Das fünfte Flugzeug

Erschienen: Januar 2007

Bibliographische Angaben

  • Köln: Kiepenheuer & Witsch, 2007, Seiten: 366, Übersetzt: Sam van Heist, Originalsprache
  • Berlin: Argon, 2008, Seiten: 6, Übersetzt: Wolfgang Condrus

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Thorsten Sauer
Die Geschichte vom 11. September, einem Flugzeug das es nicht gab und einem Autor, der nicht existiert.

Buch-Rezension von Thorsten Sauer Nov 2007

Wenn Amerika etwas mehr liebt, als den Superbowl und Fast Food, dann sind das Verschwörungstheorien. Sei es die Area 51, die Ermordung J.F. Kennedys oder die Mondlandung. Hinter allem wird der große Skandal vermutet, mit dunklen Hintermännern, die die Fäden ziehen und die wahre Macht zur Veränderung der Welt zu haben scheinen.

Selbstredend bildet da die größte Katastrophe der neueren US-Geschichte, die Anschläge auf das World-Trade-Center, keine Ausnahme. Im Internet finden sich unzählige Foren, in denen ausgiebig die neuesten Theorien von vom Radarschirm verschwundenen Flugzeugen, ungewöhnlichen Kursabweichungen und geheimnisvollen Befehlen für die Streitkräfte diskutiert werden. Da konnte der erste Thriller zum Thema natürlich nicht mehr lange auf sich warten lassen und den hat John S. Cooper in seinem Debüt jetzt abgeliefert.

Wer ist John S. Cooper?

Wenig erfährt der Leser über diesen Autor, lediglich, dass er Archivar ist und in Vermont leben soll. Wer genauer nachforscht erlebt ähnlich mysteriöses, wie beim Recherchieren zum 11. September. Einen John S. Cooper scheint es auf dem amerikanischen Buchmarkt nicht zu geben. Auch die Suche nach dem deutschen Übersetzer Sam van Heist (der seine Sache gut gemacht hat, wenn er sie denn tatsächlich gemacht hat) verläuft ergebnislos. Selbst die Webseite des Kiepenheuer & Witsch Verlags bringt nichts aufschlussreiches zu diesem neuen Autor. Jetzt könnte man genüsslich Theorien schmieden über Verlage, die ihren Autoren passende Pseudonyme und Lebensläufe verpassen. Doch letztlich muss die Geschichte halten was der Klappentext verspricht. Wir halten uns daher besser an die Fakten und an das was sich da schwarz auf weiß über 365 Seiten ausbreitet.

Die Story des Jahrhunderts

Die Karriere des Journalisten Max Fuller begann hoffnungsvoll. Eine fulminante Enhüllungsgeschichte kostete einigen Regierungsbeamten den Kopf und bracht ihm den Pulitzer Preis ein. Derart ausgezeichnet müsste die weitere Karriere eigentlich ein Kinderspiel sein. Die Storys sollten von alleine kommen und die Türen sämtlicher großen Redaktion weit offen stehen für den frisch gebackenen Top-Journalisten. Doch es wurde nichts daraus für Max Fuller. Die Storys kamen nicht, dafür Alkohol und Drogen. Den 11. September erlebte er wie hinter einem Nebelschleier in irgendeiner Entzugsklinik.

Daher kann er mit den Mosaiksteinchen an Information, die ihm ein geheimnisvoller Anwalt über den 11. September zukommen lässt, auch nur wenig anfangen. Er hält alles für eine weitere abgedrehte Verschwörungstheorie. Doch er ist neugierig. Nicht zuletzt deshalb, weil der Anwalt nicht nur die Story des Jahrhunderts verspricht, sondern auch gleich den leibhaftigen Piloten eines in die Anschläge verwickelten Flugzeugs mitliefern will. Das erste Treffen nimmt jedoch eine überraschende Wendung. Der Mittelsmann wird erschossen und Fuller sieht sich unvermittelt als Zielscheibe professioneller Killer.

Er tritt die Flucht nach vorne an und beschließt, die Wahrheit über den 11. September ans Licht zu bringen. Einen Helfer findet der gescheiterte Journalist unerwartet in dem Konspirologen Nick, der als Recherchehelfer in Fullers Redaktion arbeitet. Gemeinsam machen sie sich daran, den mysteriösen Piloten ausfindig zu machen und Stück für Stück die Wahrheit über verschwundene Passagierflugzeuge und vertauschte Flugnummern herauszufinden. Ihre einzige Chance besteht darin, den Verfolgern immer wenigstens einen halben Schritt voraus zu sein. Doch die sind mächtig, denn die Wahrheit findet sich irgendwo ganz weit oben.

