Der Fallensteller

Erschienen: Januar 2007

Bibliographische Angaben

  • München: Limes, 2007, Seiten: 384, Übersetzt: Fred Kinzel
  • New York: Hyperion, 2005, Titel: 'Search Angel', Seiten: 316, Originalsprache
  • München: Blanvalet, 2009, Seiten: 384

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Bernd Neumann
Adoptionsmütter im Visier eines Wahnsinnigen

Buch-Rezension von Bernd Neumann Jul 2007

Mark Nykanen arbeitete viele Jahre lang und äußerst erfolgreich als Enthüllungsjournalist. Anzunehmen ist, dass er dabei häufig genug mit dem Grauen brutaler Verbrechen und deren Opfer zu tun hatte. Beste Voraussetzungen also, um - gewürzt mit einer deftigen Prise blühender Phantasie - Kriminalschriftsteller werden zu können.

Das Erfolgsrezept ging auf. Mit seinem Psychothriller "Totenstarre" gelang Nykanen der internationale, wenn auch sehr kontrovers diskutierte Durchbruch.
Mark Nykanen kommt uns nicht als sensibler Schöngeist, sondern als Autor brutaler Thriller der härteren Gangart.

Mit "Der Fallensteller" legt uns der Limes Verlag nun seine zweite Kostprobe vor.

Auch diese wird die vielschichtige Krimigemeinde vermutlich wieder in Aufruhr versetzen und zwischen Jubel und Ablehnung hin und her reißen.

Eingefleischte Whodonit-Fans der alten englischen Schule sollten tunlichst einen großen Bogen um Nykanens Thriller machen: Herz erwärmende Fünf-Uhr-Tees, platziert auf filigranen Westminster-Beistelltischchen mit Häkeldeckchen und genippt auf einer plüschigen Ottomane sind seine Atmosphäre nicht. Bei ihm geht es eiskalt und glutheiß zu, beides als Pole des menschlich Unerträglichen.
Gewidmet ist das Buch seltsamerweise seiner Großmutter Lillian Coyne. Aber auch diese sollte den Krimi ihres Enkels nicht unbedingt als Gute-Nacht-Lektüre einsetzen sondern lieber bei Tageslicht lesen.

Der Plot von Marc Nykanens "Fallensteller" ist ein sehr interessanter und zugleich spannender.
Es geht um die vielschichtigen. psychologisch sehr sensiblen und unterschiedlichen Befindlichkeiten bei Kleinkindadoptionen:
Was veranlasst junge Mütter dazu, sich von ihren Neugeborenen zu trennen und diese unbekannten Adoptiveltern zu überantworten?
Ist Adoption aus Sicht der Mütter wirklich ein Verzicht oder aus der Perspektive der betroffenen Kinder ein ewiges Gefühl des "Im-Stich-gelassen-worden-seins"?
Inwieweit kann die Psyche aller Betroffenen bei diesem staatlich sanktionierten Kinderhandel einer Dauerschaden erleiden?
Was passiert mit den Adoptivkindern, wenn sie irgendwann im späteren Leben die Frage nach ihren genetischen Eltern stellen?

Und ist die erste Kontaktaufnahme nach so vielen Jahren der Trennung mehr ein Glücksgefühl für beide Parteien oder entpuppt sie sich als eine vorprogrammierte Enttäuschung von falschen, idealisierten Traumvorstellungen?


Susanne, der Engel der Suchenden

Susan Trayle ist der Samariter der Familienzusammenführungen. Mittlerweile zum "Engel der Suchenden" geadelt bemüht sie sich seit Jahren erfolgreich, auf Wunsch den Kontakt zwischen Adoptivkindern und deren leiblichen Müttern wieder herzustellen.

Das ist aber leichter gesagt als getan.

Erschwert wird diese Puzzlearbeit in jenen Bundesstaaten, wo die geschlossene, sprich anonyme Adoption zum Gesetz erhoben wurde, wo die Archive dicht bleiben, wo der sie "Engel der Suchenden" ebenso wie die leiblichen Mütter und zur Adoption frei gegebenen Kinder auf eine Mauer des Schweigens stoßen.
Zum Glück hat Susanne mit ihrer treuen Mitarbeiterin Ami eine zuverlässige Mitstreiterin, die selbst bei riskanten Manövern vor drohender Gefahr nicht zurückschreckt. Diese sympathische und mutige, knabenhaft anmutende junge Frau ist übrigens (neben der Beschreibung einer resoluten afroamerikanischen Ermittlerin auf S. 204ff.) die einzige Hauptakteurin, der Nykanen eindrucksvoll ein Profi. einen Charakter verleiht. Alle anderen Akteure bleiben relativ graue Mäuse, passend zur Anonymität der geschlossenen Adoption.

