Gefüllte Siebenschläfer

Erschienen: Januar 2007

Bibliographische Angaben

  • Innsbruck: Haymon, 2007, Seiten: 312, Originalsprache

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Thomas Kürten
Leidenschaft und Herzblut

Buch-Rezension von Thomas Kürten Nov 2007

Christoph Wagner hat sich in Österreich eigentlich einen Namen als Autor von Restaurantkritiken und Büchern mit kulinarischem Hintergrund gemacht. Mit der Figur des Mario Carozzi hat er einen Charakter geschaffen, der es ihm erlaubt seine Leidenschaft für ein rundum genussvolles Leben (die sei dem Autor unterstellt) auch einer Leserschaft zu vermitteln, die sich eher für Kriminalromane erwärmen kann.

Carozzi ist eigentlich Archäologe. Ob er ein guter ist, sei mal dahingestellt. Aber als Experte für Maya und Azteken hat er Mexiko den Rücken gekehrt und sucht nach ruhigeren Aufgaben in heimischen, italienischen Gefilden. Auf der fiktiven adriatischen Insel Balaor kommt ihm die Ausschreibung eines Postens als Leiter des örtlichen Lapidariums sehr verlockend vor. Aber aus dem erhofft gemütlichen Aufenthalt wird so schnell nichts, denn bei seiner Ankunft liegt der Leiter der örtlichen Fischereigenossenschaft tot unter einer gefallenen Engelsstatue. Und damit nicht genug, der Kulturdezernent verlangt von ihm, aus der Sammlung antiker Grabsteine ein "Profit-Center" aufzubauen.

Der erste Kochbuchautor der Geschichte als Inspiration

Die Idee des Genießers, zusammen mit der Köchin der benachbarten Taverna Fortuna ein Freilichtrestaurant zu schaffen und Gericht nach Rezepten des Apicius zu servieren, klingt schon so, als ob er damit seiner Zielvorgabe nicht wirklich näher kommen kann. Doch der Druck, der auch durch den Investor Belli aufgebaut wird, der die ganze Region in ein Ferienparadies verwandeln will, lässt Carozzi nicht die Ruhe, die er sich so sehr gewünscht hätte. Dann stirbt auch noch die Leiterin des örtlichen Pflegeheimes beim ersten Apiciusabend und kurz darauf der größte finanzielle Unterstützer der Einrichtung: der Chef der örtlichen Mafia. Carozzi gerät zwischen die Fronten, ohne zu wissen, in welchem Krieg er sich eigentlich befindet.

Soweit die Handlung des Romans. Mehr als auf das große Verbrechen, das im Hintergrund geplant und begangen wird, konzentriert sich der Autor jedoch auf die äußerst süffisante Schilderung von kulinarischen Genüssen (wobei die Titelgebenden "gefüllten Siebenschläfer" eindeutig nicht zu den Highlights des Gaumenkitzels gehören) und dem ruhigen Lebensgeist an der Adriaküste. Wagner vermittelt ein Gefühl von Urlaub und Entspannung. Lebensqualität und immer wieder erstaunliche Geheimnisse der norditalienischen Küche bilden den Schwerpunkt seiner Erzählung.

Begeisterung springt nicht über

Dass da die Krimihandlung in den Hintergrund gerät, ist logische Konsequenz. Lange Zeit hat auch Carozzi eigentlich überhaupt kein Interesse an einer Aufklärung des ersten Mordes. Warum auch, er ist Archäologe und beobachtet lediglich den Dorfklatsch. Und während er zwischen gratinierten Seeigeln, Perlhuhn mit Pfefferschokolade und Scampi al Brandy schwelgt, entwickelt sich eben das Komplott weiter.

Der Autor Christoph Wagner hat sehr viel Herzblut in die Zeilen seines Romans gesteckt. Der Funke der Begeisterung vermag jedoch nicht so recht überzuspringen. Gefüllte Siebenschläfer ist ein Roman, der Stimmung machen kann auf einen entspannten Urlaub und all die schönen Seiten des Lebens. Wein, Weib und Gesang werden dabei neben dem guten und ausgefallenen Essen zu Wagners Hauptmotiven. Der eigentliche Kriminalfall bildet dabei lediglich den Rahmen, um die hohe Kunst des Genießens und die Gefahren einer immer schnelllebigeren und kommerzielleren Welt zu vermitteln.

Gefüllte Siebenschläfer

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Letzte Kommentare:
21.12.2018 15:24:53
Zoran

Ein Buch, das heiß oder kalt ist, aber sicher nicht lauwarm. Ob einem „Gefüllte Siebenschläfer“ gefällt mag stark davon abhängen, was man erwartet. Wenn das kriminalistische Moment im Vordergrund steht, ist es eher enttäuschend. Es dauert über die Hälfte des Buches, bis die Hauptperson der Geschichte überhaupt spürbar in eine Mordgeschichte verwickelt wird. Richtig Fahrt nimmt es erst auf den letzte rund fünfzig Seiten auf. Kluge Wendungen und reizende Hintergründe sind eher Mangelware.
Doch möchte man einen Roman mit dem Flair der Adria haben, einen Hauch von Sommer, gutem Essen, und skurrilen Gestalten, ist dieses Buch genau richtig. Der Autor legt viel Wert auf die Landschaft, das Lebensgefühl und vor allem das Kulinarische. Ein kleines Minus ist jedoch, dass die Insel auf der die Geschichte spielt, reine Fiktion ist.
Ich stieß auf dieses Buch, weil ich einen Krimi lesen wollte, der in Kroatien spielt und etwas adriatisches Flair in kalte Novembertagen bringt. Kriminalistisch war es eher mau und eine fiktive Region reizte mich eher wenig. Aber nach einer Weile wurde ich auf eine ganz eigentümliche Reise von gutem Essen, erfahrbarer Region und interessanten Charakteren mitgenommen.

Mein Fazit ist daher: Gefüllte Siebenschläfer lohnt sich als leichte Lektüre mit etwas Witz und viel
Charme. Ein Buch für kalte Tage und alle Leser, die Freude an guter und vielleicht etwas extravaganter Küche haben.

Meine Wertung: 70 Grad

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