ein - und wer bringt ihn noch am selben Abend auf brutale Weise um?

Am lebendigen Leib eingemauert

Noch hat sich der Schrecken über die Bluttat nicht gelegt, als ein zweites Verbrechen offenbart wird: Arbeiter finden bei Umbauarbeiten im Inneren der alten Kathedrale in einer Nische hinter einer steinernen Gedenktafel die Leiche eines Mannes - gefesselt, geknebelt und erstickt, nachdem man ihn lebendigen Leibes dort eingemauert hat. Das Entsetzen weicht der Verwunderung, als man erkennt, dass der Körper seit über zweihundert Jahren dort gelegen haben muss.

Der grausige Fund rührt an einem uralten Geheimnis Thurchesters. Zu den ungelösten Rätseln der Stadtgeschichte gehört der Tod des Domschatzmeisters William Burgoyne im Jahre 1641. Der mächtige Kirchenmann hatte sich wegen seiner kompromisslosen Amtsführung zahlreiche Feinde unter den übrigen Domkapitularen gemacht. Kurz nach seiner Ankündigung, ein unglaubliches Verbrechen in den Reihen der Domherren aufdecken zu wollen, begrub ihn in der Kathedrale ein Baugerüst und zerschmetterte seinen Körper bis zur Unkenntlichkeit. Nun stellt sich heraus, dass dieses Opfer gar nicht Burgoyne war, denn seine Leiche ist es, die in der Mauernische gefunden wurde.

Courtine bemüht sich verzweifelt, die Übersicht zu behalten. Er erkennt die zahlreichen Ungereimtheiten im Mordfall Steenix, den das Domkapitel in enger Zusammenarbeit mit dem pompös-unfähigen Polizeichef Antrobus auffällig hastig "geklärt" wissen möchte. Der "Schuldige" ist rasch gefunden - ein junger Mann, der Steenix täglich seine Mahlzeiten ins Haus brachte. Doch Courtine mag angesichts seiner eigenen unbeholfenen Ermittlungen an diese Erklärung nicht glauben. Er kommt allmählich einem groß angelegtem Komplott auf die Spur. Doch Courtine, dem es gelang, den Tathergang des Mordes an William Burgoyne zu rekonstruieren, fehlen die Beweise. Er verlässt Thurchester, ohne dass jemand zur Rechenschaft gezogen werden kann. Erst vier Jahrzehnte später vervollständigt Philip Barthram, ein ehemaliger Chorknabe aus Thurchester und zufällig Zeuge der Ereignisse in der Mordnacht, das Puzzle ...

Historischer Krimi? Oder viktorianischer Schauerroman?

"Die schwarze Kathedrale" stellt eine vorzügliche Mischung aus historischem Krimi und viktorianischem Schauerroman dar. Uralte Geheimnisse, Intrigen, Verschwörungen, finstere Machenschaften, zwielichtige Kirchenfürsten, Betrug, Verrat und Mord - das sind die Elemente, aus denen Charles Palliser seine Geschichte zusammensetzt. Dieses Rezept hat noch immer zuverlässig seine Wirkung getan und Langeweile an langen Leseabenden verscheucht. Auf die richtige Mischung kommt es dabei an, und Palliser ist ein guter Apotheker. Was wie eine klassische Geistergeschichte aus der Feder Henry (oder besser M. R.) James´ beginnt, mündet in eine spannende und vertrackte Krimihandlung, die Charles Dickens ersonnen haben könnte.

Palliser weiss als Historiker sein Fachwissen geschickt in den Dienst eines abenteuerlichen Thrillerpuzzles zu stellen. Die düsteren Geheimnisse von Thurchester werden schlüssig in der "offiziellen" Geschichte verankert. Freilich übertreibt es der Autor ein wenig: Er möchte nicht nur eine, sondern gleich drei Geschichten erzählen - vom Steenix-Mord 1881 (mit einer Coda 1919), vom Burgoyne-Rätsel 1641 und - wieder 1881 - von einer Intrige innerhalb der Historikerzunft. Nummer Eins ist fesselnd, wenn auch ein wenig zu verwickelt, um zu jedem Zeitpunkt einzuleuchten, Nummer Zwei spannungsreich und vorbildlich in der Entwicklung, Nummer Drei wahrscheinlich nur für den Fachmann wirklich von Interesse. Insgesamt fügen sich diese drei Handlungsstränge niemals zu einem harmonischen Ganzen. Es bleibt allerdings zu fragen, ob dies überhaupt in Pallisers Absicht lag. Die Ereignisse von 1641 weisen auffällige Parallelen zum Geschehen von 1881 auf. Das bleibt den Beteiligten allerdings stets verborgen. Letztlich bleibt auch der Steenix-Mord ein historisches Rätsel, wenn es dieses Mal auch nicht zweieinhalb Jahrhundert dauert, bis es gelöst werden kann.