Auf Fachkongressen ist Susan Trayle natürlich ein gern gesehener Gast. Hier engagiert sie sich immer wieder leidenschaftlich für eine generelle Durchsetzung der offenen Adoption: gläsern für alle Betroffenen, welche auf der Suche sind nach ihren Vorfahren bzw. nach ihren Nachkommen.

"Wer bin ich, wo komme ich her, habe ich eine Geschichte?"

Susan Trayle selbst ist ein Prototyp der Ausgesetzten, eine "Sklavin ihrer Erinnerung."
Im Januar 1958 wurde sie als Säugling auf den Stufen einer Feuerwache in L.A. abgelegt.
Mit 14 Jahren wurde sie vergewaltigt und selbst schwanger.
Unter dem Druck der Alternative, sie könne ihr Kind behalten und in Schande großziehen oder es aufgeben und ihrem Sohn und sich selbst ein gutes Leben ermöglichen, wurde auch sie wie viele andere minderjährige Mütter per Unterschrift zur geschlossenen Adoption gezwungen.

Seitdem bemüht sie sich vergeblich um Kontakt zu ihrem Sohn, seitdem kämpft sie für viele andere Frauen mit ähnlicher Vergangenheit.
Es ist ein zähflüssiges Ringen um Informationen über den Verbleib der leiblichen Säuglinge, die in Adoptivfamilien groß gezogen worden sind.

Trotz Schweigepflicht ist es Susan im Laufe der Jahre immer besser gelungen, in endloser Kleinarbeit in staubigen Archiven Stück für Stück wichtige Stammbauminformationen zu sammeln, um Lebensläufe rekonstruieren zu können.

Auf einem ihrer Kongresse präsentiert Susan dann sichtlich stolz und unter dem tosenden Beifall vieler Gleichgesinnter ihre mühsam erarbeitete Daten-CD.
Diese CD ist der Schlüssel, der Türen öffnen wird für weitere Kontakterfolge von Müttern, ihre verschollenen Adoptivkinder nach langer Zeit der Unwissenheit wieder sehen zu können.

Ein folgenschwerer Fehler, der sie aus ihrer positiven Euphorie an die Grenzen des Abgrunds treiben wird.

"Der Sucher" wird fündig

Genau diese hoch brisanten Daten sind nämlich seit Jahren das einzig lebenswerte Objekt der Begierde für einen rachsüchtigen Wahnsinnigen, der sich als Teilnehmer des Kongresses eingeschlichen hat. Er verfolgt Susans Aktivitäten schon seit langer Zeit sehr aufmerksam.
"Der Sucher" verschafft sich bei der Ahnungslosen Zutritt zum Hotelzimmer, schändet sie im bewusstlosen Zustand, um sich anschließend als Krönung der internen Daten-CD zu bemächtigen. Endlich ist er im Besitz der Informationen, die ihm und seinem weiteren Lebensplan völlig neue, ungeahnte Möglichkeiten eröffnen!

Als er unmittelbar nach seiner Schandtat Kontakt zu Susan Trayle aufnimmt, warnt er diese eindringlich, nicht die Polizei einzuschalten, denn er wüsste den Aufenthaltsort ihres leiblichen Adoptivsohnes. Wenn sie sich nicht an diese Vereinbarung halten würde, wäre ihr gesuchter Sohn ein toter Mann.

Erpressung auf psychopathisch.

"Der Sucher" hat das Zepter des weiteren Dramas fest in der Hand, verfolgt offenbar aus unmittelbarer Nähe peinlich genau jeden Schritt ihrer weiteren Aktivitäten.

Im Laufe der Story stellt sich heraus, dass der Wahnsinnige selbst Adoptivkind war und seine Kindheit durch tägliche Schikanen und fehlende Zuneigung zur Hölle wurde. Er gehörte zu denen, "die zwar ein Obdach, aber nicht ihr wahres zu Hause" gefunden hatten.
Die Erinnerungen daran mutieren in eine allgemeine Wut auf Adoptivmütter und treiben ihn dazu, sich bei denen als ihr Sohn vorzustellen und nach Erschleichen des Vertrauens diese dann aus Rache bestialisch zu ermorden.

Die eingesetzten Folterwerkzeuge als zusätzliche Verhöhnung seiner Opfer könnten makaberer nicht sein: Dampfbügeleisen, Nähnadel, Besenstiel: "in Waffen verwandelte Haushaltsgegenstände, Symbole einer traditionellen Mutterrolle".

Und dazu Paul Simons Melodie "Mother and Child Reunion", das er den Opfern der Massaker bis zur Unerträglichkeit stundenlang ins Ohr summt.

