Verschwörung beim Heurigen

Erschienen: Januar 2007

Bibliographische Angaben

  • München: dtv, 2007, Seiten: 397, Originalsprache

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Sabine Reiß
Wein, Weib und Mord

Buch-Rezension von Sabine Reiß Nov 2007

In vinum veritas, nach diesem Motto schickt Krimiautor Paul Grote zum vierten Mal einen Mann ins Rennen, der es mit dem Bösen in der Weinwelt aufnimmt. Nach Frankreich (Bordeaux), Italien (Chianti) und Spanien (Rioja) kredenzt uns der Weinliebhaber nun abermals einen Krimi in einer Weinregion: Schauplatz ist Österreich, speziell die Gegend rund um den Neusiedler See. Passend dazu ist auch der Titel Verschwörung beim Heurigen gewählt. Abgeleitet ist der Name "Heurigen" vom Wein der aktuellen Saison. Bekannte Heurigenorte vermutet der unbeschlagene Weintrinker oder Nichtweintrinker allenfalls rund um Wien, aber auch weiter entfernt von der Hauptstadt gibt es anscheinend Gastronomiebetriebe, die diese Tradition aufrecht erhalten.

Der Protagonist des Buches, der Übersetzer Carl Breitenbach aus Stuttgart, ist mit seiner Frau Johanna jedoch nicht wegen des Heurigen ins Burgenland gekommen, sondern weil es ihm eine Winzerin angetan hat, die er bei einer Verkostung in seiner Heimat kennengelernt hatte. Er weiß seine Gefühle noch nicht so recht einzuordnen, doch eines scheint klar zu sein: Um seine Ehe scheint es nicht gerade gut bestellt zu sein, wenn er einer Frau nachreist, mit der er bisher gerade mal drei Stunden verbracht hat. Und so gehen Carl und Johanna in ihrem Urlaub getrennte Wege. Während Carl auf einer Veranstaltung die Winzerin Maria Sandhofer trifft, ist Johanna auf dem Neusiedler See mit ihrem Surfbrett unterwegs. In der Surfschule reißt sie sich sogleich den Surflehrer unter den Nagel. Dem Hansi können nur wenige Frauen widerstehen...

Gerade noch plauderte sie mit ihrem Verehrer

Carl ist es allerdings nicht beschieden, seine Beziehung zu Maria weiter auszubauen. Wie bedauerlich, schon beim dritten Treffen segnet die patente junge Winzerin das Zeitliche. Ihr Verehrer hatte sich nach einer Führung durch ihren Betrieb gerade verabschiedet, kommt aber zurück, da er sein Handy vergessen hatte. Er findet Maria tot in der Scheune. Zunächst sieht es so aus, als sei sie vom Zwischenboden gefallen; etwa durch Unachtsamkeit? Doch Carl hatte vor dem Betreten des Unglücksort noch einen Schatten gesehen, der sich rasch entfernt hatte. Wieso hatte der Unerkannte keine Hilfe geholt? Durch Carls Intervention wird Marias Tod näher untersucht, doch er gerät zunächst selbst unter Verdacht. Dabei will niemand seine Argumente hören, dass Marias Cousin Richard von ihrem Tod profitiert, da er nun endlich den Betrieb übernehmen kann. Carl stellt seine eigenen Untersuchungen an und bezahlt dies fast mit seinem Leben.

Abermals spielt Paul Grote seine Stärken aus und verbindet in seinem Krimi die Vermittlung von Informationen mit leichter Unterhaltung. Seine Protagonisten sind keine Winzer, die bereits über die erforderlichen Kenntnisse verfügen, sondern sie treten als fachfremde, aber weininteressierte Personen an die Winzer heran. So ist es nur natürlich, dass viel Wissen rund um die Weinerzeugung und insbesondere Details aus der Weinregion Burgenland in die Geschichte einfließen.

Der Reiz des Neuen scheint verflogen

Grotes bisher erschienene Krimis, so auch dieser, laufen nach einem bestimmten Schema ab. Die Hauptrolle kommt nicht der Polizei zu, sondern ein Privatmann wittert eine Verschwörung und wird unversehens zum Amateurdetektiv. In Verschwörung beim Heurigen trifft Carl Breitenbach sogar Protagonist Nummer zwei aus Bitterer Chianti, den Fotografen Frank Gatow. Die Handlung der beiden Krimis ist dennoch absolut unabhängig voneinander.