Niemand ist, wie er auf den ersten Blick scheint

Die Figuren der "Schwarzen Kathedrale" sind gut durchgezeichnet - und sehr "menschlich": Niemand ist, wie er oder sie auf den ersten Blick erscheint, und alle haben sie etwas zu verbergen. Davon ist Edward Courtine, der ehrenhafte Wissenschaftler, keineswegs ausgenommen. Sein scheinbar so erfülltes Leben erweist sich als trist und leer und darüber hinaus als Lüge, mit der er sich selbst zweieinhalb Jahrzehnte betrogen hat. Aber auch als Wissenschaftler ist er nicht so objektiv und unbestechlich, wie er sich selbst gern glauben machen möchte. In der Wolfsgrube des Domkapitels von Thurchester ist er allerdings nur eine Maus, die ebenso zutraulich wie ahnungslos ihrem Ende entgegentrollt.

Im Schatten der baufälligen Kathedrale findet ein Kampf ganz anderer Größenordnung statt. Courtine muss erleben, wie das Kartenhaus seines Lebens und seiner selbstgefälligen Überzeugungen Stück für Stück zusammenfällt. Dabei meint Courtine, anders als sein Ex-Freund Fickling, mit beiden Beinen fest auf der Erde zu stehen. Das ausgehende 19. Jahrhundert ist eine Welt, in der die moderne Wissenschaft - davon ist Courtine, Kind der Aufklärung, fest überzeugt - schon bald alle Fragen erklären und alle Probleme lösen kann. Als Historiker müsste er es eigentlich besser wissen: Die Welt mag sich verändern, doch die Menschen bleiben dieselben, und die Konflikte der Vergangenheit lösen sich im Licht einer verheissungsvollen Gegenwart und strahlenden Zukunft nicht zwangsläufig in Wohlgefallen auf. Letztlich kann sich Courtine glücklich schätzen, dass man ihn "nur" betrügt; er kommt immerhin mit dem Leben davon und findet sogar die Kraft, seinem Leben endlich eine neue Richtung zu geben; wie wir aus dem fiktiven Nachwort zum "Courtine-Bericht" erfahren, hat er nicht nur die begehrte Stellung bekommen, sondern auch noch einmal geheiratet: fast ein Happy-End, und das einzige, das Palliser seinem Publikum gönnt.

Spannender Thriller, wenn auch leicht sperrig

"Die schwarze Kathedrale" ist ein spannender, leicht sperriger Thriller, der die Vergangenheit nicht als blosse Schablone benutzt, sondern ihre besonderen Regeln achtet und logisch in die Handlung einzubeziehen weiß. Die häufigen Abschweifungen und einige Längen und tote Gleise in der Handlungsführung lassen sich deshalb leicht verschmerzen. Charles Palliser arbeitet als Schriftsteller weiterhin an sich. Der Fortschritt zu "Quincunx", seinem monumentalen, kaum lesbaren Erstling, ist deutlich: Die ausladenden Stimmungsbilder und Milieustudien einer untergegangenen Epoche werden zunehmend dem Bestreben untergeordnet, eine richtige Geschichte zu erzählen. Warten wir ab, wie Palliser auf seinem Weg weiter vorankommt!

Die schwarze Kathedrale

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Letzte Kommentare:
25.07.2009 11:40:19
Krimi-Tina