Interessanter Stoff, äußerst brutal erzählt

Zweifelsohne wird "Der Fallensteller" getragen von einer guten Idee, nämlich den Befindlichkeiten der betroffenen Personen bei geschlossener Säuglingsadoption.
Nykanen selbst führt in seinem Thriller einige statistische Fakten auf, die den Leser bestürzen, vorausgesetzt, sie sind von Autor korrekt recherchiert (z.B. die Behauptung, dass Adoptivkinder 2-3 mal häufiger als die restliche Bevölkerung andere Kinder entführen und töten, mit größerer Wahrscheinlichkeit zu Serienmördern werden u. s. w.).

Der interessante Plot und die zügig voran getriebene Handlung machen den Thriller "Der Fallensteller" zweifelsfrei zu einem Pageturner.
Wie schon in "Totenstarre" sind die Kapitel im ständigen Wechsel aus Opfer- und Tätersicht geschrieben, ein Stilmittel, das durchaus nicht hinderlich ist.

Die Vorgehensweise des wahnsinnigen "Suchers" schockiert, obwohl nicht jede Bestialität bis ins kleinste Detail ausgewalzt wird. Nykanen schafft es aber, auch zwischen den Zeilen das Grauen in den Köpfen der Leser sprießen zu lassen, die über einschlägige Thriller-Bucherfahrungen schon hart gestählt wurden.

Mitunter konstruiert der Autor dann plötzlich und unpassend Passagen im schwülstigen Hollywood-Pathos, deren Gefühlsduselei theatralisch aufgepfropft wirkt.

An anderen Stellen aber überrascht Nykanen mit schönen Vergleichen und stimmigen Redewendungen (z.B.:
"Entfernung steigert nicht nur die Vorfreude, sondern verwischt auch die Spur", oder: "..Der besonders starke Schauder, der aus der Sinnlichkeit geschlechtlicher Unklarheit entsteht", oder: "Licht wiegt die Leute in einem falschen Gefühl von Sicherheit", oder: "Pistolen..., die klein kalibrierte Vettern des Verbrechens...", der: "Schmerz ist das Ventil, das die Widerstandskraft des Körpers am schnellsten entweichen lässt.").

Finalkampf um Überleben und Tod

Der Thriller endet in einem blutrünstigen Verstümmelungsfinale, bei dem sich der "Engel der Suchenden" zum rasenden Racheengel entwickelt.
Hier wäre weniger sicherlich mehr gewesen, aber Kunst (und der Kriminalroman gehört dazu, wie B.B. schon fachmännisch behauptete!) lebt bekannter weise nun einmal von der Übersteigerung.

Dieser Fakt entschuldigt auch den reichlich konstruierten (aber dennoch weiterhin spannenden!) Handlungsverlauf auf den letzten 100 Seiten, wo sich viele Zufälle in flotter Form nahtlos die Hände reichen.

Dass in der jetzigen Hochblüte von blutgierigen, sensationslüsternen und den Leser verwirrenden, ja abstoßenden Krimis jeder der Autoren dieses Genres perverse Neuerungen einfallen lassen muss um ins Gespräch zu kommen, ist aus Sicht der Schriftsteller nachvollziehbar. Aber letztendlich ist die Kauflust der Leser das entscheidende Kriterium für den kommerziellen Erfolg und die Platzierung in Bestsellerlisten.

Und noch etwas: Wenn solche Bücher dann, in der Printabteilung eines Supermarktes deutlich sichtbar, von ahnungslosen Verkäuferinnen auch an Minderjährige kommentarlos über den Ladentisch wandern, verursacht diese Vorstellung schon ein mulmiges Gefühl. Das könnte möglicherweise eine ebenso schädliche Wirkung haben wie der Verkauf von Zigaretten und Alkohol. Für letztere gibt es jedoch mittlerweile und bekannter weise eindeutige Jugendschutzregelungen.

Der Fallensteller

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Letzte Kommentare:
11.09.2014 15:57:31
Bianka Robles Vicario

Ich finde Marc Nykänen einen ausgesprochen fähigen und genialen Autor. Er lässt uns im Bann des Bösen und setzt dabei einige tolle gewollte Akzente!!! Daumen 2 mal hoch!!!
P.S: Menschlich ist er auch ganz toll... er beantwortet e-mails sogar persönlich! Toller Mensch!!!
Einfach einmal versuchen...jede mail wird beantwortet(Zeitverschiebung bitte nicht vergessen!