Konventionell aber mit hohem Tempo und einer Brise Ironie

Der Plot ist beim besten Willen nicht gerade neu, doch Cooper mixt gekonnt zwei Zutaten hinein, die Das fünfte Flugzeug vor dem Absturz in die Belanglosigkeit bewahren: den realen Hintergrund mit seinen unzähligen Verschwörungstheorien und die Ironie. Die Story selbst gleicht einem Road-Movie. Fuller rast mit Nick quer durch Amerika, stets auf der Flucht vor den scheinbar übermächtigen Gegnern. Beide sehen nur eine Chance: die Fertigstellung eines Dokumentarfilms, der die ganze Wahrheit ans Licht bringt. Den beiden stellt sich neben der ständigen Bedrohung jedoch noch ein weiteres schwerwiegendes Problem. So ziemlich jeder, der etwas Neues über den 11. September sagen könnte wird ermordet, bevor die beiden ihre Kameras und Mikrofone in Stellung gebracht haben.

Entsprechend ironisch ist das Finale des Romans, das hier natürlich nicht verraten werden soll. Davor entwickelt sich über 365 Seiten eine temporeiche Geschichte. Spannend, ohne Tiefgang und mit Charakteren, die jeder x-beliebigen Actionserie entsprungen sein könnten. Aber wer genug hat von den auch nicht gerade geistreichen Konspirologenseiten im Internet, der findet hier jede noch so abwegige Theorie vereint in einer haarsträubenden aber kurzweiligen Geschichte. Und wer auch immer das geschrieben hat. Eines lässt sich mit Sicherheit sagen, er beherrscht sein Handwerk als Thriller-Autor.

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Letzte Kommentare:
15.12.2012 00:56:02
sindbad103

Mittlerweile ist der wahre Autor enttarnt:
Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE stecken gleich zwei deutsche Autoren hinter dem amerikanisch klingenden Tarnnamen John S. Cooper: der "taz"-Journalist und 9/11-Konspirationsapologet Mathias Bröckers und der Roman- und Drehbuchautor Sven Böttcher:http://www.spiegel.de/kultur/literatur/bestseller-autor-enttarnt-die-zwei-gesichter-des-john-s-cooper-a-726599.htmlGeschickte Mischung aus Fakten, bekannten Verschwörungstheorien und selbstverfasster Fiktion zu 9/11.Kritik auf der Buchrückseite: "Ein dramatisches Roadmovie auf Leben und Tod... sofort und unmittelbar verfilmbar"
Passt. Ergebnis wäre allerdings ein übliches Hollywood B-Movie: Rasant, flotte Sprüche, jugendfrei, oberflächlich und wenig glaubwürdig. So sind z. B. die Hauptdarsteller trotz der Lebensgefahr, in der sie ständig schweben, recht lässig drauf. Auch die Ihnen zur Verfügung stehenden Ressourcen sind maßgeschneidert: Einer von ihnen ist begnadeter Hacker, hat Rennfahrerqualitäten und an ganzes Arsenal an technischen Hilfsmitteln. Der andere besitzt zumindest die hier dringend erforderliche Eigenschaft, unter Stress zur Höchstform aufzulaufen.Achtung, SPOILER:Das Ende ist eine wohltuende Abwechslung von der Norm: Die Guten besiegen die Bösen nicht, sondern arrangieren sich mit ihnen. Diskussionswürdig, aber realistischer als alle anderen Konstellationen.

23.10.2010 13:33:28
Mettmurderer

ich fand es sehr lesenswert, muss dazu allerdings sagen, dass ich was für verschwörungstheorien übrig habe.
die story an sich ist sicherlich eher weit hergeholt, die verschwörungs-"Fakten" mal beiseite gelassen, trotzdem regt das buch zum nachdenken an, und hinterfragt zumindest einige zusammenhänge von 9/11.
insgesamt sehr kurzweilig.
das ende wird dem buch nich gerecht.

03.06.2008 15:27:27
Sonny

65 °, mehr ist bei mir nicht drin. Die Story ist zwar mal was Anderes zu den vielen Serienkillerromanen, etc., aber wirklich spannend ist sie nicht. Zwischendurch zieht der Autor mal das Tempo an, um gleich wieder mit viel Therorie eine Vollbremsung hin zu legen. Streckenweise zog sich das Buch für mich wie Gummi. Die Charaktere waren fade und gesichtslos. Das Ende komplett unglaubwürdig. Keine Empfehlung von mir.

