Schwarzer Mohn

Erschienen: Januar 2007

Bibliographische Angaben

  • Barcelona: Plaza & Janés, 2003, Titel: 'Flores negras per a Michael Roddick', Originalsprache
  • Bergisch Gladbach: BLT, 2007, Seiten: 269, Übersetzt: Petra Zickmann und Manel Pérez Espejo

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Wolfgang Weninger
Leider nicht wie Herr Papa

Buch-Rezension von Wolfgang Weninger Dez 2007

Wenn der Herr Papa gelungene Krimis geschrieben hat, sollte der Sohn wohl auch dieses Talent geerbt haben. Das dachte sich wohl Daniel Vázquez Sallés, der einzige Sohn von Manuel Vázquez Montalban, dem Schöpfer des Privatdetektivs Pepe Carvalho, und deshalb schrieb der als Journalist tätige Katalane seinen Erstling Flors negres per a Michael Roddick, der in der Übersetzung von Petra Zickmann und Manel Pérez Espejo als Schwarzer Mohn bei BLT in der Verlagsgruppe Lübbe erschienen ist.

Als Titelheld führte der Autor den Ex-Agenten Michael Roddick ins Rennen. Der gewesene teutonische James Bond (Originaltext S. 98) hat die Schießeisen an die Wand gehängt, die Tochter einer im Einsatz eliminierten Ost-Agentin als Mündel angenommen und sich nach Barcelona abgesetzt. Dort betreibt er mittlerweile ein Spitzenrestaurant, weswegen sich der Verlag bemüht sah, diese Agentenstory mit dem Prädikat "kulinarisch" zu bewerben, obwohl nicht ein einziges Rezept im Textteil zu finden ist.

Doch die Vergangenheit holt Mr. Roddick ein. Er bzw. seine Wahltochter sind verschiedenen privaten Sicherheitsdiensten, die aus früheren Nachrichtendiensten entstanden sind, ein Dorn im Auge. Noch einmal muss Roddick seine Walther P5 Compact und die neun Millimeter Parabellum-Munition einstecken und dann geht die Action los, denn wer Michael oder seine Wahltochter Elena bedroht, muss gnadenlos eliminiert werden ...

Was eigentlich ganz spannend klingt, wird von Daniel Vázquez allerdings in einer Art präsentiert, die mit einer Top-Agenten-Story nur wenig gemeinsam hat, was vor Allem daran liegt, dass der Autor es nicht versteht genügend Lesespannung zu erzeugen. Sein Protagonist bleibt in jeder Situation farblos und kann keinerlei Sympathie beim Leser erzeugen. Den interessant gestalteten Beginn der Geschichte, der durchaus zu spannender Lektüre geeignet wäre, folgt eine Aneinanderreihung von platten Hauruck-Sequenzen, die einem schlechten C-Movie entnommen sein könnten.

Sätze wie "Es war ein gemächliches, harmonisches Präludium, choreografiert von einer hochbegabten Tänzerin, und mündete in einen Fick von historischen Dimensionen" (S. 91), zeigen zwar, dass sich Autor bzw. Übersetzer bemüht haben, ein wenig Sex zu integrieren, um die Story flüssiger zu machen, dabei stören allerdings die Verwechslungen von Dativ und Akkusativ den Lesefluss allzu deutlich, wie auch sonst das Lektorat reichlich sorglos mit dem Manuskript umgegangen sein muss.

Vázquez kann an einigen wenigen Stellen einen Hauch von schriftstellerischem Können aufblitzen lassen. Dort wo er sich blumigen Schilderungen von Land und Leuten hingibt, wirkt er noch am Besten. Leichte pseudopsychologische Anklänge an die Geistesblitze seiner Figuren kann man als Leser gerade noch verdauen, schlimm wird es jedoch, wenn die Personen den Mund aufmachen. Dialoge sind absolut nicht die Stärke des Autors und haben weniger Substanz als jede deutsche Synchronfassung einer TV-Soap-Opera.

Wie viel Anteil die Übersetzung daran hat, dass man diesen Erstling nur als verkorksten Versuch einer Spionagegeschichte bezeichnen muss, lässt sich aus meiner Sicht nicht beurteilen. In dieser literarischen Fassung kann man potentielle Leser jedoch nur dringend davor warnen, sich das Buch Schwarzer Mohn zu Gemüte zu führen, denn auf Grund des Verwandtschaftsverhältnisses des Autors kann man in keiner Weise Rückschlüsse auf die Qualität dieses Buches ziehen. Wenn man die Verlagskennzeichnung "Spannend. Kulinarisch. Ein stilvolles Debüt" liest, dann fragt man sich allen Ernstes, ob hier nicht auf einem falschen Buchumschlag gedruckt wurde.

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Letzte Kommentare:
05.07.2009 13:35:05
Cerstim Mühlenbruch

Durchaus unterhaltsam während der täglichen An-u.Abreise zumDienst. Vorausgegangene Kritik erscheint mir schon ein wenig heftg.Alle Themen wie Wein, gutes Essen, Spionage werden nur angeschnitten, somit leichter Lesestoff.
Kein erwähnenswertes Buch, dafür ein interessanter Titel; der Buchumschlag regt zum Kauf an *schmunzel