Der Gelehrte Edward Courtine fährt kurz vor Weihnachten 1881 in einen kleinen Ort im Süden Englands, um einen alten Freund zu besuchen. Es treiben ihn außerdem dem Wiedersehenswunsch durchaus noch andere Motive an, die er aber vorerst verbirgt.
Unmittelbar von seiner Ankunft an geschehen merkwürdige Ereignisse, die sich in einem Mordfall zuspitzen.
Das Buch beginnt wie ein Schauerroman des 19. Jahrhunderts. Nächtliche Eisenbahnfahrt gefolgt von einer Kutschfahrt durch eine ausgestorben wirkende Stadt, die in dem auch nicht wenig unheimlichen Haus des merkwürdigen Freunds von Courtine endet.
Leider hält das Buch dieses Niveau nicht durch . Da die ganze Geschichte aus der Sicht Courtines erzählt wird und dieser umständlich, verknöchert, selbstgerecht und stellenweise erschreckend naiv ist, ist auch der Erzählfluss recht umständlich.Dazu treibt Courtine die Fähigkeit das Naheliegende zu übersehen oder falsch zu deuten geradezu bis zur Perfektion. Man möchte ihn ununterbrochen anstoßen und schreien da, da liegt er, der Hinweis.
Zudem hat er eine merkwürdige und unerklärliche Abneigung Dinge beim Namen zu nennen sondern ergeht sich in Andeutungen und orakelhaften Sprüchen.
Das alles macht das Buch sperrig und ziemlich mühsam zu lesen.
Außerdem hat es der Autor übertrieben. Es drehen sich hier insgesamt 3 Geschichten umeinander und verwickeln sich ineinander .Was zumindest mich stellenweise den Überblick verlieren ließ.
Dennoch nicht umspannend und die anfängliche schaurige Atmosphäre blitzt auch immer wieder auf. Wer sich mit langen und umständlich dargestellten wissenschaftlichen Exkursen abfindet und keine Schwierigkeiten mit einem extrem verwickelten Plot hat der kann zugreifen.

24.02.2008 11:56:36
Mumpi

Ich lese gerne historische Romane, auch historische Kriminalromane. Aber dieser Roman hier zieht sich einfach zu sehr in die Länge, genau wie ein Rezensent vor mir schon schrieb. Er ist kein Roman zum "Schmökern", keiner, bei dem man alles um sich her vergessen und tief eintauchen kann. Der Leser bleibt eben, was er ist, Leser- und nicht ein Beteiligter. Tut mir leid, aber es gibt bessere Romane dieser Art.

18.11.2007 00:58:23
tribeaxi

Tja, wie bewerte ich nun dieses Buch ...
Die ersten drei Viertel dieses Buches waren ja recht übersichtlich aufgebaut, doch dann wird es zusehendst unübersichtlicher und verwirrender!Dies tut der Spannung jedoch keinen Abbruch! Liest man dieses Buch jedoch nicht mit vollster Aufmerksamkeit kann es einem passieren, dass man nicht mehr durchblickt! Die drei in diesem Buch vorkommenden Story's sind vom Autor sehr künstlerisch ineinander verschachtelt und verworren worden! Von dem historischen Mord an William Burgoyne angefangen, über die Beziehung zwischen Dr.Courtine und seinem ehemaligen Studienkameraden Fickling bis hin zur mysteriösen Ermordung des Bankiers Stonex ist es ein Vergnügen diesen historischen Kriminalroman zu lesen! Gefallen hat mir ausserdem der ungewöhnliche Aufbau des Buches bei dem es zuerst ein sog. Vorwort des Herausgebers gibt, das dann von einem Bericht (der sich wie ein wissenschaftliches Tagebuch liest) und von einem Märchen gefolgt wird um danach in einem alles vorherige übertrumpfenden und wie schon gesagt verwirrendem Finale in Form eines Nachwortes des Herausgebers zu enden!Furios, Grandios und irgendwie doch sehr zu empfehlen und nicht zum einfach nur verschlingen!
Deshalb meine Wertung : 85 °

26.09.2007 15:07:26
Geroellheimer

Also mir hat "Die schwarze Kathedrale" sehr gut gefallen. Ich fand ihn eigentlich überhaupt nicht langweilig. Die Intrigen und Machenschaften und die zwei mysteriösen Morde für die jeder in Betracht kommen konnte waren alle sehr interessant. Man konnte munter mitraten und wurde dann immer mal wieder auf die eine oder ander falsche Fährte gelockt.

01.05.2005 20:46:24
Moritz

Die ersten 2/3 des Buches sind stellenweise sehr langatmig. Nachdem ich mich schon sehr gewundert hatte, dass der Klappentext einen spannenden historischen Roman verkündet hatte, aber hauptsächlich nur Historie behandelt wurde, war dann das letzte Drittel halbwegs akzeptabel. Es gibt aber wesentlich interessantere historische Kriminalromane.

Moritz

30.11.2004 11:56:01
Sabine

Ein sehr geschickt aufgebauter Krimi mit mehreren ineinander verschachtelten Geschichten. Genau das Richtige für lange Winterabende! Ich fand das Buch sehr gut und habe mich über die zahlreichen Anspielungen auf viktorianische Romane amüsiert.

31.08.2004 15:57:31
Anja S.

Leider wird dieser Krimi erst so ab Seite 250 wirklich spannend, dann allerdings bis zum Ende. Vorher jedoch geht es ziemlich langatmig und droege ueber 200 Seiten lang zu, in denen die ganzen Verflechtungen und Feindschaften der Einwohner von Thurchester und obendrein noch das Leben des Koenig Alfred aufgedroeselt werden. Wirklich nett ist das Maerchen, denn es ist sehr originell, obwohl es nichts mit der eigentlichen Geschichte zu tun hat.

