Leichte Beute

Erschienen: Januar 2007

Bibliographische Angaben

  • New York: Ballantine Books, 2005, Titel: 'The Prey', Originalsprache
  • München: Diana, 2007, Seiten: 480, Übersetzt: Edith Walter

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75°
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Jörg Kijanski
Ein gelungenes Debüt!

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Sep 2007

Sieben Jahre war Rowan Smith beim FBI, doch vor vier Jahren gab sie unmittelbar nach dem Aufsuchen eines Tatortes ihren Job auf und arbeitet seitdem erfolgreich als Bestsellerautorin. Damals soll Karl Franklin seine Familie und anschließend sich selber umgebracht haben, allerdings deuteten einige Anzeichen darauf hin, dass Franklin vor seinen Angehörigen starb. Bis heute ist der Fall nicht abgeschlossen.

Als eine zwanzigjährige Kellnerin namens Doreen Rodriguez ermordet und in einer Mülltonne vor einem italienischen Cafe gefunden wird, ist Rowan entsetzt, denn alles, vom Namen der Toten bis hin zum letzten Detail des Tathergangs, entspricht exakt dem Mordfall, welcher in ihrem ersten Roman geschildert wurde. Da zudem ein Exemplar ihres Romans am Tatort hinterlegt wurde, glaubt das FBI, dass der Mordfall mit einem von Rowans alten Fällen oder gar mit ihr selbst zu tun haben muss. Zu ihrem Schutz wird Michael Flynn angeheuert, der zusammen mit seinem Bruder John als Bodyguard arbeitet. Wenig später geschehen zwei weitere Morde, die ebenfalls identisch mit ihren Romanhandlungen sind.

John Flynn, der sich mittlerweile ebenfalls in die Beschützung Rowans eingeschaltet hat und sich wie sein Bruder Michael zunehmend zu Rowan hingezogen fühlt, erkennt ebenfalls recht bald, dass die Lösung des Falles in Rowans Vergangenheit zu suchen ist, zumal diese in Albträumen immer wieder den Namen "Dani" erwähnt. Da sich Rowan jedoch weigert über ihren Lebenslauf zu reden, ermitteln die Brüder auf eigene Faust und stellen mit Hilfe ihrer Schwester Tess, einer Computerexpertin, fest, dass Rowan in ihrer Kindheit ihren Namen geändert hat und zudem beim stellvertretenden FBI-Chef Roger Collins aufgewachsen ist. Auch der gesuchte Mörder scheint Rowans Kindheit bestens zu kennen, denn er lässt ihr einen Strauss Lilien zukommen - in Anspielung auf Rowans richtigen Kindernamen Lily...

Der Spannungsbogen ist nahezu durchgehend auf hohem Niveau.

"Alle Frauen sterben so, wie es Bestsellerautorin Rowan Smith in ihren Romanen beschrieben hat." Nimmt man allein diesen Satz als Inhaltsangabe wird einem zunächst etwas flau in der Magengegend, denn exakt die gleiche Idee lag bereits Val McDermids Die Erfinder des Todes zu Grunde. Doch Entwarnung, denn Allison Brennan geht ihren eigenen Weg. Leichte Beute ist alles andere als eine Kopie des vorgenannten Werkes und noch dazu ein erstaunlich starkes Debüt!

Zunächst überzeugt der Plot auf weiter Linie und kann fast durchgehend eine hohe Spannungskurve halten. Dies ist umso erstaunlicher, da bereits nach knapp 300 Seiten klar ist, wer sich hinter dem geheimnisvollen Mörder verbirgt und ab hier noch gut 180 Seiten zu bewältigen sind. Auch wenn der Showdown einige kleinere Längen hat, so werden doch alle aufgezeigten Handlungsstränge sauber aufgelöst. Lediglich die viel zu dick aufgetragene, nervige Love-Story strapaziert den Lesegenuss erheblich ebenso wie das dilettantische Verhalten der FBI-Leute und sorgt für klare Punktabzüge. Die Charaktere werden ausführlich dargestellt, was insbesondere auf die beiden Protagonisten Rowan und John zutrifft, und schaffen somit ein hohes Identifikationspotential bei dem Leser bzw. der Leserin. Gerne wünscht man den beiden weitere Fälle und so ist es zunächst einmal eine gute Nachricht, dass beim Diana-Verlag bereits weitere Romane der Autorin in Vorbereitung sind.

Auch für Freunde skandinavischer Romane einen Blick wert.

Da sowohl Rowan als auch John schon einiges in ihrem Leben mitmachen mussten, können sich an diesem eigentlich eher typisch amerikanischen Roman womöglich auch Freunde skandinavischer Krimi-Kost erfreuen. Die Auflösung von Rowans Kindheitserlebnissen hat es jedenfalls in sich, wobei diese noch in der Gegenwart einige überraschende Wendungen erfahren.

Hohe Spannung, gute Charakterbildungen und ein flüssiger Schreibstil. Was manchen gestandenen Routiniers nicht immer gelingt, bewältigt die Debütantin Allison Brennan problemlos. Sollte sie dieses Niveau in ihren weiteren Romanen halten können, wird man von ihr noch viel hören (und lesen).

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