Das Ritual

Erschienen: Januar 2008

Bibliographische Angaben

  • Berkeley: Counterpoint, 2007, Titel: 'Bone Rattler', Seiten: 460, Originalsprache
  • Berlin: Rütten & Loening, 2008, Seiten: 532, Übersetzt: Thomas Haufschild
  • Daun: TechniSat Digital, Radioropa Hörbuch, 2009, Seiten: 16, Übersetzt: Alexander Bandilla

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Duncan ist von den Engländern wegen Hochverrats zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt worden. Nun soll er in den neuen Kolonien seine Strafe verbüßen. Schon die Überfahrt ist voller Rätsel und Gefahren. Zwei Morde geschehen, rituelle Zeichen tauchen auf, und immer wieder ist von Stony Run die Rede, einem Ort, wo es angeblich einen geheimnisvollen Kampf gegen die Indianer gegeben hat. In New York hofft Duncan seinen Bruder wiederzusehen, der bei der englischen Armee dient. Doch Jamie ist zu den Indianern übergelaufen. Duncan ahnt, dass man ihn nur als Lockvogel in die Kolonien geholt hat. In Stony Run soll er seinen Bruder wiederfinden - und die Wahrheit über sich selbst und den Kampf der Weißen erfahren.

Das Ritual

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Letzte Kommentare:
19.04.2019 21:33:19
fosram

Es gibt nur wenige Bücher, die so starke (in diesem Fall historische) und spannende Bilder im Kopf erzeugen, dass ich sie mehr als einmal lesen möchte. Das zweite Lesen dieses Buches machte die teilweise rätselhafte Handlung umso verständlicher und war seltsamerweise immer noch spannend.

18.07.2016 16:35:49
tassieteufel

1759 sind die schottischen Clans schon lange zerschlagen, der junge Duncan McCullum wurde als Kind bei entfernten Verwandten untergebracht und studierte Medizin, doch als ein alter Onkel bei ihm Unterschlupf sucht, kann er nicht nein sagen. Natürlich werden sie verraten, der Onkel gehängt und Duncan zu 7 Jahren Zwangsarbeit verurteilt, die er in den neuen Kolonien abarbeiten muß. Doch bereits die Überfahrt steht unter keinem guten Zeichen. Ein Selbstmord, ein Mord, ein Selbstmordversuch, den Duncan in letzter Sekunde vereiteln kann und ein unheimliches Ritual, ziehen den jungen Schotten in seltsame und mysteriöse Ereignisse. Irgendwie scheint er im Zentrum von all dem zu stehen ohne sich erklären zu können warum. Um einen alten Schotten zu retten, dem man den Mord an Bord unterschieben wollte, beginnt Duncan zu ermitteln und gerät dabei zwischen alle Fronten, auch als sie an Land sind und er bei der ominösen Ramsey Company seinen Dienst antritt setzt sich das fort. Je mehr Details Duncan ermittelt, um so undurchsichtiger wird das Ganze.

