Das Gift des Zweifels

Erschienen: Januar 2007

Bibliographische Angaben

  • Orlando: Harcourt, 2005, Titel: 'Red Leaves', Originalsprache
  • München: Knaur, 2007, Seiten: 316, Übersetzt: Reinhard Tiffert

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Eric Moore lebt mit seiner Familie ein Bilderbuchleben in einer amerikanischen Kleinstadt. Doch plötzlich gerät die Idylle aus den Fugen. Sein halbwüchsiger Sohn Keith wird gebeten, einen Abend auf die achtjährige Nachbarstochter Amy aufzupassen - und am nächsten Morgen ist das Mädchen spurlos verschwunden. Verzweifelt beteuert Keith seine Unschuld, aber Eric wird den quälenden Verdacht nicht los, dass sein Sohn ein Kindsmörder sein könnte ... 

Das Gift des Zweifels

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Letzte Kommentare:
28.10.2008 17:04:42
Bio-Fan

Cook gelingt es, mit einfachsten stilistischen Mitteln direkt vom Anfang an eine bedrückende Spannung aufzubauen.
Ein kleines Mädchen verschwindet. Der Verdacht fällt auf den babysittenden Nachbarssohn, dessen Eltern erstaunlich schnell an der Glaubwürdigkeit der Aussagen ihres Sohnes zweifeln. Das hat seine Gründe wie wir lesen werden.
Aus der Sicht des Vaters(Ich-Erzähler) erleben wir die langsame aber stetige Demontage einer Klein-Familien -Idylle. Eine Saat von Misstrauen, Unsicherheit und Schuldgefühlen, angelegt in der Generation davor, geht auf und entwickelt zu einem scheinbar unentrinnbaren Dickicht, in dem alle verstrickt sind.
Ohne Tatortanalysen, Gerichtsmedizin, Profiler und sonstigen up to daten Schnickschnack, ja ohne augenscheinliche Ermittlungstätigkeit überläßt Cook seinen Protagonisten eine einfach gestaltete Bühne, denn das Drama findet fast ausschließlich in den Köpfen und den Herzen statt.
Gutgemacht: 88 Grad

25.02.2008 07:48:59
bubble70124

Kein Thriller im herkömmlichen Sinn. Die Handlung ist spannend gestaltet, man ist fast gezwungen immer weiter zu lesen. Cook beschreibt die zerstörerische Wirkung von Misstrauen in der Gesellschaft und auch innerhalb einer Familie. Er erzählt aus der Sicht des Vaters und beschreibt sehr detailliert die Gefühlswelt und die Denkvorgänge, welche diesen in seiner Ungewissheit, dass sein Sohn vielleicht ein Kindesentführer sein könnte, belasten. Der Vater zweifelt aber im Lauf der Geschichte nicht nur seinen Sohn und seine Frau an, er beginnt auch an der Vergangenheit, seinem eigenen Vater und den Erlebnissen seiner Kindheit zu zweifeln. Das Ende kommt sehr schnell und ist erschreckend und macht nachdenklich.