09.03.2008 14:58:09
Bio-Fan

Ein überaus gelungener Erstling. Zuerst dachte ich: Verschwörungsthriller auf 360 Seiten? Das wird ganz schön eng. Aber Cooper hat einen sehr kompakten Schreibstil: bleibt dabei aber immer flüssig zu lesen und ist stellenweise recht witzig. Seine drei Helden, die sich mit einer hochbrisanten Theorie beschäftigen, sind zwar nur bekannte Standards- der alkoholkranke Journalist bei seiner x-ten Chance, der geniale Computer-Freak mit reichlich Kohle und die etwas schwach gezeichnete Karrierefrau mit großem Herz, doch sie gewinnen schnell die Sympathie des Lesers.
Bei reichlich Tempo und Action kommt nie Langeweile auf.
Einzig der Schluß hat mir nicht zugesagt. Es ist zwar ein Ende ohne Ende. Aber ich bin vielleicht zu sehr Moralist, um das so akzeptieren zu können.

03.03.2008 06:52:43
spotty

Mit einem Satz: wo Thriller drauf steht, ist diesmal auch Thriller drin!
Der flüssig, spannend und zudem auch noch ironisch schreibende *Große Unbekannte* hat eigentlich nur seine Hauptpersonen zu den bekannten Fakten dazu erfinden müssen, und eine weitere interessante Theorie zu den bereits zahlreich vorhandenen zugefügt.
WIE er das macht und schreibt, garantiert höchsten Unterhaltungswert und lässt ungeduldig auf ein Nachfolgewerk warten. Vielleicht zu dem Thema "Wer ist John S. Cooper?" ... na gut, aber so wichtig ist das doch nun auch wieder nicht, oder?
Ganz klar meine Nummer 1 des letzten Jahres!

14.02.2008 10:20:51
CharlyDD

Nach längeren Recherchen konnte auch ich nicht aufdecken wer sich hinter John S. Cooper versteckt.

Das fünfte Flugzeug ist mein persönliches Highlight in den letzten Jahren und das erste Buch seit langem was mich zu einer gründlichen Hinterfragung animiert hat.

Die ersten 40 Seiten hatte ich leichte Probleme hinter die ganzen Verkettungen von 9/11 zu steigen und die Abkürzungen der vielen Organisationen zu verstehen- aber als die Hürde geschafft war, habe ich mich von dem Autor durch den Thriller tragen lassen und jede einzelne Seite genossen.

Alles in allem sind der Protagonist Max und seine "Hilfskraft" Nick zwei Figuren die ich einfach ins Herz geschlossen habe.
Die Ironie die den Leser begleitet hat mich oft beim lesen zum lauten Lachen gebracht:-D

Für mich persönlich bleibt am Ende trotzdem die Frage ob alles Fiktion ist oder wieviel Wahrheit hinter dem geschriebenen steht.

20.01.2008 20:29:13
KatarinaHuss

Pluspunkte dieses Buches sind eindeutig: Spannung und Ironie (definitiv nicht zu wenig). Auch würde ich die Informationen über den 9/11 dazu zählen, in Amerika vielleicht nicht mehr so interessant, doch da hier, meines Wissens nach, nicht allzu viele Theorien in Umlauf gebracht wurden, sehr lesenswert und interessant.
Minuspunkte sind: Die Personen und die Handlung. Sehr absehbar, auch wenn das Ende überrascht und einen nachdenken lässt.
Insgesamt: Leichte zwischendurchlektüre mit Spannung und Ironie. Lesenswert.

20.01.2008 18:26:18
klio

Die Entwicklung der Story ist tatsächlich vorhersehbar, dafür wartet das Ende mit einer Überraschung auf. Auch stilistisch ansprechend. Insgesamt eine nette Lektüre für Bahnfahrten oder Regentage.

09.11.2007 19:51:16
moritz

Wer hinter John S. Cooper steckt, scheint immer noch ein Rätsel zu sein. Die Vermutung, Frank Schätzing könnte dahinter stecken, hat Schätzing selbst dementiert. Mein Tipp: Raymond Scofield alias Gert Anhalt. Mal in "Unternehmen Hydra" reinlesen - ähnlicher Plot, ähnlich rasant geschrieben!

09.11.2007 14:31:00
Sirob S.

Wer hinter John S. Cooper steckt würde mich durchaus interessieren. Falls es nämlich noch andere Bücher des Autors geben sollte, würde ich durchaus wieder zugreifen. Zwar ist der Plot nicht unbedingt der geistreichste, aber der Wortwitz, die Geschwindigkeit und die Dialoge haben überdurchschnittliche Qualität, obgleich man nicht von hoher Literatur sprechen kann. Spannend ist es auch noch!
Fazit: eine, wenn auch einfach gestrickte und charakteristisch eher lau besetze, aber dennoch brillant schnelle und packende Leichtkost!

09.11.2007 12:14:43
Anja S.

Dieser handwerklich gut gemachte Thriller ist leicht zu lesen und recht spannend, hat mir eine Bahnfahrt entscheidend verkürzt. Die Story ist nicht so super originell, einzig das Ende ist etwas unerwartet. Trotzdem kann man seine Zeit deutlich schlechter verbringen als mit diesem Buch.