Was jedoch in den ersten beiden Krimis noch rasant und amüsant war, wirkt jetzt leider etwas platt. Der Reiz des Neuen scheint verflogen. Die Figuren sind noch klischeebehafteter dargestellt als in den Vorgängerkrimis, was dort nicht sehr gestört hat. Hier wirkt das Beziehungsgequassel zwischen Carl und Johanna nur nervig und tritt viel zu sehr in den Vordergrund. Auch das Verhalten der beiden ist absolut nicht nachvollziehbar. Insgesamt ist Verschwörung beim Heurigen als das schwächste Buch der Reihe anzusehen. Vergnügliche Spannung, die insbesondere Band eins und zwei ausgezeichnet hatte, ist hier leider kaum zu finden und die zentrale Krimihandlung ist weniger raffiniert angelegt.

Ein kleines Detail am Rande: Beim Redigieren der letzten Fassung ist wohl übersehen worden, dass zunächst betont wird, dass Carl sein Rennrad dabei hatte, sein Mountainbike hatte er ausdrücklich zu Hause gelassen (S. 198). Später jedoch ist er mit seinem Mountainbike unterwegs (S.336).

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Letzte Kommentare:
26.08.2013 07:43:54
michael

"Verschwörung beim Heurigen" fiel mir eher zufällig in die Hände, ich kannte bislang die Bücher von Paul Grote nicht. Es wird aber sicherlich nicht das Letzte sein, das ich von diesem Autor lese.

Besonders gelungen ist die Verknüpfung einer Krimi-Handlung mit Hintergrundinfos zu Weinbau. Das ist vielleicht nicht jedem sein Ding, aber für Wein-Liebhaber sicher amüsant. Die "önologische Wissensvermittlung" wird aber nie aufdringlich oder langatmig.

Die Handlung ist nicht übermäßig spannend und passt sich damit der gemütlichen Gangart in dieser Region von Österreich perfekt an. Wer die Gegend kennt, fühlt sich sofort ins Burgenland versetzt. Am besten ist es, das Buch bei einem Urlaub am Neusiedlersee zu lesen...

Ungewöhnlich ist die Nebenrolle des Kommissars. Die treibende Kraft ist eine Privatperson, die eher zufällig in einen Mordfall verwickelt wird. Die Charaktere der Handlung sind allesamt mit Sorgfalt ausgewählt. Keine Figur erscheint unnötig, die Darstellung im Buch ist präzis und anschaulich.

Etwas aufgesetzt wirkt dagegen der Ausflug in den Umweltschutz, der als Motiv für den Mord herhalten muss. Da gibt es zu wenig Info, zu wenig schlüssige Details.

Alles in allem aber ein amüsantes Buch für alle, die gerne einen Krimi bei einem Glas Wein genießen wollen.

21.09.2008 12:11:08
Julyette

Ich habe das Buch auch geschenkt bekommen und mir hat es sehr gut gefallen. Nicht rasent spannend, aber unterhalsam und interessant ,was den Weinbau betrifft. Nicht jeder Krimi muss m. M. nach bluttriefend und brutal sein-ein bisschen betulich ist doch manchmal auch ganz nett. Der Protagonist kommt sympathisch rüber, und dass er Detektiv spielt, ist doch auch in vielen anderen Krimis üblich; nicht immer fängt die Polizei den Mörder. Vielleicht hat Grote etwas zu dick aufgetragen, indem er einen der ermittelnden Polizisten in den Behördenfilz eingearbeitet hat, aber Lobbyistentum und Vetternwirtschaft ist uns doch aus der täglichen Presse bestens bekannt und kommt doch im wirklichen Leben ständig vor. Ich werde auf jeden Fall auch die anderen Bücher von Paul Grote lesen und freue mich schon drauf ! Paul Grote hat einen neuen Fan!!

16.06.2008 09:12:02
berkheim

Ich habe das Buch geschenkt bekommen und kenne die anderen Romane nicht. Daher ist mein Eindruck - nicht besonders gut. Es wird kein Klischee ausgelassen, es werden sämtliche kleinere und größere Skandale angeführt und den Vergleich mit dem dritten Reich im Zusammenhang des Verhaltens der Bevölkerung gegenüber Behörden (Polizei) finde ich äußerst platt, unangebracht und unfair.
Ich möchte auch keine Abhandlungen bezüglich Winzerei, Umweltschutz und Politik lesen, wenn ich einen Krimi erwarte. Als stimmungsgebendes Beiwerk natürlich, aber auch da war zuviel Platitüden zu wenig Spannung und das Ende - wenig überraschend. Aber, nach obiger Rezension zu urteilen, habe ich wohl das schwächste Werk erwischt.