29.03.2012 11:57:57
tschopsli

der fallensteller, das zweite ins deutsche übersetzte buch von nykanen _ eine klasse spannende geschichte, beide bücher gefallen mir sehr gut...allerdings muss man dazu sagen, dass der autor leicht die grenzspuren überschreitet, die phantasie von ihm scheint sehr ausgeprägt zu sein, aber hey, wer solche bücher liest ist da selbst nicht besser -.- ich hoffe nur, dass i_wie noch ein neues deutsches buch erscheint, mein englisch ist so scheisse, ich könnte nicht einmal hush übersetzen und das würde ich auch so gern mal lesen

07.10.2010 20:40:08
stefanz

Mich hat Mark Nykanen mit seinem Roman wenig überzeugt und ihn als Durchschnitt eingestuft. Zugegeben, die Story war spannend geschrieben, lebte jedoch weitgehend von seinen und oftmals brutalen und abartigen Szenen. Die Handlung ist für meine Begriffe zu weit hergeholt. Die Ich-Form Erzählung des Täters war für mich neu und etwas ungewöhnlich.

05.02.2010 22:14:43
kufe100

Ich muss ehrlich sagen, ich habe schon lange nicht mehr so ein langweiliges Buch gelesen. Die Handlung war für mich völlig an den Haaren herbeigezogen und trotzdem vorhersehbar. Ich habe das ganze Buch lang gehofft, dass vielleicht irgendwann doch das Niveua steigt- leider vergebens. Irgendwie ärgerlich, wenn man eine gute Kritik über ein Buch liest, und dann so enttäuscht wird.

20.07.2008 21:15:04
HelgaR

Eine sehr spannende Geschichte, allerdings nichts für schwache Nerven, da es zeitweise doch sehr heftig zugeht. Sie wird erzählt aus der Ich-Perspektive des Mörders, ein Psychologe, der auch ein Adoptivkind ist, außerdem sehr intelligent und clever, und aus der Sicht von Suzanne. Man erhält einen guten Einblick in die Psyche des Mörders und auf den letzten hundert Seiten spitzt sich dann alles zu und man kommt kaum zum Atem holen.

Obwohl mir "Totenstarre" eine Spur besser gefallen hat, war ich auch von diesem angetan und bin schon auf das nächste Buch gespannt.

03.12.2007 20:04:03
JaneDoe

Für mich sieht es so aus, als habe es dem Autor mehr Spaß gemacht, den aus der Sicht des Serienkillers als Ich-Erzähler geschriebenen Teil zu verfassen, als den über die rechtschaffene Suzanne. Er schlüpft für meinen Geschmack zu sehr in die Haut des Killers, wobei er dem Teil um Suzanne weniger Aufmerksamkeit widmet. Dieses Buch ist beinahe ein Zweipersonenstück, die Nebenfiguren spielen nur unbedeutende Rollen.

Der Plot ist durchaus gelungen, aber leider ist die Story bald vorsehbar, was natürlich auf Kosten der Spannung geht. Die letzten 100 Seiten überraschen dann ein wenig, entschädigen aber nicht für den Rest des Buches.

13.09.2007 23:02:07
Frank

Das ist eventuell nicht wirklich wichtig,und ich habe das Buch auch bisher nicht gelesen,Nur,es hat nicht den Namen der "FallenAUFsteller",sondern der "Fallensteller".Da hat die Couch was vermurkst.

13.09.2007 20:39:54
achim

Beginne mal mit einem Zitat von den Brüdern Grimm aus: "Märchen von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen":

"ach, was gruselt mir, was gruselt mir, liebe Frau! Ja nun weiß ich was gruseln ist."

Die Story entwickelt sich sehr geradlinig, größere Überraschungen finden sich in dem Roman von Mark Nykanen nicht. Manche Szenen sind so abartig beschrieben, dass sich der Autor mal in Behandlung begeben sollte. Diese Fantasie bezeichne ich als krank. Ich bin mir nicht sicher, ob ich weitere Romane dieser Machart lesen möchte, da sie mir nicht das wohlig schaurige und spannende Ambiente eines guten Krimis geben können. Nach solch einem Roman habe ich das Gefühl mich dringend duschen zu müssen und verspüre im Mund einen Geschmack nach brennender Galle.

Das Grundgerüst des Romans ist austauschbar und beliebig, wirkt wie in einigen wenigen Stunden am Reisbrett konstruiert. Die äusserst ins Detail gehenden Folterungen und Greueltaten wirken dagegen fein ziseliert und mit Sorgfalt erarbeitet. Die erzeugte Spannung beruht eigentlich nur auf den ekelerregenden Beschreibungen der Misshandlungen an Menschen. Das ist nicht das, was mein (noch) gesunder Verstand auf Dauer lesen möchte.

Jetzt freue ich mich regelrecht auf den neuen Roman von Dick Francis. Nicht dass Francis in seinen Büchern jemanden mit etwas Neuem überrascht, dafür bekomme ich beim Lesen aber bestimmt nicht das Gefühl mich übergeben zu müssen.

Meine Wertung 70° abzüglich 10° da es mir jetzt speiübel ist.

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