06.08.2004 17:58:15
dyke

Ein "Krimi", der die Leserschaft spaltet - von langweilig,öde bis zu genialer Plot.
Und der Klappentext weckt Erwartungen, die das Buch erst im letzten Drittel erfüllt.
Ich hatte das Glück, vorgewarnt zu sein und mich dadurch auf einen mehr gemütlichen Roman im Stile des 19. Jhd. eingelassen.
Da durch wurde mein Lesevergnügen nicht durch falsche Erwartungen getrübt und, wer es ähnlich macht, wird mit einem noch länger nachhallenden Roman belohnt.

02.05.2004 14:19:35
Karl-Josef

Irgendwie hat das Buch von Charles Palliser: Die schwarze Kathedrale gespaltene Gefühle bei mir hinterlassen. Der Autor kann sich nicht recht entscheiden, in welchem Genre
er denn nun seinen Roman ansiedeln will:
entweder historischer Roman (die Handlung um Burgoyne), oder historisierender Krimi bzw. viktorianisches Sittengemälde (die Handlung um Courtine) oder fiktiver
Tatsachenbericht (die Rahmenhandlung um Barthram).

Hier schlägt vielleicht zu sehr die akademische Vergangenhait
des Autors als Universitätslehrer für Moderne Literatur und Creative Writing duch: der Roman als \'akademische
Fingerübung\' um zu zeigen, welche Stilarten denn möglich sind.

Wenn die Übertragung ins Deutsche richtig erfolgte, wird der Lesefluss auch durch den bewußt historisierenden Sprachduktus gehemmt. Zudem wird zugunsten der
ausführlichen Milieuschilderung die Kriminalhandlung ausserordentlich langatmig in die Länge gezogen. 2/3 des Buches sind bereits vorüber, bevor Spannung aufkommt. Nach Lektüre des Klappentextes hatte ich mehr versprochen. So ist man etwas enttäuscht. Eine Straffung hätte dem - ansonsten nicht uninteressanten - Werk sicherlich gut getan.

17.03.2004 14:14:25
Stefanie und Regina

Wir, eine 7.Klasse eines Gymnasiums, haben im Wahlpflichtfach Deutsch das Buch "Die schwarze Kathedrale" gelesen.

Nach anfänglicher Langweiligkeit entwickelte sich das Buch zu einem spannenden Krimi. Dieser war sehr historisch aufgebaut und ohne das dementsprechende Hintergrundwissen manchmal verwirrend, da es viele Details enthielt, zum Beispiel viele Figuren und verschiedene Handlungsstränge.

Durch die nach und nach fortschreitende Aufklärung der Begebenheiten erzeugte der Autor gekonnt Spannung.

Weiters sehr positiv aufgefallen ist uns, dass der Herausgeber des Buches nicht der Erzähler selbst ist und dass das Werk somit eigentlich nicht in das typische Schema eines Kriminalromans passt.
Der verwirrende Anfang, der nicht in direkter Verbindung mit den Haupthandlungen steht, löst Interesse aus. Diese Einleitung des Buches findet erst am Ende des Buches ihren Sinn.

Alles in allem gesehen war es ein höchst ungewöhnlicher Roman, der viele historische Elemente in sich trägt und erst am Schluss die ganze Wahrheit zeigt.

17.03.2004 14:09:55
H.C. + Carina

Wir finden die Idee der zwei paralell laufenden Handlungen genial und sehr gelungen. Obwohl es teilweise sehr konzentrationsfordernd war und an manchen Stellen relativ langatmig erschien, war es eine Freude und ein Erlebnis, dieses einzigartige Buch zu lesen. Die altenglische Geschichte rund um König Alfred bewirkt zwar eine kurzzeitige Verwirrung, doch fügen sich auch die anderen Puzzleteile nach anfänglichen Schwierigkeiten am Ende zu einem logischen Ganzen zusammen. Ein besonders origineller Einfall war das Märchen (eigentlich nicht von Relevanz), das der Autor als Epilog verwendete.

15.02.2004 11:07:30
Ricky

Alles in allem war es ein ganz gutes Buch, jedoch finde ich, dass es etwas langwierig war. Nach dem Klappentext hätte ich mir mehr davon erwartet.

24.02.2003 14:02:12
Björn-Alexander Werner

Oft zuviel unwichtiges gerede,das die geschichte in keinster weise vorantreibt,ansonsten ein guter spannender krimi

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