Perfekte Pläne

Erschienen: Januar 2007

Bibliographische Angaben

  • Frankfurt am Main: Krüger, 2007, Seiten: 365, Originalsprache
  • Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag, 2008, Seiten: 365, Originalsprache

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Eva Bergschneider
Der Lebensabend endet eher, als geplant

Buch-Rezension von Eva Bergschneider Jul 2007

Sabine Deitmer, eine Schriftstellerin, die in den 80ern durch den Erzählband "Bye Bye Bruno" mit feministischen Kriminalgeschichten von sich reden machte, veröffentlicht mit "Perfekte Pläne" den fünften Band der Reihe mit der Dortmunder Kommissarin Bea Stein.

Der letzte Fall "Scharfe Schnitte" erzählte von dem Mord an einem Schönheitschirurgen, beim Anblick des Toten mit angenähten Schweineohren drehte sich Bea der Magen um. Der Titel des neuen Romans klingt unblutiger, aber nicht unbedingt weniger dramatisch, denn "Perfekte Pläne" sind oft zum Scheitern verurteilt.

Geld ist nicht alles

Werner Krieger, 73 Jahre alt, wird in einer Kirchenbank sitzend, erstochen aufgefunden. Die Polizei ermittelt, dass der wohlhabende Bonner Unternehmer kurz vor seinem Tod nach Dortmund gezogen war.

Einige Monate zuvor erlitt Werner Krieger einen Schlaganfall, der ihn wochenlang an das Bett fesselte. In der Reha-Klinik verfasste er Briefe an seine verstorbene Ehefrau Edith. Er schrieb über seine Liebe zu ihr, aber auch von der Enttäuschung darüber, dass keines seiner drei Kinder ihn besuchte. Der Senior beschloss, noch einmal von vorn anzufangen und gab folgende Anzeige in der Zeitung auf:

"Rüstiger älterer Herr würde den Lebensabend gern mit einer jungen Familie verbringen"

So wurde die Garage der Familie Sonntag sein Heim, das Ehepaar und die Kinder zu seiner neuen Familie. Werner Krieger bedachte Sonntags sogar in seinem Testament, ein Strich unter dem bisherigen Leben, war Ziel seines Plans

Ein starkes Frauenteam

Bea Stein bekommt viel zu tun. Ihr Kollege Weber verweigert sich allem, seiner Familie und seinem Job als Polizist. Dienststellenleiter Froböse drückt Bea zudem die stupide Arbeit an einem Qualitätsoptimierungsprojekt auf und ihr Lebensgefährte verfolgt in Japan den Traum vom großen Geschäft.

Die Kommissarin und die Sachbearbeiterin Petra stehen allein mit einem Mordfall und mehreren Verdächtigen da, die fast alle das gleiche Motiv hätten.

Bewegende Briefe

Das Opfer selbst erzählt über seine letzten Monate voller Ängste, Einsamkeit und Hoffnung auf einen Neuanfang. Diese Briefe beschreiben einen Charakter, der einigen Lesern bekannt vorkommen dürfte.

Werner Krieger ist ein typischer Nachkriegsvertreter, der sich in den Jahren des Wirtschaftswunders nur auf eines konzentrierte: auf das Geld verdienen. Die Kinder sollten was Anständiges lernen, ihre Gefühle waren ihm unwichtig.
Am Ende steht der alte Herr mit der Angst um sein Leben allein, doch gibt nicht klein bei. Zielstrebig, wie er einst sein Geschäft aufgebaut hat, verhilft er sich nun zu menschliche Nähe.

Opfer und Ermittler erzählen

Die Briefe des Opfers und die Passagen, die die Ermittlungen aus Bea Steins Sicht schildern, wechseln einander ab. Dieser innovative Erzählstil, einerseits chronologisch, andererseits rückläufig, erzeugt Spannung. Der Leser folgt der Ermittlerin zu Schauplätzen, die er teilweise aus Kriegers Perspektive kennt und erfährt Details, die das Geschehen in ein anderes Licht tauchen.

Bea Stein präsentiert sich so, wie viele Leser sie kennen, als engagierte Menschenkennerin mit Humor. In diesem Roman hat die Autorin ihrer Hauptfigur auch melancholische Züge verliehen. Bea fühlt sich nach den vielen Berufsjahren verbraucht und träumt davon, zu neuen Ufern aufzubrechen. Die Ermittlungen leiden nicht unter Beas Neuorientierung. Sie hat den Mut, zu experimentieren, was zu unerwarteten Resultaten führt.

Furioses Finale

Sabine Deitmer erzählt in dem vermutlich letzten Fall mit Bea Stein eine Geschichte, die sich mit unbequemen Fragen beschäftigt: Was kann ich am Ende meines Lebens noch erwarten und was bleibt von mir, wenn ich gestorben bin?
Werner Kriegers Suche nach Zuneigung, die mit Mord beantwortet wird, wirkt zwar verschroben, aber insgesamt glaubwürdig.

Der Tathergang selbst überzeugt nicht vollkommen: Die Aktionen wirken so abenteuerlich, dass man sich schwer vorstellen kann, wie sie unbemerkt geblieben sein können. Einige der Nebenfiguren wurden überzogen dargestellt.
Die Autorin schreibt in einer schlichten Sprache, die sich manchmal etwas holprig liest. Die Dialoge formuliert sie treffsicher, mal sensibel, mal beißend zynisch.

Auf das Ende des Romans können sich vor allem die Kenner der Krimi-Reihe wirklich freuen. Sabine Deitmer hat sich nicht nur eine raffinierte Auflösung einfallen lassen, sie verschafft ihrer Hauptprotagonistin einen kuriosen Abgang, der genau zu Bea Stein passt.

Sabine Deitmers "Perfekte Pläne" gehört zu den spannenden und bewegenden Krimis, die hängen bleiben, in humorvoller Ruhrgebiets-Mundart erzählt und mitten aus dem Leben gegriffen.

Perfekte Pläne

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Letzte Kommentare:
10.08.2007 17:13:20
Constanze Ehrenfels

Sabine Deitmer ist sicherlich eine Frau, die gut schreiben kann und Fantasie hat...- Mich stört nur an ihr, daß sie grundsätzlich Männer über die Klinge springen läßt - und ihr feministisches Weltbild in allen ihren Büchern zu deutlich herausgestellt wird: Männer sind böse, Frauen gut. Wenn Frauen Täterinnen sind, dann hat das ja seine Berechtigung, ist verständlich. Männer und ihre Vergehen sind nicht verständlich. Es klingt oft so bei Sabine Deitmer, daß Verbrechen und Schwächen von Frauen - und nur von Frauen - verzeihbar sind...
Insgesamt eine Autorin, die eine Art Sexismus gegen Männer verinnerlicht hat - und gar nicht mehr anders schreiben kann. Manche sagen: eine typische Vertreterin des deutschen Femifaschismus!