"Das Ritual" ist ein sehr lohnenswerter, spannender und informativer Roman über ein interessantes Stück Geschichte, der aber gerade am Anfang nicht so ganz leicht zu lesen ist. Der Autor wirft dem Leser jede Menge Puzzleteile vor, die zunächst überhaupt nicht zusammen zu passen scheinen. Mysteriöse Andeutungen, Fragmente und Bruchstücke früherer Geschehnisse machen es erforderlich, dass man mit voller Konzentration liest, da all diese kleinen Details erst nach und nach einen Sinn ergeben. Die Hauptfigur Duncan McCullum schafft es innerhalb kürzester Zeit, sich bei allen Parteien Feinde zu machen und auf Grund seiner Unkenntnis von Land und Leuten in diverse Fettnäpfchen zu treten. Immer wenn er glaubt, eine Person, die ihm etwas wichtiges erzählen könnte, gefunden zu haben, wird diese ermordet oder ergeht sich nur in nebulösen Andeutungen und die ganze Sache wird noch undurchsichtiger. Meisterhaft versteht es der Autor, seine Leser im Unklaren zu lassen, sich in Andeutungen zu ergehen und immer neue Rätsel zu geben.
Nach dem ersten Buchdrittel beginnt aber langsam Licht in das Dunkel zu kommen und der hochkomplexe Krimifall wird sehr spannend und nimmt an Fahrt auf. Wer bis hier hin durchgehalten hat, wird mit einem wunderbaren und spannenden Mix aus Histo und Krimi belohnt, der mit einer Unmenge an interessanten Details Einblick in ein sehr interessantes Stück Geschichte gibt und bei dem am Ende sämtliche Puzzleteilchen zu einem stimmigen Ganzen zusammen gefügt werden.
Auf beeindruckende Weise schildert der Autor den Zusammenprall von europäischer und indianischer Kultur und auch die Konflikte sowohl zwischen Engländern, Schotten und Franzosen, als auch unter den einzelnen indianischen Stämmen. Hier merkt man dass der Autor über viel Fachwissen verfügt, auch wenn es um die Kultur, den Glauben und die Spiritualität der Waldindianer geht, hier überzeugt der Autor mit detailierten Kenntnissen, die auf sehr informative und unterhaltsame Weise in die Geschichte einfließen und die damalige Zeit lebendig werden lassen.
Das es zwischen den unterdrückten Schotten und den um ihre Freiheit kämpfenden Irokesen so viele Gemeinsamkeiten gab, war mir gar nicht so bewußt, vor allem in ihrer Spiritualität schienen diese beiden Völker viele Gemeinsamkeiten zu haben, was der Autor geschickt mit seiner Geschichte verknüpft und im interessanten Nachwort auch erläutert. Abgerundet wird das Buch durch ein Personenregister, eine Zeittafel, eine historische Karte und das informative Nachwort.


FaziT: Für mich war "Das Ritual" ein Lesehighlight, das durch einen hochkomplexen und spannenden Krimifall und einen grandios geschilderten historischen Hintergrund überzeugt hat, auch wenn das Buch am Anfang volle Konzentration erfordert, so lohnt sich doch das Durchhalten und man wird mit einer wundervollen Lektüre belohnt, die Lust auf den zweiten Teil macht.

18.02.2009 20:15:10
muprl

Dieser Krimi mit dem Schauplatz "wilder Westen" ist großartig. Aber Achtung: Er ist auch sehr anspruchsvoll. Der Schreibstil und die recht komplizierte Handlung lesen sich nicht einfach weg - es bedarf ein wenig Anstrengung und Aufmerksamkeit um voran zu kommen. Auch dauert es eine ganze Weile, bis wirklich Spannung aufkommt, denn die Handlungsfäden werden langsam und sorgfältig aufgenommen und erst nach und nach durch dezente Hinweise kunstvoll miteinander verknüpft. Es ist kein "klarer Fall" nach dem Schema: Leiche --> Mörder suchen. Nein, es ergibt sich erst im Laufe des Romans ein "Fall" und ein Geheimnis - nein, sogar mehrere.
Durch diese besondere Bauweise entwickelt der Roman eine größere Komplexität und auch Folgerichtigkeit als viele andere, doch muss man sich diese wirklich erarbeiten.
Erst im letzten Drittel versteht man, was dieser Roman eigentlich leistet - und ich zumindest war begeistert und beeindruckt von der Darstellung dieses Gesellschaftsbildes, was mit so wenig Klischees und so wenig Verurteilung auskommt, wie kaum ein anderes. Auch sprachlich enttäuscht dre Autor nicht.
Fazit: Ein Buch für Krimi-Fans, die gerne etwas neues probieren, fernab der ausgetretenen Pfade, und die Herausforderung nicht scheuen. Von mir 97°