Gift

Erschienen: Januar 2007

Bibliographische Angaben

  • New York: Thomas Dunne, 2005, Titel: 'The cadaver´s ball', Seiten: 337, Originalsprache
  • Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 2007, Seiten: 396, Übersetzt: Marcel Bulles

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Wolfgang Weninger
Paradefälle aus der Patientenkartei des Autors

Buch-Rezension von Wolfgang Weninger Okt 2007

Wenn ein Autor in seinem Hauptberuf praktizierender Psychiater ist, an der medizinischen Universität von Yale University unterrichtet und regelmäßige Kolumnen in Fachzeitungen schreibt, dann darf es nicht verwundern, wenn auch die Hauptpersonen in Charles Atkins zweitem Roman The Cadaver´s Ball durchwegs aus diesem Genre kommen oder damit zu tun haben. Marcel Bülles hat den 2005 erschienenen Thriller aus dem Amerikanischen übersetzt und der Bastei Lübbe Verlag hat ihn als Gift im Juni 2007 dem deutschsprachigen Leserkreis vorgesetzt.

Im Wesentlichen verknüpfen sich in diesem Roman die Geschichten dreier Menschen.

Doktor Peter Grainger erzählt in der Ich-Form, wie er seit Kurzem zum Chef der Psychologie an der Universität geworden ist. Sein Freund Ed Tyson, Vorsitzender der medizinischen Fakultät, hat ihm den Posten verschafft, damit er wieder mit sich selbst klar kommt. Denn Peter hat durch einen Autounfall, bei der er ohne ersichtlichen Grund in eine Mauer geprallt ist, seine Frau Beth verloren, die, obwohl Peters Spermien eine Zeugung nicht zuließen, dennoch schwanger geworden war. Peter fühlt sich extrem schuldig und nur die Liebe zu seinem vierzehnjährigen Sohn Kyle und durch die Mithilfe seines Vaters hat er sich wieder so weit gefangen, dass er seinem Beruf nachgehen kann.

Der Böse in diesem Buch ist eindeutig Ed Tyson und daran lässt der Autor von der ersten Seite an keinen Zweifel. Ed Tyson hatt Beth Grainger einen Heiratsantrag gemacht, doch diese hatte sich für Peter entschieden. Ed Tyson, der sich überaus erfolgreich mit den Heilmitteln der Schamanen beschäftigt hat und daraus neue Medikamente entwickelte, war mit Beth Grainger gemeinsam in den Indianergebieten Südamerikas, wo sie sich ihm, zumindest unter dem Einfluss von Drogen, hingegeben hatte. Seine unermessliche Liebe zu Beth lässt den brillanten Forscher zum Rächer werden. Er manipuliert die Menschen mit seinen geheimen Stimulanzen und schmiedet einen tödlichen Plan gegen seinen vermeintlichen Kontrahenten.

Die Rolle des Ermittlers übernimmt in diesem Krimi Detective zweiten Grades Nicole Sullivan. Die hübsche Frau hat ihr eigenes Schicksal zu tragen. Ihre sechsjährige Tochter wurde von einem Onkel missbraucht und das Kind ist psychisch so schwer geschädigt, dass es professionelle Hilfe benötigt. Aber der Vater des Kindes schämt sich seiner Tochter und so muss Nicole Sullivan allein dafür sorgen, dass ihrem Kind die richtige Behandlung zu Teil wird, was für eine Polizistin fast unmöglich ist.

Ed Tyson, der von Charles Atkins so richtig bösartig angelegt ist, dass der Leser von Anfang an eine Abscheu gegen den mit seinen geheimen Mitteln hantierenden Fiesling mit seinen Schamanenfähigkeiten hat, beginnt seinen Schachzug, in dem er Peter Grainger bittet, sich in der Notaufnahme um eine Studentin zu kümmern, die offensichtlich einen Selbstmordversuch unternommen hat. Aber Ann Granger, das bildhübsche Mädchen, das schon ein Mal einen Psychiater vernascht hat und auch Ed Tyson zu Willen war, ist nur ein Lokvogel für Peter, dem bald Einiges spanisch vorkommt. Bis Ann Granger ermordet wird ...

Hier kommt endlich Detective Sullivan so richtig ins Spiel. Denn der Vater von Ann Granger, ein berühmter Schriftsteller, der sich mittlerweile nur dem Alkohol hingibt, war ihre Jugendliebe und sie musste nach der verbotenen Verbindung mit ihm, eine Abtreibung vornehmen. Aber anstatt den Mordfall wegen Befangenheit abzulehnen, verbeißt sie sich in den Fall, nicht zuletzt deshalb, weil sie sich in Peter Grainger verliebt hat, obwohl dieser zu den Verdächtigen zählt ...

Und spätestens jetzt wird dem Leser vollends klar, dass die Personen, die der Psychiater Charles Atkins hier erschaffen hat, allesamt einen gehörigen Sprung in der Schüssel haben und offensichtlich Paradefälle seiner Patientenkartei sind. Die Anhäufung von Psychosen und Traumata ist so eklatant, dass man bei jeder neu eingeführten Figur schon darauf wartet, welchen Dachschaden sie hat.

Dabei schafft es der Autor jedoch, trotz der Tatsache, dass der Täter von Anfang an bekannt ist und die Schwarz-Weiß-Malerei von Gut und Böse in typisch amerikanischen Dimensionen breitgetreten wird, von Anfang an eine immense Spannung aufzubauen. Obwohl die Sequenzen, in denen die handelnden Personen ihre Visionen durchleben, gelegentlich zu dick aufgetragen sind, kann sich der Leser dem Ränkespiel rund um die geplante Rache nicht entziehen. Dazu kommt eine recht einfache Sprache, die trotz gelegentlicher medizinischer Termini, nie ins Fachchinesisch abschweift und durch die gute Übersetzung auch dem Leser ein flüssiges Lesevergnügen bietet. Lediglich die komplizierten Zusammenhänge aus der Vergangenheit und die Manipulationskünste, die Atkins zu einer stark konstruierten Geschichte geflochten hat, benötigen ein wenig Nachdenken.

Im Großen und Ganzen ist Gift eine Dreiecksgeschichte, die zwar reichlich platt in der Charakterisierung der Personen ist, dafür aber mit Dynamik und Action für ein flottes Lesevergnügen ohne übertriebenen Anspruch sorgt.

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